Die Immobilienpreise in Deutschland steigen weiter: Im vierten Quartal 2025 verteuerten sich Wohnimmobilien um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr – der fünfte Anstieg in Folge. Im Jahresdurchschnitt 2025 legten die Preise erstmals seit 2022 wieder zu (+3,2 %). Besonders Eigentumswohnungen in duenn besiedelten ländlichen Kreisen verzeichnen starke Zuwächse, während die Metropolen zum Vorquartal nachgeben.
Hinweis: Dies ist die ausführliche Quartalsanalyse zum Häuserpreisindex (Kaufpreise). Den Gesamtüberblick zu Immobilien- und Mietpreisen findest du auf unserer Themenseite Immobilien- & Mietpreise Deutschland.
Das Wichtigste in Kürze
- +3,0% Preissteigerung im Q4 2025 gegenüber dem Vorjahr
- +0,1% Anstieg gegenüber dem Vorquartal
- Fünfter Anstieg in Folge im Jahresvergleich
- Jahresdurchschnitt 2025: +3,2% – erster Jahresanstieg seit 2022
- Eigentumswohnungen in kreisfreien Großstädten: +4,8%
- Top-7-Städte: +2,1% zum Vorjahr (Wohnungen −1,6% zum Vorquartal)
Die Zahlen im Überblick
Die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland sind im 4. Quartal 2025 um durchschnittlich 3,0 Prozent gegenüber dem 4. Quartal 2024 gestiegen. Damit stiegen die Wohnimmobilienpreise zum fünften Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal. Gegenüber dem Vorquartal erhöhten sich die Preise nur noch um 0,1 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025 lagen die Preise um 3,2 Prozent über 2024 – der erste Jahresanstieg seit 2022. Den zunächst gemeldeten Q3-Wert revidierte Destatis dabei von +3,3 % auf +3,1 %.
| Kennzahl | vs. Vorquartal | vs. Vorjahr |
|---|---|---|
| Wohnimmobilien gesamt | +0,1% | +3,0% |
| Häuser (duenn bes. ländl. Kreise) | – | +3,2% |
| Häuser (kreisfreie Großstädte) | – | +3,1% |
| Eigentumswohnungen (kreisfreie Großstädte) | −0,1% | +4,8% |
Preisentwicklung nach Regionen
Im 4. Quartal 2025 kosteten Wohnimmobilien in allen Regionen Deutschlands im Durchschnitt mehr als im Vorjahresquartal. Zum Vorquartal zeigt sich jedoch ein neues Muster: ländliche Kreise legen zu, einige Metropolen geben nach.
Ein- und Zweifamilienhäuser
- Duenn besiedelte ländl. Kreise: +3,2% zum Vorjahr (stärkster Anstieg)
- Kreisfreie Großstädte: +3,1% zum Vorjahr
- Metropolen (Top-7): +1,5% zum Vorjahr
Eigentumswohnungen
- Duenn besiedelte ländl. Kreise: +5,4% zum Vorjahr | +2,6% zum Vorquartal 🔺
- Kreisfreie Großstädte: +4,8% zum Vorjahr | −0,1% zum Vorquartal
- Metropolen (Top-7): −1,6% zum Vorquartal
💡 Auffällig: In duenn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Eigentumswohnungen mit +5,4% am stärksten und legten auch zum Vorquartal um +2,6% zu – während sie in den Metropolen zum Vorquartal um 1,6% nachgaben. Das Wachstum verlagert sich vom Zentrum an den Rand.
