Ernährung und Ausgehen in Deutschland 2025/2026
Essen bleibt eine Mischung aus Geschmack, Gesundheit, Preisbewusstsein und Alltagstauglichkeit. Die EVS 2023 zeigt 436 Euro monatliche Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren sowie 206 Euro für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen. Der Ernährungsreport 2025 zeigt: Geschmack, Gesundheit, Regionalität und Preis sind die zentralen Orientierungspunkte.
Ausgaben für Ernährung und Ausgehen
Die EVS 2023 zeigt die Struktur privater Konsumausgaben: Im Durchschnitt gaben Haushalte 436 Euro im Monat für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren sowie 206 Euro für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen aus. Zusammen sind das 642 Euro oder gut ein Fünftel der privaten Konsumausgaben.
Monatliche Ausgaben: Essen zuhause vs. Ausgehen
| Nahrungsmittel, Getränke, Tabak | 436 € |
| Gastronomie & Beherbergung | 206 € |
Durchschnitt je Haushalt und Monat; EVS 2023.
Anteil an privaten Konsumausgaben
| Nahrungsmittel | 14,4 % |
| Gastronomie/Beherbergung | 6,8 % |
| übriger Konsum | 78,8 % |
Essen zuhause und Ausgehen binden zusammen 21,2 % der durchschnittlichen Konsumausgaben.
Ausgaben nach Haushaltstyp
| Alleinlebende | 254 € / 113 € |
| Alleinerziehende | 416 € / 141 € |
| Paare ohne Kind | 495 € / 266 € |
| Paare mit Kindern | 658 € / 318 € |
Werte: Nahrungsmittel / Gastronomie & Beherbergung je Monat.
Einkommen verändert Essen und Ausgehen
| unter 1.000 € | 205 € / 50 € |
| 2.000–2.600 € | 327 € / 112 € |
| 3.600–5.000 € | 479 € / 218 € |
| 5.000 €+ | 628 € / 377 € |
Mit dem Einkommen steigen die absoluten Ausgaben; der Lebensmittelanteil sinkt, der Ausgeh-Anteil steigt.
Ernährungsreport 2025: Geschmack, Gesundheit, Preis
Der BMLEH-Ernährungsreport 2025 zeigt, dass Geschmack und Gesundheit die wichtigsten Kriterien bleiben. Gleichzeitig ist Preisbewusstsein stark: Viele Verbraucher achten auf Angebote, günstigere Einkäufe und transparente Kennzeichnung.
Was beim Essen wichtig ist
| Geschmack | 98 % |
| gesund | 90 % |
| schnell/einfach | 57 % |
| Preis | 59 % |
Essen soll schmecken, gesund sein und im Alltag funktionieren.
Was täglich auf dem Teller landet
| Obst/Gemüse | 71 % |
| Milchprodukte | 64 % |
| Fleisch/Wurst | 24 % |
| fast täglich kochen | 43 % |
Obst und Gemüse liegen deutlich vor Fleisch und Wurst.
Einkaufen: Transparenz, Herkunft und Preis
| Angebote nutzen | 74 % |
| günstiger einkaufen | 59 % |
| regionale Produkte | 77 % |
| Tierwohl-Label | 65 % |
| Bio-Siegel | 59 % |
| Nutri-Score | 35 % |
Preisbewusstsein und Qualitäts-/Herkunftsinformationen stehen parallel nebeneinander.
Ernährung ist zugleich Genuss- und Budgetfrage
Die Befunde passen zusammen: Verbraucher wollen gutes und gesundes Essen, reagieren aber stärker auf Preise. Deshalb werden Angebote, regionale Herkunft, Siegel und schnelle Zubereitung zu wichtigen Alltagskriterien.
Ausgehen: Was Gästen wichtig ist
Beim Essen außer Haus ist Geschmack nahezu universell wichtig. Preis, Herkunft, Regionalität und Bio spielen ebenfalls eine Rolle. Gleichzeitig steht die Gastronomie wirtschaftlich unter Druck: Das Gastgewerbe verlor 2025 real Umsatz, nominal stieg der Umsatz nur preisbedingt.
Kriterien beim Essen außer Haus
| Geschmack | 99 % |
| Preis | 69 % |
| Herkunft/Regionalität/Saisonalität | 60 % |
| Tierhaltung bei Fleischgerichten | 53 % |
| Bio-Lebensmittel | 40 % |
| vegetarisch/vegan | 37 % |
Geschmack dominiert, aber Preis und Herkunft sind wichtige Entscheidungskriterien.
Gastgewerbe-Umsatz 2025
| Gastgewerbe real | -2,1 % |
| Gastgewerbe nominal | +1,4 % |
| Gastronomie real | -2,2 % |
| Gastronomie nominal | +1,8 % |
Nominales Plus, realer Rückgang: Preise kompensieren Mengendruck nicht vollständig.
Februar 2026: Gastgewerbe und Gastronomie
| Gastgewerbe zum Vormonat real | 0,0 % |
| Gastgewerbe Vorjahr real | -4,6 % |
| Gastronomie zum Vormonat real | -1,1 % |
| Gastronomie Vorjahr real | -6,2 % |
Aktuelle Monatsdaten zeigen weiter schwache reale Gastronomieumsätze.
