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💼 Arbeitsmarkt August 2026

Arbeitsmarkt August 2026: 3,061 Mio. Arbeitslose — Quote 6,5 %, kaum Dynamik in der Sommerpause

In der noch anhaltenden Sommerpause stieg die Arbeitslosigkeit im August 2026 um 54.000 auf 3.061.000 Personen. Saisonbereinigt beträgt der Zuwachs nur 4.000 — der Anstieg ist also fast vollständig jahreszeitlich. Gegenüber August 2025 liegt die Arbeitslosigkeit 36.000 höher, die Quote steigt um 0,1 Punkte auf 6,5 %. BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles spricht von „wenig Dynamik jenseits des saisonüblichen Musters“.

📅 Berichtsmonat August 2026 · Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA), Presseinfo Nr. 31 · Veröffentlichung monatlich · Stand: 30.08.2026
Arbeitslose August 2026
3.061.000
+54.000 zum Vormonat
Arbeitslosenquote
6,5 %
+0,1 pp zum Vormonat
Quote zum Vorjahr-Vergleich
+0,1 pp
zu August 2025
zum Vorjahr-Veränderung
+36.000
zu August 2025 (3.025.000)
Saisonbereinigt zum Vormonat
+4.000
kaum Bewegung
Arbeitslosengeld I
1.133.000
+109.000 zum Vorjahr
Grundsicherung erwerbsfähig
3.754.000
-116.000 z. Vorjahr · 6,9 %
Unterbeschäftigung
3.674.000
+33.000 zum Vorjahr
Offene Stellen
656.000
+25.000 zum Vorjahr · BA-X 103
Kurzarbeit Juni 2026 (rev.)
140.000
+8k zum Vormonat, -55k z. Vorjahr
Kurzarbeit-Neuanzeigen
14.000
1. bis 24. August
Sozialversich. Beschäftigte
34,81 Mio.
Juni 26 (vorl.), -73k z. Vorjahr
Jugendliche (Apr 26)
237.000
15-25 Jahre
Ältere 55+ (Apr 26)
789.000
26 % aller Arbeitslosen
Erwerbstätige Juli 26
45,66 Mio.
-226.000 zum Vorjahr (Destatis)
ILO-Erwerbslosenquote
4,2 %
Juli 2026 (Destatis)

Zeitreihen-Verlauf

Arbeitslose und Quote seit Januar 2024

Arbeitslose Jan 24 - Aug 26 (Tsd.)

Arbeitslosenquote Verlauf (%)

Strukturen & Rechtskreise

SGB II vs. SGB III, Geschlecht, Alter

Rechtskreise SGB II vs. SGB III (Mio.)

zum Vorjahr-Wachstum SGB II vs. SGB III (%)

Arbeitslose nach Altersgruppen 2026

Unterbeschäftigung & Stellen

Stille Reserve und Stellenangebot

Unterbeschäftigung vs. Arbeitslose (Mio.)

Offene Stellen 2020-2026 (Tsd.)

Kurzarbeit & Krisenindikatoren

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld und Anzeigen

Kurzarbeit (Tsd. Beschäftigte)

Kurzarbeit-Neuanzeigen 2024-26

Arbeitslose nach Bundesländern (Quote %)

Langfristvergleich

Jahresdurchschnitte und Vor-Corona-Niveau

Jahresdurchschnitt Arbeitslose 2015-25 (Mio.)

Quote Männer vs. Frauen 2015-26 (%)

Detail-Tabelle: Arbeitsmarkt Deutschland im Verlauf

Arbeitslose, Quote, SGB-Verteilung und Kurzarbeit nach Monaten

MonatArbeitsloseQuotezum VormonatSGB IIISGB II
August 20263.061.0006,5 %+54.000
Juli 20263.007.0006,4 %+71.000
Juni 20262.936.0006,2 %-15.000
Mai 20262.951.0006,3 %-57.000
April 20263.008.0006,4 %-13.0001.195.0001.826.000
März 20263.021.0006,4 %-26.0001.195.0001.826.000
Februar 20263.047.0006,5 %-10.0001.215.0001.832.000
Januar 20263.057.0006,5 %+193.0001.222.0001.835.000
Dezember 20252.864.0006,1 %-21.0001.108.0001.756.000
April 2025 (Vorjahr)2.931.0006,3 %1.104.0001.827.000
April 2024 (-2 Jahre)2.747.0005,9 %1.029.0001.718.000
April 2020 (Corona)2.644.0005,8 %
Veränderung 4/26 vs. 4/25+77.000+0,1 pp+91.000-1.000

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Methodik BA-Arbeitsmarktstatistik

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlicht monatlich die offiziellen Arbeitsmarktdaten. Erfasst werden alle bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote bezieht sich auf alle zivilen Erwerbspersonen. Die BA-Quote weicht von der ILO-Quote (Destatis) ab, da letztere strenger gemessen wird.

Sommerpause hält die Zahl über 3 Millionen

Der Anstieg um 54.000 auf 3.061.000 ist fast vollständig jahreszeitlich: Saisonbereinigt legt die Arbeitslosigkeit nur um 4.000 zu. Im August melden sich weiterhin Schul- und Ausbildungsabgänger, während Betriebe Einstellungen in die Zeit nach den Ferien verschieben. Gegenüber August 2025 liegt die Zahl 36.000 höher — ein Abstand, der sich seit Monaten kaum verändert.

