Baugenehmigungen Mai 2026: 21.000 Wohnungen (+24,7 %)
Destatis-Pressemitteilung PD26/252 vom 17. Juli 2026: Der Wohnungsbau beschleunigt sich. Im Mai 2026 wurden 21.000 Wohnungen genehmigt — 4.200 mehr als im Mai 2025 (+24,7 %). Von Januar bis Mai 2026 stieg die Zahl genehmigter Wohnungen um 15,4 % auf 104.700. Damit setzt sich die Erholung nach dem Krisen-Tief 2023/24 fort.
Monatlicher Verlauf
12-Monats-Zeitreihe und Neubau-vs-Umbau-Anteil
Wohnungen monatlich
Neubau vs. Umbau
Gebäudetypen & Maßnahmen-Mix
Verteilung nach Wohngebäudearten und Maßnahmen-Kategorien
Gebäudetypen Jan–Mai 2026
Maßnahmenarten Mai
Polare Typ-Verteilung
Quartalsvergleich & Wachstum
Jan–Mai 2026 vs. 2025 nach Gebäudetyp
Jan–Mai 2025 vs. 2026
Veränderung % je Gebäudetyp
Regional & Kostenanalyse
Bundesländer-Verteilung und Baukosten-Entwicklung
Bundesländer März 2026
Veranschl. Baukosten
zum Vorjahr-Veränderung
Langzeit-Perspektive
Jahresentwicklung 2019–2026 und Drei-Jahres-Monatsvergleich
Jahressummen 2019–2026e
Monatsvergleich 2024–2026
Detail-Tabelle: Baugenehmigungen Mai & Jan–Mai 2026
Aufschlüsselung nach Bauart, Gebäudetyp und Bundesländern
| Kategorie | Wert | zum Vorjahr | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Wohnungen insgesamt | 21.000 | +24,7 % | Mai 26 |
| Neubau | 17.800 | +29,9 % | Mai 26 |
| Umbau/Bestand | 3.200 | +2,0 % | Mai 26 |
| Jan–Mai 2026 (gesamt) | 104.700 | +15,4 % | Jan–Mai |
| Einfamilienhäuser | 19.900 | +12,6 % | Jan–Mai |
| Zweifamilienhäuser | 6.200 | +21,6 % | Jan–Mai |
| Mehrfamilienhäuser | 56.100 | +18,9 % | Jan–Mai |
| Wohnfläche (m²) | 2,05 Mio | +9,4 % | Mär 26 |
| Veranschl. Baukosten | 7,9 Mrd € | +12,3 % | Mär 26 |
| NRW Wohnungen | 4.180 | +13,5 % | Mär 26 |
| Bayern Wohnungen | 3.850 | +10,8 % | Mär 26 |
| Baden-Württemberg | 2.640 | +8,6 % | Mär 26 |
| Niedersachsen | 2.200 | +12,1 % | Mär 26 |
| Hessen | 1.750 | +14,2 % | Mär 26 |
| Berlin | 1.100 | +18,5 % | Mär 26 |
| Hamburg | 720 | +9,2 % | Mär 26 |
Hintergrund & Einordnung
Erholung nach historischem Tief
Nach dem Tiefpunkt 2024 mit nur 215.000 Wohnungsgenehmigungen — dem niedrigsten Wert seit 2010 — markieren die Monate Januar bis Mai 2026 mit +15,4 % eine deutliche Trendwende. Treiber sind sinkende Bauzinsen (ø 3,4 %), KfW-Förderung und neuer Wohnraumförderpakt.
Neubau treibt die Erholung
Im Mai 2026 legte der Neubau mit +29,9 % kräftig zu — deutlich stärker als der Umbau im Bestand (+2,0 %). Von Januar bis Mai liegen Neubau-Wohnungen +16,6 % über Vorjahr. Rückenwind geben sinkende Bauzinsen, KfW-Förderung und der neue Wohnraumförderpakt.
Mehrfamilienhäuser zurück
+18,9 % bei MFH-Wohnungen von Januar bis Mai 2026 spiegeln das Comeback institutioneller Investoren wider. Vonovia, LEG und kommunale Wohnungsbaugesellschaften haben ihre Bauprogramme 2025 reaktiviert. Berlin (+18,5 %) und Hessen (+14,2 %) sind die regionalen Wachstumsmotoren.
EFH nicht mehr „tot"
Der Einfamilienhaus-Markt war 2024 fast zum Stillstand gekommen — mit nur 36.500 Genehmigungen das schwächste Ergebnis seit 1995. Januar bis Mai 2026 zeigt mit +12,6 % deutliche Erholung. Hauptkäufer: Familien aus dem Großstadtumland.
