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📚 Bildungsanfänger-Monitor 2025

Bildungsanfänger:innen 2025 in Deutschland — 1,9 Mio. starten Studium, Ausbildung oder Übergang

Im Jahr 2025 begannen rund 1,9 Mio Menschen in Deutschland eine Hochschulausbildung, eine Berufsausbildung, ein Übergangsprogramm oder den Weg zur Hochschulreife — nahezu unverändert gegenüber 2024 (+0,1 %). Die duale Berufs­ausbildung verlor 1,2 % Anfänger (-8.200), während die Zahl ausländischer Auszubildender um 11 % auf 132.500 stieg. Der Übergangsbereich wächst das vierte Jahr in Folge.

📅 Destatis PD26/092 vom 12.03.2026 · Integrierte Ausbildungs­bericht­erstattung 2025
Bildungsanfänger ges.
1,9 Mio
+0,1 % vs. 2024
Hochschul-Erstsemester
485.000
Studienanfänger 2025
Duale Berufsausbildung
688.200
-1,2 % vs. 2024
Übergangsbereich
262.200
+0,7 %, 4. Jahr steigend
Erwerb Hochschulreife
459.000
Abitur + FH-Reife
Berufsfachschulen vollz.
95.600
Pflege, Erzieher etc.
Ausländ. Azubis
132.500
+11 % vs. 2024 (+13.500)
Frauen-Anteil Ausbild.
36,2 %
gewerblich-techn. Bereich
Top-Beruf Ausbild.
Kaufmann/-frau
Büromanagement
Studienanfängerquote
54,3 %
eines Jahrgangs
Hauptschulabschluss
6,2 %
der Schulabgänger
Realschulabschluss
37 %
der Schulabgänger
Hochschulreife
42 %
der Schulabgänger
Schulabbrecher
6,9 %
ohne Abschluss
Ausländ. Studierende
380.000
an deutschen Hochschulen
Hochschulgesamt SoSe 25
2,87 Mio
Studierende ges.

Bildungssektoren im Überblick

4 Hauptpfade nach Sekundarstufe I

Anfänger 2025 nach Sektor

Trend 2018-2025 (Tsd)

Duale Ausbildung im Wandel

Rückgang bei Deutschen, Anstieg bei Ausländern

Duale Ausbildung 2018-2025

Ausländer-Anteil Trend

Hochschule und Akademisierung

Studienanfängerquote weiter hoch

Studienanfängerquote Trend

Erstsemester nach Fachrichtung

Frauen-Anteil Erstsemester

Schüler:innen am Übergang

Übergangsbereich, Schulabschlüsse, Abbrecher

Übergangsbereich Trend

Schulabschlüsse 2025

Schulabbrecher 2010-2025

Top-Berufe und Demografie

Beliebteste Ausbildungs- und Studienberufe

Top-10 Ausbildungs­berufe 2025

Top-10 Studienfächer 2025

Bildungsanfänger 2025 nach Sektoren (Destatis IAB)

Integrierte Ausbildungs­bericht­erstattung — vorläufig für 2025

Sektor202320242025Δ vs. 2024Δ abs.
Duale Berufsausbildung692.000696.400688.200-1,2 %-8.200
Erwerb Hochschulreife462.500462.000459.000-0,6 %-3.000
Studienanfänger Hochschule470.000480.000485.000+1,0 %+5.000
Übergangsbereich245.500260.500262.200+0,7 %+1.700
Berufsfachschulen vollz.98.00096.30095.600-0,7 %-700
Bildungsanfänger gesamt1.968.0001.895.2001.989.500+0,1 %+1.100

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Stagnation an der Schwelle

Mit 1,9 Mio Anfänger:innen ist die Zahl 2025 gegenüber 2024 nahezu unverändert (+0,1 %). Damit setzt sich die Stagnation der letzten Jahre fort. Die demografische Welle der geburten­starken Jahrgänge (2014-2018) erreicht die Sekundar­stufe II noch nicht in voller Höhe — sie wirkt sich erst ab 2030 deutlich aus. Aktuell mildern Migration und höhere Bildungs­teilnahme den demografischen Effekt ab.

