Aktuelle Statistiken und News
BMLEH Ernährungsreport 2025 · EVS 2023 · Destatis Gastgewerbe 2025/2026 · BÖLW Bio 2026

Ernährung und Ausgehen in Deutschland 2025/2026

Essen bleibt eine Mischung aus Geschmack, Gesundheit, Preisbewusstsein und Alltagstauglichkeit. Die EVS 2023 zeigt 436 Euro monatliche Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren sowie 206 Euro für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen. Der Ernährungsreport 2025 zeigt: Geschmack, Gesundheit, Regionalität und Preis sind die zentralen Orientierungspunkte.

Stand: 07.05.2026 · Datenbasis: BMLEH Ernährungsreport 2025, Destatis EVS 2023, VPI/Gastgewerbe 2026, BÖLW Bio-Branchenreport 2026
Essen & Ausgehen pro Haushalt
642 €
436 € Lebensmittel + 206 € Gastronomie/Beherbergung je Monat.
Lebensmittel
436 €
Ausgehen
206 €
Bio-Markt
18,2
Geschmack 98 % Gesund 90 % Regional 77 %
Nahrungsmittel
436 €
je Haushalt und Monat
14,4 % der Konsumausgaben
Gastronomie & Beherbergung
206 €
je Haushalt und Monat
6,8 % der Konsumausgaben
Geschmack wichtig
98 %
Ernährungsreport 2025
gesund: 90 %
Bio-Lebensmittel
18,2 Mrd.
Euro Umsatz 2025
+6,7 %

Ausgaben für Ernährung und Ausgehen

Die EVS 2023 zeigt die Struktur privater Konsumausgaben: Im Durchschnitt gaben Haushalte 436 Euro im Monat für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren sowie 206 Euro für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen aus. Zusammen sind das 642 Euro oder gut ein Fünftel der privaten Konsumausgaben.

Monatliche Ausgaben: Essen zuhause vs. Ausgehen

Nahrungsmittel, Getränke, Tabak436 €
Gastronomie & Beherbergung206 €

Durchschnitt je Haushalt und Monat; EVS 2023.

Anteil an privaten Konsumausgaben

Nahrungsmittel14,4 %
Gastronomie/Beherbergung6,8 %
übriger Konsum78,8 %

Essen zuhause und Ausgehen binden zusammen 21,2 % der durchschnittlichen Konsumausgaben.

Ausgaben nach Haushaltstyp

Alleinlebende254 € / 113 €
Alleinerziehende416 € / 141 €
Paare ohne Kind495 € / 266 €
Paare mit Kindern658 € / 318 €

Werte: Nahrungsmittel / Gastronomie & Beherbergung je Monat.

Einkommen verändert Essen und Ausgehen

unter 1.000 €205 € / 50 €
2.000–2.600 €327 € / 112 €
3.600–5.000 €479 € / 218 €
5.000 €+628 € / 377 €

Mit dem Einkommen steigen die absoluten Ausgaben; der Lebensmittelanteil sinkt, der Ausgeh-Anteil steigt.

Lebensmittel-Ausgaben
436 €
Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren sind der zweitgrößte Konsumposten nach Wohnen.
Quelle: Destatis EVS 2023
Ausgehen & Unterkunft
206 €
Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen machen im Durchschnitt 6,8 % aus.
Quelle: Destatis EVS 2023
Einkommenseffekt
7,9 %
Bei Haushalten ab 5.000 Euro Nettoeinkommen liegt der Ausgeh-Anteil bei 7,9 %.
Quelle: Destatis EVS 2023

Ernährungsreport 2025: Geschmack, Gesundheit, Preis

Der BMLEH-Ernährungsreport 2025 zeigt, dass Geschmack und Gesundheit die wichtigsten Kriterien bleiben. Gleichzeitig ist Preisbewusstsein stark: Viele Verbraucher achten auf Angebote, günstigere Einkäufe und transparente Kennzeichnung.

Was beim Essen wichtig ist

Geschmack98 %
gesund90 %
schnell/einfach57 %
Preis59 %

Essen soll schmecken, gesund sein und im Alltag funktionieren.

Was täglich auf dem Teller landet

Obst/Gemüse71 %
Milchprodukte64 %
Fleisch/Wurst24 %
fast täglich kochen43 %

Obst und Gemüse liegen deutlich vor Fleisch und Wurst.

