Gewerbeanmeldungen und Existenzgründungen Q1 2026: 188.900 Neugründungen
Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland rund 188.900 Gewerbe neu gegründet – 10,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen stieg um 9,3 % auf 225.300. Gleichzeitig gingen die vollständigen Gewerbeaufgaben um 2,0 % auf 139.400 zurück. Bei den Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung fiel das Plus mit 2,8 % deutlich schwächer aus.
An- und Abmeldungen im Vergleich
Absolute Zahlen für das 1. Quartal 2026
Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal
Gründungssaldo nach Kategorie
Was steckt hinter einer Gewerbeanmeldung?
Nicht jede Anmeldung ist eine Gründung: Übernahmen, Umwandlungen und Zuzüge zählen ebenfalls dazu
Struktur der Gewerbeanmeldungen
Struktur der Gewerbeabmeldungen
Betriebe größerer wirtschaftlicher Bedeutung
Kleingewerbe wächst schneller als der Mittelstand
Alle Kennzahlen zur Gewerbeanzeigenstatistik Q1 2026
| Indikator | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Gewerbeanmeldungen insgesamt | 225.300 | +9,3 % gegenüber Q1 2025 |
| davon Neugründungen | 188.900 | +10,1 % |
| davon Übernahmen, Umwandlungen, Zuzüge | 36.400 | rechnerische Differenz |
| Gründungen von Betrieben größerer wirtschaftlicher Bedeutung | 37.500 | +2,8 % |
| Gewerbeabmeldungen insgesamt | 167.500 | -4,3 % |
| davon vollständige Gewerbeaufgaben | 139.400 | -2,0 % |
| davon Übergaben, Umwandlungen, Fortzüge | 28.100 | rechnerische Differenz |
| Aufgaben von Betrieben größerer wirtschaftlicher Bedeutung | 28.400 | -5,7 % |
| Saldo Anmeldungen minus Abmeldungen | +57.800 | rechnerisch aus den Absolutwerten |
| Saldo Neugründungen minus vollständige Aufgaben | +49.500 | rechnerisch |
| Saldo größere Betriebe | +9.100 | Gründungen minus Aufgaben |
| Anteil Neugründungen an allen Anmeldungen | 83,8 % | rechnerisch |
| Anteil größerer Betriebe an den Neugründungen | 19,9 % | rechnerisch |
| Berichtszeitraum | 1. Quartal 2026 | Januar bis März |
| Quelle | Destatis PD26/165 | veröffentlicht am 13.05.2026 |
Gründungswelle bei den Kleinen
Die Gesamtzahl der Neugründungen legte um 10,1 % zu, die Gründungen größerer Betriebe nur um 2,8 %. Der Zuwachs stammt also überwiegend aus dem Kleingewerbe: Nebenerwerb, Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag und Soloselbstständigkeit.
Weniger Betriebsaufgaben
Die vollständigen Gewerbeaufgaben sanken um 2,0 %, bei den größeren Betrieben sogar um 5,7 %. Zusammen mit den steigenden Gründungszahlen ergibt sich ein deutlich positiver Saldo von rund 57.800 Anmeldungen.
Was ist ein Betrieb größerer wirtschaftlicher Bedeutung?
Destatis rechnet einen Betrieb dazu, wenn er von einer juristischen Person oder Personengesellschaft gegründet wird. Bei natürlichen Personen gilt das, sofern sie im Handelsregister eingetragen sind, Beschäftigte haben oder bei der Gründung eine Handwerkskarte besitzen.
Anmeldung ist nicht gleich Gründung
Von 225.300 Gewerbeanmeldungen entfielen 188.900 auf echte Neugründungen. Die übrigen rund 36.400 verteilen sich auf Betriebsübernahmen wie Kauf oder Gesellschaftereintritt, Umwandlungen wie Verschmelzung oder Ausgliederung und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.
Der Gründungssaldo als Frühindikator
Die Gewerbeanzeigenstatistik erfasst Meldungen bei den Gewerbeämtern und liegt daher deutlich früher vor als Unternehmensregister oder Insolvenzstatistik. Sie zeigt Stimmungsumschwünge in der Selbstständigkeit früh an, sagt aber nichts über die spätere Überlebensdauer der Betriebe aus.
Grenzen der Statistik
Erfasst wird die Meldung, nicht die tatsächliche wirtschaftliche Aktivität. Ein angemeldetes Gewerbe kann ruhen, eine Abmeldung kann verzögert erfolgen. Freie Berufe wie Ärztinnen, Anwälte oder Steuerberaterinnen sind nicht gewerbeanzeigepflichtig und fehlen in der Statistik vollständig.
FAQ
Wie viele Gewerbe wurden im 1. Quartal 2026 neu gegründet?
Rund 188.900 Gewerbe wurden zwischen Januar und März 2026 neu gegründet. Das waren 10,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum.
Was ist der Unterschied zwischen Gewerbeanmeldung und Neugründung?
Zu den 225.300 Gewerbeanmeldungen zählen neben den 188.900 Neugründungen auch Betriebsübernahmen wie Kauf oder Gesellschaftereintritt, Umwandlungen wie Verschmelzung oder Ausgliederung sowie Zuzüge aus anderen Meldebezirken.
Wie viele Betriebe wurden aufgegeben?
139.400 Betriebe wurden vollständig aufgegeben, 2,0 % weniger als im 1. Quartal 2025. Die Gesamtzahl der Gewerbeabmeldungen sank um 4,3 % auf 167.500.
Was bedeutet größere wirtschaftliche Bedeutung?
Der Betrieb wurde von einer juristischen Person oder Personengesellschaft gegründet, oder die gründende natürliche Person ist im Handelsregister eingetragen, beschäftigt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder besitzt eine Handwerkskarte. Im 1. Quartal 2026 traf das auf 37.500 Gründungen zu.
Warum wachsen die Neugründungen stärker als die größeren Betriebe?
Die Gesamtzahl legte um 10,1 % zu, die größeren Betriebe nur um 2,8 %. Der Zuwachs kommt also überwiegend aus dem Kleingewerbe. Solche Gründungen sind mit weniger Kapital und geringerem Risiko verbunden und reagieren schneller auf konjunkturelle Veränderungen.
Sind Freiberufler in der Statistik enthalten?
Nein. Ärztinnen, Anwälte, Steuerberaterinnen, Architekten und andere freie Berufe unterliegen nicht der Gewerbeanzeigepflicht und tauchen in dieser Statistik nicht auf.
Woher stammen die Daten?
Aus der Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamtes für das 1. Quartal 2026, veröffentlicht am 13. Mai 2026 als Pressemitteilung Nr. 165.
Quellen
- Destatis PD26/165 (13.05.2026): 2,8 % mehr Gründungen größerer Betriebe im 1. Quartal 2026
- Destatis: Gewerbemeldungen und Insolvenzen
- GENESIS-Online: Gewerbeanzeigen (52311)
Stand: 30.07.2026 · Datenquelle Destatis, 1. Quartal 2026 · als rechnerisch gekennzeichnete Werte sind aus den amtlichen Absolutzahlen abgeleitet
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Gründungen sind nur die eine Hälfte. Wie viele Betriebe scheitern, zeigt die Insolvenzstatistik.