Baukosten ziehen wieder an
Mit 7,9 Mrd. € liegen die im März 2026 veranschlagten Baukosten +12,3 % über Vorjahr — stärker als die Mengensteigerung. Hauptursache: Lohnkostensteigerungen im Bauhauptgewerbe (+4,8 % seit Tarifabschluss 2025), zudem Holz +8 % und Stahlbeton +5 %.
Genehmigung ≠ Fertigstellung
Die Genehmigung ist erst Schritt 1. Bis zur Fertigstellung vergehen im Schnitt 22 Monate — die heute genehmigten Wohnungen entstehen also frühestens 2027/28. Ob das Ziel 400.000 fertige Wohnungen erreicht wird, hängt zusätzlich von Bauauftragslage ab.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum sind die März-Werte saisonal so stark?
März ist traditionell ein genehmigungsstarker Monat: Viele Bauträger reichen Anträge zu Jahresbeginn ein, damit zur Bauphase ab April die Genehmigung vorliegt. Im Juni und Oktober gibt es ähnliche Peaks, im Dezember dagegen den jährlichen Tiefpunkt (Weihnachtspause).
Was bedeutet „Wohnungen durch Umbau"?
Erfasst werden Maßnahmen am Bestand, durch die neue Wohnungen entstehen: Aufstockungen, Dachgeschoss-Ausbau, Teilung großer Wohnungen, Umnutzungen (z. B. Büro→Wohnung), Anbauten. Diese Kategorie wuchs 2024 wegen rechtlicher Unsicherheit (GEG, Heizungsgesetz) kaum. Von Januar bis Mai 2026 liegt sie +8,6 % über Vorjahr.
Wie viel Wohnraum entsteht tatsächlich?
Nicht alle Genehmigungen werden umgesetzt. Die Fertigstellungsquote liegt bei rund 78 % innerhalb von drei Jahren. Bei den restlichen ca. 22 % wird das Projekt aufgegeben. Die echte Wohnraum-Schaffung 2026 wird also bei rund 210.000 fertiggestellten Wohnungen liegen.
Welche Bundesländer wachsen am stärksten?
Im März 2026 führte Berlin mit +18,5 %, gefolgt von Hessen (+14,2 %) und Niedersachsen (+12,1 %). NRW bleibt absolut führend (4.180 Wohnungen), wächst aber „nur" um +13,5 %. Spitzenreiter im strukturellen Aufbau: Hessen und Berlin — beide profitieren vom KfW-Förderfokus.
Steigen damit auch die Mieten langsamer?
Indirekt ja — aber mit erheblicher Verzögerung. Die jetzt genehmigten Wohnungen kommen frühestens 2027/28 auf den Markt. Der aktuelle Mietpreisindex Q1 2026 zeigt weiterhin +3,8 % zum Vorjahr in den 7 Großstädten. Erst wenn die jährliche Fertigstellung über 300.000 Wohnungen liegt, kann sich der Markt entspannen.
Wie verhält sich der Nichtwohnungsbau?
Der Nichtwohnungsbau (Büro, Hotel, Lager, Industrie) wächst im Q1 2026 nur um +4,2 % zum Vorjahr — deutlich schwächer als der Wohnungsbau. Positiv: Logistik (+8 %), Photovoltaik-Freiflächen (+22 %), Bildungsbauten (+15 %). Negativ: Büroneubauten (–18 %) und Einzelhandelsbauten (–9 %).
Wann erscheinen die nächsten Daten?
Die Mai-2026-Daten erschienen am 17. Juli 2026 (PD26/252). Die Juni-2026-Daten werden Mitte August 2026 erwartet, die Quartalsbilanz Q2 2026 Ende August. Zusätzlich veröffentlicht die KfW Research monatlich einen Wohnungsbauindex als Frühindikator.
Welche Förderprogramme treiben die Erholung?
Drei KfW-Programme: KFN — Klimafreundlicher Neubau mit ø 1,8 % Zins für EH40. WEF — Wohneigentumsförderung für Familien mit Einkommensgrenzen bis 90.000 €. Junges Wohnen für studentisches Wohnen. Plus Länderprogramme wie Hessen-Wohnraumfonds, NRW.Bank-Förderung, Bayern WohnungsbauOffensive.
Quellen
- Destatis PD26/252 (17.07.2026): Baugenehmigungen Mai 2026
- Destatis PD26/207 (18.06.2026): Baugenehmigungen April 2026
- Destatis PD26/166 (18.05.2026): Baugenehmigungen März 2026
- Destatis: Themenseite Bauen
- Destatis PD26/052: Baugenehmigungen Jahr 2025
- KfW: Förderprogramme Wohnungsneubau 2026
- BMWSB: Wohnraumförderung Bund
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