Erwerbstätige Juli 2026: 45,48 Mio. und -0,5 % zum Vorjahr
Aktueller Monatswert: Im Juli 2026 waren rund 45,48 Mio. Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig (Inländerkonzept) — saisonbereinigt nahezu unverändert mit -13.000 zum Juni (0,0 %), nicht saisonbereinigt -60.000 (-0,1 %). Zum Vorjahr fehlen 223.000 Erwerbstätige (-0,5 %); der seit Januar 2025 erkennbare Abwärtstrend setzt sich damit fort. Im 2. Quartal 2026 lag die Erwerbstätigkeit (Inlandskonzept) bei rund 45,69 Mio. — saisonbereinigt -53.000 zum Vorquartal, der vierte Quartalsrückgang in Folge.
Zeitreihen-Verlauf
Erwerbstätige in Deutschland und saisonbereinigte Quartalsveränderung
Erwerbstätige in Mio. (Q1 2022 – Q2 2026)
Quartalsveränderung saisonbereinigt (Tsd.)
Sektorale Entwicklung Q1 2026
Dienstleistung wächst, Industrie und Bau verlieren stärker
Sektoren zum Vorjahr Veränderung Tsd. Personen
Sektoren-Anteile an Erwerbstätigen 2025
Dienstleistung-Bereiche zum Vorjahr Tsd.
Monatsverlauf 2025-26
Monatsdaten und Vor-Corona-Vergleich
Erwerbstätige zum Vorjahr in % (Jan – Jul 2026)
Index Erwerbstätige vs. 2019 (=100)
Langfristvergleich
Erwerbstätige seit 2019 — Pandemie, Rebound, neue Schwäche
Jahresdurchschnitt 2019-2025 (Mio.)
Erwerbslosenquote ILO 2019-2026 (%)
Industrie vs. Dienstleistung (Indexierung 2019=100)
Aktuelle Detail-Lage
Stellungsstruktur und Arbeitsmarkt-Indikatoren
Erwerbsformen Q1 2026 (Mio. Personen)
Offene Stellen vs. Erwerbslose (Mio.)
Detail-Tabelle: Sektor-Aufschluesselung Erwerbstätigkeit Q1 2026
Veränderung gegenüber Vorjahresquartal nach Wirtschaftsbereichen
| Sektor | Q1 2026 (Tsd.) | zum Vorjahr (Tsd.) | zum Vorjahr (%) | Anteil 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Erwerbstätige insgesamt | 45.600 | -157 | -0,3 % | 100,0 % |
| Dienstleistungsbereiche gesamt | 33.840 | +45 | +0,1 % | 73,4 % |
| Öffentl. Dienst, Erziehung, Gesundheit | 11.220 | +82 | +0,7 % | 24,3 % |
| Handel, Verkehr, Gastgewerbe | 10.270 | -21 | -0,2 % | 22,4 % |
| Information & Kommunikation | 1.470 | +5 | +0,3 % | 3,2 % |
| Finanz-, Versicherungsdienstl. | 1.260 | -4 | -0,3 % | 2,7 % |
| Unternehmensdienstl., Sonstige | 9.620 | -17 | -0,2 % | 20,8 % |
| Produzierendes Gewerbe (ohne Bau) | 8.020 | -118 | -1,4 % | 17,7 % |
| Verarbeit. Gewerbe | 7.280 | -104 | -1,4 % | 16,1 % |
| Energie/Versorgung/Bergbau | 740 | -14 | -1,9 % | 1,6 % |
| Baugewerbe | 2.520 | -58 | -2,3 % | 5,5 % |
| Land- und Forstwirtschaft | 510 | -26 | -4,9 % | 1,1 % |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik Erwerbstätigenrechnung
Das Statistische Bundesamt erfasst alle Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland (Inlandskonzept). Erfasst werden Selbstaendige, mithelfende Familienangehörige sowie sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte. Quartalswerte sind vorläufig und werden mit den Folge-Veröffentlichungen revidiert. Saisonbereinigung erfolgt mit dem X-13-JDemetra+-Verfahren.