Top-7-Städte: Moderate Zuwächse
In den sieben größten Städten Deutschlands – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Duesseldorf – entwickelten sich die Preise moderater als im Bundesdurchschnitt:
🏙️ Top-7 insgesamt
+2,1%
zum Vorjahr
🏢 Eigentumswohnungen
−1,6%
zum Vorquartal
Aktuelle Quadratmeterpreise
| Stadt | Wohnungen | Häuser |
|---|---|---|
| 🏙️ München | ~7.900 € | ~8.500 € |
| 🏙️ Berlin | ~5.100 € | ~4.300 € |
| 🏙️ Hamburg | ~4.700 € | ~4.900 € |
| 🏙️ Köln | ~4.200 € | ~5.000 € |
| 🏙️ Hannover | ~2.900 € | – |
Historische Einordnung
Die aktuelle Preisentwicklung markiert eine deutliche Trendwende nach dem historischen Einbruch der Jahre 2022 bis 2024:
📈 2010–2022: Boom-Phase
+94% – Preise haben sich nahezu verdoppelt
📉 2023: Historischer Crash
−8,4% – Stärkster Rückgang seit Beginn der Zeitreihe (2000)
➡️ 2024: Stabilisierung
−1,5% bis −3,0% – Rückgang schwächt sich deutlich ab
📈 2025: Erholung
+3,2% im Jahresdurchschnitt – erster Jahresanstieg seit 2022
Der Häuserpreisindex war zwischen Mitte 2022 und Ende 2023 von über 166 auf etwa 145 gefallen – ein Rückgang von rund 13 Prozent. Im Jahr 2024 setzte die Stabilisierung ein, und seit dem 4. Quartal 2024 steigen die Preise wieder – im 4. Quartal 2025 zum fünften Mal in Folge.
Gründe für die Preisentwicklung
⬆️ Preistreiber
- EZB-Zinssenkungen: Leitzins bei 2,15%
- Wohnungsmangel: Nur ~175.000 Neubauten 2025 (Ziel: 400.000)
- Steigende Mieten: anhaltender Aufwärtsdruck bei Neuvertragsmieten
- Nachholeffekte: Käufer kehren auf den Markt zurück
⬇️ Dämpfende Faktoren
- Bauzinsen: Noch bei 3,4–4,1%
- Konjunktur: Wirtschaftliche Unsicherheit
- Energieeffizienz: Abschläge für unsanierte Immobilien
Mietmarkt: Weiter angespannt
Während sich die Kaufpreise erholen, bleibt der Mietmarkt angespannt: In den Ballungsräumen steigen die Neuvertragsmieten weiter spürbar. Die ausführliche Aufschlüsselung der Miet- und Kaufpreise nach Städten bündeln wir gesondert – siehe Immobilien- & Mietpreise Deutschland.
Ausblick 2025/2026
Für 2026 erwarten Experten weitere moderate Preissteigerungen – etwa auf Inflationsniveau:
Bilanz 2025
+3,2%
Prognose 2026
~2 bis 3%
(Inflationsniveau)
Regionale Unterschiede: Starke Nachfrage in Metropolen, Preisrückgänge in strukturschwachen Regionen möglich.
„Von der Euphorie der Jahre vor 2022 ist allerdings nichts zu spüren.“
Sparkasse Immobilienbericht 2025/2026
Fazit
Der deutsche Immobilienmarkt hat die Talsohle durchschritten. Nach dem stärksten Preiseinbruch seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2023 (−8,4%) zeigen die Daten für das 4. Quartal 2025 eine fortgesetzte Erholung: +3,0% zum Vorjahr, zum fünften Mal in Folge ein Plus. Im Jahresdurchschnitt 2025 ergibt sich erstmals seit 2022 wieder ein Plus (+3,2%).
Besonders bemerkenswert: Die stärksten Preiszuwächse gibt es nicht in den Metropolen, sondern bei Eigentumswohnungen in duenn besiedelten ländlichen Kreisen (+5,4%) – die als einzige Lage auch zum Vorquartal kräftig zulegten, während die Metropolen zum Vorquartal nachgaben. Das deutet auf eine gewisse Suburbanisierung hin – Käufer weichen in günstigere Randlagen aus.
Für Kaufinteressenten bedeutet das: Die Preise steigen wieder, wenn auch moderat. Wer auf weitere Schnaeppchen hofft, könnte enttaeuscht werden. Der anhaltende Wohnungsmangel und die sinkenden Zinsen sprechen für eine Fortsetzung der Aufwärtstendenz.
Methodik & Quellen
Methodik: Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes misst die durchschnittliche Preisentwicklung für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen. Die Daten basieren auf tatsächlichen Transaktionen und werden nach siedlungsstrukturellen Kreistypen differenziert.
Quellen:
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 101/2026, 25.03.2026 (Häuserpreisindex 4. Quartal 2025)
- Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
- Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI)
- German Real Estate Index (GREIX)
