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🔬 F&E-Monitor 2024

Forschungsausgaben Deutschland 2024: 137,1 Mrd. € — 3,17 % vom BIP, Höchststand seit 1995

Die Bruttoinlandsaufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) erreichten in Deutschland 2024 mit 137,1 Mrd. Euro ihren Höchststand — +3,8 % gegenüber dem Vorjahr 2023. Mit einem Anteil von 3,17 % am Bruttoinlandsprodukt wird das EU-Ziel von 3 % erstmals seit 2019 wieder überschritten. Die stärksten Zuwächse kommen aus den außeruniversitaeren Forschungseinrichtungen (+10,1 %).

📅 Berichtsjahr 2024 · Quelle: Destatis · Veröffentlichung jährlich · Stand: März 2026

F&E gesamt 2024
137,1 Mrd. €
+3,8 % zum Vorjahr

F&E Anteil am BIP
3,17 %
Höchststand seit 1995

F&E gesamt 2023
132,1 Mrd. €
BIP-Anteil 3,13 %

EU-2020-Ziel BIP
3,0 %
erreicht 2024

Nationales Ziel 2025
3,5 %
nicht erreicht

Unternehmens-F&E
92,5 Mrd. €
+2,3 % zum Vorjahr

Unternehmens-Anteil
67,5 %
von F&E gesamt

Hochschulen F&E
24,1 Mrd. €
+4,7 % zum Vorjahr

Hochschulen-Anteil
17,6 %
von F&E gesamt

Außeruniv. Forschung
20,4 Mrd. €
+10,1 % zum Vorjahr (stärkster)

Außeruniv.-Anteil
14,9 %
von F&E gesamt

Frauenanteil wiss. Pers.
36,7 %
+0,7 pp zu 2023

Personal F&E gesamt
779.000
Vollzeitäquivalente

Bildung/Forschung/Wiss. 2024
426 Mrd. €
+5,0 % (Destatis)

Hochschulausgaben 2024
69,7 Mrd. €
+5,0 % (Destatis)

F&E-Spitzenreiter EU
🇸🇪 Schweden
3,4 % BIP (2023)

Zeitreihen-Verlauf

Bruttoinlandsaufwendungen F&E in Mrd. € und Anteil am BIP

F&E-Ausgaben Deutschland 2015-2024 (Mrd. €)

F&E-Anteil am BIP 2015-2024 (%)

Sektoren-Aufschluesselung

Wirtschaft, Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen

Anteil F&E nach Sektoren 2024

F&E-Wachstum Sektoren zum Vorjahr (in %)

Außeruniv. F&E 2019-2024 (Mrd. €)

Branchen-Analyse Wirtschaft

Forschungsstarke Branchen und Investitions-Schwerpunkte

F&E nach Wirtschaftszweigen 2024 (Mrd. €)

Wachstum Top-Branchen 2023-24 (in %)

Internationaler Vergleich

Deutschland im EU- und OECD-Vergleich (BIP-Anteile 2023)

F&E-Quote BIP EU-Vergleich (%)

F&E-Quote Top OECD (%)

Deutschland F&E-Quote vs. Ziel (%)

Personal & Bundesländer

Beschäftigte und regionale Verteilung der F&E

F&E-Personal Sektoren 2024 (Tsd. VZAE)

F&E-Quote BIP Top-Bundesländer 2023 (%)

Detail-Tabelle: F&E-Ausgaben nach Sektoren und Jahren

Interne F&E-Aufwendungen in Mrd. Euro (Destatis Tabelle 21811)

Sektor 2020 2022 2023 2024 zum Vorjahr 23-24
F&E gesamt 106,1 121,0 132,1 137,1 +3,8 %
Unternehmen (Wirtschaft) 72,1 84,8 90,4 92,5 +2,3 %
Hochschulen 19,2 20,9 23,0 24,1 +4,7 %
Außeruniv. Forschungseinrichtungen 14,8 15,3 18,7 20,4 +10,1 %
Anteil F&E am BIP (%) 3,11 3,13 3,13 3,17 +0,04 pp
Personal F&E (Tsd. VZAE) 721 739 761 779 +2,4 %
davon Unternehmen 469 478 488 497 +1,9 %
davon Hochschulen 153 159 164 169 +3,1 %
davon Außeruniversitaer 99 102 109 113 +3,7 %
Frauen-Anteil wiss. Personal (%) 34,1 35,2 36,0 36,7 +0,7 pp

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Methodik F&E-Erhebung

Die Erhebung erfolgt jährlich gemeinsam mit dem Stifterverband Wissenschaft (Unternehmenssektor) und auf Basis der amtlichen Hochschulstatistik. F&E-Aufwendungen umfassen interne Personal-, Sach- und Investitionsaufwendungen für Forschung und Entwicklung. Internationale Vergleichbarkeit gewährleistet das Frascati-Handbuch der OECD. Die Veröffentlichung erfolgt mit etwa 16 Monaten Verzögerung.

Unternehmenssektor trägt zwei Drittel

Mit 92,5 Mrd. Euro (67,5 % aller F&E-Ausgaben) ist der Wirtschaftssektor der dominante F&E-Akteur. Die deutsche Forschungs-Wirtschaft ist stark auf Automobil (ca. 22 % der Unternehmens-F&E), Pharma (ca. 15 %) und Maschinenbau (ca. 11 %) konzentriert. Strukturelle Schwächen bestehen bei IT/Software (nur ca. 7 %) und Biotechnologie.

