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Unternehmen · Gewerbeanzeigen 1. Quartal 2026 · 13.05.2026

Gewerbeanmeldungen und Existenzgründungen Q1 2026: 188.900 Neugründungen

Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland rund 188.900 Gewerbe neu gegründet – 10,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen stieg um 9,3 % auf 225.300. Gleichzeitig gingen die vollständigen Gewerbeaufgaben um 2,0 % auf 139.400 zurück. Bei den Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung fiel das Plus mit 2,8 % deutlich schwächer aus.

Destatis Pressemitteilung Nr. 165 vom 13.05.2026 · Gewerbeanzeigenstatistik, 1. Quartal 2026

Neugründungen Q1 2026
188.900
+10,1 % zum Vorjahr
Gewerbeanmeldungen gesamt
225.300
+9,3 %
Gründungen größerer Betriebe
37.500
+2,8 %
Vollständige Gewerbeaufgaben
139.400
-2,0 %
Gewerbeabmeldungen gesamt
167.500
-4,3 %
Aufgaben größerer Betriebe
28.400
-5,7 %
Saldo An- minus Abmeldungen
+57.800
rechnerisch
Saldo Gründungen minus Aufgaben
+49.500
rechnerisch
Saldo größere Betriebe
+9.100
rechnerisch
Anteil Neugründungen
83,8 %
an allen Anmeldungen
Anteil größerer Gründungen
19,9 %
an allen Neugründungen
Stand
13.05.
2026

An- und Abmeldungen im Vergleich

Absolute Zahlen für das 1. Quartal 2026

Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal

Gründungssaldo nach Kategorie

Was steckt hinter einer Gewerbeanmeldung?

Nicht jede Anmeldung ist eine Gründung: Übernahmen, Umwandlungen und Zuzüge zählen ebenfalls dazu

Struktur der Gewerbeanmeldungen

Struktur der Gewerbeabmeldungen

Betriebe größerer wirtschaftlicher Bedeutung

Kleingewerbe wächst schneller als der Mittelstand

Alle Kennzahlen zur Gewerbeanzeigenstatistik Q1 2026

Indikator Wert Einordnung
Gewerbeanmeldungen insgesamt 225.300 +9,3 % gegenüber Q1 2025
  davon Neugründungen 188.900 +10,1 %
  davon Übernahmen, Umwandlungen, Zuzüge 36.400 rechnerische Differenz
Gründungen von Betrieben größerer wirtschaftlicher Bedeutung 37.500 +2,8 %
Gewerbeabmeldungen insgesamt 167.500 -4,3 %
  davon vollständige Gewerbeaufgaben 139.400 -2,0 %
  davon Übergaben, Umwandlungen, Fortzüge 28.100 rechnerische Differenz
Aufgaben von Betrieben größerer wirtschaftlicher Bedeutung 28.400 -5,7 %
Saldo Anmeldungen minus Abmeldungen +57.800 rechnerisch aus den Absolutwerten
Saldo Neugründungen minus vollständige Aufgaben +49.500 rechnerisch
Saldo größere Betriebe +9.100 Gründungen minus Aufgaben
Anteil Neugründungen an allen Anmeldungen 83,8 % rechnerisch
Anteil größerer Betriebe an den Neugründungen 19,9 % rechnerisch
Berichtszeitraum 1. Quartal 2026 Januar bis März
Quelle Destatis PD26/165 veröffentlicht am 13.05.2026

Gründungswelle bei den Kleinen

Die Gesamtzahl der Neugründungen legte um 10,1 % zu, die Gründungen größerer Betriebe nur um 2,8 %. Der Zuwachs stammt also überwiegend aus dem Kleingewerbe: Nebenerwerb, Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag und Soloselbstständigkeit.

Weniger Betriebsaufgaben

Die vollständigen Gewerbeaufgaben sanken um 2,0 %, bei den größeren Betrieben sogar um 5,7 %. Zusammen mit den steigenden Gründungszahlen ergibt sich ein deutlich positiver Saldo von rund 57.800 Anmeldungen.

