Baugenehmigungen März 2026: 21.800 Wohnungen (+11,5 %)
Destatis-Pressemitteilung PD26/166 vom 18. Mai 2026: Der Wohnungsbau dreht weiter ins Plus. Im März 2026 wurden 21.800 Wohnungen genehmigt — 2.200 mehr als im März 2025. Über das gesamte erste Quartal 2026 stieg die Zahl neu genehmigter Wohnungen im Neubau um 14,0 %. Damit zeigt der Markt nach dem Krisen-Tief 2023/24 deutliche Erholungssignale.
Monatlicher Verlauf
12-Monats-Zeitreihe und Neubau-vs-Umbau-Anteil
Wohnungen monatlich
Neubau vs. Umbau
Gebäudetypen & Maßnahmen-Mix
Verteilung nach Wohngebäudearten und Maßnahmen-Kategorien
Gebäudetypen Q1 2026
Maßnahmenarten März
Polare Typ-Verteilung
Quartalsvergleich & Wachstum
Q1 2026 vs. Q1 2025 nach Gebäudetyp
Q1 2025 vs. Q1 2026
Veränderung % je Gebäudetyp
Regional & Kostenanalyse
Bundesländer-Verteilung und Baukosten-Entwicklung
Bundesländer März 2026
Veranschl. Baukosten
zum Vorjahr-Veränderung
Langzeit-Perspektive
Jahresentwicklung 2019–2026 und Drei-Jahres-Monatsvergleich
Jahressummen 2019–2026e
Monatsvergleich 2024–2026
Detail-Tabelle: Baugenehmigungen März & Q1 2026
Aufschlüsselung nach Bauart, Gebäudetyp und Bundesländern
| Kategorie | Wert | zum Vorjahr | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Wohnungen insgesamt | 21.800 | +11,5 % | Mär 26 |
| Neubau | 17.600 | +8,2 % | Mär 26 |
| Umbau/Erweiterung | 4.200 | +28,0 % | Mär 26 |
| Q1 2026 Neubau | 51.700 | +14,0 % | Q1 26 |
| Einfamilienhäuser Q1 | 13.070 | +13,7 % | Q1 26 |
| Zweifamilienhäuser Q1 | 5.860 | +23,2 % | Q1 26 |
| Mehrfamilienhäuser Q1 | 25.160 | +14,9 % | Q1 26 |
| Wohnfläche (m²) | 2,05 Mio | +9,4 % | Mär 26 |
| Veranschl. Baukosten | 7,9 Mrd € | +12,3 % | Mär 26 |
| NRW Wohnungen | 4.180 | +13,5 % | Mär 26 |
| Bayern Wohnungen | 3.850 | +10,8 % | Mär 26 |
| Baden-Württemberg | 2.640 | +8,6 % | Mär 26 |
| Niedersachsen | 2.200 | +12,1 % | Mär 26 |
| Hessen | 1.750 | +14,2 % | Mär 26 |
| Berlin | 1.100 | +18,5 % | Mär 26 |
| Hamburg | 720 | +9,2 % | Mär 26 |
Hintergrund & Einordnung
Erholung nach historischem Tief
Nach dem Tiefpunkt 2024 mit nur 215.000 Wohnungsgenehmigungen — dem niedrigsten Wert seit 2010 — markiert das Q1 2026 mit +14,0 % beim Neubau eine deutliche Trendwende. Treiber sind sinkende Bauzinsen (ø 3,4 %), KfW-Förderung und neuer Wohnraumförderpakt.
Umbau-Boom überrascht
Mit +28,0 % wachsen Wohnungen durch Umbau dreimal so schnell wie der Neubau. Dahinter steckt der gestrichene Heizungsgesetz-Effekt: Bestandsmodernisierungen sind 2026 erstmals wieder eindeutig genehmigungsfähig. Auch Dachgeschoss-Ausbauten profitieren.
Mehrfamilienhäuser zurück
+14,9 % bei MFH-Wohnungen im Q1 2026 spiegeln das Comeback institutioneller Investoren wider. Vonovia, LEG und kommunale Wohnungsbaugesellschaften haben ihre Bauprogramme 2025 reaktiviert. Berlin (+18,5 %) und Hessen (+14,2 %) sind die regionalen Wachstumsmotoren.
