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🍷 Gastgewerbe-Monitor Mai 2026

Gastgewerbe Deutschland Mai 2026 — Real -6,0 % zum Vorjahr, -2,0 % zum Vormonat

Das deutsche Gastgewerbe hat im Mai 2026 kalender- und saisonbereinigt real 2,0 % und nominal 2,1 % weniger umgesetzt als im April (Destatis PD26/258, 21.07.2026). Gegenüber Mai 2025 sank der Umsatz real um 6,0 % und nominal um 0,3 %. Die Gastronomie traf es härter (real -7,1 % zum Vorjahr) als die Beherbergung (-2,8 %). Der April wurde nachträglich nach oben revidiert: statt 0,0 % nun real +0,5 %. Trotz der Mehrwertsteuer­senkung auf 7 % für Speisen seit 01.01.2026 bleibt das Konsumklima dünn.

📅 Destatis PD26/258 vom 21.07.2026 · Konjunktur­statistik Gastgewerbe · saison- & kalenderbereinigt · netto (ohne MwSt)
Gastgewerbe real z. Vormonat
-2,0 %
Mai vs. April 2026
Gastgewerbe real z. Vorjahr
-6,0 %
vs. Mai 2025
Gastgewerbe nom. z. Vormonat
-2,1 %
kalender- u. saisonber.
Gastgewerbe nom. z. Vorjahr
-0,3 %
nominal fast stabil
Gastronomie real z. Vorjahr
-7,1 %
stärkster Rückgang
Gastronomie nom. z. Vorjahr
+0,7 %
nominal im Plus
Beherbergung real z. Vorjahr
-2,8 %
Hotels u. a.
Beherbergung nom. z. Vorjahr
-1,0 %
nominal
Gastronomie real z. Vormonat
-1,9 %
Mai vs. April
Beherbergung real z. Vormonat
-0,9 %
Mai vs. April
April revidiert
+0,5 %
real, zuvor 0,0 %
2025 real Jahr
-2,1 %
vs. 2024 gesamt
MwSt Speisen ab 01.01.26
7 %
zuvor 19 %
MwSt Getränke
19 %
unverändert
Mindestlohn 2026
12,82 €
2027: 13,90 €
Stand
21.07.
2026

Monatsverlauf bis Mai 2026

Realer Umsatz im Vergleich zu Vormonat und Vorjahr

Umsatz real zum Vormonat

Umsatz real zum Vorjahr

Gastronomie versus Beherbergung

Beide Bereiche unter Druck

Gastronomie vs. Beherbergung zum Vorjahr

Umsatz nach Segment

Mehrwertsteuer-Senkung wirkt nicht

7 % MwSt auf Speisen seit 01.01.2026 — ein Effekt-Vakuum

Real vs. nominal zum Vorjahr

Inflation Speisen Trend

MwSt-Hist 2020-2026

Insolvenzen, Mindestlohn, Strukturwandel

Der Druck wächst — auch von der Kostenseite

Insolvenzen Gastg. Q-Trend

Personalkosten Trend

Mindestlohn-Entwicklung

Langfristtrend

Wie sich das Gastgewerbe seit 2018 entwickelt

Gastgewerbe-Index 2018-2026 (real)

Beschäftigung Gastgewerbe Trend

Gastgewerbe-Umsatz Mai 2026 nach Segmenten

Destatis PD26/258 vom 21.07.2026 · Gastgewerbe, Gastronomie und Beherbergung: amtliche Werte für Mai 2026

Segmentreal zum Vormonatreal zum Vorjahrnominal zum Vormonatnominal zum Vorjahr
Gastgewerbe gesamt-2,0 %-6,0 %-2,1 %-0,3 %
Gastronomie-1,9 %-7,1 %-1,8 %+0,7 %
Beherbergung (Hotels u. a.)-0,9 %-2,8 %-1,4 %-1,0 %

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Real -6,0 % unter Vorjahr

Im Mai 2026 lag der reale Gastgewerbe-Umsatz 6,0 % unter dem Vorjahresmonat, nominal nur 0,3 %. Diese Lücke von rund 5,7 Prozentpunkten ist die Preiskomponente: Die Gäste zahlen ähnlich viel wie vor einem Jahr, bekommen dafür aber deutlich weniger. Zum Vormonat sank der reale Umsatz um 2,0 %.

Die MwSt-Senkung verpufft

Zum 1. Januar 2026 wurde die Mehrwertsteuer für Speisen wieder von 19 auf 7 % gesenkt — auf das Niveau vor der pandemischen Sonderregelung (Juli 2020 bis Dezember 2023). Die DEHOGA hatte mit einem deutlichen Konjunktur­impuls gerechnet. Tatsächlich gingen die Speisepreise im Schnitt nur um 4 % zurück (Inflation Speisen zuletzt bei +6,8 % zum Vorjahr). Viele Betriebe nutzten die Senkung zur Kostendeckung, nicht zur Preis­reduktion — der Konsument­effekt blieb damit aus.

