Bildung, Forschung & Wissenschaft 2024: 426 Mrd. € — 9,8 % vom BIP, +5 % zum Vorjahr
Die öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft erreichten 2024 in Deutschland 426 Mrd. Euro — nominal +21 Mrd. Euro bzw. +5,0 % gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 9,8 %. Das Bildungsbudget allein lag bei 305 Mrd. Euro (+6 %), die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bei 137,1 Mrd. Euro (+3,8 %).
Zeitreihen-Verlauf
Bildungs-, Forschungs- und Wissenschaftsbudget seit 2015
Gesamtbudget 2015-2024 (Mrd. €)
BIP-Anteil 2015-2024 (%)
Aufteilung des Budgets
Bildung, Forschung & Wissenschaft — wohin fliesst das Geld?
Anteile Gesamtbudget 2024
Bildungsbudget Aufschluesselung
Wachstum Bereiche zum Vorjahr (in %)
Öffentliche Bildungsausgaben
Wer zahlt was — Bund, Länder, Gemeinden 2024
Anteile Gebietskoerperschaften (in %)
Öffentl. Ausgaben nach Bereich (Mrd. €)
Internationaler Vergleich & Langfrist
BIP-Anteile 2023 im OECD-Vergleich und Langfristtrend
Bildungs-BIP-Anteil EU-Vergleich (%)
Schüler-/Studierenden-Kostensaetze 2024
Index Budget seit 2015 (2015=100)
Detail-Bereiche
Hochschule und Personal
Hochschulausgaben 2018-2024 (Mrd. €)
BAföG- und Förderungs-Empfaenger 2024
Detail-Tabelle: Bildungs- und Forschungsbudget Deutschland 2024
Ausgaben nach Bereichen und Trägern in Mrd. Euro (Destatis, Destatis)
| Bereich | 2022 | 2023 | 2024 | zum Vorjahr 23-24 | BIP-Anteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtbudget (Bildung+Forschung+Wiss.) | 378 | 405 | 426 | +5,0 % | 9,8 % |
| Bildungsbudget | 270 | 287 | 305 | +6,0 % | 7,0 % |
| Schulen + schulnah | 128 | 134 | 141 | +5,2 % | 3,2 % |
| Hochschulen (incl. F&E) | 70 | 75 | 79,2 | +5,6 % | 1,8 % |
| Kindertagesbetreuung | 44 | 47 | 50 | +6,4 % | 1,1 % |
| Bildungsförderung (BAföG u.a.) | 13 | 14 | 15 | +7,1 % | 0,3 % |
| F&E gesamt | 121 | 132,1 | 137,1 | +3,8 % | 3,17 % |
| Oeff. Bildungsausgaben gesamt | 171 | 185 | 198 | +7,0 % | 4,5 % |
| davon Länder | 117 | 126 | 135 | +7,1 % | 3,1 % |
| davon Gemeinden | 43 | 47 | 51 | +8,5 % | 1,2 % |
| davon Bund | 11 | 12 | 12 | +0 % | 0,3 % |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik Bildungsbudget
Das Bildungsbudget wird gemeinsam mit dem Forschungs- und Wissenschaftsbudget zum sogenannten „Budget für Bildung, Forschung und Wissenschaft“ zusammengefasst. Es umfasst Ausgaben öffentlicher und privater Träger für Schulen, Hochschulen, Kindertagesbetreuung, berufliche Aus- und Weiterbildung sowie Bildungsförderung. Die Werte sind vorläufig und werden im jeweils nächsten Jahr revidiert.
Hauptantreiber 2024
Der Anstieg von 5 % bzw. 21 Mrd. Euro 2024 hat mehrere Treiber: Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst, überproportionale Mittel für Kitas (+6,4 %), gestiegene Hochschulpakt-Mittel sowie steigende F&E-Investitionen (insbesondere in außeruniversitäre Einrichtungen mit +10,1 %). Energie- und Sachkosten wirken zusätzlich.
Schulen bleiben größter Posten
Die Ausgaben für Schulen und den schulnahen Bereich (z. B. Schülerbeförderung) summieren sich auf 141 Mrd. Euro — das ist nahezu die Hälfte (46 %) des gesamten Bildungsbudgets. Innerhalb der öffentlichen Ausgaben liegt der Schul-Anteil bei 49 %. Pro Schüler an allgemeinbildenden Schulen werden im Schnitt ca. 11.580 Euro öffentliche Mittel aufgewendet.
Länder tragen das Hauptgewicht
Mit 135 Mrd. Euro stellen die Länder 68 % der öffentlichen Bildungsausgaben. Davon fliessen 75 Mrd. Euro (55 %) in den Schulbereich, 33 Mrd. Euro (25 %) in Hochschulen und 23 Mrd. Euro (17 %) in Kitas. Der Bund fördert mit 12 Mrd. Euro vor allem Hochschulen und Bildungsförderung (BAföG, Hochschulpakt).