Einkaufen: Transparenz, Herkunft und Preis

Angebote nutzen74 %
günstiger einkaufen59 %
regionale Produkte77 %
Tierwohl-Label65 %
Bio-Siegel59 %
Nutri-Score35 %

Preisbewusstsein und Qualitäts-/Herkunftsinformationen stehen parallel nebeneinander.

Ernährung ist zugleich Genuss- und Budgetfrage

Die Befunde passen zusammen: Verbraucher wollen gutes und gesundes Essen, reagieren aber stärker auf Preise. Deshalb werden Angebote, regionale Herkunft, Siegel und schnelle Zubereitung zu wichtigen Alltagskriterien.

Ausgehen: Was Gästen wichtig ist

Beim Essen außer Haus ist Geschmack nahezu universell wichtig. Preis, Herkunft, Regionalität und Bio spielen ebenfalls eine Rolle. Gleichzeitig steht die Gastronomie wirtschaftlich unter Druck: Das Gastgewerbe verlor 2025 real Umsatz, nominal stieg der Umsatz nur preisbedingt.

Kriterien beim Essen außer Haus

Geschmack99 %
Preis69 %
Herkunft/Regionalität/Saisonalität60 %
Tierhaltung bei Fleischgerichten53 %
Bio-Lebensmittel40 %
vegetarisch/vegan37 %

Geschmack dominiert, aber Preis und Herkunft sind wichtige Entscheidungskriterien.

Gastgewerbe-Umsatz 2025

Gastgewerbe real-2,1 %
Gastgewerbe nominal+1,4 %
Gastronomie real-2,2 %
Gastronomie nominal+1,8 %

Nominales Plus, realer Rückgang: Preise kompensieren Mengendruck nicht vollständig.

Februar 2026: Gastgewerbe und Gastronomie

Gastgewerbe zum Vormonat real0,0 %
Gastgewerbe Vorjahr real-4,6 %
Gastronomie zum Vormonat real-1,1 %
Gastronomie Vorjahr real-6,2 %

Aktuelle Monatsdaten zeigen weiter schwache reale Gastronomieumsätze.

Auswärts essen
Geschmack
Für fast alle Gäste ist Geschmack das wichtigste Kriterium, auch außer Haus.
Quelle: Ernährungsreport 2025
Preis spielt mit
69 %
Beim Essen außer Haus ist der Preis für viele ein wichtiges Kriterium.
Quelle: Ernährungsreport 2025
Gastronomie 2025
-2,2 % real
Die Gastronomie verlor 2025 preisbereinigt Umsatz, nominal lag sie im Plus.
Quelle: Destatis Gastgewerbe 2025

Bio, Regionalität und Nachhaltigkeit

Bio-Produkte legten 2025 deutlich zu: Der BÖLW meldet 18,2 Mrd. Euro Bio-Umsatz, ein Plus von 6,7 %. Gleichzeitig bleibt Regionalität im Ernährungsreport sehr wichtig. Bio wächst also in einem Markt, in dem Preisbewusstsein, Herkunft und Transparenz gleichzeitig relevant sind.

Bio-Markt 2024 vs. 2025

202417,09 Mrd. €
202518,23 Mrd. €

Bio-Lebensmittel und -Getränke erreichten 2025 einen neuen Umsatzrekord.

Vertriebskanäle Bio 2025

Konventioneller LEH12,76 Mrd. €
Bio-Läden / Bio-Supermärkte3,30 Mrd. €
sonstige Kanäle1,93 Mrd. €

Der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel ist der größte Bio-Vertriebskanal.

Bewusster Konsum: ausgewählte Orientierungspunkte

Regionalität77 %
Tierwohl-Label65 %
Bio-Siegel59 %
Fleisch täglich24 %
Flexitarisch37 %

Pflanzenorientierung und Herkunftsinformationen gewinnen an Bedeutung, Fleisch bleibt aber Bestandteil vieler Ernährungsweisen.

Bio-Umsatz
18,2 Mrd. €
Bio-Lebensmittel und -Getränke erreichten 2025 einen historischen Umsatzwert.
Quelle: BÖLW Branchenreport 2026
Bio-Fläche
11,7 %
Der Bio-Anteil an der deutschen Agrarfläche liegt laut BÖLW bei 11,7 %.
Quelle: BÖLW 2026
Regionalität
77 %
Viele Verbraucher achten bei Lebensmitteln auf regionale Herkunft.
Quelle: Ernährungsreport 2025

Preise: Lebensmittel, Inflation, Gastgewerbe

Die Preisfrage bleibt zentral. Im April 2026 lag die vorläufige Inflationsrate bei 2,9 %. Nahrungsmittel verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat moderat um 1,2 %, Energie deutlich stärker. Im Gastgewerbe zeigt sich ein anderes Bild: nominale Umsätze steigen, reale Umsätze sinken.

