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👷 Erwerbstätigkeits-Monitor · April 2026

Erwerbstätige April 2026: 45,61 Mio. und -0,4 % zum Vorjahr

Aktueller Monatswert: Im April 2026 waren rund 45,61 Mio. Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig (Inländerkonzept) — saisonbereinigt nahezu unverändert zum März (-6.000; 0,0 %), zum Vorjahr aber -184.000 (-0,4 %). Damit setzt sich der seit August 2025 erkennbare Abwärtstrend fort. Im 1. Quartal 2026 lag die Erwerbstätigkeit (Inlandskonzept) bei rund 45,6 Mio. — saisonbereinigt -61.000 zum Vorquartal, der dritte Quartalsrückgang in Folge.

📅 April 2026 (Monat) + Q1 2026 · Quelle: Destatis PD26/181 + PD26/167 · Veröffentlichung monatlich/vierteljährlich · Stand: 29.05.2026

Erwerbstätige Q1 2026
45,60 Mio.
Inlandskonzept

zum Vorquartal saisonbereinigt
-61 Tsd.
-0,1 % zu Q4 2025

zum Vorjahr Q1 26 vs. Q1 25
-157 Tsd.
-0,3 % gegenüber Q1 25

zum Vorquartal unbereinigt
-486 Tsd.
saisonal typisch -1,1 %

April 2026 zum Vorjahr
-184 Tsd.
-0,4 % · Inländerkonzept

Dienstleistung zum Vorjahr
+45 Tsd.
+0,1 % zu Q1 2025

Ohne Dienstleistung zum Vorjahr
-202 Tsd.
-1,8 % zu Q1 2025

Produz. Gewerbe zum Vorjahr
-118 Tsd.
Industrie & Energie

Baugewerbe zum Vorjahr
-58 Tsd.
Bau-Krise hält an

Land-/Forstwirtschaft zum Vorjahr
-26 Tsd.
Struktur-Trend

März 2026 saisonbereinigt
-23 Tsd.
zum Vormonat (PD26/152)

April 2026 saisonbereinigt
-6 Tsd.
0,0 % zum Vormonat (PD26/181)

Erwerbstätige April 2026
45,61 Mio.
Inländerkonzept (Monat)

2025 Jahresdurchschnitt
46,06 Mio.
+0,01 % vs. 2024

Erwerbslosenquote ILO Apr 26
3,9 %
ILO vorl. · 1,68 Mio. · Vorjahr 3,8 %

Rückgang in Folge
3 Quartale
saisonbereinigt

Zeitreihen-Verlauf

Erwerbstätige in Deutschland und saisonbereinigte Quartalsveränderung

Erwerbstätige in Mio. (Q1 2022 – Q1 2026)

Quartalsveränderung saisonbereinigt (Tsd.)

Sektorale Entwicklung Q1 2026

Dienstleistung wächst, Industrie und Bau verlieren stärker

Sektoren zum Vorjahr Veränderung Tsd. Personen

Sektoren-Anteile an Erwerbstätigen 2025

Dienstleistung-Bereiche zum Vorjahr Tsd.

Monatsverlauf 2025-26

Monatsdaten und Vor-Corona-Vergleich

Monats-Erwerbstätige Mio. (Mai 25 – Mar 26)

Index Erwerbstätige vs. 2019 (=100)

Langfristvergleich

Erwerbstätige seit 2019 — Pandemie, Rebound, neue Schwäche

Jahresdurchschnitt 2019-2025 (Mio.)

Erwerbslosenquote ILO 2019-2026 (%)

Industrie vs. Dienstleistung (Indexierung 2019=100)

Aktuelle Detail-Lage

Stellungsstruktur und Arbeitsmarkt-Indikatoren

Erwerbsformen Q1 2026 (Mio. Personen)

Offene Stellen vs. Erwerbslose (Mio.)

