Haushaltsausgaben und Lebenshaltungskosten 2026
Die aktuellste amtliche Struktur der privaten Konsumausgaben stammt aus der EVS 2023: Ein Durchschnittshaushalt gab 3.032 Euro pro Monat aus. Wohnen, Energie und Instandhaltung waren mit 1.137 Euro beziehungsweise 37,5 % der größte Posten. Die jüngste Inflationsschätzung für April 2026 liegt bei 2,9 %.
Wie viel geben Haushalte monatlich aus?
Die EVS 2023 ist die aktuellste große Haushaltsbefragung zu Einnahmen und Ausgaben. Sie zeigt: Die durchschnittlichen privaten Konsumausgaben lagen bei 3.032 Euro je Haushalt und Monat. Gegenüber der vorherigen EVS 2018 mit 2.700 Euro ist der Vergleich wegen methodischer Änderungen nur eingeschränkt als reine Preis- oder Mengenentwicklung zu lesen.
Private Konsumausgaben: EVS 2018 vs. EVS 2023
| 2018 | 2.700 € |
| 2023 | 3.032 € |
Durchschnitt je Haushalt und Monat; EVS 2023 wurde methodisch neu konzipiert.
Ausgabenstruktur 2023: die größten Posten
| Wohnen, Energie | 1.137 € |
| Nahrungsmittel | 436 € |
| Verkehr | 361 € |
| Freizeit, Sport, Kultur | 260 € |
Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung dominieren die Konsumausgaben deutlich.
Anteile: Grundbedarf vs. übriger Konsum
| Wohnen + Nahrungsmittel | 51,9 % |
| übriger Konsum | 48,1 % |
Wohnen/Energie plus Nahrungsmittel/Getränke/Tabakwaren binden im Durchschnitt gut die Hälfte der Konsumausgaben.
Top-Ausgabenanteile 2023
| Wohnen | 37,5 % |
| Nahrungsmittel | 14,4 % |
| Verkehr | 11,9 % |
Verkehr ist nach Wohnen und Lebensmitteln der drittgrößte Posten.
Haushaltsgröße: Mehrpersonen-Haushalte zahlen mehr, aber teilen Fixkosten
Nach Haushaltsgröße steigen die absoluten Ausgaben deutlich: Einpersonenhaushalte gaben 2023 durchschnittlich 1.918 Euro aus, Haushalte mit fünf und mehr Personen 4.995 Euro. Der Wohnanteil ist bei Einpersonenhaushalten mit 42,6 % besonders hoch.
Private Konsumausgaben nach Haushaltsgröße 2023
| 1 Person | 1.918 € |
| 2 Personen | 3.382 € |
| 3 Personen | 4.081 € |
| 4 Personen | 4.599 € |
| 5+ Personen | 4.995 € |
Durchschnitt je Haushalt und Monat; Haushaltsgröße beeinflusst Höhe und Struktur der Ausgaben.
Wohnanteil nach Haushaltsgröße
| 1 Person | 42,6 % |
| 2 Personen | 36,7 % |
| 5+ Personen | 34,0 % |
Fixkosten wirken bei Einpersonenhaushalten besonders stark.
Nahrungsmittel-Anteil nach Haushaltsgröße
| 1 Person | 13,2 % |
| 4 Personen | 15,3 % |
| 5+ Personen | 16,6 % |
Mit wachsender Haushaltsgröße steigt der Anteil für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren.
| Haushaltsgröße | Konsumausgaben | Wohnen/Energie | Nahrungsmittel | Verkehr | Lesart |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Person | 1.918 € | 817 € | 254 € | 195 € | Hoher Wohnanteil durch Fixkosten. |
| 2 Personen | 3.382 € | 1.240 € | 480 € | 405 € | Deutlicher Skaleneffekt gegenüber zwei Einzelhaushalten. |
| 4 Personen | 4.599 € | 1.582 € | 703 € | 608 € | Mehr Mobilitäts- und Lebensmittelkosten. |
| 5+ Personen | 4.995 € | 1.699 € | 829 € | 626 € | Großer Haushalt: höchste absolute Ausgaben. |
Einkommen: niedrige Einkommen tragen die höchste Grundlast
Je niedriger das Haushaltsnettoeinkommen, desto höher ist der Anteil für Wohnen und Lebensmittel. Haushalte mit weniger als 1.300 Euro Nettoeinkommen verwendeten 2023 durchschnittlich 64 % ihrer Konsumausgaben auf Lebensmittel und Wohnen; bei Haushalten ab 5.000 Euro waren es 47 %.
Grundbedarf: Wohnen + Nahrungsmittel nach Einkommen
| <1.300 € | 64 % |
| Durchschnitt | 52 % |
| 5.000 €+ | 47 % |
Niedrige Einkommen haben weniger Spielraum für Mobilität, Freizeit, Kultur oder Rücklagen.
