Diebstahl 2025: 1,81 Mio Fälle (-6,5 %) — Wohnungseinbruch +5,7 %, Taschendiebstahl +11,6 %
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 zeigt ein differenziertes Bild der Eigentums- und Vermögensdelikte: Die Diebstahlskriminalität sank insgesamt um 6,5 % auf 1,81 Mio Fälle. Doch zwei Bereiche wuchsen kräftig: Wohnungseinbruchdiebstahl +5,7 % auf 82.290 Fälle und Taschendiebstahl +11,6 % auf 107.720 Fälle. Erfreulich rückl. Fahrraddiebstahl (-12,9 % auf 214.264) und Kfz-Diebstahl. Aufklärungsquoten bleiben kritisch: Diebstahl gesamt 31,4 %, Wohnungseinbruch nur 14,1 %, Taschendiebstahl 6,9 %, Fahrraddiebstahl 9,7 % — aber Ladendiebstahl 89,3 %. Betrug mit Zahlungsmitteln +4,8 % auf 96.383, Falschgeld-Fälle +60,2 %.
Diebstahl-Entwicklung
Fälle 2018-2025 nach PKS
Diebstahl gesamt 2018-2025 (Mio)
Top-Diebstahlsarten 2025 (Tsd)
Wohnungseinbruch
Trend, Aufklärung, Bundesländer
Wohnungseinbruch 2018-2025 (Tsd)
Aufklärungsquote WED 2018-2025 (%)
Top-Bundesländer WED 25 (Tsd)
Diebstahl-Spezialtypen
Fahrrad, Tasche, Kfz
Fahrraddiebstahl 2018-2025 (Tsd)
Taschen-/Kfz-Diebstahl Trend (Tsd)
Betrug & Falschgeld
Vermögensdelikte, Karten-Betrug, Cyber-Schaden
Betrugs-Fälle Verlauf 18-25 (Tsd)
Cyber-Schaden Inland vs. Ausland (Mrd EUR)
Aufklärungsquoten Top-7 Delikte 25 (%)
Prävention & Ausblick
Schutz-Investitionen, Anzeigequote
KfW Förderung Einbruchschutz 18-26 (Mio EUR)
Anzeigequote nach Delikt (%)
Detail-Tabelle: Diebstahl, Einbruch & Betrug Deutschland 2024 vs. 2025
Bundeskriminalamt Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
| Delikt | 2024 | 2025 | zum Vorjahr (%) | AQ 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Diebstahl gesamt | 1.937.000 | 1.811.500 | -6,5 % | 31,4 % |
| Wohnungseinbruchdiebstahl | 77.806 | 82.290 | +5,7 % | 14,1 % |
| Fahrraddiebstahl | 246.025 | 214.264 | -12,9 % | 9,7 % |
| Taschendiebstahl | 96.520 | 107.720 | +11,6 % | 6,9 % |
| Ladendiebstahl | 435.000 | 418.000 | -3,9 % | 89,3 % |
| Kfz-Diebstahl | 40.500 | 37.300 | -7,9 % | 25,0 % |
| Diebstahl aus Kfz | 260.000 | 245.000 | -5,8 % | 5,8 % |
| Betrug gesamt | 810.000 | 820.000 | +1,2 % | 77,1 % |
| Karten/Zahlungsmittel-Betrug | 92.000 | 96.383 | +4,8 % | 21,1 % |
| Computerbetrug (StGB §263a) | 60.000 | 57.500 | -4,2 % | 32,4 % |
| Erschleichen v. Leistungen (Schwarzfahren) | 250.000 | 245.000 | -2,0 % | 98,1 % |
| Faelschungsdelikte | 110.000 | 118.500 | +7,7 % | 51,2 % |
| Falschgeld | 88 | 141 | +60,2 % | 41,8 % |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik & Quellen
Die PKS erfasst alle der Polizei bekannt gewordenen Eigentums- und Vermögensdelikte. Erfasst werden Diebstaehle (einfach und schwer), Einbruch, Raub, Betrug, Faelschung, Computerbetrug. Die PKS folgt dem "Ausgangsstatistik-Prinzip" — erfasst wird bei Abschluss der Ermittlung. Dunkelziffer betraechtlich: vor allem bei Bagatell-Diebstahl (Anzeige-Quote ca. 30 %), Betrug (50 %), Sachbeschädigung (40 %). Bei Wohnungseinbruch wird wegen Versicherungsanspruch fast immer angezeigt (>95 %).