Strukturwandel der Branchen
Der aktuelle Beschäftigungsrückgang ist klar struktureller Natur: Industrie und Baugewerbe verlieren zusammen 176.000 Personen zum Vorjahr, während die Dienstleistungsbereiche nur +45.000 hinzugewinnen. Innerhalb der Dienstleistung wachsen vor allem öffentlicher Dienst, Gesundheit und Bildung (+82.000), während Handel und Gastgewerbe rückgängig sind.
Verarbeitendes Gewerbe in der Krise
Das Verarbeitende Gewerbe verlor Q1 2026 rund 104.000 Personen zum Vorjahr (-1,4 %). Hintergrund: hohe Energiekosten, Produktionsverlagerungen ins Ausland, schwacher Export (Q1 2026 Exporte -2,8 % zum Vorjahr laut Destatis PD26/153), und Strukturwandel in der Automobilindustrie und Chemie. Auch der Maschinenbau verzeichnet zunehmend Kurzarbeit.
Baugewerbe-Krise hält an
Das Baugewerbe verzeichnet seit 2024 einen anhaltenden Beschäftigungsrückgang: Q1 2026 fehlen 58.000 Personen (-2,3 % zum Vorjahr). Ursachen sind die anhaltende Wohnungsbau-Krise (Auftragseingänge real -16 % unter 2022), gestiegene Materialkosten und Finanzierungs-Hindernisse. Die Bundesregierung hat Maßnahmen angekündigt, die Effekte werden aber erst 2027 wirksam.
Rückgang verlangsamt sich, hält aber an
Saisonbereinigt sank die Erwerbstätigkeit im Juli nur noch um 13.000 Personen (0,0 %). Von Januar bis Juni hatte der durchschnittliche Monatsrückgang bei 19.000 gelegen — die Abwärtsbewegung verlangsamt sich also. Im Vorjahresvergleich bleibt das Bild dagegen unverändert: -0,5 % wie schon im Mai und Juni, nach jeweils -0,4 % von Januar bis April. Nicht saisonbereinigt ging die Zahl um 60.000 zurück; im Juli-Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 waren es 52.000 — der aktuelle Wert liegt damit nur leicht über dem üblichen Sommerrückgang.
Erwerbslosigkeit zieht weiter an
Nach der Arbeitskräfteerhebung waren im Juli 2026 rund 1,84 Millionen Menschen erwerbslos — 149.000 oder 8,8 % mehr als im Juli 2025. Die Erwerbslosenquote stieg damit auf 4,2 % nach 3,9 % im Vorjahresmonat. Um saisonale und irreguläre Effekte bereinigt liegt die Zahl bei 1,74 Millionen (+11.000 zum Juni), die bereinigte Quote bleibt unverändert bei 4,0 %. Diese ILO-Werte sind nicht mit der registrierten Arbeitslosigkeit der Bundesagentur für Arbeit vergleichbar — sie beruhen auf einer Befragung, nicht auf Meldungen.
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie viele Menschen waren zuletzt in Deutschland erwerbstätig?
Im Juli 2026 waren rund 45,48 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig (Inländerkonzept). Saisonbereinigt sind das 13.000 weniger als im Juni (0,0 %), im Vorjahresvergleich 223.000 weniger (-0,5 %). Die Zahlen stammen aus der Erwerbstätigenrechnung des Statistischen Bundesamtes und sind vorläufig.
Wie viele Quartale sinkt die Erwerbstätigkeit schon in Folge?
Saisonbereinigt sank die Erwerbstätigkeit jetzt vier Quartale in Folge: Q3 2025 (-23.000), Q4 2025 (-25.000), Q1 2026 (-61.000) und Q2 2026 (-53.000). Der stärkste Rückgang bleibt damit das 1. Quartal 2026. Auf Monatsebene fiel die Erwerbstätigkeit von Januar bis Mai 2026 im Schnitt um 19.000 Personen je Monat, im Juni um 23.000.