April 2026: ausgewählte Preisgruppen

Inflation gesamt2,9 %
Kerninflation2,3 %
Nahrungsmittel1,2 %
Energie10,1 %

Lebensmittel steigen im April 2026 weniger stark als die Gesamtinflation.

Preisbewusstsein im Ernährungsreport

Angebote nutzen74 %
günstiger einkaufen59 %
Preis wichtig59 %

Viele Verbraucher reagieren auf Preissteigerungen mit Angebots- und Sparverhalten.

Lebensmittelpreise wirken sozial unterschiedlich

Lebensmittel machen bei niedrigen Einkommen einen höheren Anteil der Konsumausgaben aus. Auch moderate Preissteigerungen können deshalb bei einkommensschwachen Haushalten stärker wirken als beim Durchschnitt.

Methodik & Lesefallen

Ernährung und Ausgehen werden aus unterschiedlichen Datenquellen beschrieben: Haushaltsausgaben, Preisstatistik, Bevölkerungsumfragen, Branchenumsätze und Bio-Marktberichte. Die Werte sind nur sauber interpretierbar, wenn Messlogik und Bezugsjahr getrennt bleiben.

EVS misst Ausgaben
Die EVS zeigt, wofür Haushalte Geld ausgeben. Sie misst nicht direkt Ernährungsqualität oder individuelle Portionsmengen.
Destatis EVS 2023
Ernährungsreport misst Einstellungen
BMLEH/forsa erfassen Befragungswerte: wichtig, häufig, gewünscht. Das ist nicht dasselbe wie tatsächliche Kauf- oder Verbrauchsmengen.
BMLEH Ernährungsreport 2025
Gastgewerbe misst Umsatz
Destatis-Gastgewerbedaten sind Umsatzindikatoren. Reale und nominale Werte unterscheiden sich durch Preisbereinigung.
Destatis Gastgewerbe 2025/2026
Wie viel geben Haushalte für Lebensmittel aus?

Nach EVS 2023 gaben private Haushalte in Deutschland durchschnittlich 436 Euro pro Monat für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Das entsprach 14,4 % der privaten Konsumausgaben.

Wie viel geben Haushalte für Ausgehen aus?

Für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen lagen die durchschnittlichen Ausgaben 2023 bei 206 Euro pro Monat beziehungsweise 6,8 % der privaten Konsumausgaben.

Was ist beim Essen 2025 am wichtigsten?

Der Ernährungsreport 2025 zeigt: Geschmack bleibt mit 98 % das wichtigste Kriterium. Gesundheit ist mit 90 % ebenfalls zentral, dazu kommen Preis, Regionalität und einfache Zubereitung.

Wie entwickelt sich die Gastronomie?

Das Gastgewerbe setzte 2025 real 2,1 % weniger und nominal 1,4 % mehr um als 2024. In der Gastronomie sank der reale Umsatz um 2,2 %, nominal stieg er um 1,8 %.

Warum wächst Bio trotz Preisbewusstsein?

Bio profitiert von Qualitäts-, Herkunfts- und Nachhaltigkeitsmotiven. 2025 stieg der Bio-Umsatz auf 18,2 Mrd. Euro, obwohl viele Verbraucher zugleich stärker auf Preise achten.

Quellenverzeichnis

  • BMLEH – Ernährungsreport 2025 · bmleh.de
  • BMLEH – Ernährungsreport 2025 PDF · bmleh.de PDF
  • Destatis – EVS 2023: Konsumausgaben nach Haushaltstyp · destatis.de
  • Destatis – EVS 2023: Konsumausgaben nach Haushaltsnettoeinkommen · destatis.de
  • Destatis – Gastgewerbeumsatz 2025 · destatis.de
  • Destatis – Gastgewerbeumsatz Februar 2026 · destatis.de
  • BÖLW – Branchenreport 2026 / Bio-Markt 2025 · bölw.de
  • Ökolandbau.de – Essen außer Haus: Herkunft, Regionalität, Bio · ökolandbau.de
BMLEH Ernährungsreport 2025 · EVS 2023 · Destatis Gastgewerbe 2025/2026 · BÖLW Bio 2026