Diebstahl sinkt — mit Ausnahmen
Insgesamt sank die Diebstahlskriminalität 2025 um 6,5 % auf 1,81 Mio Fälle — eine erfreuliche Entwicklung. Hauptgründe: (1) Fahrraddiebstahl -12,9 % (mehr GPS-Tracker und Funkschlösser), (2) Kfz-Diebstahl -7,9 % (immobiliser, Keyless-Go-Schutz), (3) Diebstahl aus Pkw -5,8 %, (4) Ladendiebstahl -3,9 % (mehr Self-Checkout-Kontrolle). ABER: Wohnungseinbruch +5,7 % und Taschendiebstahl +11,6 % wuchsen kräftig gegen den Trend — beide haben aber sehr niedrige Aufklärungsquoten.
Wohnungseinbruch wächst
Mit 82.290 Fällen (+5,7 % zum Vorjahr) stieg der Wohnungseinbruchdiebstahl auf den höchsten Stand seit 2019. Treiber: (1) organisierte Banden aus Süd-/Osteuropa, (2) professionelle Tagsüber-Einbrueche bei Berufstätigen, (3) niedrige Aufklärungsquote nur 14,1 % als geringe Abschreckung, (4) "Dezember-Spitze" um Weihnachten (Tagestuermen-Phänomen). Prävention: KfW-Förderung Einbruchschutz bis 1.600 EUR, Nachbarschaftshilfe, polizeiliche Beratungsstellen. Versicherungsschäden 2025: 540 Mio EUR (GDV).
Taschendiebstahl explodiert
Taschendiebstahl stieg um 11,6 % auf 107.720 Fälle — ein dramatischer Anstieg. Treiber: (1) Wiederbelebung des Tourismus (Bahnhoefe, Innenstädte, Flughaefen), (2) organisierte Banden mit professionellen Techniken (Ablenkung, Drück-Methode), (3) volle Innenstädte nach Corona, (4) Schwerpunkte Berlin, München, Frankfurt, Köln. Aufklärungsquote nur 6,9 % — tiefster Wert aller Diebstahls-Bereiche. Schutz: Geldbörse innen tragen, Geld nicht zentral, Aufmerksamkeit in Menschenmengen.
Betrugs-Verlagerung ins Ausland
Karten- und Zahlungsmittel-Betrug stieg 2025 um 4,8 % auf 96.383 Fälle. Die Aufklärungsquote sank von 22,7 % (2024) auf 21,1 % (2025). Auffallend: Inland-Fälle -8,4 %, aber Auslandsfälle (z.B. Phishing aus Russland) +7,0 %. Die Cyber-Schaden-Bilanz: Inland 2,7 Mrd EUR (-6,7 %), Ausland 2,3 Mrd EUR (+65,1 %) — das Ausland konvergiert. Falschgeld erlebte mit +60,2 % auf 141 Fälle einen überraschenden Anstieg.
Prävention & Versicherung
Bundes-Förderprogramme: KfW-Einbruchschutz (bis 1.600 EUR pro Hausanschluss, ca. 50 Mio EUR/Jahr), Polizeiliche Beratungsstellen (kostenlos), Nachbarschaftshilfen-Programme. Versicherungsmarkt: Hausrat-Versicherung deckt Wohnungseinbruch (Schaden 2025 ca. 540 Mio EUR über GDV). Fahrrad-Versicherung wächst (E-Bike-Boom). Empfehlungen: zertifizierte Sicherheitstechnik (WK2/RC2), Bewegungsmelder, Smart-Home-Kameras, Anwesenheits-Simulation, Wertgegenstaende sichern.
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie viele Diebstaehle gab es 2025 in Deutschland?
Laut PKS 2025 wurden in Deutschland 1.811.500 Diebstahlsdelikte registriert — ein Rückgang um 6,5 % gegenüber 2024 (1.937.000). Damit waren Diebstaehle weiter rückl. nach Corona. Allerdings stieg der Wohnungseinbruchdiebstahl um 5,7 % auf 82.290 Fälle und der Taschendiebstahl um 11,6 % auf 107.720 Fälle — gegen den Trend. Fahrraddiebstaehle sanken um 12,9 % auf 214.264 Fälle.
Wie viele Wohnungseinbrueche gibt es?
Im Jahr 2025 wurden 82.290 Wohnungseinbruchdiebstaehle registriert — ein Plus von 5,7 % bzw. 4.484 Fällen gegenüber 2024 (77.806). Das ist der höchste Stand seit 2019. Die Aufklärungsquote lag nur bei 14,1 %. Hauptgründe: organisierte Banden, professionelle Tagsüber-Einbrueche bei Berufstätigen, geringe Abschreckung durch niedrige Aufklärung. Prävention: KfW-Förderung bis 1.600 EUR für zertifizierte Sicherheitstechnik.
