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Konjunktur · Bruttoinlandsprodukt 2. Quartal 2026 · 30.07.2026

BIP Q2 2026: +0,2 % zum Vorquartal – und die Rezession 2024 verschwindet

Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im 2. Quartal 2026 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal, nach revidiert +0,4 % im ersten Quartal. Im Vorjahresvergleich liegt das BIP um 0,9 % höher. Die eigentliche Nachricht steckt jedoch in der Sommerüberarbeitung: Für 2024 weist Destatis statt eines Rückgangs von 0,5 % nun eine Stagnation von 0,0 % aus.

Destatis Pressemitteilung Nr. 269 vom 30.07.2026 · Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Schnellmeldung mit Revision ab 2011

BIP Q2 2026 zum Vorquartal
+0,2 %
preis-, saison- und kalenderbereinigt
Zum Vorjahresquartal
+0,9 %
preisbereinigt
Q1 2026 revidiert
+0,4 %
bisher +0,3 %
BIP nominal Q2 2026
1.151,1 Mrd. €
+3,8 % zum Vorjahresquartal
Jahr 2024 revidiert
0,0 %
bisher -0,5 %, Rezession entfällt
Jahr 2025
+0,2 %
unverändert
Jahr 2023 revidiert
-1,0 %
bisher -0,9 %
Revision 2011 bis 2021
+0,8 Prozentpunkte
kumuliert
Exporte
gestiegen
zum Vorquartal
Konsumausgaben
verhalten
vorläufige Erkenntnisse
Investitionen
rückläufig
zum Vorquartal
Stand
30.07.
2026

Quartalswachstum seit Anfang 2022

Veränderung zum Vorquartal, preis-, saison- und kalenderbereinigt, in Prozent

Jahreswachstum vor und nach der Revision

Preisbereinigte Veränderung zum Vorjahr, alte und neue Rechnung 2011 bis 2025

Wie stark jedes Jahr revidiert wurde

Das Jahr 2024: alt gegen neu

Die drei Kennzahlen für Q2 2026

Nominales BIP je Quartal

Revision der Quartale 2024

Vorjahresvergleich seit Anfang 2025

Jahreswachstum seit 2020

Nominales BIP je Jahr

18 Quartale seit Anfang 2022

Auch Q1 2026 wurde angehoben

Alle Kennzahlen zum BIP im 2. Quartal 2026

Indikator Wert Einordnung
Bruttoinlandsprodukt Q2 2026   Schnellmeldung vom 30.07.2026
  Veränderung zum Vorquartal +0,2 % preis-, saison- und kalenderbereinigt
  Veränderung zum Vorjahresquartal +0,9 % preisbereinigt
  preis- und kalenderbereinigt +0,9 % gleiche Zahl Arbeitstage wie im Vorjahresquartal
  BIP in jeweiligen Preisen 1.151,12 Mrd. € +3,8 % zum Vorjahresquartal
  Q1 2026 zum Vorquartal +0,4 % revidiert von bisher +0,3 %
  Q1 2026 zum Vorjahresquartal +0,8 % revidiert von bisher +0,5 %
Verwendungsseite Q2 2026   vorläufige Erkenntnisse
  Exporte gestiegen preis-, saison- und kalenderbereinigt
  Konsumausgaben verhalten  
  Investitionen rückläufig  
Sommerüberarbeitung 2026   Revision zurück bis 2011
  2024 neu 0,0 % bisher -0,5 %, Differenz +0,5 Prozentpunkte
  2023 neu -1,0 % bisher -0,9 %, Differenz -0,1 Prozentpunkte
  2022 neu +1,9 % bisher +1,8 %
  2025 neu +0,2 % unverändert
  2011 bis 2021 +0,8 Prozentpunkte kumulierte Anhebung des Wachstums
  Ursache Revision 2024 Unternehmensstrukturstatistiken liegen erst 18 Monate nach Berichtsjahr vor
  Ursache Revision ab 2011 GWZ 2022 und Direktkäufe im Ausland Durchschnittsmieten neu berechnet
Nominales BIP im Jahresvergleich   in jeweiligen Preisen
  2021 3.713,09 Mrd. € +6,8 %
  2022 4.010,63 Mrd. € +8,0 %
  2023 4.254,93 Mrd. € +6,1 %
  2024 4.386,94 Mrd. € +3,1 %
  2025 4.529,71 Mrd. € +3,3 %
Ausführliche Ergebnisse 25.08.2026 einschließlich Revisionsdetails

Die Rezession 2024 ist verschwunden

Bisher galt 2024 als Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 %. Nach der Sommerüberarbeitung steht dort nun 0,0 % – eine Anhebung um einen halben Prozentpunkt. Zusammen mit 2023 ergibt sich damit kein zweites Minusjahr in Folge mehr, sondern ein Rückgang und ein Stagnationsjahr.