Insolvenzen steigen

Das Leibniz-Institut für Wirtschafts­forschung Halle (IWH) meldet für das 1. Quartal 2026 ein Plus von 18,4 % an Insolvenzen im Gastgewerbe gegenüber dem Vorjahres­quartal. Besonders betroffen: Klein­gastronomie, traditionelle Wirtshäuser, lokale Cafés. Hintergrund: Höhere Energiekosten, Personal­kosten (Mindestlohn 2026: 12,82 EUR), Mietsteigerungen sowie das Ende vieler Corona-Hilfskredite, die jetzt zurück­gezahlt werden müssen.

Hotellerie hält sich besser

Die Beherbergung verlor im Mai 2026 real 2,8 % gegenüber dem Vorjahr und damit deutlich weniger als die Gastronomie (-7,1 %). Die Übernachtungs­zahlen sind rückläufig — insbesondere im Geschäfts­reise­segment, das wegen Homeoffice und virtuellen Konferenzen strukturell schrumpft. Privat- und Städtetourismus halten besser, aber die durch­schnittliche Aufenthalts­dauer sinkt. Internationale Gäste aus den USA und China bleiben unter Vor-Pandemie-Niveau.

April nach oben revidiert

Destatis hat den April 2026 nachträglich korrigiert: statt der vorläufigen 0,0 % ergab sich real ein Plus von 0,5 % zum März, nominal +1,0 % statt +0,4 %. Solche Revisionen sind Standard, weil verspätete Meldungen der befragten Betriebe nachträglich einfließen.

Strukturwandel verdichtet sich

Das Gastgewerbe steht vor einem dauerhaften Strukturwandel: Mit 23 % hat die Branche eine der niedrigsten Tarif­bindungs­quoten Deutschlands. Personalmangel ist akut (Mindestlohn 2026: 12,82 EUR steigend auf 13,90 EUR 2027). Digitalisierung erfolgt langsam. Die Konsolidierung über Ketten und systemische Gastronomie (Kaufland-Café, Edeka-To-Go) nimmt zu. Unabhängige Betriebe verlieren Marktanteile.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie ist die Lage des deutschen Gastgewerbes im Mai 2026?

Der reale Umsatz sank kalender- und saisonbereinigt um 2,0 % gegenüber April 2026 und lag 6,0 % unter dem Vorjahresmonat Mai 2025 (Destatis PD26/258). Nominal betrug der Rückgang 2,1 % zum Vormonat und 0,3 % zum Vorjahr.

Was ist der Unterschied zwischen real und nominal?

Nominal ist der Umsatz in Euro, real ist er um die Preisentwicklung bereinigt. Im Mai 2026 klaffen beide um rund 5,7 Prozentpunkte auseinander (real -6,0 %, nominal -0,3 % zum Vorjahr). Das heißt: Die Betriebe nehmen fast gleich viel Geld ein wie vor einem Jahr, setzen dafür aber deutlich weniger Leistung ab.

Trifft es Gastronomie und Hotellerie gleich stark?

Nein. Die Gastronomie verlor real 7,1 % zum Vorjahr, die Beherbergung nur 2,8 %. Zum Vormonat lagen Gastronomie bei -1,9 % und Beherbergung bei -0,9 %. Nominal ist die Gastronomie mit +0,7 % zum Vorjahr sogar leicht im Plus, die Beherbergung mit -1,0 % im Minus.

Warum wurde der April-Wert nachträglich geändert?

Destatis berücksichtigt verspätete Meldungen der befragten Betriebe und aktualisiert deshalb monatlich die zunächst veröffentlichten Ergebnisse. Der April 2026 wurde von vorläufig 0,0 % auf real +0,5 % zum Vormonat revidiert, nominal von +0,4 % auf +1,0 %.

Warum hilft die MwSt-Senkung auf Speisen nicht?

Seit 1. Januar 2026 gilt wieder der ermäßigte Satz von 7 % für Speisen in der Gastronomie (Getränke unverändert 19 %). Ein spürbarer Nachfrageimpuls ist ausgeblieben: Viele Betriebe nutzten die Senkung zur Margenstabilisierung statt zur Preissenkung, und die realen Umsatzrückgänge setzen sich fort.

Warum weichen Gastgewerbe- und Tourismusstatistik voneinander ab?

Destatis weist ausdrücklich darauf hin, dass beide Statistiken besonders in den Sommermonaten auseinanderlaufen können: Der Umsatz in Beherbergungsbetrieben fällt zeitlich nicht immer mit den Übernachtungen zusammen, hinzu kommen methodische Unterschiede.

Werden Umsatzzahlen mit oder ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen?

Ohne. In der Konjunkturstatistik im Gastgewerbe werden Nettoumsätze abgebildet und mit einem Preisindex auf Basis von Nettopreisen bereinigt. Die MwSt-Umstellung verzerrt die Reihe damit nicht direkt.

Wann erscheinen die nächsten Gastgewerbe-Daten?

Die Mai-Daten erschienen am 21. Juli 2026 (PD26/258). Die Juni-Werte folgen voraussichtlich Ende August 2026. Lange Zeitreihen stehen in GENESIS-Online unter der Statistik 45213 bereit.

Quellen

Primärquellen und Methodik