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💼 Arbeitsmarkt Juli 2026

Arbeitsmarkt Juli 2026: 3,007 Mio. Arbeitslose — Quote 6,4 %, Sommerpause hebt die Arbeitslosigkeit über 3 Millionen

Mit Beginn der Sommerpause stieg die Arbeitslosigkeit im Juli 2026 um 71.000 auf 3.007.000 Personen — erstmals seit Januar wieder über der Marke von drei Millionen. Der Anstieg ist überwiegend jahreszeitlich bedingt: saisonbereinigt legte die Zahl nur um 6.000 zu. Gegenüber Juli 2025 liegt die Arbeitslosigkeit 28.000 höher (+0,9 %), die Quote steigt auf 6,4 %.

📅 Berichtsmonat Juli 2026 · Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA), Presseinfo Nr. 30 · Veröffentlichung monatlich · Stand: 31.07.2026
Arbeitslose Juli 2026
3.007.000
+71.000 zum Vormonat
Arbeitslosenquote
6,4 %
+0,2 pp zum Vormonat
Quote zum Vorjahr-Vergleich
+0,1 pp
zu Juli 2025
zum Vorjahr-Veränderung
+28.000
+0,9 % zu Juli 25
Saisonbereinigt zum Vormonat
+6.000
leichter Anstieg
SGB III (BA)
1.195.000
40 %, +91k z. Vorjahr (Stand April)
SGB II (Jobcenter)
1.826.000
60 %, Grundsicherung (Stand April)
Unterbeschäftigung
3.645.000
+28.000 zum Vorjahr
Offene Stellen
653.000
+25.000 zum Vorjahr
Kurzarbeit Mai 2026 (rev.)
126.000
-16k zum Vormonat, rund -100k zum Vorjahr
Kurzarbeit-Neuanzeigen
25.000
1.-27. Juli
Sozialversich. Beschäftigte
34,83 Mio.
Mai 26 (vorl.), -69k z. Vorjahr
Arbeitslose Jugendliche
237.000
15-25 Jahre
Arbeitslose Ältere 55+
789.000
26 % aller Arbeitslosen
Quote Männer
6,8 %
April 2026
Quote Frauen
5,9 %
April 2026

Zeitreihen-Verlauf

Arbeitslose und Quote seit Januar 2024

Arbeitslose Jan 24 - Jul 26 (Tsd.)

Arbeitslosenquote Verlauf (%)

Strukturen & Rechtskreise

SGB II vs. SGB III, Geschlecht, Alter

Rechtskreise SGB II vs. SGB III (Mio.)

zum Vorjahr-Wachstum SGB II vs. SGB III (%)

Arbeitslose nach Altersgruppen 2026

Unterbeschäftigung & Stellen

Stille Reserve und Stellenangebot

Unterbeschäftigung vs. Arbeitslose (Mio.)

Offene Stellen 2020-2026 (Tsd.)

Kurzarbeit & Krisenindikatoren

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld und Anzeigen

Kurzarbeit (Tsd. Beschäftigte)

Kurzarbeit-Neuanzeigen 2024-26

Arbeitslose nach Bundesländern (Quote %)

Langfristvergleich

Jahresdurchschnitte und Vor-Corona-Niveau

Jahresdurchschnitt Arbeitslose 2015-25 (Mio.)

Quote Männer vs. Frauen 2015-26 (%)

Detail-Tabelle: Arbeitsmarkt Deutschland im Verlauf

Arbeitslose, Quote, SGB-Verteilung und Kurzarbeit nach Monaten

MonatArbeitsloseQuotezum VormonatSGB IIISGB II
Juli 20263.007.0006,4 %+71.000
Juni 20262.936.0006,2 %-15.000
Mai 20262.951.0006,3 %-57.000
April 20263.008.0006,4 %-13.0001.195.0001.826.000
März 20263.021.0006,4 %-26.0001.195.0001.826.000
Februar 20263.047.0006,5 %-10.0001.215.0001.832.000
Januar 20263.057.0006,5 %+193.0001.222.0001.835.000
Dezember 20252.864.0006,1 %-21.0001.108.0001.756.000
April 2025 (Vorjahr)2.931.0006,3 %1.104.0001.827.000
April 2024 (-2 Jahre)2.747.0005,9 %1.029.0001.718.000
April 2020 (Corona)2.644.0005,8 %
Veränderung 4/26 vs. 4/25+77.000+0,1 pp+91.000-1.000

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Methodik BA-Arbeitsmarktstatistik

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlicht monatlich die offiziellen Arbeitsmarktdaten. Erfasst werden alle bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote bezieht sich auf alle zivilen Erwerbspersonen. Die BA-Quote weicht von der ILO-Quote (Destatis) ab, da letztere strenger gemessen wird.

Sommerpause treibt über 3 Millionen

Im Juli steigt die Arbeitslosigkeit regelmäßig: Ausbildungs- und Schuljahresende, auslaufende Verträge und die Urlaubszeit bremsen Neueinstellungen. Der Zuwachs von 71.000 auf 3.007.000 ist daher überwiegend jahreszeitlich. Dass saisonbereinigt nur +6.000 bleiben, zeigt aber: Die Grundtendenz ist Stagnation, keine Verschlechterung.