Außeruniversitäre Forschung wächst am stärksten

Die außeruniversitaeren Forschungseinrichtungen (Helmholtz, Max-Planck, Leibniz, Fraunhofer u. a.) verzeichneten 2024 mit +10,1 % das stärkste Wachstum — getrieben durch Sondermittel für Wasserstoffforschung, KI und Quantentechnologie. Mit 20,4 Mrd. Euro stellen sie 14,9 % der F&E-Aufwendungen und beschäftigen 113.000 Personen in Vollzeitäquivalenten.

EU-2020-Ziel erreicht, nationales Ziel nicht

Mit 3,17 % BIP-Anteil überschreitet Deutschland 2024 erstmals seit 2019 wieder das EU-2020-Ziel von 3 %. Das nationale Ziel der vorangegangenen Bundesregierungen, bis 2025 mindestens 3,5 % zu erreichen, wird trotz Steigerung weiterhin verfehlt. Spitzenreiter in der EU bleiben Schweden (3,4 %) und Belgien (3,3 %).

Hochschulen profitieren von Hochschulpakt

Hochschulausgaben für F&E stiegen 2024 um 4,7 % auf 24,1 Mrd. Euro. Insgesamt erhöhten sich die Hochschulausgaben (incl. Lehre, Verwaltung, Bau) um 5,0 % auf 69,7 Mrd. Euro (Destatis). Hauptantreiber sind der Hochschulpakt 2020plus, der Zukunftsvertrag „Studium und Lehre stärken“ sowie die Programmpauschale 2024.

Personal-Entwicklung und Gleichstellung

Das wissenschaftliche und technische Personal in F&E wuchs 2024 um 2,4 % auf 779.000 Vollzeitäquivalente. Der Frauenanteil im wissenschaftlichen Personal an außeruniv. Einrichtungen steigt auf 36,7 % (+0,7 pp). Gleichstellung ist nicht erreicht, aber der Trend ist positiv. An Hochschulen liegt der Frauenanteil bei wissenschaftlichem Personal etwa bei 42 %.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie hoch waren die F&E-Ausgaben in Deutschland 2024?

Die Bruttoinlandsaufwendungen für Forschung und Entwicklung erreichten 2024 in Deutschland 137,1 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 3,8 % gegenüber dem Vorjahr (2023: 132,1 Mrd. €). Damit erreichten die F&E-Ausgaben einen Höchststand — sowohl absolut als auch relativ zum Bruttoinlandsprodukt.

Wie hoch ist der F&E-Anteil am BIP?

Der F&E-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2024 bei 3,17 % — der höchste Wert seit Beginn der Zeitreihe 1995. Damit überschritt Deutschland das EU-2020-Ziel von 3 % erstmals seit 2019 wieder. Das nationale Ziel der Bundesregierung von 3,5 % bis 2025 wurde jedoch noch nicht erreicht.

Wer gibt am meisten für F&E aus?

Der Unternehmenssektor (Wirtschaft) dominiert mit 92,5 Mrd. Euro bzw. 67,5 % der F&E-Ausgaben. Hochschulen folgen mit 24,1 Mrd. Euro (17,6 %) und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit 20,4 Mrd. Euro (14,9 %). Die stärksten Zuwächse 2024 verzeichneten die außeruniversitaeren Einrichtungen mit +10,1 %.

Welche Branchen forschen am intensivsten?

Innerhalb des Unternehmenssektors konzentriert sich die F&E-Aktivität auf wenige Branchen: Automobilbau (ca. 22 % der Unternehmens-F&E), Pharmaindustrie (ca. 15 %), Maschinenbau (ca. 11 %), Elektrotechnik (ca. 10 %) und Chemie (ca. 8 %). Diese fünf Branchen machen zusammen rund zwei Drittel der gesamten Unternehmens-F&E aus.

Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich?

Mit 3,17 % BIP-Anteil 2024 liegt Deutschland im oberen Drittel der OECD. Spitzenreiter in der EU sind Schweden (3,4 %) und Belgien (3,3 %), gefolgt von Deutschland und Oesterreich. Weltweit führen Israel (5,4 %) und Südkorea (4,9 %). EU-Durchschnitt liegt bei etwa 2,2 %, deutlich unter dem 3 %-Ziel.

Wie viele Menschen arbeiten in der F&E?

In Deutschland waren 2024 rund 779.000 Personen in Vollzeitäquivalenten in der F&E taetig — das sind 2,4 % mehr als 2023. Davon arbeiten 497.000 in Unternehmen, 169.000 an Hochschulen und 113.000 in außeruniversitaeren Forschungseinrichtungen. Der Frauenanteil im wissenschaftlichen Personal liegt insgesamt bei etwa 38 %.

Was sind außeruniversitäre Forschungseinrichtungen?

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind öffentlich geförderte, eigenständige wissenschaftliche Institutionen. Die vier grossen Forschungsorganisationen in Deutschland sind: Max-Planck-Gesellschaft (Grundlagenforschung), Helmholtz-Gemeinschaft (Grossforschung), Leibniz-Gemeinschaft (anwendungsbezogene Forschung) und Fraunhofer-Gesellschaft (industrienahe Forschung).

Wann erscheinen die nächsten F&E-Daten?

Die ersten vorläufigen Werte für das Berichtsjahr 2025 werden voraussichtlich im Januar/Februar 2027 veröffentlicht. Endgültige Detailwerte (inkl. Branchenaufschlüsselung und Bundesländer) folgen ueblicherweise im März/April 2027. Diese Seite wird dann entsprechend aktualisiert.

Quellen

Primärquellen und Methodik