Duale Ausbildung verliert weiter

Die duale Berufsausbildung verlor 2025 1,2 % Anfänger (-8.200 Personen) und liegt mit 688.200 deutlich unter dem Niveau vor 2020. Hintergrund: Demografie (weniger 16- bis 19-Jährige), Akademisierungs­trend (mehr Abiturient:innen wählen Studium statt Ausbildung), schwache Image-Lage gewerblich-technischer Berufe sowie regionale Mismatches (offene Lehrstellen vor allem in Handwerk und Pflege). Die Wirtschaft beklagt einen wachsenden Fachkräftemangel.

Ausländische Auszubildende als Hoffnung

Die Zahl ausländischer Auszubildender stieg 2025 um 11 % auf 132.500 (+13.500 Personen). Damit machen sie mittlerweile 19 % aller dualen Auszubildenden aus. Treiber: Anerkannte Schutzsuchende, EU-Freizügigkeit (Polen, Bulgarien, Rumänien) sowie das 2024 in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Vor allem Pflege, Bau, Logistik und Gastronomie rekrutieren Auszubildende mit Migrationsgeschichte.

Übergangsbereich wächst weiter

Mit 262.200 Anfängerinnen und Anfängern wächst der Übergangsbereich (zwischen Schule und Ausbildung) das vierte Jahr in Folge. Hier landen Jugendliche, die weder direkt in eine Berufsausbildung noch in eine Hochschulreife gelangen — sondern in berufs­vorbereitenden Bildungs­maßnahmen (BvB), Berufs­einstiegs­jahren (BEJ), Berufs­grund­bildungsjahren (BGJ) oder schulischen Übergangs­klassen. Wachstum gilt als Indikator für Bildungs­ungleichheit und Integrations­druck.

Hochschule auf Rekordkurs

Mit 485.000 StudienanfängerInnen wurde 2025 ein leichter Anstieg verzeichnet (+1,0 %). Die Studienanfängerquote (Anteil eines Jahrgangs, der ein Studium beginnt) liegt mit 54,3 % nahe dem historischen Spitzenwert. Top-Fächer: Wirtschafts­wissen­schaften, Informatik, Maschinenbau, Medizin, Psychologie. Ausländische Studierende: 380.000 (+5 % zum Vorjahr), Anteil 13,2 % an deutschen Hochschulen.

Schulabbruch bleibt Sorgenkind

Die Schulabbruch­quote liegt 2025 weiterhin bei 6,9 % — rund 50.000 Jugendliche verlassen die Schule ohne Hauptschul­abschluss. Die Quote ist seit 2018 stabil und damit unter dem politischen Ziel von 4 %. Besonders betroffen: Mädchen mit Migrations­hintergrund und Jugendliche in strukturschwachen Regionen. Programme wie "Berufseinstiegs­begleitung" und "Produktions­schulen" sollen gegensteuern.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie viele Menschen beginnen 2025 in Deutschland eine Bildung?

Laut Destatis (Pressemitteilung PD26/092 vom 12.03.2026) begannen 2025 rund 1,9 Millionen Personen in Deutschland eine Bildungs­maßnahme nach der Sekundar­stufe I — eine Berufs­ausbildung, ein Hochschulstudium, ein Übergangs­programm oder den Weg zur Hochschulreife. Das sind 0,1 % oder 1.100 Personen mehr als 2024 — nahezu unverändert. Die Daten basieren auf der integrierten Ausbildungs­bericht­erstattung (IAB).

Wie hat sich die duale Berufsausbildung entwickelt?

Die Zahl neuer Auszubildender in der dualen Berufs­ausbildung sank 2025 auf 688.200 — 1,2 % oder 8.200 weniger als 2024. Hintergrund: Demografischer Rückgang der 16- bis 20-Jährigen, Akademisierungs­trend, schwache Image-Lage gewerblich-technischer Berufe. Allerdings: Die Zahl ausländischer Auszubildender stieg um 11 % auf 132.500. Sie kompensieren teilweise den Rückgang bei deutschen Anfänger:innen.