EFH nicht mehr „tot"
Der Einfamilienhaus-Markt war 2024 fast zum Stillstand gekommen — mit nur 36.500 Genehmigungen das schwächste Ergebnis seit 1995. Q1 2026 zeigt mit +13,7 % deutliche Erholung. Hauptkäufer: Familien aus dem Großstadtumland.
Baukosten ziehen wieder an
Mit 7,9 Mrd. € liegen die im März 2026 veranschlagten Baukosten +12,3 % über Vorjahr — stärker als die Mengensteigerung. Hauptursache: Lohnkostensteigerungen im Bauhauptgewerbe (+4,8 % seit Tarifabschluss 2025), zudem Holz +8 % und Stahlbeton +5 %.
Genehmigung ≠ Fertigstellung
Die Genehmigung ist erst Schritt 1. Bis zur Fertigstellung vergehen im Schnitt 22 Monate — die heute genehmigten Wohnungen entstehen also frühestens 2027/28. Ob das Ziel 400.000 fertige Wohnungen erreicht wird, hängt zusätzlich von Bauauftragslage ab.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum sind die März-Werte saisonal so stark?
März ist traditionell ein genehmigungsstarker Monat: Viele Bauträger reichen Anträge zu Jahresbeginn ein, damit zur Bauphase ab April die Genehmigung vorliegt. Im Juni und Oktober gibt es ähnliche Peaks, im Dezember dagegen den jährlichen Tiefpunkt (Weihnachtspause).
Was bedeutet „Wohnungen durch Umbau"?
Erfasst werden Maßnahmen am Bestand, durch die neue Wohnungen entstehen: Aufstockungen, Dachgeschoss-Ausbau, Teilung großer Wohnungen, Umnutzungen (z. B. Büro→Wohnung), Anbauten. Diese Kategorie wuchs 2024 wegen rechtlicher Unsicherheit (GEG, Heizungsgesetz) kaum. 2026 dreht sie mit +28,0 % stark ins Plus.
Wie viel Wohnraum entsteht tatsächlich?
Nicht alle Genehmigungen werden umgesetzt. Die Fertigstellungsquote liegt bei rund 78 % innerhalb von drei Jahren. Bei den restlichen ca. 22 % wird das Projekt aufgegeben. Die echte Wohnraum-Schaffung 2026 wird also bei rund 210.000 fertiggestellten Wohnungen liegen.
Welche Bundesländer wachsen am stärksten?
Im März 2026 führte Berlin mit +18,5 %, gefolgt von Hessen (+14,2 %) und Niedersachsen (+12,1 %). NRW bleibt absolut führend (4.180 Wohnungen), wächst aber „nur" um +13,5 %. Spitzenreiter im strukturellen Aufbau: Hessen und Berlin — beide profitieren vom KfW-Förderfokus.
Steigen damit auch die Mieten langsamer?
Indirekt ja — aber mit erheblicher Verzögerung. Die jetzt genehmigten Wohnungen kommen frühestens 2027/28 auf den Markt. Der aktuelle Mietpreisindex Q1 2026 zeigt weiterhin +3,8 % zum Vorjahr in den 7 Großstädten. Erst wenn die jährliche Fertigstellung über 300.000 Wohnungen liegt, kann sich der Markt entspannen.
Wie verhält sich der Nichtwohnungsbau?
Der Nichtwohnungsbau (Büro, Hotel, Lager, Industrie) wächst im Q1 2026 nur um +4,2 % zum Vorjahr — deutlich schwächer als der Wohnungsbau. Positiv: Logistik (+8 %), Photovoltaik-Freiflächen (+22 %), Bildungsbauten (+15 %). Negativ: Büroneubauten (–18 %) und Einzelhandelsbauten (–9 %).
Wann erscheinen die nächsten Daten?
Die April-2026-Daten werden am 22. Juni 2026 als Destatis-Pressemitteilung PD26/198 erwartet. Die Quartalsbilanz Q2 2026 erscheint Ende August. Zusätzlich veröffentlicht die KfW Research monatlich einen Wohnungsbauindex als Frühindikator.
Welche Förderprogramme treiben die Erholung?
Drei KfW-Programme: KFN — Klimafreundlicher Neubau mit ø 1,8 % Zins für EH40. WEF — Wohneigentumsförderung für Familien mit Einkommensgrenzen bis 90.000 €. Junges Wohnen für studentisches Wohnen. Plus Länderprogramme wie Hessen-Wohnraumfonds, NRW.Bank-Förderung, Bayern WohnungsbauOffensive.
