Der deutsche Außenhandel hat im Februar 2026 wieder deutlich zugelegt: Die kalender- und saisonbereinigten Exporte stiegen um 3,6 % auf 135,2 Milliarden Euro, die Importe um 4,7 % auf 115,4 Milliarden Euro. Der Außenhandelsüberschuss blieb mit 19,8 Milliarden Euro hoch, während die USA-Exporte schwach und die China-Importe stark blieben.
Februar 2026: Exportplus, aber US-Geschäft schwach
Die aktualisierte Datenebene stellt Februar 2026 vor die alte Jahreskontextanalyse: Exporte, Importe, Handelsbilanz, EU-Dynamik und Länderachsen werden direkt vergleichbar.
Februar gegen Januar
Exportziele nach Gruppen
Die EU trägt den kurzfristigen Exportimpuls stärker als die Drittstaaten.
Dynamik nach Regionen
Die USA bremsen trotz insgesamt starkem Exportmonat.
Länderachsen
China ist bei Importen größer als die USA als Exportziel in diesem Monat.
Russland bleibt Randgröße
Monatsniveau
Der saisonbereinigte Überschuss bleibt mit 19,8 Mrd. Euro deutlich positiv.
Quellen: Destatis, Außenhandel Februar 2026
Das Wichtigste in Kürze
- 133,3 Mrd. € Exporte im Dezember 2025 (+4,0 % zum Vormonat)
- 116,2 Mrd. € Importe (+1,4 % zum Vormonat)
- +17,1 Mrd. € Außenhandelsüberschuss im Dezember 2025
- China war mit 251,8 Mrd. € im Jahr 2025 wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands
- USA blieben wichtigstes Exportziel, aber die Ausfuhren dorthin sanken 2025 um 9,4 %
- Exportüberschuss 2025: 200,5 Mrd. € – 42,4 Mrd. € weniger als 2024
Die Zahlen im Überblick
Destatis veröffentlichte die Dezember-Daten am 6. Februar 2026. Nach dem schwachen November kam es zum Jahresende zu einer spürbaren Gegenbewegung. Im Gesamtjahr 2025 legten Exporte und Importe zwar zu, die Importe aber deutlich stärker als die Exporte.
| Kennzahl | Dezember 2025 | vs. Vormonat | vs. Vorjahresmonat |
|---|---|---|---|
| Exporte (saisonbereinigt) | 133,3 Mrd. € | +4,0 % | +2,7 % |
| Importe (saisonbereinigt) | 116,2 Mrd. € | +1,4 % | +5,6 % |
| Außenhandelsbilanz | +17,1 Mrd. € | nach +13,6 Mrd. € | nach +19,8 Mrd. € |
| Exporte (nominal) | 118,6 Mrd. € | – | +6,0 % |
| Importe (nominal) | 105,0 Mrd. € | – | +8,4 % |
Im Dezember 2025 belief sich der saisonbereinigte Außenhandelssaldo auf 17,1 Milliarden Euro. Das war deutlich mehr als im November mit 13,6 Milliarden Euro, lag aber unter dem Wert des Vorjahresmonats Dezember 2024 mit 19,8 Milliarden Euro.
EU-Handel und Drittstaaten
Die stärksten Impulse kamen im Dezember sowohl aus dem EU-Geschäft als auch aus dem Handel mit Drittstaaten. Besonders außerhalb der EU zogen die Exporte zum Jahresende wieder an.
| Ländergruppe | Exporte Dez. 2025 | Importe Dez. 2025 | Veränd. zum Vormonat |
|---|---|---|---|
| EU-Staaten | 75,3 Mrd. € | 59,4 Mrd. € | Exporte +3,1 %, Importe +1,7 % |
| Eurozone | 52,7 Mrd. € | 39,5 Mrd. € | Exporte +3,6 %, Importe +1,6 % |
| Nicht-Eurozone | 22,6 Mrd. € | 19,9 Mrd. € | Exporte +2,1 %, Importe +1,8 % |
| Drittstaaten | 58,0 Mrd. € | 56,8 Mrd. € | Exporte +5,0 %, Importe +1,2 % |
USA bleiben Exportmarkt Nummer 1, China dominiert bei den Importen
Im Monatsvergleich gingen die meisten deutschen Exporte im Dezember 2025 weiterhin in die USA. Dorthin wurden Waren im Wert von 11,8 Milliarden Euro exportiert, 8,9 Prozent mehr als im November. Im Jahresvergleich waren die Ausfuhren in die USA im Dezember aber noch immer 12,9 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.