Welche Branchen verlieren am meisten?
Im zum Vorjahr-Vergleich verlor das Produzierende Gewerbe ohne Bau 118.000 Personen (-1,4 %), das Baugewerbe 58.000 Personen (-2,3 %) und die Land- und Forstwirtschaft 26.000 Personen (-4,9 %). Innerhalb des Produzierenden Gewerbes ist das Verarbeitende Gewerbe (Industrie) mit -104.000 am stärksten betroffen.
Welche Branchen wachsen?
Die Dienstleistungsbereiche wachsen leicht um insgesamt 45.000 Personen zum Vorjahr. Innerhalb der Dienstleistungen sind öffentlicher Dienst, Erziehung und Gesundheit mit +82.000 Personen die einzigen Wachstumstreiber. Information & Kommunikation gewinnt minimal (+5.000). Handel, Verkehr, Gastgewerbe und Finanz-/Versicherungsdienstleistungen verlieren dagegen.
Was bedeutet „saisonbereinigt“?
Saisonbereinigung entfernt regelmäßige saisonale Schwankungen aus den Daten (z. B. typischer Beschäftigungsrückgang im Winter wegen weniger Aushilfen). Saisonbereinigt sieht man die zugrundeliegende Entwicklung. Beispiel Juni 2026: nicht saisonbereinigt blieb die Erwerbstätigkeit gegenüber Mai nahezu unverändert (-5.000), saisonbereinigt sank sie um 23.000 – denn im Juni-Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 war sie zum Vormonat um 23.000 gestiegen.
Wie hoch ist die Erwerbslosenquote?
Nach der Arbeitskräfteerhebung lag die ILO-Erwerbslosenquote im Juli 2026 bei 4,2 % gegenüber 3,9 % im Juli 2025; das entspricht 1,84 Millionen Erwerbslosen. Saisonbereinigt liegt die Quote unverändert bei 4,0 % (1,74 Millionen Personen). Die ILO-Zahlen beruhen auf einer Befragung und weichen deshalb von der registrierten Arbeitslosigkeit der Bundesagentur für Arbeit ab.
Wie war die Erwerbstätigkeit 2025 im Jahresdurchschnitt?
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 46,06 Mio. Personen in Deutschland erwerbstätig — das ist mit +0,01 % nahezu unverändert zum Vorjahr 2024 (46,05 Mio.). Die Stagnation marked das Ende der Beschäftigungszuwächse, die von 2014 bis 2023 (mit Ausnahme 2020) jährlich erfolgten.
Wann erscheint die nächste Pressemitteilung?
Die Juli-Zahlen erschienen am 28. August 2026 (Pressemitteilung Nr. 310). Die August-Werte folgen Ende September 2026. Die vierteljährlichen Sektorergebnisse veröffentlicht Destatis jeweils rund zwei Monate nach Quartalsende.
Quellen
Primärquellen und Methodik
- Destatis PD26/271 — Erwerbstätigkeit Juni 2026 saisonbereinigt gesunken (31.07.2026)
- Destatis PD26/228 — Erwerbstätigkeit Mai 2026 nahezu unverändert (30.06.2026)
- Destatis PD26/181 — Erwerbstätigkeit April 2026 (29.05.2026)
- Destatis PD26/167 — Erwerbstätigkeit Q1 2026 gesunken (19.05.2026)
- Destatis PD26/152 — Erwerbstätigkeit März 2026 saisonbereinigt gesunken
- Destatis PD26/110 — Erwerbstätigkeit Februar 2026 Rückgang
- Destatis PD26/053 — Erwerbstätigkeit Q4 2025 leicht rückläufig
- Destatis PD26/001 — Erwerbstätigenzahl 2025 fast unverändert
- Destatis Themenseite — Erwerbstätigkeit in Deutschland
