Baugenehmigungen Juni 2026: 21.600 Wohnungen (+13,8 %)
Destatis-Pressemitteilung PD26/291 vom 18. August 2026: Im Juni 2026 wurden 21.600 Wohnungen genehmigt — 2.600 mehr als im Juni 2025 (+13,8 %). Im gesamten 1. Halbjahr 2026 waren es 126.300 Wohnungen, 15,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das ist der stärkste Halbjahres-Anstieg seit 2016 — allerdings von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau aus.
Monatlicher Verlauf
12-Monats-Zeitreihe und Neubau-vs-Umbau-Anteil
Wohnungen monatlich
Neubau vs. Umbau
Gebäudetypen & Maßnahmen-Mix
Verteilung nach Wohngebäudearten und Maßnahmen-Kategorien
Gebäudetypen 1. Halbjahr 2026
Maßnahmenarten 1. Halbjahr 2026
Polare Typ-Verteilung
Quartalsvergleich & Wachstum
1. Halbjahr 2026 vs. 2025 nach Gebäudetyp
1. Halbjahr 2025 vs. 2026
Veränderung % je Gebäudetyp
Regional & Kostenanalyse
Bundesländer-Verteilung und Baukosten-Entwicklung
Bundesländer März 2026
Veranschl. Baukosten
zum Vorjahr-Veränderung
Langzeit-Perspektive
Jahresentwicklung 2019–2026 und Drei-Jahres-Monatsvergleich
Jahressummen 2019–2026e
Monatsvergleich 2024–2026
Detail-Tabelle: Baugenehmigungen Juni & 1. Halbjahr 2026
Aufschlüsselung nach Bauart, Gebäudetyp und Bundesländern
| Kategorie | Wert | zum Vorjahr | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Wohnungen insgesamt | 21.600 | +13,8 % | Juni 26 |
| Neubau | 17.800 | +14,1 % | Juni 26 |
| Umbau/Bestand | 3.900 | +12,1 % | Juni 26 |
| 1. Halbjahr 2026 (gesamt) | 126.300 | +15,1 % | 1. Halbjahr |
| Neubau in Wohngebäuden | 103.100 | +15,8 % | 1. Halbjahr |
| Einfamilienhäuser | 24.000 | +12,7 % | 1. Halbjahr |
| Zweifamilienhäuser | 7.700 | +27,3 % | 1. Halbjahr |
| Mehrfamilienhäuser | 67.000 | +16,9 % | 1. Halbjahr |
| Wohnheime | 4.400 | +0,9 % | 1. Halbjahr |
| Wohnungen in neuen Nichtwohngebäuden | 2.400 | +42,7 % | 1. Halbjahr |
| Umbau im Bestand | 20.800 | +9,2 % | 1. Halbjahr |
| Vergleich 1. Halbjahr 2025 | 109.800 | — | 1. Halbjahr |
| Vergleich 1. Halbjahr 2024 | 106.700 | — | 1. Halbjahr |
| Vergleich 1. Halbjahr 2016 (letzter stärkerer Anstieg) | 182.800 | +30,4 % | 1. Halbjahr |
Hintergrund & Einordnung
Stärkster Halbjahres-Anstieg seit 2016
Mit 126.300 genehmigten Wohnungen liegt das 1. Halbjahr 2026 um 15,1 % oder 16.600 Wohnungen über dem Vorjahreszeitraum. Stärker war der Zuwachs zuletzt 2016 (+30,4 % auf 182.800 Wohnungen). Destatis weist ausdrücklich darauf hin, dass der Anstieg von einem sehr niedrigen Niveau ausgeht: 2024 und 2025 lagen die ersten sechs Monate bei 106.700 beziehungsweise 109.800 Wohnungen — ähnlich wenig wie zuletzt 2011 (108.600).
Neubau und Umbau wachsen im Juni gleich stark
Im Juni 2026 stieg der Neubau um 14,1 % auf 17.800 Wohnungen, der Umbau im Bestand um 12,1 % auf 3.900. Anders als im Mai, als der Neubau mit +29,9 % weit vor dem Umbau (+2,0 %) lag, entwickeln sich beide Wege im Juni fast im Gleichschritt. Über das gesamte Halbjahr bleibt der Neubau mit +15,8 % (103.100 Wohnungen) aber der stärkere Treiber gegenüber dem Umbau mit +9,2 % (20.800).
Zweifamilienhäuser mit dem größten Sprung
Im 1. Halbjahr 2026 genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 67.000 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, 16,9 % oder 9.700 mehr als im Vorjahr — in absoluten Zahlen der mit Abstand größte Beitrag. Prozentual am stärksten legten jedoch die Zweifamilienhäuser zu: +27,3 % auf 7.700 Wohnungen. Kaum bewegt haben sich dagegen die Wohnheime mit +0,9 % auf 4.400 Wohnungen.
Einfamilienhäuser weiter im Plus
Für Einfamilienhäuser wurden im 1. Halbjahr 2026 insgesamt 24.000 Baugenehmigungen erteilt, 12,7 % oder 2.700 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Erholung setzt sich damit fort, bleibt aber schwächer als bei Zwei- und Mehrfamilienhäusern.