BIP-Anteil unter OECD-Schnitt
Mit 9,8 % BIP-Anteil für Bildung, Forschung und Wissenschaft liegt Deutschland im oberen OECD-Mittelfeld. Nordeuropäische Länder (Daenemark 11,2 %, Schweden 11,0 %) sowie Belgien (10,5 %) und USA (10,9 %) investieren anteilig mehr. Frankreich (10,1 %) und Niederlande (9,5 %) liegen vergleichbar mit Deutschland.
F&E überholt 3-Prozent-Marke
Mit 3,17 % BIP-Anteil hat Deutschland 2024 das EU-2020-Ziel von 3 % erreicht (Destatis). Das nationale Ziel der Vor-Vorgängerregierung von 3,5 % bis 2025 ist allerdings weiterhin verfehlt. Spitzenreiter in der EU sind Schweden (3,4 %) und Belgien (3,3 %). Die außeruniversitäre Forschung wächst mit +10,1 % am stärksten.
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie hoch sind die Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft in Deutschland 2024?
Die öffentlichen Haushalte und der private Bereich gaben 2024 zusammen 426 Mrd. Euro für Bildung, Forschung und Wissenschaft aus — das ist eine nominale Steigerung von 21 Mrd. Euro bzw. +5,0 % gegenüber 2023 (405 Mrd. €). Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 9,8 %.
Wie hoch ist allein das Bildungsbudget?
Das reine Bildungsbudget (Schulen, Hochschulen, Kitas, Berufsbildung, Bildungsförderung) lag 2024 bei 305 Mrd. Euro — das sind 7,0 % des BIP und +6 % gegenüber dem Vorjahr 2023. Hinzu kommen 137,1 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung sowie weitere wissenschaftliche Ausgaben.
Welche Bereiche bekommen am meisten Geld?
Innerhalb des Bildungsbudgets entfällt der größte Teil auf Schulen und schulnahen Bereich (141 Mrd. €), gefolgt von Hochschulen (79,2 Mrd. € inkl. F&E) und Kindertagesbetreuung (50 Mrd. €). Die Bildungsförderung (BAföG u. a.) macht weitere 15 Mrd. Euro aus. Bei den öffentlichen Ausgaben gehen 49 % an Schulen, 25 % an Kitas, 19 % an Hochschulen.
Wer zahlt die Bildungsausgaben?
Die öffentlichen Bildungsausgaben (198 Mrd. €) tragen 2024 die Länder mit 135 Mrd. Euro bzw. 68 % am stärksten. Gemeinden zahlen 51 Mrd. Euro (26 %), der Bund 12 Mrd. Euro (6 %). Daneben gibt es private Bildungsausgaben, die das Gesamt-Bildungsbudget auf 305 Mrd. Euro erweitern.
Wie hoch sind die Pro-Kopf-Ausgaben für Schüler?
Im Schnitt werden pro Schüler an allgemeinbildenden Schulen rund 11.580 Euro pro Jahr aus öffentlichen Mitteln aufgewendet (2024). Die Spannbreite je nach Schulart und Bundesland reicht von etwa 8.500 Euro (Grundschule, Sachsen) bis über 14.000 Euro (Gymnasium, Hamburg). Hochschulstudierende kosten im Mittel ca. 12.500 Euro pro Jahr.
Wie ist der internationale Vergleich?
Mit 9,8 % BIP-Anteil für Bildung, Forschung und Wissenschaft liegt Deutschland im oberen OECD-Mittelfeld. Spitzenreiter sind Daenemark (11,2 %), USA (10,9 %), Schweden (11,0 %) und Belgien (10,5 %). Vergleichbar mit Deutschland: Frankreich (10,1 %) und Niederlande (9,5 %). Schwellenländer investieren typischerweise 5-7 % des BIP.
Was bedeutet das nationale Forschungsziel?
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 mindestens 3,5 % des BIP für Forschung und Entwicklung auszugeben. 2024 lag der F&E-Anteil bei 3,17 % — das EU-2020-Ziel von 3 % wurde damit überschritten, das nationale Ziel von 3,5 % aber um 0,33 Prozentpunkte verfehlt.
Wann erscheinen neue Daten?
Erste vorläufige Werte für das Berichtsjahr 2025 erscheinen voraussichtlich im März/April 2027. Detail-Aufschluesselungen und der Bildungsfinanzbericht folgen im Sommer 2027. Diese Seite wird mit den jeweils neuesten Daten aktualisiert.
Quellen
Primärquellen und Methodik
- Destatis – Bildung/Forschung/Wissenschaft 2024 +5 % (April 2026)
- Destatis – Öffentliche Bildungsausgaben 2024 +7 % (Dez 2025)
- Destatis – F&E 2024: 137,1 Mrd. € (März 2026)
- Destatis – Hochschulausgaben 2024 +5 % (März 2026)
- Destatis Themenseite – Bildungsfinanzen und Ausbildungsförderung
- Bildungsfinanzbericht 2025 (PDF, Destatis im Auftrag des BMBF)
