Bildungsanfänger:innen 2025 in Deutschland — 1,9 Mio. starten Studium, Ausbildung oder Übergang
Im Jahr 2025 begannen rund 1,9 Mio Menschen in Deutschland eine Hochschulausbildung, eine Berufsausbildung, ein Übergangsprogramm oder den Weg zur Hochschulreife — nahezu unverändert gegenüber 2024 (+0,1 %). Die duale Berufsausbildung verlor 1,2 % Anfänger (-8.200), während die Zahl ausländischer Auszubildender um 11 % auf 132.500 stieg. Der Übergangsbereich wächst das vierte Jahr in Folge.
Bildungssektoren im Überblick
4 Hauptpfade nach Sekundarstufe I
Anfänger 2025 nach Sektor
Trend 2018-2025 (Tsd)
Duale Ausbildung im Wandel
Rückgang bei Deutschen, Anstieg bei Ausländern
Duale Ausbildung 2018-2025
Ausländer-Anteil Trend
Hochschule und Akademisierung
Studienanfängerquote weiter hoch
Studienanfängerquote Trend
Erstsemester nach Fachrichtung
Frauen-Anteil Erstsemester
Schüler:innen am Übergang
Übergangsbereich, Schulabschlüsse, Abbrecher
Übergangsbereich Trend
Schulabschlüsse 2025
Schulabbrecher 2010-2025
Top-Berufe und Demografie
Beliebteste Ausbildungs- und Studienberufe
Top-10 Ausbildungsberufe 2025
Top-10 Studienfächer 2025
Bildungsanfänger 2025 nach Sektoren (Destatis IAB)
Integrierte Ausbildungsberichterstattung — vorläufig für 2025
| Sektor | 2023 | 2024 | 2025 | Δ vs. 2024 | Δ abs. |
|---|---|---|---|---|---|
| Duale Berufsausbildung | 692.000 | 696.400 | 688.200 | -1,2 % | -8.200 |
| Erwerb Hochschulreife | 462.500 | 462.000 | 459.000 | -0,6 % | -3.000 |
| Studienanfänger Hochschule | 470.000 | 480.000 | 485.000 | +1,0 % | +5.000 |
| Übergangsbereich | 245.500 | 260.500 | 262.200 | +0,7 % | +1.700 |
| Berufsfachschulen vollz. | 98.000 | 96.300 | 95.600 | -0,7 % | -700 |
| Bildungsanfänger gesamt | 1.968.000 | 1.895.200 | 1.989.500 | +0,1 % | +1.100 |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Stagnation an der Schwelle
Mit 1,9 Mio Anfänger:innen ist die Zahl 2025 gegenüber 2024 nahezu unverändert (+0,1 %). Damit setzt sich die Stagnation der letzten Jahre fort. Die demografische Welle der geburtenstarken Jahrgänge (2014-2018) erreicht die Sekundarstufe II noch nicht in voller Höhe — sie wirkt sich erst ab 2030 deutlich aus. Aktuell mildern Migration und höhere Bildungsteilnahme den demografischen Effekt ab.
Duale Ausbildung verliert weiter
Die duale Berufsausbildung verlor 2025 1,2 % Anfänger (-8.200 Personen) und liegt mit 688.200 deutlich unter dem Niveau vor 2020. Hintergrund: Demografie (weniger 16- bis 19-Jährige), Akademisierungstrend (mehr Abiturient:innen wählen Studium statt Ausbildung), schwache Image-Lage gewerblich-technischer Berufe sowie regionale Mismatches (offene Lehrstellen vor allem in Handwerk und Pflege). Die Wirtschaft beklagt einen wachsenden Fachkräftemangel.
Ausländische Auszubildende als Hoffnung
Die Zahl ausländischer Auszubildender stieg 2025 um 11 % auf 132.500 (+13.500 Personen). Damit machen sie mittlerweile 19 % aller dualen Auszubildenden aus. Treiber: Anerkannte Schutzsuchende, EU-Freizügigkeit (Polen, Bulgarien, Rumänien) sowie das 2024 in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Vor allem Pflege, Bau, Logistik und Gastronomie rekrutieren Auszubildende mit Migrationsgeschichte.
Übergangsbereich wächst weiter
Mit 262.200 Anfängerinnen und Anfängern wächst der Übergangsbereich (zwischen Schule und Ausbildung) das vierte Jahr in Folge. Hier landen Jugendliche, die weder direkt in eine Berufsausbildung noch in eine Hochschulreife gelangen — sondern in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB), Berufseinstiegsjahren (BEJ), Berufsgrundbildungsjahren (BGJ) oder schulischen Übergangsklassen. Wachstum gilt als Indikator für Bildungsungleichheit und Integrationsdruck.
Hochschule auf Rekordkurs
Mit 485.000 StudienanfängerInnen wurde 2025 ein leichter Anstieg verzeichnet (+1,0 %). Die Studienanfängerquote (Anteil eines Jahrgangs, der ein Studium beginnt) liegt mit 54,3 % nahe dem historischen Spitzenwert. Top-Fächer: Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Maschinenbau, Medizin, Psychologie. Ausländische Studierende: 380.000 (+5 % zum Vorjahr), Anteil 13,2 % an deutschen Hochschulen.
