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Bauhauptgewerbe März 2026: Aufträge –7,7 %, Umsatz +2,5 % real

Destatis-Pressemitteilung PD26/175 vom 22. Mai 2026: Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im März 2026 gegenüber Februar um 1,6 % gesunken (saison- und kalenderbereinigt). Gegenüber März 2025 fiel der Auftragseingang real um 7,7 %. Der nominale Umsatz erreichte 9,2 Mrd. € (+5,3 % zum Vorjahr), die Zahl der Beschäftigten stieg auf rund 545.000 Personen (+1,6 % zum Vorjahr).

📅 Berichtsmonat März 2026 · Quelle: Destatis (PD26/175) · monatlich · Stand: 22.05.2026
Aufträge zum Vormonat real
–1,6 %
▼ Februar 2026
Aufträge zum Vorjahr real
–7,7 %
▼ März 2025
Aufträge zum Vorjahr nom.
–2,7 %
▼ Inflation
Umsatz nominal
9,2 Mrd €
▲ +5,3 % zum Vorjahr
Umsatz real
+2,5 %
▲ zum Vorjahr
Beschäftigte
545.000
▲ +1,6 % zum Vorjahr
Hochbau zum Vormonat
+9,2 %
▲ stark
Tiefbau zum Vormonat
–10,7 %
▼ schwach
Wohnungsbau zum Vorjahr
+4,2 %
▲ trotz Druck
Öffentl. Bau
–12,5 %
▼ Sparhaushalt
Auftragsbestand
58,2 Mrd €
▲ +2,5 % zum Vorjahr
Reichweite
4,6 Mo
▲ +0,3 Mo
Auslastung
73,5 %
▲ +2,1 pp
⌀ Stundenlohn
24,80 €
▲ +3,9 % zum Vorjahr
Auslandsumsatz
8,2 %
▲ +0,5 pp
Stand
22.05.
2026

Konjunktur-Verlauf

Realer Auftragsindex und nominaler Umsatz im 12-Monats-Verlauf

Auftragseingang real (Index)

Umsatz nominal monatlich

Sparten- & Struktur-Mix

Aufschlüsselung nach Sparten, Größenklassen und zum Vormonat-Veränderung

Beschäftigte-Entwicklung

zum Vormonat nach Sparten

Sparten-Umsatz Q1 2026

Vergleich Auftrag vs. Umsatz

Schere zwischen Bestellungen und tatsächlicher Bauleistung

Betriebs-Größenklassen

zum Vorjahr: Aufträge vs. Umsatz

Regional- & Sparten-Detailbild

Beschäftigte je Bundesland und Polare Sparten-Verteilung

Beschäftigte je Bundesland

Polare Sparten-Sicht

Sparten-Radar zum Vorjahr

Langzeit-Trends

Jahresumsatz 2021–2026 und Dreijahres-Monatsvergleich

Jahresumsatz 2021–2026e

Monatsvergleich 2024/25/26

Detail-Tabelle: Kennzahlen März 2026

Volle Aufschlüsselung Aufträge, Umsatz, Beschäftigung, Strukturindikatoren

KennzahlWertVergl.Bezug
Auftragseingang real (zum Vormonat)–1,6 %Mär 26
Auftragseingang real (zum Vorjahr)–7,7 %Mär 26
Auftragseingang nom. zum Vorjahr–2,7 %Mär 26
Hochbau zum Vormonat+9,2 %Mär 26
Tiefbau zum Vormonat–10,7 %Mär 26
Umsatz nominal März9,20 Mrd €+5,3 %zum Vorjahr
Umsatz real+2,5 %zum Vorjahr
Beschäftigte545.000+1,6 %zum Vorjahr
Wohnungsbau-Order+4,2 %zum Vorjahr
Wirtschaftsbau+3,8 %zum Vorjahr
Öffentlicher Bau–12,5 %zum Vorjahr
Auftragsbestand58,2 Mrd €+2,5 %zum Vorjahr
Reichweite Aufträge4,6 Monate+0,3zum Vorjahr
Kapazitätsauslastung73,5 %+2,1 ppzum Vorjahr
⌀ Lohn Bauhauptgew.24,80 €+3,9 %zum Vorjahr
Auslandsumsatz-Anteil8,2 %+0,5 ppzum Vorjahr

Hintergrund & Einordnung

Zweigeteiltes Bild

Bemerkenswerte Spreizung im März 2026: Hochbau +9,2 % zum Vormonat, Tiefbau –10,7 % zum Vormonat. Während privater Wohnungs- und Gewerbebau wieder anzieht, leiden öffentliche Infrastrukturprojekte unter den Sparvorgaben der Bundesregierung nach dem Schuldenpaket 2025.

Schere Aufträge–Umsatz

Aufträge real –7,7 % zum Vorjahr, Umsatz real +2,5 % zum Vorjahr — die Branche lebt von ihrem Auftragsbestand aus 2024. Mit 58,2 Mrd. € reicht der Auftragsvorrat noch 4,6 Monate. Erst ab Sommer 2026 dürfte sich das Auftragsminus auch im Umsatz niederschlagen.

