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Bundeswahlleiterin · Europäisches Parlament · Endgültiges Ergebnis Europawahl 2024 · geprüft 07.05.2026

Europawahl 2024: Endgültiges Ergebnis

Vom 6. bis 9. Juni 2024 wurde das 10. Europäische Parlament gewählt. EU-weit gaben 370 Millionen Wahlberechtigte ihre Stimme ab, die Wahlbeteiligung lag bei 51,0 Prozent. In Deutschland erreichte sie 64,7 Prozent – den höchsten Wert seit 1989. Die Christdemokraten (EVP) bleiben mit 188 Sitzen stärkste Fraktion. Die Patrioten für Europa (PfE) entstanden im Juli 2024 als drittstärkste Kraft mit 84 Sitzen, neue rechte Fraktion ESN brachte es auf 25. In Deutschland gewann CDU/CSU mit 30,0 Prozent klar, AfD wurde mit 15,9 Prozent zweitstärkste Kraft, Grüne stürzten auf 11,9 Prozent ab, BSW kam aus dem Stand auf 6,2 Prozent.

Datenstand 07.05.2026 · Datenbasis: Bundeswahlleiterin (endgültiges Ergebnis Deutschland), Europäisches Parlament (Sitzverteilung 2024–2029), Eurostat (Wahlbeteiligung), Forschungsgruppe Wahlen
Wahlberechtigte EU
370 Mio.
in 27 Mitgliedstaaten
720 Sitze im EP
Wahlbeteiligung EU
51,0 %
leicht gestiegen
+0,4 Pp. vs. 2019
Wahlbeteiligung Deutschland
64,7 %
höchste seit 1989
+3,3 Pp. vs. 2019
Rechte Fraktionen
187
PfE + EKR + ESN
26 % aller Sitze

Sitzverteilung im 10. Europäischen Parlament 2024–2029

Im neuen Europäischen Parlament mit 720 Sitzen bleibt die EVP stärkste Fraktion (188), gefolgt von S&D (136). Zwei neue rechte Fraktionen entstanden im Juli 2024: Patrioten für Europa (PfE, 84) und Europa der Souveränen Nationen (ESN, 25). Die Liberalen Renew Europe (77) und die Grünen/EFA (53) verloren deutlich. Die informelle „Große Koalition“ aus EVP, S&D und Renew kommt zusammen auf 401 Sitze und kann weiter Mehrheiten organisieren.

Fraktionen im Europäischen Parlament 2024–2029 (Sitze)

Quelle: Europäisches Parlament. Stand nach Konstituierung Juli 2024.

EVP · Christdemokraten
188 Sitze
Stärkste Fraktion. +12 Sitze ggü. 2019. CDU/CSU stellt mit 30 MdEP die größte nationale Delegation.
Vorsitz: Manfred Weber (CSU)
S&D · Sozialdemokraten
136 Sitze
Zweitstärkste Fraktion. −3 Sitze ggü. 2019. SPD stellt 14 MdEP.
Vorsitz: Iratxe García (PSOE)
PfE · Patrioten für Europa
84 Sitze
Neu im Juli 2024 gegründet als Nachfolgerin der ID-Fraktion. RN (Frankreich), Fidesz (Ungarn), FPÖ, Lega.
Drittstärkste Kraft
EKR · Konservative & Reformer
78 Sitze
+9 Sitze ggü. 2019. Fratelli d'Italia (Meloni) ist hier stärkste Kraft, gefolgt von PiS (Polen).
Meloni-Fraktion
Renew Europe · Liberale
77 Sitze
−25 Sitze – größter Verlust aller Fraktionen. Macrons Renaissance kollabiert auf 10 Sitze. FDP stellt 5 MdEP.
Großer Verlierer
Grüne/EFA
53 Sitze
−18 Sitze. Vom Platz 4 (2019) auf Platz 6 abgerutscht. Grüne aus Deutschland stellen 12 MdEP.
Verlierer der Wahl
The Left · Linke Fraktion
46 Sitze
+9 Sitze. La France Insoumise mit 9 MdEP stärkste Delegation. Die Linke aus Deutschland: 3 MdEP.
Zugewinne
ESN · Souveräne Nationen
25 Sitze
Neu im Juli 2024 gegründet. AfD (14 MdEP) bildet das Rückgrat, dazu Reconquête und kleinere Parteien.
AfD-Fraktion nach ID-Ausschluss

Rechtsruck im Europäischen Parlament

Die rechten Fraktionen PfE + EKR + ESN stellen zusammen 187 Sitze – mehr als ein Viertel des Parlaments. Die informelle „Große Koalition“ aus EVP, S&D und Renew kommt zusammen auf 401 Sitze und kann weiter Mehrheiten bilden. Ursula von der Leyen wurde mit den Stimmen von EVP, S&D, Renew und Teilen der Grünen erneut zur Kommissionspräsidentin gewählt.

