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Familien · Mikrozensus 2025 · 23.07.2026

Alleinerziehende 2025: 1,62 Millionen Familien, 2,36 Millionen Kinder

In knapp jeder fünften Familie mit Kindern unter 18 Jahren lebt nur ein Elternteil (19,4 %). 1,37 Millionen alleinerziehende Mütter stehen 253.000 alleinerziehenden Vätern gegenüber – der Väteranteil ist seit 2015 von 11,1 auf 15,6 % gestiegen. Fast jede dritte Person in einem Alleinerziehenden-Haushalt ist armutsgefährdet (28,9 %), mehr als doppelt so häufig wie in Paarhaushalten mit Kindern (12,0 %).

Destatis Pressemitteilung Nr. N051 vom 23.07.2026 · Mikrozensus 2025 (Erstergebnisse) und EU-SILC 2025

Alleinerziehende 2025
1,62 Mio.
mit Kindern unter 18
Anteil an allen Familien
19,4 %
2015: 20,5 %
Alleinerziehende Mütter
1,37 Mio.
84,4 % aller Alleinerziehenden
Alleinerziehende Väter
253.000
15,6 %, 2015: 11,1 %
Kinder bei einem Elternteil
2,36 Mio.
16,8 % aller Minderjährigen
16- und 17-Jährige
373.000
15,8 % dieser Kinder
Von Reformvorschlag betroffen
21,2 %
der Familien Alleinerziehender
Erwerbstätigenquote
71,8 %
Alleinerziehende insgesamt
Mütter erwerbstätig
69,8 %
alleinerziehend
Väter erwerbstätig
82,8 %
alleinerziehend
Vollzeit alleinerz. Mütter
38,6 %
Paarfamilien: 30,7 %
Vollzeit alleinerz. Väter
83,8 %
Paarfamilien: 91,5 %
Armutsgefährdung
28,9 %
Alleinerziehenden-Haushalte
Paarhaushalte mit Kindern
12,0 %
zum Vergleich
Bevölkerung insgesamt
16,1 %
Armutsgefährdungsquote
Stand
23.07.
2026

Alleinerziehende 2015 und 2025 im Vergleich

Zahl der Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern und ihr Anteil an allen Familien

Mütter und Väter unter den Alleinerziehenden

Väteranteil 2015 vs. 2025

Erwerbstätigkeit: Alleinerziehende im Vergleich zu Paarfamilien

Vollzeitquoten der erwerbstätigen Eltern mit Kindern unter 18 Jahren, 2025

Vollzeitquote im Vergleich

Erwerbstätigenquote Alleinerziehender

Armutsgefährdung: Alleinerziehende doppelt so oft betroffen

Anteil der Personen mit weniger als 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens, EU-SILC 2025

Armutsgefährdungsquote nach Haushaltstyp

Armutsgefährdungsschwellen 2025 (Euro/Monat)

Kinder von Alleinerziehenden nach Alter

Wo leben Minderjährige?

Alle Kennzahlen zu Alleinerziehenden 2025

Indikator Wert Einordnung
Alleinerziehende insgesamt 1,62 Mio. 2015: 1,65 Mio.
  alleinerziehende Mütter 1,37 Mio. 84,4 % (2015: 88,9 %)
  alleinerziehende Väter 253.000 15,6 % (2015: 11,1 %)
Anteil an Familien mit minderjährigen Kindern 19,4 % 2015: 20,5 %
Kinder unter 18 bei nur einem Elternteil 2,36 Mio. 16,8 % aller Minderjährigen
  davon 16- und 17-Jährige 373.000 15,8 %
Familien Alleinerziehender mit Kind 16/17 Jahre 21,2 % betroffen vom Reformvorschlag
Erwerbstätigenquote Alleinerziehende 71,8 % Mikrozensus 2025
  alleinerziehende Mütter 69,8 % Mikrozensus 2025
  alleinerziehende Väter 82,8 % Mikrozensus 2025
Erwerbstätige alleinerziehende Mütter 956.000 davon 38,6 % in Vollzeit
Vollzeitquote Mütter in Partnerschaft 30,7 % zum Vergleich
Vollzeitquote alleinerziehende Väter 83,8 % Mikrozensus 2025
Vollzeitquote Väter in Partnerschaft 91,5 % zum Vergleich
Armutsgefährdung Alleinerziehenden-Haushalte 28,9 % EU-SILC 2025
Armutsgefährdung Paarhaushalte mit Kindern 12,0 % EU-SILC 2025
Armutsgefährdung Bevölkerung insgesamt 16,1 % EU-SILC 2025
Armutsschwelle alleinlebende Person 1.445 € netto pro Monat, 2025
Armutsschwelle Alleinerziehend + 2 Kinder unter 14 2.311 € netto pro Monat, 2025
Armutsschwelle 2 Erwachsene + 2 Kinder unter 14 3.034 € netto pro Monat, 2025

Warum die Zahlen jetzt diskutiert werden

Aktuell wird über eine Reform des staatlichen Unterhaltsvorschusses debattiert. Ein Vorschlag sieht vor, ihn künftig nur noch für Kinder unter 16 Jahren zu gewähren statt wie bisher bis 18. Betroffen wären 373.000 Jugendliche und damit 21,2 % der Familien Alleinerziehender.

