Arztpraxen 2024: 854.000 Euro Einnahmen und 338.000 Euro Reinertrag je Praxis
Die Arztpraxen in Deutschland erzielten 2024 durchschnittliche Einnahmen von 854.000 Euro je Praxis, ein Plus von 6,2 %. Die Aufwendungen stiegen um 4,7 % auf 516.000 Euro. Damit legten die Einnahmen erstmals seit zwei Jahren wieder stärker zu als die Kosten. Der Reinertrag wuchs um 9,0 % auf 338.000 Euro – der Medianwert liegt mit 232.000 Euro allerdings deutlich darunter.
Einnahmen, Aufwendungen und Reinertrag je Praxis
Durchschnittswerte 2024 für die drei Praxistypen
Arztpraxen: Entwicklung 2023 auf 2024
Wachstum von Einnahmen und Aufwendungen
Durchschnitt und Median klaffen weit auseinander
Wenige sehr große Praxen ziehen den Mittelwert nach oben
Arztpraxen: Mittelwert gegen Median
Reinertrag: Mittelwert gegen Median
Aufwandsquote nach Praxistyp
Tätige Personen je Praxis
Alle Kennzahlen zur Kostenstruktur 2024
| Indikator | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Arztpraxen | Einzelpraxen, Berufsausübungsgemeinschaften und MVZ | |
| Einnahmen je Praxis | 854.000 € | +6,2 % (2023: 804.000 €) |
| Aufwendungen je Praxis | 516.000 € | +4,7 % (2023: 493.000 €) |
| Reinertrag je Praxis | 338.000 € | +9,0 % (2023: 310.000 €) |
| Median Einnahmen | 502.000 € | Hälfte der Praxen liegt darunter |
| Median Aufwendungen | 260.000 € | Medianwert 2024 |
| Median Reinertrag | 232.000 € | Medianwert 2024 |
| Aufwandsquote | 60,4 % | rechnerisch: Aufwand zu Einnahmen |
| Tätige Personen | 9,9 | Durchschnitt 2024 |
| Zahnarztpraxen | getrennt ausgewiesen | |
| Einnahmen je Praxis | 937.000 € | +4,8 % (2023: 894.000 €) |
| Aufwendungen je Praxis | 632.000 € | +3,6 % (2023: 610.000 €) |
| Reinertrag je Praxis | 305.000 € | +7,4 % (2023: 284.000 €) |
| Median Reinertrag | 217.000 € | Medianwert 2024 |
| Aufwandsquote | 67,4 % | rechnerisch, höchster Wert der drei Gruppen |
| Tätige Personen | 10,2 | Durchschnitt 2024 |
| Psychotherapeutische Praxen | getrennt ausgewiesen | |
| Einnahmen je Praxis | 134.000 € | +10,7 % |
| Aufwendungen je Praxis | 43.000 € | +22,9 % (2023: 35.000 €) |
| Reinertrag je Praxis | 90.000 € | +4,7 % (2023: 86.000 €) |
| Median Reinertrag | 83.000 € | Medianwert 2024 |
| Aufwandsquote | 32,1 % | rechnerisch, mit Abstand niedrigster Wert |
| Tätige Personen | 1,9 | Durchschnitt 2024 |
| Quelle | Destatis PD26/262 | veröffentlicht am 23.07.2026 |
Trendwende nach zwei schwachen Jahren
2022 und 2023 war der Anstieg der Aufwendungen jeweils deutlich stärker als das Einnahmenplus. 2024 kehrt sich das Verhältnis erstmals wieder um: 6,2 % mehr Einnahmen stehen 4,7 % höheren Aufwendungen gegenüber.
Reinertrag ist nicht das Arzteinkommen
Der Reinertrag ist das Ergebnis des Geschäftsjahres der gesamten Praxis. Nicht berücksichtigt sind zum Beispiel Aufwendungen für Praxisübernahmen sowie die Alters-, Invaliditäts-, Hinterbliebenen- und Krankenversicherung der Praxisinhaberinnen und -inhaber. Bei Gemeinschaftspraxen verteilt sich der Betrag zudem auf mehrere Personen.
Der Mittelwert täuscht
Die Hälfte aller Arztpraxen verzeichnete Einnahmen von höchstens 502.000 Euro und einen Reinertrag von maximal 232.000 Euro. Der Durchschnitt von 338.000 Euro wird von wenigen sehr großen Praxen, Gemeinschaftspraxen und Medizinischen Versorgungszentren nach oben gezogen.
