Gewaltkriminalität 2025: -2,3 % — ABER Kinder-Tatverdächtige +3,3 %, junge Opfer verdoppelt
Die Gewaltkriminalität in Deutschland sank 2025 erstmals seit 2021 (-2,3 % auf 212.335 Fälle, Tatverdächtige insgesamt -2,6 %, Jugendliche -7,4 %, Zuwanderer -7,2 %). ABER ein besorgniserregender Trend: Kinder unter 14 Jahre als Tatverdächtige +3,3 % — 14.235 Kinder begingen 2025 schwere Delikte (Raub, Körperverletzung, Vergewaltigung, sogar Mord). Schusswaffen-Einsatz auf Rekord seit 2009 (+13,4 % auf 1.371 Fälle). SKiD-Dunkelfeld-Studie: 8,5 % der 16-17-Jährigen wurden 2025 Opfer von Gewalt — eine Verdopplung gegenüber 2020 (3,1 %). 25 % der Jugend-Gewaltopfer wurden in/vor Schule attackiert. Mobbing: 11-13 % aller Schüler:innen regelmäßig.
Gewaltkrim.-Verlauf
Hellfeld 2018-2025
Gewaltkriminalität gesamt 2018-25 (Tsd)
Top-Gewaltdelikte 2025 (Tsd)
Tatverdächtige nach Alter
Kinder, Jugendliche, Erwachsene
TV nach Altersgruppen 2025 (Tsd)
TV-Veränderung zum Vorjahr (%) 2025
TV Kinder <14 2018-25 (Tsd)
Junge Gewaltopfer
SKiD-Dunkelfeld + Schule
Opferrate 16-17 J. Gewalt 2020 vs. 25 (%)
Tatort Jugendgewalt 2025 (%)
Waffen & Spezialdelikte
Schusswaffen, Messer, gefährliche KV
Schusswaffen-Einsatz 2018-25
Messerangriffe 2018-25 (Tsd)
Top-Gewaltdelikte Jugend 2025 (%)
Mobbing & Prävention
Schule, Cyber, Sanktionen
Mobbing-Quote nach Geschlecht 2025 (%)
Jugendstrafrecht Sanktionen 2024 (% Verurteilt)
Detail-Tabelle: Gewaltkriminalität & Jugendgewalt Deutschland 2024 vs. 2025
BKA PKS 2025 + SKiD-Dunkelfeldstudie + DJI Jugendgewalt-Faktenblatt 2025
| Indikator | 2024 | 2025 | zum Vorjahr | zum Vorjahr (%) |
|---|---|---|---|---|
| Gewaltkrim. gesamt | 217.277 | 212.335 | -4.942 | -2,3 % |
| Tatverdächtige Gewalt | 169.500 | 165.100 | -4.400 | -2,6 % |
| TV Kinder unter 14 | 13.780 | 14.235 | +455 | +3,3 % |
| TV Jugendliche 14-17 | 228.500 | 211.580 | -16.920 | -7,4 % |
| TV Heranwachsende 18-20 | 162.800 | 155.000 | -7.800 | -4,8 % |
| TV Zuwanderer | 408.000 | 378.620 | -29.380 | -7,2 % |
| Anteil nichtdeutsch (Gewalt) | 42,9 % | 42,9 % | 0 pp | — |
| Mord + Totschlag | 2.460 | 2.405 | -55 | -2,2 % |
| Gefährliche/schwere KV | 138.500 | 133.700 | -4.800 | -3,5 % |
| Raub | 38.500 | 35.800 | -2.700 | -7,0 % |
| Vergewaltigung | 13.320 | 14.519 | +1.199 | +9,0 % |
| Messerangriffe | 29.012 | 29.243 | +231 | +0,8 % |
| Schusswaffen-Einsatz | 1.210 | 1.371 | +161 | +13,4 % |
| Junge Gewalt-Opfer 16-17 (%, SKiD) | — | 8,5 % | — | vs. 3,1 % 2020 |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik & Quellen
Wichtigste Datenquellen: (1) BKA PKS (Polizeiliche Kriminalstatistik) jährlich im April, Hellfeld-Daten. (2) BKA SKiD-Studie (Sicherheit und Kriminalität in Deutschland) alle ~4 Jahre, Dunkelfeld zu Opfer/Täter-Erfahrungen, neueste 2024. (3) DJI (Deutsches Jugendinstitut) "Zahlen, Daten, Fakten Jugendgewalt" jährlich. (4) Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zu Präventionsthemen. Jugendkriminalitätsstatistik zählt TV unter 21 Jahren, unterscheidet Kinder (<14, strafunmuendig), Jugendliche (14-17), Heranwachsende (18-20).