Welche Ausbildungs­berufe sind am beliebtesten?

Top-Berufe 2025: Kaufmann/-frau für Büro­management (~25.000 Neuverträge), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (24.000), Verkäufer:in (23.500), Fachinformatiker:in (19.000), Industriekaufmann/-frau (17.500), Anlagenmechaniker:in SHK (15.500), Elektroniker:in (14.500), Kfz-Mechatroniker:in (14.000), Medizinische Fachangestellte (13.500), Mechatroniker:in (12.500). Die Top-3 sind seit Jahren stabil — gewerbliche Berufe rücken aber langsam vor.

Wie viele junge Menschen studieren?

Im Wintersemester 2025/2026 begannen rund 485.000 Personen ein Studium an deutschen Hochschulen — +1,0 % vs. 2024. Die Studienanfängerquote liegt bei 54,3 % eines Jahrgangs. Top-Fächer: Wirtschafts­wissen­schaften (12 %), Informatik (8 %), Maschinenbau (6 %), Medizin (5 %), Psychologie (5 %). Insgesamt studieren im Sommersemester 2025 rund 2,87 Mio Personen an deutschen Hochschulen, davon 380.000 mit ausländischer Staatsbürgerschaft (13,2 %).

Was ist der Übergangsbereich?

Der Übergangs­bereich umfasst Bildungs­maßnahmen für Jugendliche, die nach der Sekundar­stufe I weder direkt in eine Berufsausbildung noch in eine weiter­führende allgemeinbildende Schule eintreten. Dazu zählen: Berufs­vorbereitende Bildungs­maßnahmen (BvB), Berufs­einstiegs­jahre (BEJ), Berufs­grund­bildungs­jahre (BGJ), berufs­schulische Übergangs­klassen. 2025 betraf das 262.200 Personen (+0,7 % vs. 2024). Der Bereich wächst seit 2022 das vierte Jahr in Folge.

Wie hoch ist die Schulabbruch­quote?

Die Schulabbruch­quote (Anteil der Schulabgänger:innen ohne Hauptschulabschluss) lag 2025 bei 6,9 % — etwa 50.000 Jugendliche. Die Quote ist seit 2018 weitgehend stabil. Das politische Ziel der Bundes­regierung lag bei 4 %, wurde aber nicht erreicht. Besonders betroffen sind Jungen, Jugendliche mit Migrations­hintergrund und Schulen in strukturschwachen Regionen. Programme wie Produktions­schulen und Berufseinstiegs­begleitung sollen gegensteuern.

Warum wächst der Anteil ausländischer Auszubildender?

Vier Faktoren wirken zusammen: Erstens das 2024 in Kraft getretene Fachkräfte­einwanderungs­gesetz, das Berufs­ausbildung im Ausland anerkennt. Zweitens anerkannte Schutzsuchende, die in Berufsausbildung eintreten. Drittens EU-Freizügigkeit für junge Erwachsene aus Polen, Bulgarien und Rumänien. Viertens die demografische Lücke: Deutsche Auszubildende fehlen — ausländische Jugendliche füllen die Stellen. Insgesamt 132.500 ausländische Azubis 2025, +11 % zum Vorjahr.

Wann erscheinen die nächsten Bildungsdaten?

Destatis publiziert die endgültigen IAB-Daten 2025 voraussichtlich im Oktober/November 2026 — mit detaillierten Aufschlüsselungen nach Bundesland, Staats­bürgerschaft, Schulabschluss und Ausbildungs­berufen. Die vorläufigen Daten 2026 erscheinen im März 2027. Begleitend veröffentlicht der Bundes­bildungs­bericht (BMBF) jährlich eine Gesamt­analyse, nächste Ausgabe Sommer 2026.

Quellen

Primärquellen und Methodik