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ifo Geschäftsklima · Juli 2026 · Konjunktur-Monitor

ifo Geschäftsklimaindex Juli 2026: 86,6 Punkte – Erwartungen ziehen deutlich an

Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Juli 2026 auf 86,6 Punkte nach 85,7 im Juni. Getragen wird der Anstieg allein von den Erwartungen, die um 2,4 Punkte auf 86,7 sprangen. Die aktuelle Geschäftslage bewerteten die Unternehmen mit 86,5 dagegen etwas schlechter als im Vormonat. Damit liegen die Erwartungen erstmals seit Februar 2026 wieder über der Lagebeurteilung – ein klassisches Wendesignal. Trotz der unsicheren Lage am Persischen Golf zeigt sich die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch.

Berichtsmonat Juli 2026 · rund 9.000 Unternehmensmeldungen · Basis 2015 = 100 · Quelle: ifo Institut · Stand 27.07.2026
Geschäftsklima
86,6
+0,9 zum Juni
Geschäftslage
86,5
-0,5 zum Juni
Erwartungen
86,7
+2,4 zum Juni
Stimmungsschere
+0,2
Erwartungen über Lage
Verarb. Gewerbe
-9,6
Saldo, +2,9
Dienstleistungen
-4,4
Saldo, +0,7
Handel
-23,4
Saldo, +3,3
Bauhauptgewerbe
-20,4
Saldo, +2,4
Gesamtsaldo
-10,7
Deutschland, +2,1
Vormonat Juni
85,7
revidiert
Jahrestief
84,5
April 2026
Jahreshoch
88,8
August 2025
Basisjahr
2015
= 100
Meldungen
ca. 9.000
Unternehmen monatlich
Quelle
ifo
Konjunkturumfragen
Stand
27.07.
2026

Klima, Lage und Erwartungen im 13-Monats-Verlauf

Indexwerte, 2015 = 100, saisonbereinigt

Aktuelle Indexwerte Juli 2026

Saldo nach Wirtschaftsbereich (Juli)

Gesamtsaldo Deutschland im Verlauf

Stimmungsschere: Erwartungen minus Lage

Industrie vs. Dienstleistungen

Handel vs. Bau

Erholung vom Frühjahrstief

Im April 2026 erreichten alle Bereiche ihren Tiefpunkt. Seitdem geht es in jeder Branche aufwärts.

Saldo je Bereich: April vs. Juli 2026

Veränderung Juni auf Juli 2026

Geschäftsklima: 13-Monats-Verlauf

Verarbeitendes Gewerbe im Verlauf

Detailtabelle: ifo-Werte Juli 2026

IndikatorJuli 2026Juni 2026Veränderung
Geschäftsklima86,685,7+0,9
Geschäftslage86,587,0-0,5
Geschäftserwartungen86,784,3+2,4
Saldo Deutschland-10,7-12,8+2,1
Saldo Verarbeitendes Gewerbe-9,6-12,5+2,9
Saldo Dienstleistungssektor-4,4-5,1+0,7
Saldo Handel-23,4-26,7+3,3
Saldo Bauhauptgewerbe-20,4-22,8+2,4
Erwartungen minus Lage+0,2-2,7+2,9

Die Schere dreht sich

Erstmals seit Februar 2026 liegen die Erwartungen (86,7) wieder über der Lagebeurteilung (86,5). In den vier Monaten davor war es umgekehrt, im Juni betrug der Abstand noch minus 2,7 Punkte. Ein Vorlauf der Erwartungen vor der Lage gilt als Frühindikator für eine konjunkturelle Wende.

Industrie zieht am stärksten an

Der Saldo im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich um 2,9 Punkte auf minus 9,6 – der beste Wert seit Februar. Das ifo nennt zwei Gründe: Die Nachfrage belebte sich, und der Materialmangel ließ nach.

Handel bleibt Schlusslicht

Mit minus 23,4 Punkten liegt der Handel weiter am Ende der Rangliste, hat sich aber um 3,3 Punkte verbessert – der stärkste Zuwachs aller Bereiche. Vor allem im Einzelhandel ließen die Sorgen nach.

April war der Tiefpunkt

Im April 2026 fiel das Geschäftsklima auf 84,5 Punkte, den niedrigsten Wert der Reihe. Seitdem steigt der Index den vierten Monat in Folge: 85,0, 85,7, 86,6. Der Abstand zum Tief beträgt inzwischen 2,1 Punkte.

Bau erholt sich vom Einbruch

Das Bauhauptgewerbe verbesserte sich auf minus 20,4 nach minus 23,9 im Mai. Es klagten weniger Unternehmen über fehlende Aufträge – das deckt sich mit dem Auftragseingang, der im Mai um 3,3 Prozent zum Vormonat zulegte.

Wie der Index entsteht

Rund 9.000 Unternehmen aus Verarbeitendem Gewerbe, Dienstleistung, Handel und Bauhauptgewerbe beurteilen monatlich ihre aktuelle Lage und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert beider Salden, normiert auf den Durchschnitt des Jahres 2015.

FAQ

Wie hoch ist der ifo Geschäftsklimaindex im Juli 2026?

Er stieg auf 86,6 Punkte nach 85,7 im Juni 2026. Basis ist der Durchschnitt des Jahres 2015 mit dem Indexwert 100.

Warum steigt der Index, obwohl die Lage schlechter bewertet wird?

Weil das Geschäftsklima ein Mittelwert aus Lage und Erwartungen ist. Die Lage sank leicht von 87,0 auf 86,5, die Erwartungen sprangen aber von 84,3 auf 86,7. Der Erwartungsanstieg überwiegt.

Was bedeutet es, dass die Erwartungen über der Lage liegen?

Es gilt als Wendesignal. Unternehmen beurteilen ihre kommenden sechs Monate besser als ihr laufendes Geschäft. Zuletzt war das im Februar 2026 der Fall.

Welche Branche steht am schlechtesten da?

Der Handel mit einem Saldo von minus 23,4, gefolgt vom Bauhauptgewerbe mit minus 20,4. Am besten schneidet der Dienstleistungssektor mit minus 4,4 ab.

Welche Branche hat sich am stärksten verbessert?

Der Handel mit plus 3,3 Punkten, dicht gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe mit plus 2,9. Alle vier Bereiche legten im Juli zu.

Wann war der Tiefpunkt?

Im April 2026 mit 84,5 Punkten. Seitdem ist der Index vier Monate in Folge gestiegen.

Wie wird der Index erhoben?

Rund 9.000 Unternehmen melden monatlich ihre Einschätzung. Die Lage kann als gut, befriedigend oder schlecht bewertet werden, die Erwartungen als günstiger, gleichbleibend oder ungünstiger. Der Saldo ist jeweils die Differenz der positiven und negativen Anteile.

Wann erscheinen die nächsten Zahlen?

Das ifo Institut veröffentlicht den Index monatlich, meist um den 25. des Monats. Die August-Werte folgen Ende August 2026.