Gewaltkrim. erstmals seit 2021 rückläufig
Die Gewaltkriminalität sank 2025 um 2,3 % auf 212.335 Fälle — der erste Rückgang seit 2021. Insbesondere bei Raub (-7 %), gefährliche/schwere Körperverletzung (-3,5 %) und Mord/Totschlag (-2,2 %). Tatverdächtige insgesamt -2,6 %. Jugendliche -7,4 %, Heranwachsende -4,8 %, Zuwanderer -7,2 %. Trend positiv. ABER: Vergewaltigung +9 %, Wohnungseinbruch +5,7 %, Schusswaffen-Einsatz +13,4 % wuchsen gegen den Trend. Trotz Rückgang ist das Gewalt-Niveau weiterhin höher als Pre-Corona 2019 (~181.000).
Kinder als Tatverdächtige steigen
Besorgniserregend: Kinder unter 14 Jahre (strafunmuendig nach JGG) als Tatverdächtige stiegen um 3,3 % auf 14.235 Personen. Sie begingen schwere Delikte: Raub, gefährliche Körperverletzung, Vergewaltigung, sogar Toetungsdelikte. Hauptursachen-Diskussion: Migration und sprachlich-soziale Integration, Familienarmut, Medien-/Pornografie-Einfluss, soziale Medien (Gruppendynamik), Bildungs-Lue, fehlende Präventionsangebote, überforderte Eltern. Strafverfolgung schwierig — Maßnahmen müssen über Jugendamt, Schule, Therapie laufen.
SKiD: Junge Opfer verdoppelt
Die SKiD-Dunkelfeldstudie 2024 (BKA, publiziert 2025) zeigt: 8,5 % der 16-17-Jährigen wurden 2024/25 Opfer von Gewalt — mehr als Verdoppelung gegenüber 2020 (3,1 %). Es ist die stärkste Steigerung aller Altersgruppen. Hauptopfer: junge Männer (10 %), Mädchen (7 %). Hauptorte: öffentlicher Raum (Straße, ÖPNV), Schule, Online (Cybermobbing). 25 % aller jugendlichen Gewaltopfer wurden in/vor Schule attackiert — ein Alarmsignal. Aufmerksamkeit gilt der Anzeige-Bereitschaft (gestiegen).
Schusswaffen-Rekord
Schusswaffen wurden 2025 in 1.371 Fällen tatsächlich eingesetzt (+13,4 % zum Vorjahr) — der höchste Wert seit 2009. Bedrohungen mit Schusswaffen stiegen ebenfalls um 9,7 % auf 3.166 Fälle — Rekord seit 2016. Hintergrund: organisierte Kriminalität (Clan-Strukturen), Drogen-Banden, Zugang zu illegalen Waffen (deaktivierte Waffen ohne Sperrung, 3D-Druck, Schmuggel aus Osteuropa). Brennpunkte: Berlin, NRW (Ruhrgebiet), HH, Frankfurt. Waffengesetz-Verschärfung 2024 zeigt erst langsame Wirkung.
Mobbing als Massentaktik
Mobbing in Schulen ist 2025 die häufigste Form von Jugendgewalt: 11 % der Jungen und 12,5 % der Mädchen erleben regelmäßiges Mobbing. Cybermobbing (Verbreitung von Bildern, Beleidigungen, Ausschluss aus Gruppen) erlebten ca. 33 % aller Jugendlichen mindestens einmal. Diese Formen werden in PKS oft nicht erfasst (kein eigener Straftatbestand "Mobbing"). Präventionsmassnahmen: NoBlame-Approach, Klassenprävention, Anti-Bullying-Schulungen, Mediation. Bisher 30-40 % der Schulen präventiv aktiv — Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) baut aus.
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie hat sich die Gewaltkriminalität 2025 entwickelt?
Die Gewaltkriminalität sank 2025 in Deutschland erstmals seit 2021 um 2,3 % auf 212.335 Fälle. Tatverdächtige insgesamt -2,6 %, Jugendliche (14-17) -7,4 %, Heranwachsende (18-20) -4,8 %, Zuwanderer -7,2 %. Sinkende Delikte: Raub -7 %, gefährliche Körperverletzung -3,5 %, Mord/Totschlag -2,2 %. Aber: Vergewaltigung +9 %, Schusswaffen-Einsatz +13,4 %, Wohnungseinbruch +5,7 % wuchsen gegen den Trend.
Warum steigen Kinder-Tatverdächtige?
Kinder unter 14 Jahre (strafunmuendig) wurden 2025 in 14.235 Fällen Tatverdächtige bei schweren Delikten (Raub, gefährliche Körperverletzung, Vergewaltigung, Mord) — ein Anstieg um 3,3 % zum Vorjahr. Hauptursachen-Diskussion: Migration und Integration, Familienarmut, Medien-/Pornografie-Einfluss, soziale Medien (Gruppendynamik), Bildungs-Lue, überforderte Eltern, fehlende Prävention. Strafverfolgung ist schwierig (JGG nicht anwendbar) — Maßnahmen über Jugendamt, Therapie, Schule. CDU/CSU diskutiert Senkung der Strafmündigkeit auf 12, Experten lehnen dies mehrheitlich ab.
