Hitzewelle und Sterbefälle: Letzte Juniwoche 2026 lag 32 % über dem Vorjahresmittel
Im zweiten Quartal 2026 sind in Deutschland rund 243.600 Menschen gestorben. Die Zahlen lagen zumeist im Bereich der mittleren Werte der vier Vorjahre oder darunter – mit einer Ausnahme: In der Woche vom 22. bis 28. Juni, zeitgleich mit einer historischen Hitzewelle, starben etwa 23.900 Menschen und damit 32 % mehr als im Mittel der Jahre 2022 bis 2025. Das waren rund 7.100 Sterbefälle mehr als noch zwei Wochen zuvor.
Sterbefallzahlen Januar bis Juni 2026
Absolute Zahlen je Monat und Abweichung vom mittleren Wert der Jahre 2022 bis 2025
Relative Abweichung je Monat
Absolute Abweichung je Monat
Die Hitzewoche im Detail
Sterbefälle in der Woche vom 22. bis 28. Juni 2026 im Vergleich
Hitzewoche gegen zwei Wochen zuvor
Juni 2026 gegen die Einzeljahre
Quartal 2: Verteilung auf die Monate
Hitzefolgen in der Gesundheitsstatistik
Monatliche Sterbefallzahlen 2026 im Detail
| Monat | Gestorbene | Differenz zum Mittel 2022–2025 | relativ |
|---|---|---|---|
| Januar 2026 | 100.556 | +2.949 | +3 % |
| Februar 2026 | 86.887 | +1.313 | +2 % |
| März 2026 | 84.371 | -9.858 | -10 % |
| April 2026 | 79.401 | -4.289 | -5 % |
| Mai 2026 | 79.920 | -1.376 | -2 % |
| Juni 2026 | 84.322 | +7.023 | +9 % |
Ein bekannter Effekt
Dass die gesundheitliche Belastung bei Hitze hoch ist und die Sterbefallzahlen in der Folge steigen, ist ein in Sommermonaten bereits mehrfach beobachteter Zusammenhang. Neu ist nicht der Mechanismus, sondern die Deutlichkeit: 32 % Abweichung in einer einzelnen Woche.
Das Quartal insgesamt war unauffällig
April lag 5 % und Mai 2 % unter dem Vergleichswert der Vorjahre. Erst der Juni mit +9 % dreht die Bilanz. Über die ersten sechs Monate summiert liegen die Sterbefallzahlen 2026 sogar leicht unter dem Mittel der vier Vorjahre.
Auch europaweit sichtbar
Das EuroMOMO-Netzwerk weist für die letzte Juniwoche insbesondere für Frankreich und Belgien eine sehr hohe Übersterblichkeit aus. Zahlreiche weitere Länder zeigen zumindest eine leichte oder moderate Abweichung.
Hitze steht selten im Totenschein
Als direkte Todesursache wird Hitze nur in durchschnittlich 21 Fällen pro Jahr bestätigt (2004 bis 2024). Die Gesamtsterblichkeit steigt trotzdem, weil häufig das Zusammenspiel aus Hitze und Vorerkrankungen das Sterberisiko erhöht.
1.400 Klinikbehandlungen pro Jahr
Hitzschlag, Sonnenstich und andere Schäden durch Hitze oder Sonnenlicht führten in den Jahren 2004 bis 2024 im Mittel zu knapp 1.400 vollstationären Krankenhausbehandlungen pro Jahr.
Zahlen sind vorläufig
Es handelt sich um vorläufige Angaben mit Stand 13. Juli 2026. Die EuroMOMO-Einordnung der letzten Juniwoche beruht zum Teil noch auf unvollständigen Meldungen; das tatsächliche Ausmaß lässt sich erst mit der Vervollständigung der Daten genauer bestimmen.
FAQ
Wie viele Menschen sind im 2. Quartal 2026 gestorben?
Nach vorläufigen Angaben rund 243.600 Menschen. Die Zahlen bewegten sich zumeist im Bereich der mittleren Werte der vier Vorjahre oder merklich darunter.
Wie stark war der Anstieg während der Hitzewelle?
In der Woche vom 22. bis 28. Juni 2026 starben etwa 23.900 Menschen – 32 % mehr als im Mittel der Jahre 2022 bis 2025 und rund 7.100 mehr als zwei Wochen zuvor.
Wie sah der Juni insgesamt aus?
Mit 84.322 Sterbefällen lag der Juni 2026 um 7.023 Fälle beziehungsweise 9 % über dem Vergleichswert. Gegenüber dem Juni 2025 betrug die Abweichung +12 %.
Waren andere Monate ebenfalls auffällig?
Nein. März lag 10 % unter dem Vergleichswert, April 5 % und Mai 2 % darunter. Januar (+3 %) und Februar (+2 %) lagen leicht darüber.
Wird Hitze als Todesursache erfasst?
Nur selten direkt: In den Jahren 2004 bis 2024 wurde Hitze im Schnitt bei 21 Sterbefällen pro Jahr als Ursache bestätigt. Der Effekt auf die Gesamtsterblichkeit ist deutlich größer, weil Hitze in Kombination mit Vorerkrankungen wirkt.
Wie viele Menschen kommen wegen Hitze ins Krankenhaus?
Im Mittel der Jahre 2004 bis 2024 knapp 1.400 vollstationäre Behandlungen pro Jahr wegen Hitzschlag, Sonnenstich und anderer Schäden durch Hitze oder Sonnenlicht.
War die Übersterblichkeit auf Deutschland beschränkt?
Nein. Das EuroMOMO-Netzwerk weist für die letzte Juniwoche 2026 vor allem für Frankreich und Belgien eine sehr hohe Übersterblichkeit aus, viele weitere Länder zeigen leichte bis moderate Abweichungen.
Wie verlässlich sind die Zahlen?
Sie sind vorläufig (Stand 13.07.2026) und werden mit eingehenden Meldungen nachträglich präzisiert. Die europäischen Vergleichswerte beruhen teils auf Hochrechnungen unvollständiger Meldungen.
Quellen
- Destatis PD26/248 (14.07.2026): Stark erhöhte Sterbefallzahlen während der Hitzewelle Ende des 2. Quartals 2026
- Destatis PD26/N045: Durchschnittlich knapp 1.400 Krankenhausbehandlungen im Jahr bedingt durch Hitze und Sonnenlicht
- Destatis: Auswertung der unterjährigen Sterbefallzahlen
- EuroMOMO: Graphs and maps
- Robert Koch-Institut: Gesundheitliche Auswirkungen von Hitze
Stand: 25.07.2026 · Datenquelle Destatis, vorläufige Sterbefallzahlen Stand 13.07.2026