Ergebnis Deutschland: CDU/CSU klar vorn, AfD zweitstärkste Kraft

Deutschland stellt mit 96 von 720 MdEP die größte Delegation im Europäischen Parlament. Die Union (CDU + CSU) gewann mit 30,0 Prozent klar (+1,0 Pp.) und entsendet 30 Abgeordnete. Die AfD verbesserte sich mit 15,9 Prozent auf 15 Sitze (+4,9 Pp.) und wurde damit zweitstärkste Kraft. Die SPD fiel auf 13,9 Prozent (14 Sitze, −1,9 Pp.), die Grünen brachen auf 11,9 Prozent ein (12 Sitze, −8,6 Pp.). BSW kam aus dem Stand auf 6,2 Prozent (6 Sitze), die FDP halbierte sich auf 5,2 Prozent (5 Sitze). Die Linke verlor und kam mit 2,7 Prozent auf 3 Sitze.

Endgültiges Ergebnis Deutschland 2024 (Stimmenanteile in %)

Quelle: Bundeswahlleiterin, endgültiges Ergebnis (10. Juli 2024).

Sitzverteilung Deutschland (96 MdEP)

CDU/CSU 30, AfD 15, SPD 14, Grüne 12, BSW 6, FDP 5, Linke 3, sonstige 11.

Veränderung 2019 → 2024 (in Prozentpunkten)

AfD größter Gewinner, Grüne größter Verlierer.

CDU/CSU
30,0 %
30 Sitze (CDU 23 + CSU 6 + Familienpartei 1). Klarer Wahlsieger in Deutschland. +1,0 Pp. vs. 2019.
Listenführer Manfred Weber
AfD
15,9 %
15 Sitze. Bestes bundesweites AfD-Ergebnis aller Zeiten. +4,9 Pp. vs. 2019. Aus ID-Fraktion ausgeschlossen, Mitgründerin von ESN.
Spitzenkandidat Maximilian Krah
SPD
13,9 %
14 Sitze. Historisches Tief bei einer bundesweiten Wahl. −1,9 Pp. vs. 2019.
Spitzenkandidatin Katarina Barley
Bündnis 90/Die Grünen
11,9 %
12 Sitze. Massiver Absturz nach 20,5 % in 2019 – größter Verlierer der Wahl. −8,6 Pp.
Spitzenkandidatin Terry Reintke
BSW
6,2 %
6 Sitze. Aus dem Stand – im Januar 2024 gegründet, Sahra Wagenknecht führt die Liste an. Sitzt fraktionslos im EP.
Spitzenkandidat Fabio De Masi
FDP
5,2 %
5 Sitze. −0,2 Pp. vs. 2019. Schwaches Ergebnis im Ampel-Kontext.
Spitzenkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann
Die Linke
2,7 %
3 Sitze. −2,8 Pp. vs. 2019 – nach BSW-Abspaltung deutlich geschwächt.
Spitzenkandidaten Carola Rackete & Martin Schirdewan
Sonstige
14,2 %
11 Sitze. Volt 2,6 %, Tierschutzpartei 1,4 %, Freie Wähler 2,7 %, Familienpartei 0,6 %, ÖDP, Die PARTEI u.a.
Bundeswahlleiterin

Wahlbeteiligung: Höchster Wert seit 1989

Die Wahlbeteiligung in Deutschland erreichte 64,7 Prozent – der höchste Wert bei einer Europawahl seit 1989 (62,3 %) und der dritthöchste Wert überhaupt. EU-weit lag die Beteiligung bei 51,0 Prozent. Stärkste Wahlbeteiligungen in der EU: Belgien (Wahlpflicht) 89,8 %, Luxemburg (Wahlpflicht) 82,2 %, Malta 73,0 %. Niedrigste: Kroatien 21,3 %, Litauen 28,4 %, Bulgarien 33,8 %.

Wahlbeteiligung Europawahl Deutschland 1979–2024

Quelle: Bundeswahlleiterin.

Wahlbeteiligung Europawahl 2024 nach Bundesland (in %)

Quelle: Bundeswahlleiterin.

EU-Vergleich Wahlbeteiligung 2024 (Top & Bottom)

Belgien und Luxemburg mit Wahlpflicht.