Auch abseits des Wohnungsbaus mehr Genehmigungen
In neuen Nichtwohngebäuden wurden im 1. Halbjahr 2026 insgesamt 2.400 Wohnungen genehmigt — ein Plus von 42,7 % oder 700. Dahinter stehen etwa Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen über Gewerbeflächen in Innenstadtlagen. Die Zahl ist klein, das Wachstum aber das höchste aller ausgewiesenen Kategorien.
Genehmigung ist nicht Fertigstellung
Eine Baugenehmigung ist erst der erste Schritt. Bis zur Fertigstellung vergehen in der Regel mehrere Jahre, die jetzt genehmigten Wohnungen entstehen also frühestens 2027 oder 2028. Destatis weist zudem darauf hin, dass die Monatsergebnisse Nachmeldungen früherer Monate enthalten und verspätete Meldungen erst in spätere Berichtsmonate einfließen — einzelne Monatswerte sind deshalb mit Vorsicht zu lesen.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum sind die März-Werte saisonal so stark?
März ist traditionell ein genehmigungsstarker Monat: Viele Bauträger reichen Anträge zu Jahresbeginn ein, damit zur Bauphase ab April die Genehmigung vorliegt. Im Juni und Oktober gibt es ähnliche Peaks, im Dezember dagegen den jährlichen Tiefpunkt (Weihnachtspause).
Was bedeutet „Wohnungen durch Umbau"?
Erfasst werden Maßnahmen am Bestand, durch die neue Wohnungen entstehen: Aufstockungen, Dachgeschoss-Ausbau, Teilung großer Wohnungen, Umnutzungen (z. B. Büro→Wohnung), Anbauten. Diese Kategorie wuchs 2024 wegen rechtlicher Unsicherheit (GEG, Heizungsgesetz) kaum. Von Januar bis Mai 2026 liegt sie +8,6 % über Vorjahr.
Wie viel Wohnraum entsteht tatsächlich?
Nicht jede Genehmigung wird umgesetzt, und zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegen mehrere Jahre. Die hier gezeigten Zahlen sind deshalb ein Frühindikator für die Bautätigkeit der Jahre 2027 und 2028, keine Angabe über fertigen Wohnraum. Die Fertigstellungen weist Destatis in einer eigenen Statistik aus.
Welche Bundesländer wachsen am stärksten?
Im März 2026 führte Berlin mit +18,5 %, gefolgt von Hessen (+14,2 %) und Niedersachsen (+12,1 %). NRW bleibt absolut führend (4.180 Wohnungen), wächst aber „nur" um +13,5 %. Spitzenreiter im strukturellen Aufbau: Hessen und Berlin — beide profitieren vom KfW-Förderfokus.
Steigen damit auch die Mieten langsamer?
Indirekt ja — aber mit erheblicher Verzögerung. Die jetzt genehmigten Wohnungen kommen frühestens 2027/28 auf den Markt. Der aktuelle Mietpreisindex Q1 2026 zeigt weiterhin +3,8 % zum Vorjahr in den 7 Großstädten. Erst wenn die jährliche Fertigstellung über 300.000 Wohnungen liegt, kann sich der Markt entspannen.
Wie verhält sich der Nichtwohnungsbau?
Der Nichtwohnungsbau (Büro, Hotel, Lager, Industrie) wächst im Q1 2026 nur um +4,2 % zum Vorjahr — deutlich schwächer als der Wohnungsbau. Positiv: Logistik (+8 %), Photovoltaik-Freiflächen (+22 %), Bildungsbauten (+15 %). Negativ: Büroneubauten (–18 %) und Einzelhandelsbauten (–9 %).
Wann erscheinen die nächsten Daten?
Die Juni-2026-Daten erschienen am 18. August 2026 (Pressemitteilung Nr. 291). Die Juli-Daten werden Mitte September 2026 erwartet. Detaillierte Zeitreihen stehen in den GENESIS-Tabellen 31111 (Baugenehmigungen) und 31131 (Bauüberhang).
Welche Förderprogramme treiben die Erholung?
Drei KfW-Programme: KFN — Klimafreundlicher Neubau mit ø 1,8 % Zins für EH40. WEF — Wohneigentumsförderung für Familien mit Einkommensgrenzen bis 90.000 €. Junges Wohnen für studentisches Wohnen. Plus Länderprogramme wie Hessen-Wohnraumfonds, NRW.Bank-Förderung, Bayern WohnungsbauOffensive.
Quellen
- Destatis PD26/291 (17.07.2026): Baugenehmigungen Mai 2026
- Destatis PD26/207 (18.06.2026): Baugenehmigungen April 2026
- Destatis PD26/166 (18.05.2026): Baugenehmigungen März 2026
- Destatis: Themenseite Bauen
- Destatis PD26/052: Baugenehmigungen Jahr 2025
- KfW: Förderprogramme Wohnungsneubau 2026
- BMWSB: Wohnraumförderung Bund
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