Die Exporte nach China stiegen im Dezember gegenüber November um 10,7 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Auf der Importseite blieb China ohnehin mit Abstand die wichtigste Bezugsquelle: Im Dezember kamen von dort Waren im Wert von 15,5 Milliarden Euro, 4,1 Prozent mehr als im Vormonat.
| Partnerland | Exporte aus Deutschland | Importe nach Deutschland | Monatsvergleich |
|---|---|---|---|
| USA | 11,8 Mrd. € | 7,9 Mrd. € | Exporte +8,9 %, Importe +3,0 % |
| China | 7,2 Mrd. € | 15,5 Mrd. € | Exporte +10,7 %, Importe +4,1 % |
| Vereinigtes Königreich | 6,9 Mrd. € | 2,9 Mrd. € | Exporte +14,6 %, Importe -14,8 % |
| Russland | 0,6 Mrd. € | 0,1 Mrd. € | Exporte +1,8 %, Importe +6,0 % |
Jahresbilanz 2025: China wieder wichtigster Handelspartner
Besonders wichtig für die strategische Einordnung sind die Jahresdaten 2025. Sie zeigen, dass China die USA wieder von Rang 1 der wichtigsten deutschen Handelspartner verdraengt hat. Hintergrund sind steigende Importe aus China und gleichzeitig sinkende Exporte in die Vereinigten Staaten.
| Rang | Handelspartner | Außenhandelsumsatz 2025 | Veränd. zum Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 1 | China | 251,8 Mrd. € | +2,1 % |
| 2 | USA | 240,5 Mrd. € | -5,0 % |
| 3 | Niederlande | 209,1 Mrd. € | +3,3 % |
Im Handel mit China importierte Deutschland 2025 Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro (+8,8 Prozent) und exportierte dorthin Waren im Wert von 81,3 Milliarden Euro (-9,7 Prozent). Der Importüberschuss gegenüber China stieg dadurch auf 89,3 Milliarden Euro.
Im Handel mit den USA exportierte Deutschland 2025 Waren im Wert von 146,2 Milliarden Euro (-9,4 Prozent). Zwar blieben die Vereinigten Staaten damit wichtigstes Empfängerland deutscher Exporte, der deutsche Exportüberschuss mit den USA sank aber deutlich von 69,6 auf 51,9 Milliarden Euro.
Gesamtjahr 2025: Mehr Handel, aber kleinerer Überschuss
Über das gesamte Jahr 2025 hinweg stiegen die deutschen Exporte nominal auf 1.563,0 Milliarden Euro, die Importe auf 1.362,5 Milliarden Euro. Weil die Importe stärker zulegten als die Exporte, schrumpfte der Exportüberschuss deutlich.
| Kennzahl | Jahr 2025 | Veränderung zu 2024 |
|---|---|---|
| Exporte | 1.563,0 Mrd. € | +0,9 % |
| Importe | 1.362,5 Mrd. € | +4,3 % |
| Außenhandelsüberschuss | 200,5 Mrd. € | -42,4 Mrd. € |
Was die Zahlen bedeuten
Der starke Dezember zeigt, dass der Außenhandel zum Jahresende noch einmal Schwung aufgenommen hat. Für die strategische Lage Deutschlands ist aber die Jahresbilanz wichtiger: Die Importabhängigkeit von China steigt weiter, während das Exportgeschäft mit den USA spürbar schwächer geworden ist. Das drückt den Überschuss und verändert die Struktur der deutschen Außenwirtschaft.
Destatis weist zugleich darauf hin, dass bei den frühen Monatsergebnissen noch keine belastbaren Aussagen zu den tieferen Ursachen einzelner Länderbewegungen möglich sind, weil Detailergebnisse zunächst noch fehlen. Die Grundrichtung ist dennoch eindeutig: Das Jahr 2025 war außenwirtschaftlich weniger komfortabel als 2024.
Fazit
Deutschlands Exporte sind im Dezember 2025 deutlich um 4,0 Prozent gestiegen. Das verbessert das Bild zum Jahresende, ändert aber nichts an der strukturellen Verschiebung des Gesamtjahres: China ist wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner, während die USA als wichtigstes Exportziel an Dynamik verloren haben. Der Exportüberschuss bleibt hoch, ist 2025 aber klar geschrumpft.
Methodik: Für die kurzfristige Konjunkturbeobachtung sind kalender- und saisonbereinigte Monatswerte entscheidend. Jahresvergleiche und Rangfolgen der Handelspartner basieren meist auf nominalen, nicht bereinigten Werten. Destatis weist darauf hin, dass die Dezember-Ergebnisse zunächst vorläufig sind.
Quellen: Destatis, Exporte im Dezember 2025: +4,0 % zum November 2025 (6. Februar 2026) und Destatis, China im Jahr 2025 wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands (20. Februar 2026).