Zahnarztpraxen: mehr Umsatz, weniger Marge
Mit 937.000 Euro liegen die Einnahmen über denen der Arztpraxen, die Aufwendungen aber mit 632.000 Euro noch deutlicher darüber. Die Aufwandsquote von rund 67 % ist die höchste der drei Gruppen – Labor, Material und Technik schlagen hier stärker zu Buche.
Psychotherapie: kleine Einheiten, schlanke Kosten
Mit durchschnittlich 1,9 tätigen Personen sind psychotherapeutische Praxen die kleinsten Einheiten. Ihre Aufwandsquote liegt bei rund 32 %. 2024 stiegen die Aufwendungen jedoch um 22,9 % und damit doppelt so schnell wie die Einnahmen, weshalb der Reinertrag nur um 4,7 % zulegte.
So wird erhoben
Die Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich ist eine repräsentative Stichprobenerhebung bei höchstens 7 % der Praxen, deren Ergebnis auf die Gesamtheit hochgerechnet wird. Jährlich wird eine neue Stichprobe gezogen. Seit dem Berichtsjahr 2021 erscheint die Statistik jährlich statt in mehrjährigen Abständen.
FAQ
Wie viel verdient eine Arztpraxis 2024?
Die durchschnittlichen Einnahmen lagen bei 854.000 Euro je Praxis, der durchschnittliche Reinertrag bei 338.000 Euro. Der Median des Reinertrags beträgt allerdings nur 232.000 Euro, das heißt die Hälfte aller Praxen liegt darunter.
Ist der Reinertrag das Einkommen der Ärztin oder des Arztes?
Nein. Der Reinertrag ist das Geschäftsjahresergebnis der gesamten Praxis. Aufwendungen für Praxisübernahmen sowie die Alters-, Invaliditäts-, Hinterbliebenen- und Krankenversicherung der Inhaberinnen und Inhaber sind darin nicht berücksichtigt. In Gemeinschaftspraxen teilen sich zudem mehrere Personen den Betrag.
Wie viel nehmen Zahnarztpraxen ein?
Durchschnittlich 937.000 Euro je Praxis im Jahr 2024, ein Plus von 4,8 %. Die Aufwendungen betrugen 632.000 Euro (+3,6 %), der Reinertrag 305.000 Euro (+7,4 %). Der Median des Reinertrags liegt bei 217.000 Euro.
Wie sieht es bei psychotherapeutischen Praxen aus?
Sie erzielten 134.000 Euro Einnahmen je Praxis (+10,7 %) bei Aufwendungen von 43.000 Euro (+22,9 %). Der Reinertrag stieg um 4,7 % auf 90.000 Euro, der Median liegt bei 83.000 Euro. Mit 1,9 tätigen Personen sind diese Praxen deutlich kleiner als Arzt- und Zahnarztpraxen.
Warum sind Einnahmen und Aufwendungen 2024 wieder auseinandergelaufen?
2022 und 2023 hatten die Kostensteigerungen das Einnahmenplus jeweils deutlich übertroffen. 2024 stiegen die Einnahmen mit 6,2 % erstmals seit zwei Jahren wieder stärker als die Aufwendungen mit 4,7 %, was den Reinertrag um 9,0 % anhob.
Wie viele Menschen arbeiten in einer Praxis?
In Arztpraxen waren 2024 durchschnittlich 9,9 Personen tätig, in Zahnarztpraxen 10,2 und in psychotherapeutischen Praxen 1,9.
Woher stammen die Daten?
Aus der Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich des Statistischen Bundesamtes für das Berichtsjahr 2024, veröffentlicht am 23. Juli 2026 als Pressemitteilung Nr. 262. Es handelt sich um eine Stichprobenerhebung bei höchstens 7 % der Praxen.
Quellen
- Destatis PD26/262 (23.07.2026): Arztpraxen 2024 – Einnahmen stiegen erstmals seit zwei Jahren wieder stärker als Aufwendungen
- Destatis: Mittelwerte und Mediane der Einnahmen, Aufwendungen und Reinerträge je Praxis
- Destatis: Erläuterungen zur Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich
Stand: 30.07.2026 · Datenquelle Destatis, Berichtsjahr 2024 · als rechnerisch gekennzeichnete Werte sind aus den amtlichen Angaben abgeleitet
Gesundheitswesen in Zahlen
Wer behandelt, wo behandelt wird und wie viele Fälle anfallen.