Schulabbruch bleibt Sorgenkind
Die Schulabbruchquote liegt 2025 weiterhin bei 6,9 % — rund 50.000 Jugendliche verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss. Die Quote ist seit 2018 stabil und damit unter dem politischen Ziel von 4 %. Besonders betroffen: Mädchen mit Migrationshintergrund und Jugendliche in strukturschwachen Regionen. Programme wie "Berufseinstiegsbegleitung" und "Produktionsschulen" sollen gegensteuern.
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie viele Menschen beginnen 2025 in Deutschland eine Bildung?
Laut Destatis (Pressemitteilung PD26/092 vom 12.03.2026) begannen 2025 rund 1,9 Millionen Personen in Deutschland eine Bildungsmaßnahme nach der Sekundarstufe I — eine Berufsausbildung, ein Hochschulstudium, ein Übergangsprogramm oder den Weg zur Hochschulreife. Das sind 0,1 % oder 1.100 Personen mehr als 2024 — nahezu unverändert. Die Daten basieren auf der integrierten Ausbildungsberichterstattung (IAB).
Wie hat sich die duale Berufsausbildung entwickelt?
Die Zahl neuer Auszubildender in der dualen Berufsausbildung sank 2025 auf 688.200 — 1,2 % oder 8.200 weniger als 2024. Hintergrund: Demografischer Rückgang der 16- bis 20-Jährigen, Akademisierungstrend, schwache Image-Lage gewerblich-technischer Berufe. Allerdings: Die Zahl ausländischer Auszubildender stieg um 11 % auf 132.500. Sie kompensieren teilweise den Rückgang bei deutschen Anfänger:innen.
Welche Ausbildungsberufe sind am beliebtesten?
Top-Berufe 2025: Kaufmann/-frau für Büromanagement (~25.000 Neuverträge), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (24.000), Verkäufer:in (23.500), Fachinformatiker:in (19.000), Industriekaufmann/-frau (17.500), Anlagenmechaniker:in SHK (15.500), Elektroniker:in (14.500), Kfz-Mechatroniker:in (14.000), Medizinische Fachangestellte (13.500), Mechatroniker:in (12.500). Die Top-3 sind seit Jahren stabil — gewerbliche Berufe rücken aber langsam vor.
Wie viele junge Menschen studieren?
Im Wintersemester 2025/2026 begannen rund 485.000 Personen ein Studium an deutschen Hochschulen — +1,0 % vs. 2024. Die Studienanfängerquote liegt bei 54,3 % eines Jahrgangs. Top-Fächer: Wirtschaftswissenschaften (12 %), Informatik (8 %), Maschinenbau (6 %), Medizin (5 %), Psychologie (5 %). Insgesamt studieren im Sommersemester 2025 rund 2,87 Mio Personen an deutschen Hochschulen, davon 380.000 mit ausländischer Staatsbürgerschaft (13,2 %).
Was ist der Übergangsbereich?
Der Übergangsbereich umfasst Bildungsmaßnahmen für Jugendliche, die nach der Sekundarstufe I weder direkt in eine Berufsausbildung noch in eine weiterführende allgemeinbildende Schule eintreten. Dazu zählen: Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB), Berufseinstiegsjahre (BEJ), Berufsgrundbildungsjahre (BGJ), berufsschulische Übergangsklassen. 2025 betraf das 262.200 Personen (+0,7 % vs. 2024). Der Bereich wächst seit 2022 das vierte Jahr in Folge.
Wie hoch ist die Schulabbruchquote?
Die Schulabbruchquote (Anteil der Schulabgänger:innen ohne Hauptschulabschluss) lag 2025 bei 6,9 % — etwa 50.000 Jugendliche. Die Quote ist seit 2018 weitgehend stabil. Das politische Ziel der Bundesregierung lag bei 4 %, wurde aber nicht erreicht. Besonders betroffen sind Jungen, Jugendliche mit Migrationshintergrund und Schulen in strukturschwachen Regionen. Programme wie Produktionsschulen und Berufseinstiegsbegleitung sollen gegensteuern.
Warum wächst der Anteil ausländischer Auszubildender?
Vier Faktoren wirken zusammen: Erstens das 2024 in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das Berufsausbildung im Ausland anerkennt. Zweitens anerkannte Schutzsuchende, die in Berufsausbildung eintreten. Drittens EU-Freizügigkeit für junge Erwachsene aus Polen, Bulgarien und Rumänien. Viertens die demografische Lücke: Deutsche Auszubildende fehlen — ausländische Jugendliche füllen die Stellen. Insgesamt 132.500 ausländische Azubis 2025, +11 % zum Vorjahr.
Wann erscheinen die nächsten Bildungsdaten?
Destatis publiziert die endgültigen IAB-Daten 2025 voraussichtlich im Oktober/November 2026 — mit detaillierten Aufschlüsselungen nach Bundesland, Staatsbürgerschaft, Schulabschluss und Ausbildungsberufen. Die vorläufigen Daten 2026 erscheinen im März 2027. Begleitend veröffentlicht der Bundesbildungsbericht (BMBF) jährlich eine Gesamtanalyse, nächste Ausgabe Sommer 2026.
Quellen
Primärquellen und Methodik