Wie viele junge Menschen werden Gewaltopfer?
Laut SKiD-Dunkelfeldstudie 2024 (BKA, publ. 2025) wurden 8,5 % der 16-17-Jährigen 2025 Opfer von Gewalt — eine Verdopplung gegenüber 2020 (3,1 %). Junge Männer (10 %) sind stärker betroffen als Mädchen (7 %). Hauptorte: öffentlicher Raum (42 %), Schule (25 %), Online/Cybermobbing (33 %). Die Verdopplung der Opferraten ist die stärkste Steigerung aller Altersgruppen — ein Alarmsignal für Gesellschaft und Schulen.
Wie viele Schusswaffen-Fälle gibt es?
2025 wurden in Deutschland Schusswaffen in 1.371 Fällen tatsächlich eingesetzt (+13,4 % zum Vorjahr) — der höchste Stand seit 2009. Bedrohungen mit Schusswaffen stiegen um 9,7 % auf 3.166 Fälle (Rekord seit 2016). Hintergrund: organisierte Kriminalität (Clan-Strukturen), Drogen-Banden, Zugang zu illegalen Waffen (deaktivierte Waffen, 3D-Druck, Osteuropa-Schmuggel). Brennpunkte: Berlin, NRW Ruhrgebiet, Hamburg, Frankfurt. Waffengesetz-Verschärfung 2024 zeigt erst langsame Wirkung.
Was ist Mobbing-Prävalenz an Schulen?
Regelmäßiges Mobbing in deutschen Schulen 2025: 11 % der Jungen und 12,5 % der Mädchen sind betroffen. Cybermobbing (Beleidigung, Bild-Verbreitung, Gruppenausschluss): ca. 33 % aller Jugendlichen erleben es mindestens einmal. Mobbing wird in PKS nicht separat erfasst — oft als Beleidigung oder Bedrohung gelistet. Mobbing ist Hauptrisikofaktor für emotionale Probleme, Verhaltensauffälligkeiten, Suizidgedanken. Präventionsmassnahmen: NoBlame-Approach, Anti-Bullying-Schulungen, Mediation, Klassenprävention. Etwa 30-40 % der Schulen aktiv.
Wie steht es um die Aufklärungsquote Gewaltkrim.?
Die Aufklärungsquote bei Gewaltkriminalität liegt 2025 stabil bei rund 77 % — deutlich über dem PKS-Durchschnitt von 57,9 %. Hauptgrund: bei Gewaltverbrechen ist Opfer-Täter-Bekanntschaft häufig (62 % der Fälle, Familie, Bekannte, Schul-/Arbeitskollegen). Mord/Totschlag erreichen sogar 96 % Aufklärung. Niedriger bei "anonymen" Gewaltdelikten im öffentlichen Raum: Raub 56 %, Bedrohung 78 %. Mit überwachungskameras und DNA-Analyse hat sich die Quote über Jahrzehnte verbessert.
Welche Sanktionen werden im Jugendstrafrecht ausgesprochen?
Im deutschen Jugendstrafrecht (JGG) gibt es Maßnahmen-Hierarchie: (1) Erziehungsmassregeln (Auflage, soziales Training, überwachung), (2) Zuchtmittel (Verwarnung, Auflagen, Jugendarrest), (3) Jugendstrafe (6 Monate bis 10 Jahre, in schwersten Fällen 15 Jahre). 2024 wurden ca. 85 % der jugendlichen Verurteilten mit Erziehungsmassregeln oder Zuchtmitteln sanktioniert. Nur 15 % erhielten Jugendstrafe (davon ca. 65 % auf Bewährung). Rückfallquote binnen 3 Jahren: ca. 42 %, bei Gewaltdelikten 55 %.
Wann erscheinen die nächsten Daten?
BKA-PKS 2026 wird voraussichtlich im April 2027 publiziert. SKiD-Dunkelfeld-Folgewelle voraussichtlich 2028 (4-Jahres-Rhythmus). DJI Jugendgewalt-Faktenblatt jährlich im Mai. Diese Seite wird mit den jeweils aktuellsten Daten aktualisiert.
Quellen
Primärquellen und Methodik
- BKA - PKS 2025 Rückgang Gewaltkrim. aber Anstieg Kinder TV (PM 20.04.2026)
- BMI - PKS 2025 Pressemitteilung
- BKA - PKS 2025 Hauptseite
- DJI - Zahlen, Daten, Fakten Jugendgewalt 2025 (PDF)
- bpb - Jugendkriminalität in Deutschland (Dossier)
- DVJJ - Steigende Jugendgewalt — die Antwort ist doch klar?