Hintergrund Wahlpflicht

Belgien und Luxemburg kennen eine Wahlpflicht für alle EU-Bürger und treiben damit die EU-Wahlbeteiligung mechanisch nach oben. Ohne diese beiden Länder läge die Wahlbeteiligung im EU-27-Durchschnitt bei rund 49 Prozent. In Deutschland gilt: ab 16 Jahren wahlberechtigt, freiwillige Stimmabgabe.

Demografie: Wer hat wen gewählt?

Die Auswertung der Forschungsgruppe Wahlen für die Tagesschau zeigt ein klares Generationen- und Bildungsmuster. Die AfD wurde in der Altersgruppe 16–24 zur stärksten Kraft (17 % – vs. CDU/CSU 17 % gleichauf). In der Gruppe 70+ kam CDU/CSU dagegen auf 41 %, AfD nur auf 11 %. Gewerkschaftsmitglieder wählten überdurchschnittlich SPD und CDU; Nicht-Mitglieder stärker AfD. Frauen wählten häufiger Grüne (14 %) und Linke (3 %), Männer häufiger AfD (19 %) und Union.

Stimmenanteile nach Altersgruppen (in %)

Quelle: Forschungsgruppe Wahlen / tagesschau.de.

Stimmenanteile Männer vs. Frauen 2024

Männer mehr AfD/Union, Frauen mehr Grüne/SPD.

Stimmenanteile Ost vs. West (in %)

AfD und BSW deutlich stärker im Osten.

Methodik & FAQ

Diese Auswertung basiert auf den endgültigen Ergebnissen der Bundeswahlleiterin (Deutschland) und des Europäischen Parlaments (Sitzverteilung). Datenstand: nach Konstituierung der neuen Fraktionen Juli 2024. Demografische Auswertungen kommen von der Forschungsgruppe Wahlen.

Wann fand die Europawahl 2024 statt?

Vom 6. bis 9. Juni 2024 in den 27 EU-Mitgliedstaaten. In Deutschland am Sonntag, 9. Juni 2024. Wählten konnten Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren (Erstmals bundesweit, vorher ab 18).

Wer ist Wahlsieger in Deutschland?

CDU/CSU mit 30,0 Prozent (30 Sitze). Klarer Wahlsieger mit deutlichem Abstand vor der AfD (15,9 %, 15 Sitze) und der SPD (13,9 %, 14 Sitze).

Wer ist stärkste Fraktion im Europäischen Parlament?

Die EVP (Europäische Volkspartei) mit 188 von 720 Sitzen, +12 vs. 2019. CDU/CSU stellt mit 30 MdEP die größte nationale Delegation. EVP-Vorsitz: Manfred Weber (CSU).

Was ist die PfE und wann wurde sie gegründet?

Patrioten für Europa – rechte Fraktion gegründet im Juli 2024 nach der Wahl. Mit 84 Sitzen drittstärkste Kraft. Mitgliedsparteien u. a. Rassemblement National (Frankreich), Fidesz (Ungarn), FPÖ (Österreich), Lega (Italien). Nachfolgerin der ID-Fraktion.

Was ist die ESN?

Europa der Souveränen Nationen – Fraktion gegründet im Juli 2024 mit 25 Sitzen. Rückgrat: AfD-Delegation (14 MdEP), nachdem die AfD im Mai 2024 aus der ID-Fraktion ausgeschlossen worden war. Weitere Parteien: Reconquête (Frankreich), Vazrazhdane (Bulgarien).

Wie hoch war die Wahlbeteiligung?

EU-weit 51,0 Prozent (+0,4 Pp. vs. 2019). In Deutschland 64,7 Prozent – höchster Wert bei einer Europawahl seit 1989. EU-Spitzenwerte mit Wahlpflicht: Belgien 89,8 %, Luxemburg 82,2 %. Schlusslicht: Kroatien mit 21,3 %.

Wer ist neue Kommissionspräsidentin?

Ursula von der Leyen (CDU, EVP). Wiedergewählt am 18. Juli 2024 mit 401 von 707 Stimmen – Mehrheit aus EVP, S&D, Renew und Teilen der Grünen. Ihre zweite Amtszeit dauert bis 2029.

Welche neuen Parteien zogen ins EP ein?

Aus Deutschland: Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 6,2 Prozent (6 Sitze) – im Januar 2024 gegründet. Auf EU-Ebene: zahlreiche kleine Parteien aus Mitgliedstaaten, die in den jeweiligen Ländern erstmals die nationale Sperrklausel überwunden haben.

Wann ist die nächste Europawahl?

Frühjahr 2029 (innerhalb der Periode März bis Mai). Die Legislaturperiode des 10. Europäischen Parlaments läuft von 2024 bis 2029.

Quellen & weiterführende Daten