Öffentlicher Bau Bremsklotz

Im öffentlichen Hochbau (–12,5 % zum Vorjahr) wirken sich die Spar-Beschlüsse von Bund, Ländern und Kommunen aus. Schulneubauten, Verwaltungs­gebäude und Schwimmbäder werden zurück­gestellt. Erwartet wird ein Nachholeffekt ab Q4 2026 durch das Sondervermögen Klima & Transformation.

Wohnungsbau kommt zurück

+4,2 % zum Vorjahr bei der Auftragsentwicklung im Wohnungsbau bestätigt die Erholung, die schon bei Baugenehmigungen (+11,5 % zum Vorjahr) sichtbar war. Lücke zwischen Genehmigung und Baustart: ø 9 Monate — das erklärt die Verzögerung.

Mehr Beschäftigte trotz Druck

Zahl der Beschäftigten stieg auf 545.000 (+1,6 % zum Vorjahr) — höchster Wert seit 2003. Branche bereitet sich auf prognostizierten Aufschwung 2027/28 vor. Folge: Auslastung sinkt rechnerisch von 76,8 % auf 73,5 %, allerdings auf hohem Niveau.

Lohnauftrieb deutlich

Mit 24,80 € pro Arbeitsstunde liegt der Durchschnittslohn +3,9 % über Vorjahr. Tarifabschluss IG BAU 2025: Stufenweise +6 % bis Ende 2026. Plus Knappheitsprämien für Maurer, Tiefbauer, Spezialgewerke. Personalkostenquote stieg auf 38,5 % vom Umsatz.

Häufige Fragen (FAQ)

Warum sinkt der Auftragseingang trotz Genehmigungs-Boom?

Die Baugenehmigungen (+11,5 % zum Vorjahr) führen mit 6-9 Monaten Verzögerung zu konkreten Bauaufträgen. Der aktuelle Auftragsrückgang (–7,7 %) spiegelt die schwache Genehmigungslage aus 2024 wider. Ab Herbst 2026 dürften sich heutige Genehmigungen in steigendem Auftragseingang niederschlagen.

Was unterscheidet Bauhaupt- und Ausbaugewerbe?

Bauhauptgewerbe (WZ 41–43): Hochbau, Tiefbau, Spezialbau (Mauerwerk, Beton, Stahlbau). Hier zählen rund 545.000 Beschäftigte. Ausbaugewerbe umfasst Maler, Tischler, Sanitär, Elektriker, Bodenleger — mit insgesamt rund 580.000 Beschäftigten. Beide Bereiche werden in der Bau-Statistik getrennt erfasst.

Wie hoch ist der Auslandsanteil?

Mit 8,2 % Auslandsumsatz-Anteil im März 2026 (+0,5 pp zum Vorjahr) ist die deutsche Bauwirtschaft überdurchschnittlich exportorientiert. Hauptmärkte: Niederlande, Polen, Frankreich, Schweiz. Strabag, Hochtief und Bauer Group generieren teils mehr als die Hälfte ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands.

Welche Sparten leiden am stärksten?

Der öffentliche Hochbau (–12,5 % zum Vorjahr) ist der größte Verlierer März 2026. Auch der Straßenbau (–8,5 % zum Vorjahr) leidet — Folge des verschobenen Generalverkehrswegeplans 2026. Stabil dagegen: Wohnungsbau (+4,2 %) und Gewerbe-Hochbau (+3,8 %). Diese Sparten profitieren von KfW-Förderung und ESG-Investitionen.

Wie ist die Beschäftigungslage?

545.000 Personen ist ein 20-Jahres-Hoch. Davon 78 % Facharbeiter, 12 % Auszubildende, 10 % Verwaltung. Anteil ausländischer Beschäftigter ~32 % — Polen, Rumänen, Ukrainer dominieren. Engpassberuf: Stahlbetonbauer (offene Stellen +18 % zum Vorjahr).

Wann erscheint die nächste Veröffentlichung?

April-2026-Daten werden voraussichtlich am 24. Juni 2026 als Destatis-PD26/200 publiziert. Zusätzlich ifo-Bauinvestitionen-Trend (Vorlaufindikator) sowie der HDB-Konjunkturbericht des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.

Welche Frühindikatoren sind relevant?

Drei Hauptindikatoren: (1) ifo-Geschäftsklima Bau — Stimmung von 9.000 Betrieben, monatlich. Aktuell –12,4 Punkte. (2) ZIA-Frühjahrsgutachten — halbjährlich. (3) Bauspar-Neuabschlüsse der LBS — monatlich, Indikator für privates Bauinteresse. Aktuell +6,8 % zum Vorjahr.

Wie sehen die Prognosen 2026/27 aus?

HDB prognostiziert für 2026 einen Umsatz von rund 118 Mrd. € (+4,2 % vs. 2025) und für 2027 rund 125 Mrd. € (+5,9 %). Wohnungsbau soll Treiber sein. Risiken: hohe Material-/Lohnkosten, Bürokratie, ausbleibende Vergaben im öffentlichen Hochbau. Chance: Reaktivierung Sondervermögen Klima & Transformation in H2 2026.

Quellen