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🍷 Gastgewerbe-Monitor März 2026

Gastgewerbe Deutschland März 2026 — Real -5,2 % zum Vorjahr, niedrigster Stand seit März 2022

Das deutsche Gastgewerbe verbucht im März 2026 einen realen Umsatz­rückgang von 2,2 % gegenüber dem Vormonat und einen Einbruch um 5,2 % gegenüber dem Vorjahr (Destatis PD26/170, 19.05.2026). Das ist der niedrigste reale Umsatz­wert seit März 2022 — mitten in der Corona-Erholung. Trotz der Mehrwertsteuer­senkung auf 7 % für Speisen seit 01.01.2026 bleibt das Konsumklima dünn. Die DEHOGA warnt vor weiteren Insolvenzen.

📅 Destatis PD26/170 vom 19.05.2026 · Konjunktur­statistik Gastgewerbe · saison- & kalenderbereinigt · netto (ohne MwSt)
Gastgewerbe real zum Vormonat
-2,2 %
März vs. Februar 2026
Gastgewerbe real zum Vorjahr
-5,2 %
vs. März 2025
Gastgewerbe nom. zum Vormonat
-1,3 %
unbereinigt
Gastgewerbe nom. zum Vorjahr
+2,5 %
nominal wächst
Gastronomie real zum Vorjahr
-5,7 %
Restaurants, Cafés
Gastronomie nom. zum Vorjahr
+2,3 %
Speisen-MwSt 7 %
2025 real Jahr
-2,1 %
vs. 2024 gesamt
Tiefststand seit
März 2022
realer Umsatz
MwSt Speisen ab 01.01.26
7 %
zuvor 19 %
MwSt Getränke
19 %
unverändert
Beschäftigte Gastg.
2,4 Mio
inkl. 1,7 Mio Vollzeit
Insolvenzen Q1 2026
+18,4 %
Gastgewerbe zum Vorjahr (IWH)
Inflation Speisen zum Vorjahr
+6,8 %
PD25 VPI April 2026
Hotellerie real zum Vorjahr
-4,1 %
Übernachtungen zum Vormonat
Tarifbindung Gastg.
23 %
sehr niedrig (Destatis 2025)
Personalkosten zum Vorjahr
+7,2 %
Mindestlohn-Erhöhung

Monatsverlauf: Tiefes Tal im März

Realer Umsatz im Vergleich zu Vormonat und Vorjahr

Gastgewerbe-Umsatz real zum Vormonat Trend

Gastgewerbe-Umsatz real zum Vorjahr Trend

Gastronomie versus Beherbergung

Beide Bereiche unter Druck

Gastronomie vs. Beherbergung zum Vorjahr

Umsatz nach Segment

Mehrwertsteuer-Senkung wirkt nicht

7 % MwSt auf Speisen seit 01.01.2026 — ein Effekt-Vakuum

Real vs. nominal zum Vorjahr

Inflation Speisen Trend

MwSt-Hist 2020-2026

Insolvenzen, Mindestlohn, Strukturwandel

Der Druck wächst — auch von der Kostenseite

Insolvenzen Gastg. Q-Trend

Personalkosten Trend

Mindestlohn-Entwicklung

Langfristtrend

Wie sich das Gastgewerbe seit 2018 entwickelt

Gastgewerbe-Index 2018-2026 (real)

Beschäftigung Gastgewerbe Trend

Gastgewerbe-Umsatz März 2026 nach Segmenten

Destatis PD26/170 vom 19.05.2026, saisonbereinigt netto

Segmentzum Vormonat realzum Vorjahr realzum Vormonat nominalzum Vorjahr nominalIndex 2021=100
Gastgewerbe gesamt-2,2 %-5,2 %-1,3 %+2,5 %108,3
Gastronomie-0,1 %-5,7 %+0,2 %+2,3 %106,8
davon Restaurants-0,5 %-6,1 %+0,1 %+2,0 %105,4
davon Cafés/Bars+0,8 %-3,2 %+1,2 %+3,8 %109,1
Beherbergung (Hotellerie)-4,1 %-4,1 %-3,8 %+3,1 %111,2
Caterer-1,2 %+1,5 %-0,5 %+8,4 %124,8