Mehr Arbeitslosengeld, weniger Grundsicherung

Im August erhielten 1.133.000 Personen Arbeitslosengeld — 109.000 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der erwerbsfähigen Grundsicherungsberechtigten um 116.000 auf 3.754.000; 6,9 % der Menschen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig. Die gegenläufige Bewegung deutet darauf hin, dass die zusätzliche Arbeitslosigkeit vor allem Menschen mit vorherigem Job und damit Anspruch auf Versicherungsleistungen trifft.

Kurzarbeit im Jahresvergleich weiter niedriger

Im Juni 2026 — dem aktuellsten Ist-Wert — wurde für 140.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das sind 8.000 mehr als im Mai, aber rund 55.000 weniger als ein Jahr zuvor. Als Frühindikator dienen die Anzeigen über Arbeitsausfall: Vom 1. bis 24. August wurden sie für 14.000 Personen erstattet.

Strukturwandel überlagert Konjunktur

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist nicht nur konjunkturell. Die Beschäftigung in Industrie und Bau ist 2024/25 um ca. 175.000 Personen zurückgegangen, während Dienstleistung weiter wachsen. Die Automobil-Industrie steht durch Elektrifizierung vor strukturellem Wandel mit Stellenabbau bei Volkswagen, BMW, Bosch und ZF.

Ältere Arbeitslose & Strukturproblem

Mit 789.000 Arbeitslosen über 55 Jahre (26 % aller Arbeitslosen) ist die Altersgruppe überrepräsentiert. Trotz Fachkräftemangel werden Ältere bei Einstellungen oft übersehen. Die Quote der über 55-Jährigen liegt mit 5,9 % nur leicht über dem Gesamtdurchschnitt, aber die durchschnittliche Dauer ihrer Arbeitslosigkeit ist deutlich länger.

Ausbildungsmarkt: weniger Stellen, mehr Bewerber

Seit Oktober 2025 meldeten sich 433.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 4.000 mehr als im Vorjahr. Gemeldet wurden zugleich 451.000 Ausbildungsstellen — 32.000 weniger als im August 2025. 116.000 Stellen sind noch unbesetzt, 102.000 Bewerber haben weder eine Ausbildungsstelle noch eine Alternative gefunden. Bis zum Ende des Berichtsjahres am 30. September bewegen sich beide Zahlen erfahrungsgemäß noch deutlich nach unten.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie viele Arbeitslose gab es im August 2026?

Im August 2026 waren in Deutschland 3.061.000 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 54.000 mehr als im Juli 2026 und 36.000 mehr als im August 2025. Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit nur um 4.000 — der Zuwachs ist damit fast vollständig jahreszeitlich bedingt.

Wie hoch ist die Arbeitslosenquote?

Die Arbeitslosenquote nach BA-Methodik lag im August 2026 bei 6,5 % bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen — 0,1 Punkte über dem Vormonat und 0,1 Punkte über August 2025. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept berechnete Erwerbslosenquote des Statistischen Bundesamtes betrug im Juli 4,2 %.

Was ist der Unterschied zwischen SGB II und SGB III?

SGB III umfasst die Arbeitslosen, die von einer Agentur für Arbeit betreut werden — meist Personen mit kürzerer Arbeitslosigkeitsdauer (bis ca. 1 Jahr) mit Anspruch auf Arbeitslosengeld I. SGB II (Bürgergeld) umfasst Personen mit längerer Arbeitslosigkeit oder ohne ALG-I-Anspruch, betreut durch Jobcenter. Im April 2026: SGB III 1,195 Mio. (40 %), SGB II 1,826 Mio. (60 %).

Wie steht es um die Kurzarbeit?

Im Juni 2026, dem aktuellsten hochgerechneten Ist-Wert, wurde für 140.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt — 8.000 mehr als im Mai, aber rund 55.000 weniger als vor einem Jahr. Neu angezeigt wurde Kurzarbeit vom 1. bis 24. August für 14.000 Personen.

Wie viele offene Stellen gibt es?

Im August 2026 waren 656.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet — 25.000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Stellenindex BA-X blieb unverändert bei 103 Punkten und liegt damit 4 Punkte über dem Vorjahresmonat. Die BA bezeichnet die Arbeitskräftenachfrage dennoch weiterhin als schwach.

Warum steigt die Arbeitslosigkeit im Sommer?

Der Anstieg in Juli und August folgt einem regelmäßigen Saisonmuster: Schul- und Ausbildungsabgänger melden sich arbeitslos, bevor Ausbildung oder Job im Herbst beginnen; befristete Verträge laufen zur Jahresmitte aus; und Betriebe verschieben Einstellungen in die Zeit nach den Ferien. Deshalb weist die BA zusätzlich den saisonbereinigten Wert aus — im August waren das nur +4.000.

Welche Bundesländer sind am stärksten betroffen?

Die höchsten Arbeitslosenquoten haben Bremen (10,1 %), Berlin (9,6 %), Sachsen-Anhalt (8,2 %) und Mecklenburg-Vorpommern (8,1 %). Niedrigste Quoten: Bayern (3,9 %), Baden-Württemberg (4,6 %), Hessen (5,4 %). Die Ost-West-Differenz hat sich seit den 2000ern reduziert, aber die Stadtstaaten und einige ostdeutsche Länder bleiben deutlich über dem Bundesschnitt.

Wann erscheint die nächste Arbeitsmarkt-Pressemitteilung?

Die BA veröffentlicht die Arbeitsmarktdaten monatlich zum Ende des Berichtsmonats. Die August-Daten erschienen am 28. August 2026 (Presseinfo Nr. 31), die September-Daten folgen Ende September 2026.

Quellen

Primärquellen und Methodik