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🌍 Außenhandels-Monitor Juni 2026

Deutscher Außenhandel Juni 2026 — 139,3 Mrd Exporte, neuer Rekord

Im Juni 2026 exportierte Deutschland Waren im Wert von 139,3 Mrd EUR und importierte für 123,9 Mrd EUR — ein Außenhandels­überschuss von 15,4 Mrd EUR. Exporte +0,9 %, Importe +4,4 % zum Vormonat. Nie zuvor wurden in einem Monat kalender- und saisonbereinigt mehr Waren exportiert; der bisherige Höchststand lag bei 139,1 Mrd EUR im September 2022. Die USA-Exporte fielen dagegen um 14,2 % auf 12,1 Mrd EUR.

📅 Destatis PD26/278 (07.08.2026) · kalender- & saisonbereinigt · vorläufig
Exporte Juni 2026
139,3 Mrd €
+0,9 % zum Vormonat · Allzeitrekord
Importe Juni 2026
123,9 Mrd €
+4,4 % zum Vormonat saisonb.
Handelsbilanz
+15,4 Mrd €
Mai 2026: +19,3 Mrd €
Exporte zum Vorjahr
+6,6 %
vs. Juni 2025
Importe zum Vorjahr
+8,4 %
vs. Juni 2025
Exp. China
6,2 Mrd €
-0,3 % zum Vormonat
Imp. China
16,5 Mrd €
+9,1 % zum Vormonat · größter Importpartner
Exp. USA
12,1 Mrd €
Top-Ziel · -14,2 % zum Vormonat
Imp. USA
8,7 Mrd €
-9,6 % zum Vormonat
Überschuss 1. Hj. 2026
105,0 Mrd €
1. Hj. 2025: 105,9 Mrd €
Exp. EU
79,3 Mrd €
+1,3 % zum Vormonat
Imp. EU
63,6 Mrd €
+7,4 % zum Vormonat
Exp. EU-Anteil
56,9 %
Juni 2026
Importpreise zum Vorjahr
+2,3 %
PD26/151
Top-Exportgut
Kfz
rund 16 % Anteil
Top-Importgut
Datenverarb.
IT-Equipment 2026

Monatsverlauf: Exporte stabil, Importe ziehen an

Saisonbereinigte Außenhandels­werte im Monatsvergleich

Exporte vs. Importe März 25 - April 26 (Mrd €)

Handelsbilanz Trend

Handelspartner: China und USA im Fokus

Top-Partner mit unterschiedlicher Dynamik

Ausgewählte Exportpartner Juni 2026

Ausgewählte Importpartner Juni 2026

Der US-Schock

Trump-Zölle drücken den Exportüberschuss

Export-/Importsaldo USA 2024-2026

Deutsche Exporte in die USA

USA-Anteil am DE-Export

Warenstruktur

Was Deutschland exportiert und importiert

Exporte nach Warengruppe

Importe nach Warengruppe

Importpreise Trend

Langfristtrend

Außenhandels­volumen im Mehrjahres­vergleich

Jahresexporte 2018-2025 (Mrd €)

Handelsbilanz 2018-2025 (Mrd €)

Außenhandel März 2026 nach Handelspartnern (saisonbereinigt)

Destatis PD26/157 vom 12.05.2026, vorläufig

RegionExport (Mrd €)Import (Mrd €)SaldoAnteil Exportzum Vorjahr Export
EU gesamt73,659,2+14,454,2 %+1,2 %
davon Niederlande9,87,9+1,97,2 %+0,8 %
davon Frankreich8,96,1+2,86,5 %+1,4 %
Vereinigte Staaten12,18,0+4,18,9 %-4,6 %
China8,415,6-7,26,2 %-2,8 %
Vereinigtes Kön.5,23,4+1,83,8 %+0,5 %
Schweiz4,45,2-0,83,2 %+2,1 %

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Exporte ziehen, Importe geben nach

Im Mai 2026 sanken die Importe saisonbereinigt um 2,5 % gegenüber April — die Exporte stiegen um 0,9 %. Im Vorjahresvergleich: Importe +6,2 %, Exporte +3,6 %. Damit setzt sich der seit Jahresbeginn 2026 sichtbare Trend fort: Deutschland importiert wieder mehr — vor allem IT-Equipment, Chemie und Rohstoffe. Hintergrund: Konjunktur­impuls Industrie und Wieder­aufstockung von Lagerbeständen nach den Lieferketten­störungen 2024/25.