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Niedrigster Stand seit März 2022

Mit einem realen Rückgang von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr erreichte das Gastgewerbe im März 2026 den niedrigsten Umsatzwert seit der Corona-Erholungsphase im Frühjahr 2022. Mehrere Effekte überlagern sich: Schwaches Konsumklima, hohe Speisepreise (Inflation Lebensmittel weiter über 6 %), Sparsamkeit der Verbraucher, fehlende Touristen sowie ein unüblich kalter und nasser März, der die Außen­gastronomie ausbremste.

Die MwSt-Senkung verpufft

Zum 1. Januar 2026 wurde die Mehrwertsteuer für Speisen wieder von 19 auf 7 % gesenkt — auf das Niveau vor der pandemischen Sonderregelung (Juli 2020 bis Dezember 2023). Die DEHOGA hatte mit einem deutlichen Konjunktur­impuls gerechnet. Tatsächlich gingen die Speisepreise im Schnitt nur um 4 % zurück (Inflation Speisen April 2026: noch +6,8 % zum Vorjahr). Viele Betriebe nutzten die Senkung zur Kostendeckung, nicht zur Preis­reduktion — der Konsument­effekt blieb damit aus.

Insolvenzen steigen

Das Leibniz-Institut für Wirtschafts­forschung Halle (IWH) meldet für das 1. Quartal 2026 ein Plus von 18,4 % an Insolvenzen im Gastgewerbe gegenüber dem Vorjahres­quartal. Besonders betroffen: Klein­gastronomie, traditionelle Wirtshäuser, lokale Cafés. Hintergrund: Höhere Energiekosten, Personal­kosten (Mindestlohn 2026: 12,82 EUR), Mietsteigerungen sowie das Ende vieler Corona-Hilfskredite, die jetzt zurück­gezahlt werden müssen.

Hotellerie unter Druck

Die Beherbergungs­branche verlor im März 2026 real 4,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Übernachtungs­zahlen sind rückläufig — insbesondere im Geschäfts­reise­segment, das wegen Homeoffice und virtuellen Konferenzen strukturell schrumpft. Privat- und Städtetourismus halten besser, aber die durch­schnittliche Aufenthalts­dauer sinkt. Internationale Gäste aus den USA und China bleiben unter Vor-Pandemie-Niveau.

Caterer als Wachstumssegment

Während Restaurants und Hotels schwinden, wächst das Catering-Segment weiter (+1,5 % real zum Vorjahr, +8,4 % nominal). Treiber: gestiegener Bedarf in Kantinen und Schulen, Convenience-Trend bei Privatkunden, Event-Caterer für Firmen­feiern und Hochzeiten. Der Index liegt mit 124,8 (2021=100) deutlich über Vor-Corona — ein struktureller Gewinner der Branche.

Strukturwandel verdichtet sich

Das Gastgewerbe steht vor einem dauerhaften Strukturwandel: Mit 23 % hat die Branche eine der niedrigsten Tarif­bindungs­quoten Deutschlands. Personalmangel ist akut (Mindestlohn 2026: 12,82 EUR steigend auf 13,90 EUR 2027). Digitalisierung erfolgt langsam. Die Konsolidierung über Ketten und systemische Gastronomie (Kaufland-Café, Edeka-To-Go) nimmt zu. Unabhängige Betriebe verlieren Marktanteile.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie ist die Lage des deutschen Gastgewerbes im März 2026?

Das Gastgewerbe erlebte im März 2026 einen deutlichen Umsatzrückgang: Real 2,2 % weniger als im Vormonat Februar 2026 und 5,2 % weniger als im Vorjahresmonat März 2025 (Destatis PD26/170). Das ist der niedrigste reale Umsatzwert seit März 2022, mitten in der Corona-Erholung. Nominal stieg der Umsatz zum Vorjahr zwar um 2,5 %, aber die Inflation in der Branche frisst diesen Zuwachs auf.

Warum hilft die MwSt-Senkung auf Speisen nicht?

