Erzeugerpreise Juli 2026: +3,0 % zum Vorjahr, +1,1 % zum Vormonat
Der Anstieg beschleunigt sich deutlich: +3,0 % zum Vorjahr nach +1,8 % im Juni, zum Vormonat +1,1 %. Diesmal ziehen beide Seiten an — Vorleistungsgüter (+5,4 %, Metalle +12,6 %) und Energie (+3,8 %), die im Juni noch fast stillstand. Mineralölerzeugnisse kosten 31,4 % mehr als vor einem Jahr. Ohne Energie beträgt der Anstieg +2,7 %.
Erzeugerpreise 2020-2026
Gütergruppen zum Vorjahr
Monatsverlauf
Energie-Komponenten Polar
Erzeuger vs. VPI vs. Großhandel
Eckdaten Juli 2026
| Indikator | zum Vorjahr | zum Vormonat |
|---|---|---|
| Erzeugerpreise gesamt | +3,0 % | +1,1 % |
| Vorleistungsgüter | +5,4 % | +0,1 % |
| Investitionsgüter | +2,3 % | +0,2 % |
| Gebrauchsgüter | +2,0 % | +0,3 % |
| Verbrauchsgüter | -2,3 % | -0,3 % |
| Energie | +3,8 % | +3,4 % |
| Mineralölerzeugnisse | +31,4 % | +6,6 % |
| darunter leichtes Heizöl | +52,0 % | — |
| darunter Kraftstoffe | +29,4 % | — |
| Strom | -1,6 % | — |
| Erdgas (Verteilung) | +1,6 % | — |
| Metalle | +12,6 % | — |
| darunter Edelmetalle | +31,8 % | -8,5 % |
| darunter Kupfer und Halbzeug | +28,7 % | — |
| Chemische Grundstoffe | +11,5 % | — |
| Nahrungsmittel | -4,6 % | — |
| darunter Butter | -41,4 % | — |
| darunter Schweinefleisch | -22,2 % | — |
| Ohne Energie | +2,7 % | +0,1 % |
Anstieg beschleunigt sich
Mit +3,0 % zum Vorjahr liegt der Juli deutlich über dem Juni (+1,8 %) und dem Mai (+2,2 %). Zum Vormonat steigen die Preise um 1,1 %. Anders als im Juni tragen jetzt beide Seiten bei: Vorleistungsgüter bleiben mit +5,4 % der stärkste Block (Metalle +12,6 %, chemische Grundstoffe +11,5 %), und die Energie dreht von +0,4 % auf +3,8 %.
Energie dreht ins Plus
Nach Monaten der Entlastung kostet Energie wieder 3,8 % mehr als vor einem Jahr, zum Vormonat sogar 3,4 % mehr. Getrieben wird das von den Mineralölerzeugnissen (+31,4 % zum Vorjahr, +6,6 % zum Vormonat), auch bedingt durch die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten: leichtes Heizöl +52,0 %, Rohbenzin (Naphtha) +34,6 %, Kraftstoffe +29,4 %. Erdgas liegt mit +1,6 % erstmals wieder über Vorjahr, während Strom (-1,6 %) und Fernwärme (-0,7 %) weiter darunter bleiben.
Vorlauf zum Verbraucherpreisindex
Erzeugerpreise sind ein Frühindikator: Wendepunkte schlagen erfahrungsgemäß mit sechs bis neun Monaten Verzögerung auf den Verbraucherpreisindex durch. Dieser lag im Juli 2026 bei +2,8 % nach +2,3 % im Juni — beide Reihen zeigen also nach oben, angetrieben von derselben Energiekomponente.
FAQ
Erzeugerpreise Juli 26?
+3,0 % zum Vorjahr und +1,1 % zum Vormonat. Den Anstieg tragen vor allem Vorleistungsgüter (+5,4 %) und Energie (+3,8 %). Ohne Energie beträgt der Zuwachs +2,7 %.
Was sind Erzeugerpreise?
Verkaufspreise inländischer Hersteller für Produkte ab Werk. Vorindikator für VPI.
Warum zieht der Anstieg an?
Zwei Blöcke wirken zusammen. Bei den Vorleistungsgütern (+5,4 %) sind Metalle mit +12,6 % der Treiber, darunter Edelmetalle mit +31,8 % und Kupfer mit +28,7 %; chemische Grundstoffe kosten 11,5 % mehr. Hinzu kommt die Energie, die von +0,4 % im Juni auf +3,8 % springt — Mineralölerzeugnisse allein +31,4 %.
Nächste Daten?
Die Juli-Werte sind am 20.08.2026 erschienen (Pressemitteilung Nr. 298). Die August-Werte folgen voraussichtlich um den 20.09.2026.
Wirkung auf den VPI?
Erzeugerpreise wirken mit rund sechs bis neun Monaten Verzögerung auf die Verbraucherpreise. Der VPI lag im Juli 2026 bei +2,8 % nach +2,3 % im Juni; der jetzige Erzeugerpreis-Anstieg deutet darauf hin, dass der Preisdruck vorerst nicht nachlässt.
Quellen
- Destatis Erzeugerpreise
- Bundesbank
- Eurostat PPI
Stand: 24.08.2026 · Destatis PD26/298, 20.08.2026