Was ist ein Betrieb größerer wirtschaftlicher Bedeutung?

Destatis rechnet einen Betrieb dazu, wenn er von einer juristischen Person oder Personengesellschaft gegründet wird. Bei natürlichen Personen gilt das, sofern sie im Handelsregister eingetragen sind, Beschäftigte haben oder bei der Gründung eine Handwerkskarte besitzen.

Anmeldung ist nicht gleich Gründung

Von 225.300 Gewerbeanmeldungen entfielen 188.900 auf echte Neugründungen. Die übrigen rund 36.400 verteilen sich auf Betriebsübernahmen wie Kauf oder Gesellschaftereintritt, Umwandlungen wie Verschmelzung oder Ausgliederung und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Der Gründungssaldo als Frühindikator

Die Gewerbeanzeigenstatistik erfasst Meldungen bei den Gewerbeämtern und liegt daher deutlich früher vor als Unternehmensregister oder Insolvenzstatistik. Sie zeigt Stimmungsumschwünge in der Selbstständigkeit früh an, sagt aber nichts über die spätere Überlebensdauer der Betriebe aus.

Grenzen der Statistik

Erfasst wird die Meldung, nicht die tatsächliche wirtschaftliche Aktivität. Ein angemeldetes Gewerbe kann ruhen, eine Abmeldung kann verzögert erfolgen. Freie Berufe wie Ärztinnen, Anwälte oder Steuerberaterinnen sind nicht gewerbeanzeigepflichtig und fehlen in der Statistik vollständig.

FAQ

Wie viele Gewerbe wurden im 1. Quartal 2026 neu gegründet?

Rund 188.900 Gewerbe wurden zwischen Januar und März 2026 neu gegründet. Das waren 10,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Was ist der Unterschied zwischen Gewerbeanmeldung und Neugründung?

Zu den 225.300 Gewerbeanmeldungen zählen neben den 188.900 Neugründungen auch Betriebsübernahmen wie Kauf oder Gesellschaftereintritt, Umwandlungen wie Verschmelzung oder Ausgliederung sowie Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Wie viele Betriebe wurden aufgegeben?

139.400 Betriebe wurden vollständig aufgegeben, 2,0 % weniger als im 1. Quartal 2025. Die Gesamtzahl der Gewerbeabmeldungen sank um 4,3 % auf 167.500.

Was bedeutet größere wirtschaftliche Bedeutung?

Der Betrieb wurde von einer juristischen Person oder Personengesellschaft gegründet, oder die gründende natürliche Person ist im Handelsregister eingetragen, beschäftigt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder besitzt eine Handwerkskarte. Im 1. Quartal 2026 traf das auf 37.500 Gründungen zu.

Warum wachsen die Neugründungen stärker als die größeren Betriebe?

Die Gesamtzahl legte um 10,1 % zu, die größeren Betriebe nur um 2,8 %. Der Zuwachs kommt also überwiegend aus dem Kleingewerbe. Solche Gründungen sind mit weniger Kapital und geringerem Risiko verbunden und reagieren schneller auf konjunkturelle Veränderungen.

Sind Freiberufler in der Statistik enthalten?

Nein. Ärztinnen, Anwälte, Steuerberaterinnen, Architekten und andere freie Berufe unterliegen nicht der Gewerbeanzeigepflicht und tauchen in dieser Statistik nicht auf.

Woher stammen die Daten?

Aus der Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamtes für das 1. Quartal 2026, veröffentlicht am 13. Mai 2026 als Pressemitteilung Nr. 165.

Quellen

Stand: 30.07.2026 · Datenquelle Destatis, 1. Quartal 2026 · als rechnerisch gekennzeichnete Werte sind aus den amtlichen Absolutzahlen abgeleitet

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