Bio, Regionalität und Nachhaltigkeit
Bio-Produkte legten 2025 deutlich zu: Der BÖLW meldet 18,2 Mrd. Euro Bio-Umsatz, ein Plus von 6,7 %. Gleichzeitig bleibt Regionalität im Ernährungsreport sehr wichtig. Bio wächst also in einem Markt, in dem Preisbewusstsein, Herkunft und Transparenz gleichzeitig relevant sind.
Bio-Markt 2024 vs. 2025
| 2024 | 17,09 Mrd. € |
| 2025 | 18,23 Mrd. € |
Bio-Lebensmittel und -Getränke erreichten 2025 einen neuen Umsatzrekord.
Vertriebskanäle Bio 2025
| Konventioneller LEH | 12,76 Mrd. € |
| Bio-Läden / Bio-Supermärkte | 3,30 Mrd. € |
| sonstige Kanäle | 1,93 Mrd. € |
Der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel ist der größte Bio-Vertriebskanal.
Bewusster Konsum: ausgewählte Orientierungspunkte
| Regionalität | 77 % |
| Tierwohl-Label | 65 % |
| Bio-Siegel | 59 % |
| Fleisch täglich | 24 % |
| Flexitarisch | 37 % |
Pflanzenorientierung und Herkunftsinformationen gewinnen an Bedeutung, Fleisch bleibt aber Bestandteil vieler Ernährungsweisen.
Preise: Lebensmittel, Inflation, Gastgewerbe
Die Preisfrage bleibt zentral. Im April 2026 lag die vorläufige Inflationsrate bei 2,9 %. Nahrungsmittel verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat moderat um 1,2 %, Energie deutlich stärker. Im Gastgewerbe zeigt sich ein anderes Bild: nominale Umsätze steigen, reale Umsätze sinken.
April 2026: ausgewählte Preisgruppen
| Inflation gesamt | 2,9 % |
| Kerninflation | 2,3 % |
| Nahrungsmittel | 1,2 % |
| Energie | 10,1 % |
Lebensmittel steigen im April 2026 weniger stark als die Gesamtinflation.
Preisbewusstsein im Ernährungsreport
| Angebote nutzen | 74 % |
| günstiger einkaufen | 59 % |
| Preis wichtig | 59 % |
Viele Verbraucher reagieren auf Preissteigerungen mit Angebots- und Sparverhalten.
Lebensmittelpreise wirken sozial unterschiedlich
Lebensmittel machen bei niedrigen Einkommen einen höheren Anteil der Konsumausgaben aus. Auch moderate Preissteigerungen können deshalb bei einkommensschwachen Haushalten stärker wirken als beim Durchschnitt.
Methodik & Lesefallen
Ernährung und Ausgehen werden aus unterschiedlichen Datenquellen beschrieben: Haushaltsausgaben, Preisstatistik, Bevölkerungsumfragen, Branchenumsätze und Bio-Marktberichte. Die Werte sind nur sauber interpretierbar, wenn Messlogik und Bezugsjahr getrennt bleiben.
Wie viel geben Haushalte für Lebensmittel aus?
Nach EVS 2023 gaben private Haushalte in Deutschland durchschnittlich 436 Euro pro Monat für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Das entsprach 14,4 % der privaten Konsumausgaben.
Wie viel geben Haushalte für Ausgehen aus?
Für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen lagen die durchschnittlichen Ausgaben 2023 bei 206 Euro pro Monat beziehungsweise 6,8 % der privaten Konsumausgaben.
Was ist beim Essen 2025 am wichtigsten?
Der Ernährungsreport 2025 zeigt: Geschmack bleibt mit 98 % das wichtigste Kriterium. Gesundheit ist mit 90 % ebenfalls zentral, dazu kommen Preis, Regionalität und einfache Zubereitung.
Wie entwickelt sich die Gastronomie?
Das Gastgewerbe setzte 2025 real 2,1 % weniger und nominal 1,4 % mehr um als 2024. In der Gastronomie sank der reale Umsatz um 2,2 %, nominal stieg er um 1,8 %.
Warum wächst Bio trotz Preisbewusstsein?
Bio profitiert von Qualitäts-, Herkunfts- und Nachhaltigkeitsmotiven. 2025 stieg der Bio-Umsatz auf 18,2 Mrd. Euro, obwohl viele Verbraucher zugleich stärker auf Preise achten.
Quellenverzeichnis
- BMLEH – Ernährungsreport 2025 · bmleh.de
- BMLEH – Ernährungsreport 2025 PDF · bmleh.de PDF
- Destatis – EVS 2023: Konsumausgaben nach Haushaltstyp · destatis.de
- Destatis – EVS 2023: Konsumausgaben nach Haushaltsnettoeinkommen · destatis.de
- Destatis – Gastgewerbeumsatz 2025 · destatis.de
- Destatis – Gastgewerbeumsatz Februar 2026 · destatis.de
- BÖLW – Branchenreport 2026 / Bio-Markt 2025 · bölw.de
- Ökolandbau.de – Essen außer Haus: Herkunft, Regionalität, Bio · ökolandbau.de