Warum erst jetzt?

Ausschlaggebend waren die Unternehmensstrukturstatistiken. Sie liegen erst 18 Monate nach Ende eines Berichtsjahres vor und liefern erstmals detaillierte Angaben zu Umsätzen, Investitionen und vor allem zur Kostenstruktur der Unternehmen. Erst damit lässt sich die Wertschöpfung präzise berechnen.

Rückrechnung bis 2011

Abweichend vom üblichen Vier-Jahres-Fenster wurden auch 2011 bis 2021 überarbeitet. Grund sind zwei neue Datengrundlagen: die aus der Gebäude- und Wohnungszählung 2022 errechneten Durchschnittsmieten sowie eine umfassendere Abbildung der Direktkäufe inländischer Haushalte im Ausland. Kumuliert liegt das Wachstum dieser elf Jahre um 0,8 Prozentpunkte höher.

Das Quartal selbst bleibt schwach

0,2 % Wachstum sind kein Aufschwung. Getragen wurde das Quartal von den Exporten, während sich die Konsumausgaben verhalten entwickelten und die Investitionen zurückgingen. Der Vorjahresvergleich von +0,9 % fällt vor allem deshalb günstig aus, weil das 2. Quartal 2025 mit 0,0 % besonders schwach war.

Warum zwei Vorjahreszahlen identisch sind

Preisbereinigt und preis- und kalenderbereinigt liegt der Anstieg jeweils bei 0,9 %. Das ist kein Zufall: Die Zahl der Arbeitstage war im 2. Quartal 2026 identisch mit der im 2. Quartal 2025, sodass die Kalenderbereinigung keinen Unterschied macht.

Was eine Schnellmeldung leisten kann

Die Zahlen beruhen auf vorläufigen Erkenntnissen und werden regelmäßig nachträglich korrigiert – die diesjährige Revision zeigt eindrücklich, wie groß diese Korrekturen ausfallen können. Die ausführlichen Ergebnisse für das 2. Quartal 2026 einschließlich aller Revisionsdetails erscheinen am 25. August 2026.

FAQ

Wie stark ist die deutsche Wirtschaft im 2. Quartal 2026 gewachsen?

Das Bruttoinlandsprodukt stieg preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gegenüber dem 1. Quartal 2026. Im Vergleich zum 2. Quartal 2025 lag es preisbereinigt um 0,9 % höher.

Was hat sich bei der Revision geändert?

Für 2024 weist Destatis statt eines Rückgangs um 0,5 % nun eine Stagnation von 0,0 % aus. 2022 wurde um 0,1 Prozentpunkte angehoben, 2023 um 0,1 Prozentpunkte gesenkt, 2025 bleibt bei +0,2 %. Zusätzlich wurden die Jahre 2011 bis 2021 überarbeitet, deren Wachstum nun kumuliert 0,8 Prozentpunkte höher liegt.

Gab es 2024 nun eine Rezession oder nicht?

Nach der neuen Rechnung stagnierte die Wirtschaftsleistung 2024 bei 0,0 %, statt wie bisher ausgewiesen um 0,5 % zu schrumpfen. Ein Minusjahr war 2024 damit nicht. 2023 bleibt mit revidiert -1,0 % ein Rückgangsjahr.

Warum wird das BIP nachträglich korrigiert?

Schnellmeldungen beruhen auf unvollständigen Daten. Wichtige Quellen wie die Unternehmensstrukturstatistiken liegen erst rund 18 Monate nach Ende des Berichtsjahres vor. Sie liefern detaillierte Angaben zu Umsätzen, Investitionen und Kostenstrukturen und verändern die Berechnung der Wertschöpfung teils erheblich.

Was hat die Gebäude- und Wohnungszählung mit dem BIP zu tun?

Die Wohnungsvermietung ist Teil der Wirtschaftsleistung. Aus der Gebäude- und Wohnungszählung 2022 wurden neue Durchschnittsmieten errechnet und bis 2011 zurückgerechnet. Zusammen mit einer umfassenderen Erfassung von Direktkäufen im Ausland erklärt das die Anhebung der Jahre 2011 bis 2021.

Was trug das Wachstum im 2. Quartal 2026?

Die Exporte nahmen preis-, saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vorquartal zu. Die Konsumausgaben entwickelten sich nach vorläufigen Erkenntnissen verhalten, die Investitionen gingen zurück.

Wann kommen die ausführlichen Ergebnisse?

Am 25. August 2026 veröffentlicht das Statistische Bundesamt die ausführlichen Ergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2026 einschließlich detaillierter Informationen zu allen Revisionen.

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