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📦 Import-/Exportpreis-Monitor April 2026

Importpreise April 2026: +5,3 % – Iran-Krieg treibt Energie-Einfuhrpreise auf +31 %

Die Einfuhrpreise lagen im April 2026 um 5,3 % über dem Vorjahresmonat – der stärkste Anstieg seit Januar 2023. Treiber ist die Energie (+31,0 %, v. a. Mineralöl +58,1 % und Erdöl +47,5 %) infolge des Iran-Kriegs. Ohne Energie betrug der Anstieg nur 2,8 %. Die Exportpreise stiegen um 2,9 % – die Terms of Trade verschlechtern sich.

📅 Berichtsmonat April 2026 · Quelle: Destatis PD26/180 · Veröffentlichung monatlich · Basisjahr 2021 · Stand: 29.05.2026
Importpreise April 26
+5,3 %
zum Vorjahr · stärkster seit Jan 2023
Importpreise z. Vormonat
+1,2 %
gegenüber März 2026
Exportpreise April 26
+2,9 %
zum Vorjahr · stärkster seit Mär 2023
Exportpreise z. Vormonat
+0,8 %
gegenüber März 2026
Energie-Importe
+31,0 %
zum Vorjahr · stärkster seit Okt 2022
Mineralölerzeugnisse
+58,1 %
Einfuhr zum Vorjahr
Erdöl-Importe
+47,5 %
zum Vorjahr
Vorleistungsgüter
+7,8 %
Einfuhr zum Vorjahr
Importe ohne Energie
+2,8 %
zum Vorjahr
Investitionsgüter
+1,5 %
Einfuhr zum Vorjahr
Konsumgüter-Importe
-1,4 %
zum Vorjahr · günstiger
Agrargüter-Importe
-4,7 %
zum Vorjahr · günstiger
Edelmetalle
+49,9 %
Einfuhr zum Vorjahr
Rohkakao
-51,1 %
Einfuhr zum Vorjahr
Import zum Vorjahr März 26
+2,3 %
Vormonatswert (Feb: -2,3 %)
Basisjahr Index
2021=100
Außenhandelspreise

Aktuelle Entwicklung

Import- und Exportpreise zum Vorjahr und nach Gütergruppen

Import- vs. Exportpreise z. Vorjahr (%)

Importpreise nach Gütergruppen z. Vorjahr April 26 (%)

Energie treibt die Einfuhrpreise

Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Energie- und Vorleistungspreise

Energie-Einfuhr-Komponenten z. Vorjahr (%)

Import gesamt vs. ohne Energie (%)

Vorleistungsgüter-Detail z. Vorjahr (%)

Agrargüter & Konsumgüter

Importierte Nahrungsmittel und Konsumgüter überwiegend günstiger als 2025

Importierte Agrargüter z. Vorjahr (%)

Importierte Nahrungs-/Konsumgüter z. Vorjahr (%)

Exportpreise

Auch Ausfuhrpreise vom Energiepreisanstieg geprägt

Exportpreise nach Gütergruppen z. Vorjahr (%)

Energie-Ausfuhr-Komponenten z. Vorjahr (%)

Veränderung zum Vormonat April 26 (%)

Import vs. Export im Vergleich

Gütergruppen und kurzfristige Dynamik

Investitions-/Konsumgüter: Import vs. Export z. Vorjahr (%)

Importpreise zum Vormonat: Gesamt vs. ohne Energie (%)

Detail-Tabelle: Ein- und Ausfuhrpreise April 2026

Veränderung zum Vorjahr und zum Vormonat nach Gütergruppen

GütergruppeImport z. VorjahrImport z. VormonatExport z. VorjahrExport z. Vormonat
Gesamtindex+5,3 %+1,2 %+2,9 %+0,8 %
Energie+31,0 %+2,8 %+27,0 %+4,0 %
Vorleistungsgüter+7,8 %+2,4 %+4,3 %+1,7 %
Investitionsgüter+1,5 %+0,5 %+1,6 %+0,3 %
Konsumgüter-1,4 %+0,1 %-0,3 %+0,2 %
  Gebrauchsgüter-0,2 %+0,1 %+1,7 %+0,3 %
  Verbrauchsgüter-1,7 %+0,1 %-0,7 %+0,3 %
Landwirtschaftliche Güter-4,7 %-2,2 %-5,7 %-0,7 %
Importindex ohne Energie+2,8 %+1,0 %
Importindex ohne Erdöl/Mineralöl+2,9 %+0,9 %