Seit 1. Januar 2026 gilt wieder die 7 %-MwSt für Speisen (zuvor 19 % seit 2024). Die DEHOGA hatte mit einem Konjunktur­impuls gerechnet, der jedoch ausgeblieben ist. Mehrere Gründe: (1) Viele Betriebe nutzten die Senkung zur Margenstabilisierung, nicht zur Preissenkung. (2) Die Speisepreise sind im April 2026 weiter um +6,8 % zum Vorjahr gestiegen (Lebensmittel-Inflation, Personalkosten). (3) Der Konsument hat das aktuelle Preis­niveau bereits internalisiert und seine Konsum­gewohnheiten angepasst.

Welche Sub-Segmente sind besonders betroffen?

Restaurants verloren im März 2026 real 6,1 % zum Vorjahr — den stärksten Rückgang. Hotellerie -4,1 % zum Vorjahr. Cafés und Bars halten sich relativ gut bei -3,2 %. Caterer wachsen sogar (+1,5 % real zum Vorjahr, +8,4 % nominal) — sie sind das einzige Wachstums­segment. Der Index Catering liegt bei 124,8 (2021=100). Gewinner sind also Kantinen, Schulcatering und Event-Catering.

Steigen die Insolvenzen in der Gastronomie?

Ja, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldet für das 1. Quartal 2026 ein Plus von 18,4 % an Insolvenzen im Gastgewerbe gegenüber Q1 2025. Treiber: Höhere Energiekosten, Personalkosten (Mindestlohn 12,82 EUR), Mietsteigerungen, Rückzahlung von Corona-Hilfen. Besonders betroffen sind kleine, traditionelle Wirtshäuser und unabhängige Cafés.

Wie viele Menschen arbeiten im Gastgewerbe?

Aktuell sind in Deutschland rund 2,4 Mio Menschen im Gastgewerbe beschäftigt — davon etwa 1,7 Mio in Vollzeit, der Rest in Teil- oder Minijobs. Damit ist das Gastgewerbe einer der größten Arbeitgeber Deutschlands. Allerdings beträgt die Tarif­bindung nur 23 %, deutlich unter dem Bundes­schnitt von 49 %. Personal­mangel ist eine der größten Heraus­forderungen der Branche.

Wirkt sich das Wetter auf den Umsatz aus?

Ja, signifikant. Der März 2026 war kälter und regnerischer als im langjährigen Mittel — das dämpfte die Außen­gastronomie deutlich. Saisonbereinigte Daten berücksichtigen typische Wettermuster, können aber unüblich starke Witterungs­effekte nicht völlig ausgleichen. Hotellerie war zusätzlich betroffen, weil Städtetouristen ihre Reisen verschoben.

Was bedeutet das für die Kette "Gastronomie zur Wirtschaftserwartung"?

Die Gastronomie ist ein klassischer Frühindikator für Verbraucher­ausgaben: Wenn Haushalte sparen, sparen sie zuerst beim Essengehen, dann bei der Bekleidung, zuletzt bei Lebensmitteln und Wohnen. Der März-Einbruch bestätigt damit eine breit angelegte Konsumzurückhaltung — auch Einzelhandel real -2,0 % zum Vorjahr und Bekleidung -4,2 % zum Vorjahr. Die Sparquote ist Q1 2026 wieder auf 11,8 % gestiegen.

Wann erscheinen die nächsten Gastgewerbe-Daten?

Destatis publiziert die Gastgewerbe-Konjunktur­statistik monatlich mit etwa 50 Tagen Verzug. Die April-Daten erscheinen voraussichtlich am 19. Juni 2026 (PD26/180 oder ähnlich), die Mai-Daten am 21. Juli 2026. Die DEHOGA publiziert begleitend ein eigenes Stimmungs­barometer (monatlich), das auch Buchungs­daten und Auftrags­eingänge erfasst. Die Schweiz hat im 1. Quartal 2026 eine vergleichbare Statistik publiziert, die einen leicht stabileren Verlauf zeigt.

Quellen

Primärquellen und Methodik