Detail-Tabelle: Sektor-Aufschluesselung Erwerbstätigkeit Q1 2026

Veränderung gegenüber Vorjahresquartal nach Wirtschaftsbereichen

Sektor Q1 2026 (Tsd.) zum Vorjahr (Tsd.) zum Vorjahr (%) Anteil 2025
Erwerbstätige insgesamt 45.600 -157 -0,3 % 100,0 %
Dienstleistungsbereiche gesamt 33.840 +45 +0,1 % 73,4 %
Öffentl. Dienst, Erziehung, Gesundheit 11.220 +82 +0,7 % 24,3 %
Handel, Verkehr, Gastgewerbe 10.270 -21 -0,2 % 22,4 %
Information & Kommunikation 1.470 +5 +0,3 % 3,2 %
Finanz-, Versicherungsdienstl. 1.260 -4 -0,3 % 2,7 %
Unternehmensdienstl., Sonstige 9.620 -17 -0,2 % 20,8 %
Produzierendes Gewerbe (ohne Bau) 8.020 -118 -1,4 % 17,7 %
Verarbeit. Gewerbe 7.280 -104 -1,4 % 16,1 %
Energie/Versorgung/Bergbau 740 -14 -1,9 % 1,6 %
Baugewerbe 2.520 -58 -2,3 % 5,5 %
Land- und Forstwirtschaft 510 -26 -4,9 % 1,1 %

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Methodik Erwerbstätigenrechnung

Das Statistische Bundesamt erfasst alle Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland (Inlandskonzept). Erfasst werden Selbstaendige, mithelfende Familienangehörige sowie sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte. Quartalswerte sind vorläufig und werden mit den Folge-Veröffentlichungen revidiert. Saisonbereinigung erfolgt mit dem X-13-JDemetra+-Verfahren.

Strukturwandel der Branchen

Der aktuelle Beschäftigungsrückgang ist klar struktureller Natur: Industrie und Baugewerbe verlieren zusammen 176.000 Personen zum Vorjahr, während die Dienstleistungsbereiche nur +45.000 hinzugewinnen. Innerhalb der Dienstleistung wachsen vor allem öffentlicher Dienst, Gesundheit und Bildung (+82.000), während Handel und Gastgewerbe rückgängig sind.

Verarbeitendes Gewerbe in der Krise

Das Verarbeitende Gewerbe verlor Q1 2026 rund 104.000 Personen zum Vorjahr (-1,4 %). Hintergrund: hohe Energiekosten, Produktionsverlagerungen ins Ausland, schwacher Export (Q1 2026 Exporte -2,8 % zum Vorjahr laut Destatis PD26/153), und Strukturwandel in der Automobilindustrie und Chemie. Auch der Maschinenbau verzeichnet zunehmend Kurzarbeit.

Baugewerbe-Krise hält an

Das Baugewerbe verzeichnet seit 2024 einen anhaltenden Beschäftigungsrückgang: Q1 2026 fehlen 58.000 Personen (-2,3 % zum Vorjahr). Ursachen sind die anhaltende Wohnungsbau-Krise (Auftragseingänge real -16 % unter 2022), gestiegene Materialkosten und Finanzierungs-Hindernisse. Die Bundesregierung hat Maßnahmen angekündigt, die Effekte werden aber erst 2027 wirksam.

Demografisch getrieben

Der Beschäftigungsrückgang ist auch demografisch bedingt: Die Babyboomer-Generation tritt zunehmend in den Ruhestand — aktuell verlassen jährlich ca. 900.000 Personen den Arbeitsmarkt durch Verrentung, während nur etwa 750.000 junge Menschen neu eintreten. Ohne Migration sinkt das Erwerbspersonenpotenzial bis 2035 um 4-7 Mio. Personen.

Erwerbslosenquote stabil

Trotz des Beschäftigungsrückgangs liegt die ILO-Erwerbslosenquote (Eurostat-Methodik) im April 2026 nur bei 3,9 % — nahe historischem Tief. Das bedeutet: Wer einen Arbeitsplatz verliert, findet relativ schnell wieder einen. Die Arbeitsmarkt-Schwäche zeigt sich aktuell vor allem in geringerer Beschäftigtenanzahl, weniger durch höhere Arbeitslosigkeit.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie viele Menschen waren im 1. Quartal 2026 in Deutschland erwerbstätig?

