Extremwetter & Schäden 2026
Extremwetter bleibt ein strukturelles Risiko. In Deutschland lagen die versicherten Naturgefahrenschäden 2025 laut GDV deutlich unter dem Niveau von 2024, während der DWD zugleich ein sehr warmes, trockenes und sonniges Wetterjahr bilanziert. Global verweist Munich Re für 2025 weiter auf Naturkatastrophenschäden in dreistelliger Milliardenhöhe. Hier die wichtigsten Daten zu Kosten, Risiken und Schutzlücken.
Globale Zunahme von Naturkatastrophen
Die Anzahl wetterbedingter Katastrophen steigt langfristig weiter an. Für 2025 beziffert Munich Re 92% aller globalen Schäden und 97% der versicherten Schäden als wetterbedingt. Nicht nur einzelne Großereignisse, sondern vor allem Überschwemmungen, Gewitter und Waldbrände treiben die Verluste.
Anzahl relevanter Ereignisse weltweit (Trend bis 2025)
Die Kosten der Krise in Deutschland
Schadensbilanz der Versicherer in Deutschland. 2025 fiel mit 2,6 Mrd. Euro deutlich glimpflicher aus als 2024, doch der langfristige Trend bleibt hochvolatil. 2021 bleibt mit der Ahrtal-Flut das teuerste Jahr.
Versicherte Schäden in Deutschland (Mrd. €, inflationsbereinigt)
Datenbasis: GDV-Naturgefahrenbilanz. Enthält Sturm, Hagel und weitere Elementargefahren. 2025 = GDV-Schätzung zum 30.12.2025.
Hauptgefahren in Deutschland
Welche Wetterextreme bedrohen uns am meisten?
Hitze & Duerre
Das toedliche Risiko. Hitze bleibt für Menschen die gefährlichste Klimafolge. Für den Sommer 2025 schätzen Forschende rund 24.400 Hitzetote in 854 europäischen Städten, davon etwa 16.500 klimawandelbedingt.
Sturzfluten
Die unberechenbare Gefahr. Warme Luft speichert mehr Wasser (+7% pro 1°C). Lokaler Starkregen trifft zunehmend Orte abseits großer Fluesse.
Sturm & Hagel
Der teure Schaden. Hagelkoerner werden größer und verursachen Milliardenschäden an Autos, Fassaden und Photovoltaik-Anlagen.
Urban Heat Islands
Städte unter Stress. Versiegelte Flächen heizen sich extrem auf. Städte investieren verstärkt in das "Schwammstadt-Konzept".
Debatte: Elementarschaden-Pflichtversicherung
Nach den Hochwassern 2024 und der erneut niedrigen Schadendeckung 2025 bleibt die Debatte über eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden aktuell. Der GDV verweist zugleich auf Prävention: Mehr Gebäude brauchen Schutz, Rückhalt und angepasste Bauweise.
Quellenverzeichnis
- GDV: Naturgefahrenbilanz 2025. Die deutschen Versicherer rechnen für 2025 mit 2,6 Milliarden Euro versicherten Naturgefahrenschäden; damit blieb das Jahr deutlich unter 2024, aber über dem langfristigen Schnitt. gdv.de
- GDV-Datenservice: 2024 waren 10,2 Mio. Wohngebäude gegen weitere Naturgefahren versichert. Das entspricht einer Versicherungsdichte von 57% bezogen auf Wohngebäude-Feuer. gdv.de
- Munich Re: NatCatSERVICE 2025. Weltweit summierten sich die Gesamtschäden aus Naturkatastrophen 2025 auf 224 Mrd. USD, davon waren 108 Mrd. USD versichert; 92% der Verluste waren wetterbedingt. munichre.com
- Imperial College London / LSHTM: Modellrechnung für den Sommer 2025 in 854 europäischen Städten: 24.400 hitzebedingte Todesfälle, davon 16.500 klimawandelbedingt. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Schätzung, nicht um eine amtliche Vollerhebung. imperial.ac.uk
- Deutscher Wetterdienst (DWD): Deutschlandwetter im Jahr 2025. Deutschland war mit 10,1 °C sehr warm, mit 655 l/m² vergleichsweise trocken und mit über 1.945 Sonnenstunden sehr sonnig. dwd.de
- Methodik: Dargestellt sind überwiegend versicherte Schäden aus Sach- und Kfz-Versicherung. Gesamtwirtschaftliche Schäden liegen häufig höher. Die Heat-Death-Zahl für 2025 ist eine modellierte Schätzung für 854 europäische Städte, keine amtliche Vollerhebung.