USA-Überschuss bricht ein

Mit den seit 1. Januar 2026 wirksamen US-Importzollerhöhungen unter Präsident Trump (10 % genereller Zoll, 25 % auf Kfz, 50 % auf Stahl) brach der deutsche Exportüberschuss mit den USA im 1. Quartal 2026 um 30,5 % gegenüber Q1 2025 ein. Im Mai 2026 lagen die USA-Exporte mit 14,1 Mrd EUR um 15,4 % über dem Vorjahr — zuvor hatten sie 12,9 % unter dem Vorjahr. Die USA bleibt zwar wichtigster Einzelexport­markt (8,3 % Anteil), aber der Trend deutet auf eine strukturelle Schwäche hin. Besonders betroffen: Auto­industrie, Maschinenbau, Chemie.

China: Defizit verkleinert sich

Deutschland importiert aus China im Mai 2026 Waren für 15,1 Mrd EUR und exportiert dorthin 6,2 Mrd EUR (+7,1 % zum Vormonat) (-3,5 %) — ein Defizit von 9,8 Mrd EUR. Damit ist China weiterhin der größte Importpartner. Aber: Sowohl Importe (-1,8 % zum Vorjahr) als auch Exporte (-2,8 % zum Vorjahr) sind rückläufig. Die deutsche "China-Plus-Eins"-Strategie greift: Indien und Vietnam gewinnen Marktanteile, China verliert leicht.

EU bleibt Rückgrat

Die EU bleibt mit 57,9 % (April 2026) klar größter Handelspartner Deutschlands. Niederlande, Frankreich, Polen und Italien sind die zentralen Achsen. Der Intra-EU-Handel ist robust, wächst aber nur moderat (+1,2 % zum Vorjahr). Ein großer Anteil über die Niederlande ist Rotterdam-Transit (China-Importe via Rotterdam); ein anderer Teil dient als "Drehscheibe" für Re-Exporte. Vor diesem Hintergrund kann der NL-Überschuss nur bedingt direkt als "deutscher Export-Erfolg" gelesen werden.

Importpreise erhöhen Inflationsdruck

Die Importpreise stiegen im März 2026 um 2,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat (PD26/151). Treiber: Energierohstoffe (+8,2 % zum Vorjahr) und Metalle (+5,4 %). Die Verbraucher­preise in Deutschland (April 2026: +2,9 %) werden damit weiter durch die Importseite gespeist. Die EZB dürfte ihre Zinssenkungs­erwartungen zurücknehmen. Ein anhaltend schwacher Euro im Verhältnis zum US-Dollar wirkt zusätzlich preistreibend.

Methodik & Datenrevisionen

Destatis publiziert Außenhandelsdaten monatlich mit einem Verzug von ca. 40 Tagen. Erste Schnell­schätzungen erscheinen nach 30 Tagen, vorläufige Detail­daten nach 45 Tagen, endgültige Daten nach 60 Tagen. Saison- und kalender­bereinigte Werte werden parallel veröffentlicht. Die nächste Pressemitteilung mit Mai-2026-Daten erscheint voraussichtlich am 9. Juli 2026. Detail­tabellen nach Ländern und Warenklassen folgen mit weiteren 10-14 Tagen Verzug.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie hat sich der deutsche Außenhandel im Juni 2026 entwickelt?

Laut Destatis-Pressemitteilung PD26/278 vom 07.08.2026 exportierte Deutschland im Juni 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 139,3 Mrd EUR und importierte für 123,9 Mrd EUR. Die Handels­bilanz schloss mit einem Überschuss von 15,4 Mrd EUR. Gegenüber Mai 2026 stiegen die Exporte um 0,9 % und die Importe um 4,4 %. Im Vorjahresvergleich legten die Exporte um 6,6 % und die Importe um 8,4 % zu. Der Exportwert ist der höchste je gemessene Monatswert.