Konsumausgaben nach Haushaltsnettoeinkommen
| <1.000 € | 1.121 € |
| 1.000–1.300 € | 1.280 € |
| 3.600–5.000 € | 3.273 € |
| 5.000 €+ | 4.760 € |
Höheres Einkommen erhöht die absoluten Konsumausgaben, senkt aber den Anteil für Grundbedarf.
Ausgabenanteile: niedriges vs. hohes Einkommen
| Wohnen & Lebensmittel, <1.300 € | 64 % |
| Wohnen & Lebensmittel, 5.000 €+ | 47 % |
| Information/Kommunikation, <1.300 € | 7 % |
| Information/Kommunikation, 5.000 €+ | 4 % |
Auch Information und Kommunikation belasten geringe Einkommen anteilig stärker.
Warum die Prozentwerte sozialpolitisch wichtig sind
Ein Haushalt mit niedrigem Einkommen kann zwar absolut weniger ausgeben, hat aber einen viel höheren Anteil gebundener Ausgaben. Wenn Wohnen, Energie und Lebensmittel steigen, fehlt dort schneller Geld für Mobilität, Bildung, Gesundheit, Freizeit oder Rücklagen.
Inflation 2026: Preise steigen wieder stärker
Für April 2026 meldet Destatis vorläufig eine Inflationsrate von 2,9 %. Energie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,1 %, Nahrungsmittel um 1,2 %. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie lag bei 2,3 %.
Inflation Januar bis April 2026
| Januar | 2,1 % |
| Februar | 1,9 % |
| März | 2,7 % |
| April | 2,9 % |
April 2026: vorläufige Werte; endgültige Ergebnisse werden von Destatis separat veröffentlicht.
April 2026: ausgewählte Preisgruppen
| Gesamtindex | 2,9 % |
| Kerninflation | 2,3 % |
| Dienstleistungen | 2,8 % |
| Energie | 10,1 % |
| Nahrungsmittel | 1,2 % |
Energie ist im April 2026 der auffälligste Preistreiber.
Wohnkostenbelastung 2025
| Wohnkostenanteil gesamt | 24,1 % |
| Wohnkostenüberbelastung | 11,2 % |
| armutsgefährdet überbelastet | 35,0 % |
Wohnkostenüberbelastung bedeutet: mehr als 40 % des verfügbaren Einkommens für Wohnen.
Methodik & Lesefallen
Lebenshaltungskosten wirken einfach, sind aber methodisch anspruchsvoll. Konsumausgaben, Verbraucherpreise, Wohnkostenbelastung und Einkommen messen unterschiedliche Ebenen und sollten nicht vermischt werden.
Was sind Lebenshaltungskosten in dieser Seite?
Gemeint sind hier vor allem private Konsumausgaben: Wohnen, Lebensmittel, Verkehr, Kommunikation, Freizeit, Gesundheit, Bekleidung, Gastronomie, Bildung und weitere Waren und Dienstleistungen.
Warum ist Wohnen so dominant?
Wohnen umfasst Mieten einschließlich Betriebskosten, Energie und kleinere Instandhaltungen. Bei Eigentümerhaushalten werden in der EVS fiktive Mietwerte berücksichtigt, um Ausgabenstrukturen vergleichbarer zu machen.
Warum haben geringe Einkommen höhere Grundlasten?
Wohnen und Lebensmittel sind weitgehend notwendige Ausgaben. Bei niedrigem Einkommen nehmen sie daher einen deutlich größeren Anteil der Konsumausgaben ein.
Warum passt die Inflation nicht immer zum eigenen Einkaufszettel?
Der Verbraucherpreisindex ist ein Durchschnittswert. Haushalte mit viel Energieverbrauch, hoher Miete, Kindern oder Pendelkosten erleben Preisänderungen anders als der Durchschnittshaushalt.
Sind die Werte 2023 noch aktuell?
Für die Struktur der Haushaltsausgaben ist die EVS 2023 die aktuellste große amtliche Datenbasis. Für Preisentwicklung und Wohnkostenbelastung ergänzt die Seite aktuellere Werte aus 2025 und April 2026.
Quellenverzeichnis
- Destatis – Konsumausgaben und Lebenshaltungskosten Themenseite · destatis.de
- Destatis – EVS 2023 nach Haushaltsgröße · destatis.de Tabelle
- Destatis – EVS 2023 nach Haushaltsnettoeinkommen · destatis.de Tabelle
- Destatis – Lebenshaltungskosten 2023: geringe Einkommen geben über 60 % für Lebensmittel und Wohnen aus · destatis.de Presse
- Destatis – Verbraucherpreisindex und Inflationsrate April 2026 · destatis.de Presse
- Destatis – Wohnkostenanteil und Wohnkostenüberbelastung 2025 · destatis.de Tabelle
Stand: 07.05.2026 · Kernbasis: EVS 2023, veröffentlicht 9. Dezember 2025 · Ergänzung: VPI April 2026 und Wohnkosten 2025 · Darstellung: stabile HTML/CSS/Vanilla-JS-DIV-Charts