Warum steigt der Taschendiebstahl so stark?
Taschendiebstahl stieg 2025 um 11,6 % auf 107.720 Fälle. Treiber: (1) Wiederbelebung Tourismus nach Corona-Saison-Spitze, (2) organisierte Banden mit Ablenkungs-Techniken, (3) volle Innenstädte und ÖPNV, (4) Schwerpunkte Berlin, München, Frankfurt, Köln. Aufklärungsquote nur 6,9 % — niedrigster Wert. Schutz-Empfehlungen: Geldbörse innen tragen, Geld nicht zentral aufbewahren, Aufmerksamkeit in Menschenmengen, Cross-Body-Tasche statt Rucksack.
Wie hoch sind die Aufklärungsquoten?
Aufklärungsquoten 2025: Diebstahl gesamt 31,4 % (vs. PKS-Gesamt 57,9 %). Detail: Ladendiebstahl 89,3 % (sehr hoch, Täter oft am Ort), Erschleichen von Leistungen/Schwarzfahren 98,1 %, Computerbetrug 32,4 %, Kfz-Diebstahl 25 %, Betrug Zahlungsmittel 21,1 %, Wohnungseinbruch 14,1 %, Fahrraddiebstahl 9,7 %, Taschendiebstahl 6,9 %, Diebstahl aus Pkw 5,8 %. Niedrige Quoten bei "anonymen" Delikten ohne klaren Spurenansatz.
Wie ist die Betrugslage 2025?
Betrug mit Karten und Zahlungsmitteln 2025: 96.383 Fälle (+4,8 % zum Vorjahr). Aufklärungsquote 21,1 % (vs. 22,7 % 2024). Inland-Fälle sanken um 8,4 %, Auslandsfälle stiegen um 7,0 % (Phishing aus Russland, China). Computerbetrug (§263a StGB): 57.500 Fälle (-4,2 %). Erschleichen von Leistungen (vor allem Schwarzfahren): 245.000 (-2 %). Schäden im Cybercrime: Inland 2,7 Mrd EUR (-6,7 %), Ausland 2,3 Mrd EUR (+65,1 %). Falschgeld: 141 Fälle (+60,2 % zum Vorjahr).
Wo gibt es die meisten Einbrueche?
Top-Bundesländer Wohnungseinbruchdiebstahl 2025 absolut: NRW 23.500, Berlin 8.200, Bayern 7.800, Niedersachsen 7.500, BW 6.800. Pro 100.000 Einwohner: Berlin (~225), Hamburg (~190), NRW (~130), Bremen (~155). Niedrige Quoten: Bayern (~58), Sachsen (~70), MV (~75). Brennpunkt Berlin: Innenstadt (Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain), NRW: Ruhrgebiet (Duisburg, Essen, Dortmund). Schwerpunkt-Phänomenen: Banden aus Süd-/Osteuropa.
Wie kann man sich schützen?
Wichtigste Schutzmassnahmen: (1) Zertifizierte Sicherheitstechnik (WK2/RC2-Klasse für Fenster und Tueren), (2) KfW-Förderung bis 1.600 EUR ausschoepfen, (3) Bewegungsmelder + Außenbeleuchtung, (4) Smart-Home-Kameras (mit Cloud-Backup), (5) Anwesenheits-Simulation (Smart-Plug Lampen), (6) Wertgegenstaende in Tresor oder Bank-Schliessfach, (7) Nachbarschaftshilfe und Polizei-Kontakt, (8) Soziale Medien nicht öffentliches Urlaubs-Posting, (9) Polizeiliche Beratungsstellen kostenlos nutzen, (10) Versicherung prüfen (Hausrat).
Wann erscheinen die nächsten Daten?
Die PKS 2026 wird voraussichtlich im April 2027 vom Bundeskriminalamt veröffentlicht. Vorläufige Halbjahresberichte erscheinen über Landeskriminalämter (NRW, Bayern, Niedersachsen). GDV-Versicherungsdaten zu Einbrucht und Diebstahl jährlich im Februar. Diese Seite wird mit den jeweils aktuellsten Daten aktualisiert.
Quellen
Primärquellen und Methodik
- BKA - PKS 2025 Bundeslagebild (Themenseite)
- BKA - Diebstahlskriminalität rückl. nach Corona (Pressemeldung)
- BMI - PKS 2025 Rückgang bei Gewaltkrim. aber Anstieg Kinder TV
- IM NRW - PKS 2025 Pressemitteilung
- K-Einbruch - PKS Einbruch-Statistik
- BKA - IMK-Bericht PKS 2025 Berichte und Factsheets