Konjunkturkrise sichtbar im SGB III

Während die Arbeitslosigkeit im Bürgergeld-Bereich (SGB II) gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil ist, stieg die Zahl im konjunkturnahen SGB III um 91.000 (+8 %). SGB III erfasst vor allem Personen mit kurzerem Arbeitslosigkeitszeitraum, die auf eine schnelle Vermittlung warten. Dieser Anstieg signalisiert konjunkturelle Schwäche der deutschen Wirtschaft.

Kurzarbeit rückläufig

Im Mai 2026 (aktuellster Ist-Wert) erhielten 126.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld — 16.000 weniger als im Vormonat und rund 100.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Neuanzeigen als Frühindikator lagen vom 1. bis 27. Juli bei 25.000 Personen. Betroffen ist vor allem das Verarbeitende Gewerbe, insbesondere Metall- und Elektroindustrie.

Strukturwandel überlagert Konjunktur

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist nicht nur konjunkturell. Die Beschäftigung in Industrie und Bau ist 2024/25 um ca. 175.000 Personen zurückgegangen, während Dienstleistung weiter wachsen. Die Automobil-Industrie steht durch Elektrifizierung vor strukturellem Wandel mit Stellenabbau bei Volkswagen, BMW, Bosch und ZF.

Ältere Arbeitslose & Strukturproblem

Mit 789.000 Arbeitslosen über 55 Jahre (26 % aller Arbeitslosen) ist die Altersgruppe überrepräsentiert. Trotz Fachkräftemangel werden Ältere bei Einstellungen oft übersehen. Die Quote der über 55-Jährigen liegt mit 5,9 % nur leicht über dem Gesamtdurchschnitt, aber die durchschnittliche Dauer ihrer Arbeitslosigkeit ist deutlich länger.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie viele Arbeitslose gab es im Juli 2026?

Im Juli 2026 waren in Deutschland 3.007.000 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 71.000 mehr als im Juni 2026 und 28.000 mehr als im Juli 2025 (+0,9 %). Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit nur um 6.000 — der Anstieg ist also überwiegend jahreszeitlich bedingt.

Wie hoch ist die Arbeitslosenquote?

Die Arbeitslosenquote (BA-Methodik) lag im Juli 2026 bei 6,4 % bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen — 0,2 Punkte über dem Vormonat Juni 2026 und 0,1 Punkte über Juli 2025. Die ILO-Erwerbslosenquote (Destatis-Methodik) belief sich im Juni auf 4,0 % — sie misst strenger.

Was ist der Unterschied zwischen SGB II und SGB III?

SGB III umfasst die Arbeitslosen, die von einer Agentur für Arbeit betreut werden — meist Personen mit kürzerer Arbeitslosigkeitsdauer (bis ca. 1 Jahr) mit Anspruch auf Arbeitslosengeld I. SGB II (Bürgergeld) umfasst Personen mit längerer Arbeitslosigkeit oder ohne ALG-I-Anspruch, betreut durch Jobcenter. Im April 2026: SGB III 1,195 Mio. (40 %), SGB II 1,826 Mio. (60 %).

Wie steht es um die Kurzarbeit?

Im Mai 2026 (aktuellster Ist-Wert, hochgerechnet) wurde für 126.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt — 16.000 weniger als im Vormonat und rund 100.000 weniger als vor einem Jahr. Neuanzeigen (1.-27. Juli): 25.000 Personen. Besonders betroffen: Verarbeitendes Gewerbe, vor allem Metall- und Elektroindustrie.

Wie viele offene Stellen gibt es?

Im Juli 2026 waren 653.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet — das sind 25.000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Stellenindex BA-X blieb unverändert bei 103 Punkten (+4 zum Vorjahr). Branchen mit den meisten offenen Stellen: Gesundheits- und Sozialwesen (~95.000), Verarbeitendes Gewerbe (~80.000), Handel (~65.000), Verkehr/Logistik (~50.000).

Warum steigt die Arbeitslosigkeit im Juli?

Der Juli-Anstieg ist ein regelmäßiges Saisonmuster: (1) Schul- und Ausbildungsabgänger melden sich arbeitslos, bevor Ausbildung oder Job im Herbst beginnen; (2) befristete Verträge laufen zum Halbjahr aus; (3) Betriebe verschieben Einstellungen in die Urlaubszeit. Deshalb ist der saisonbereinigte Wert aussagekräftiger — er stieg im Juli 2026 nur um 6.000.

Welche Bundesländer sind am stärksten betroffen?

Die höchsten Arbeitslosenquoten haben Bremen (10,1 %), Berlin (9,6 %), Sachsen-Anhalt (8,2 %) und Mecklenburg-Vorpommern (8,1 %). Niedrigste Quoten: Bayern (3,9 %), Baden-Württemberg (4,6 %), Hessen (5,4 %). Die Ost-West-Differenz hat sich seit den 2000ern reduziert, aber die Stadtstaaten und einige ostdeutsche Länder bleiben deutlich über dem Bundesschnitt.

Wann erscheint die nächste Arbeitsmarkt-Pressemitteilung?

Die BA veröffentlicht Arbeitsmarktdaten monatlich am Ende des Berichtsmonats. Die Juli-Daten erschienen am 31. Juli 2026 (Presseinfo Nr. 30), die August-Daten folgen voraussichtlich Ende August 2026. Diese Seite wird mit den jeweils aktuellen Daten aktualisiert.

Quellen

Primärquellen und Methodik