Im 1. Quartal 2026 waren in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts rund 45,6 Millionen Personen erwerbstätig (Inlandskonzept). Das sind saisonbereinigt 61.000 Personen weniger als im 4. Quartal 2025 und 157.000 Personen weniger als im 1. Quartal 2025. Aktueller Monatswert: Im April 2026 waren rund 45,61 Mio. Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig (Inländerkonzept) – saisonbereinigt nahezu unverändert zum März (-6.000; 0,0 %), zum Vorjahr -184.000 (-0,4 %).

Wie viele Quartale sinkt die Erwerbstätigkeit schon in Folge?

Saisonbereinigt sank die Erwerbstätigkeit jetzt drei Quartale in Folge: Q3 2025 (-23.000), Q4 2025 (-25.000) und Q1 2026 (-61.000). Damit verstärkt sich der Trend des Beschäftigungsrückgangs, wobei das Q1 2026 mit -61.000 den stärksten Quartalsrückgang seit dem Corona-Schock 2020 markiert.

Welche Branchen verlieren am meisten?

Im zum Vorjahr-Vergleich verlor das Produzierende Gewerbe ohne Bau 118.000 Personen (-1,4 %), das Baugewerbe 58.000 Personen (-2,3 %) und die Land- und Forstwirtschaft 26.000 Personen (-4,9 %). Innerhalb des Produzierenden Gewerbes ist das Verarbeitende Gewerbe (Industrie) mit -104.000 am stärksten betroffen.

Welche Branchen wachsen?

Die Dienstleistungsbereiche wachsen leicht um insgesamt 45.000 Personen zum Vorjahr. Innerhalb der Dienstleistungen sind öffentlicher Dienst, Erziehung und Gesundheit mit +82.000 Personen die einzigen Wachstumstreiber. Information & Kommunikation gewinnt minimal (+5.000). Handel, Verkehr, Gastgewerbe und Finanz-/Versicherungsdienstleistungen verlieren dagegen.

Was bedeutet „saisonbereinigt“?

Saisonbereinigung entfernt regelmäßige saisonale Schwankungen aus den Daten (z. B. typischer Beschäftigungsrückgang im Q1 wegen weniger Aushilfen). Saisonbereinigt vergleichen wir die wirkliche zugrundeliegende Entwicklung. Unbereinigt sank die Erwerbstätigkeit im Q1 2026 um 486.000 Personen, saisonbereinigt nur um 61.000.

Wie hoch ist die Erwerbslosenquote?

Die ILO-Erwerbslosenquote nach Eurostat-Methodik lag im April 2026 vorläufig bei 3,9 % — nahe historischem Tief. Das ist niedriger als die Arbeitslosenquote der Bundesagentur für Arbeit (5,8 %), da ILO weniger streng zählt (z. B. werden Beschäftigte mit 1 Std./Woche nicht als arbeitslos gewertet).

Wie war die Erwerbstätigkeit 2025 im Jahresdurchschnitt?

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 46,06 Mio. Personen in Deutschland erwerbstätig — das ist mit +0,01 % nahezu unverändert zum Vorjahr 2024 (46,05 Mio.). Die Stagnation marked das Ende der Beschäftigungszuwächse, die von 2014 bis 2023 (mit Ausnahme 2020) jährlich erfolgten.

Wann erscheint die nächste Pressemitteilung?

Die Monatswerte zur Erwerbstätigkeit werden monatlich veröffentlicht; die April-Daten erschienen am 29. Mai 2026 (PD26/181), die Mai-Werte folgen voraussichtlich Ende Juni 2026. Die nächsten Quartalsergebnisse (Q2 2026) erscheinen Mitte August 2026. Diese Seite wird laufend aktualisiert.

Quellen

Primärquellen und Methodik