Väter holen auf

Der Anteil der Väter unter den Alleinerziehenden ist von 11,1 % (2015) auf 15,6 % (2025) gestiegen. In absoluten Zahlen: 253.000 Väter leben mit ihren minderjährigen Kindern zusammen, ohne Partnerin oder Partner im Haushalt.

Alleinerziehende Mütter arbeiten mehr

38,6 % der erwerbstätigen alleinerziehenden Mütter arbeiten Vollzeit – deutlich mehr als Mütter in Partnerschaft (30,7 %). Bei Vätern ist es umgekehrt: 83,8 % der alleinerziehenden Väter arbeiten Vollzeit gegenüber 91,5 % der Väter in Partnerschaft.

Armutsrisiko mehr als doppelt so hoch

28,9 % der Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten leben unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. In Paarhaushalten mit Kindern sind es 12,0 %, in der Gesamtbevölkerung 16,1 %. Die Schwelle lag 2025 für Alleinerziehende mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2.311 Euro netto im Monat.

Leichter Rückgang seit 2015

Die Zahl der Alleinerziehenden ist von 1,65 auf 1,62 Millionen gesunken, ihr Anteil an allen Familien mit minderjährigen Kindern von 20,5 auf 19,4 %. Der Rückgang fällt damit moderat aus.

Was der Mikrozensus nicht zeigt

Erfasst werden nur Personen, die im selben Haushalt leben. Aussagen zur Verteilung und Ausgestaltung geteilter Betreuung – etwa dem Wechselmodell – sind daher nicht möglich. Ein Elternteil gilt als alleinerziehend, wenn keine Partnerin und kein Partner im Haushalt lebt.

FAQ

Wie viele Alleinerziehende gibt es in Deutschland?

2025 lebten rund 1,62 Millionen Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren in Deutschland. Das entspricht 19,4 % aller Familien mit minderjährigen Kindern.

Wie viele davon sind Mütter, wie viele Väter?

1,37 Millionen alleinerziehende Mütter (84,4 %) und 253.000 alleinerziehende Väter (15,6 %). 2015 lag der Väteranteil noch bei 11,1 %.

Wie viele Kinder wachsen bei einem Elternteil auf?

Rund 2,36 Millionen Kinder unter 18 Jahren, das sind 16,8 % aller Minderjährigen in Deutschland. 373.000 davon waren 16 oder 17 Jahre alt.

Was hat das mit dem Unterhaltsvorschuss zu tun?

Ein Reformvorschlag sieht vor, den staatlichen Unterhaltsvorschuss künftig nur bis zum 16. statt bis zum 18. Geburtstag zu zahlen. Nach den Mikrozensus-Daten wären davon 21,2 % der Familien Alleinerziehender betroffen.

Arbeiten Alleinerziehende weniger?

Nein. Die Erwerbstätigenquote lag 2025 bei 71,8 % (Väter 82,8 %, Mütter 69,8 %). Alleinerziehende Mütter arbeiten sogar häufiger Vollzeit (38,6 %) als Mütter in Partnerschaft (30,7 %).

Wie hoch ist das Armutsrisiko?

28,9 % der Personen in Alleinerziehenden-Haushalten gelten als armutsgefährdet – mehr als doppelt so viele wie in Paarhaushalten mit Kindern (12,0 %) und deutlich mehr als im Bevölkerungsschnitt (16,1 %).

Ab wann gilt man als armutsgefährdet?

Wenn das Äquivalenzeinkommen unter 60 % des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung liegt. 2025 waren das netto 1.445 Euro im Monat für eine alleinlebende Person, 2.311 Euro für Alleinerziehende mit zwei Kindern unter 14 Jahren und 3.034 Euro für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren.

Woher stammen die Daten?

Aus dem Mikrozensus 2025 (Erstergebnisse), einer jährlichen Stichprobenerhebung bei rund 1 % der Bevölkerung, sowie aus EU-SILC 2025 für die Armutsgefährdung.

Woher Einelternfamilien entstehen

Scheidungen und Trennungen sind der häufigste Weg in die Alleinerziehung.

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