Welche Auswirkungen haben die US-Zölle?

Seit 1. Januar 2026 gelten neue US-Importzölle: 10 % pauschal, 25 % auf Kfz, 50 % auf Stahl. Folge: Der deutsche Exportüberschuss mit den USA brach im 1. Quartal 2026 um 30,5 % gegenüber Q1 2025 ein (Destatis PD26/172). Die Exporte in die USA lagen im April 2026 mit 11,4 Mrd EUR um 12,9 % unter dem Vorjahr. Besonders betroffen sind Kfz-Hersteller (BMW, VW, Mercedes), Maschinenbau und Chemie. Eine vollständige Verlagerung der Produktion in die USA ist mittelfristig im Gespräch.

Wer sind die wichtigsten Handelspartner Deutschlands?

Top-Exportmärkte März 2026: USA (12,1 Mrd EUR), Niederlande (9,8), Frankreich (8,9), China (8,4), Vereinigtes Königreich (5,2), Schweiz (4,4), Polen (4,1), Italien (3,9). Top-Importmärkte: China (15,6), Niederlande (7,9), USA (8,0), Frankreich (6,1), Schweiz (5,2), Polen (4,8). Insgesamt entfallen 54,2 % der deutschen Exporte auf die EU.

Wie ist die Handelsbilanz mit China?

Deutschland hat mit China ein chronisches Handelsbilanz­defizit. Im März 2026 betrug es 7,2 Mrd EUR (Importe 15,6, Exporte 8,4 Mrd EUR). Im 1. Quartal 2026 lagen die deutschen Exporte nach China kumuliert bei rund 24 Mrd EUR, die Importe bei 47 Mrd EUR. Sowohl Importe als auch Exporte sind im Vorjahresvergleich rückläufig — Indien und Vietnam übernehmen partiell Marktanteile.

Wie stark ist die EU als Handelspartner?

Die EU bleibt mit 57,9 % der Exporte und rund 50 % der Importe (April 2026) Deutschlands wichtigster Handelspartner. Die wichtigsten EU-Partner sind Niederlande, Frankreich, Polen und Italien. Der Niederlande-Anteil ist allerdings stark durch den Rotterdam-Transit verzerrt (Importe aus China laufen oft über Rotterdam). Die EU-Exporte wachsen mit +1,2 % zum Vorjahr langsamer als der gesamte Außenhandel — ein Zeichen der Konjunktur­schwäche in Europa.

Wie hoch ist der Handelsbilanz­überschuss?

Im April 2026 erreichte der deutsche Handelsbilanz­überschuss 14,5 Mrd EUR (saisonbereinigt). Für das gesamte Jahr 2025 lag er bei rund 240 Mrd EUR. Damit ist Deutschland weiterhin einer der größten Netto-Exporteure der Welt, hinter China und den USA. Allerdings ist der Überschuss gegenüber dem Rekord von 2016 (252 Mrd EUR) leicht gesunken.

Welche Warengruppen dominieren?

Exporte: Kfz und Kfz-Teile (16 % Anteil), Maschinen (15 %), Chemie (10 %), Pharmaka (7 %), Datenverarbeitungs­geräte (6 %). Importe: Datenverarbeitungs­geräte (12 %), Chemie (11 %), Kfz/Kfz-Teile (10 %), Rohstoffe und Energie (9 %). Die Struktur zeigt: Deutschland exportiert Wertschöpfungs­intensive Industrie­produkte und importiert Komponenten sowie Rohstoffe.

Wann erscheinen die nächsten Außenhandelsdaten?

Die Mai-2026-Daten erschienen am 9. Juli 2026 (PD26/239). Daten für Juni 2026 folgen voraussichtlich Anfang August. Frühere Termine: 9. Juli 2026. Die Bundesbank publiziert begleitend monatliche Zahlungsbilanz­daten. Detaillierte Länder- und Warenklassen­tabellen erscheinen mit weiteren 10-14 Tagen Verzug. Für die Investoren­perspektive ist auch der DIHK-Außenwirtschafts­report relevant.

Quellen

Primärquellen und Methodik