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Iran-Krieg treibt Energiepreise

Die Einfuhrpreise für Energie stiegen im April 2026 um 31,0 % zum Vorjahr – der stärkste Anstieg seit Oktober 2022. Maßgeblich sind die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten: Mineralölerzeugnisse (+58,1 %), Erdöl (+47,5 %), Steinkohle (+8,1 %) und Erdgas (+6,9 %) verteuerten sich deutlich.

Vorleistungsgüter & Metalle

Vorleistungsgüter waren 7,8 % teurer als im Vorjahr. Besonders Nicht-Eisen-Metalle (+27,6 %) und darunter Edelmetalle (+49,9 %) zogen an. Auch importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+22,9 %) verteuerten sich kriegsbedingt deutlich.

Nahrungsmittel günstiger

Importierte Agrar- und Konsumgüter waren überwiegend billiger als 2025: Rohkakao -51,1 %, Kakaobutter/-fett/-öl -57,2 %, Frucht- und Gemüsesäfte -26,3 %, Milcherzeugnisse und Schweinefleisch je -13,3 %. Teurer waren v. a. Haselnüsse (+29,7 %) und Tomaten (+25,8 %).

Terms of Trade verschlechtert

Da die Importpreise (+5,3 %) deutlich stärker stiegen als die Exportpreise (+2,9 %), verschlechtern sich die Terms of Trade: Deutschland muss für importierte Güter relativ mehr bezahlen, als es für Exporte erlöst – das belastet Handelsbilanz und Wohlstand.

Bedeutung für die Inflation

Importpreise sind ein Frühindikator für die Verbraucherpreise: Steigende Energie- und Vorleistungspreise werden mit Verzögerung an Erzeuger- und Verbraucherpreise weitergegeben. Der Energieschub erklärt den parallelen Anstieg der Energie-Komponente im VPI.

Methodik

Berechnungsgrundlage sind ausschließlich vertraglich vereinbarte Preise, zu denen Unternehmen Waren ein- bzw. ausführen – Steuern und Zölle fließen nicht ein. Basisjahr der Außenhandelspreisindizes ist 2021. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis).

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu Ein- und Ausfuhrpreisen

Wie stark sind die Importpreise im April 2026 gestiegen?

Die Einfuhrpreise lagen im April 2026 um 5,3 % über dem Vorjahresmonat – der stärkste Anstieg seit Januar 2023. Gegenüber März 2026 stiegen sie um 1,2 %. Im März hatte die Jahresrate +2,3 % betragen, im Februar noch -2,3 %.

Warum steigen die Importpreise so stark?

Hauptursache ist der Energiepreisanstieg infolge des Iran-Kriegs: Energie-Importe verteuerten sich um 31,0 % zum Vorjahr. Ohne Energie betrug der Anstieg nur 2,8 %. Auch Vorleistungsgüter (+7,8 %) und Metalle trugen bei.

Was kostet im Import weniger als 2025?

Importierte Agrargüter waren im Schnitt 4,7 % günstiger, Konsumgüter 1,4 %. Deutliche Rückgänge gab es bei Rohkakao (-51,1 %), Kakaobutter (-57,2 %), Frucht-/Gemüsesäften (-26,3 %) sowie Milcherzeugnissen und Schweinefleisch (je -13,3 %).

Wie entwickelten sich die Exportpreise?

Die Ausfuhrpreise stiegen im April 2026 um 2,9 % zum Vorjahr (stärkster Anstieg seit März 2023) und um 0,8 % zum Vormonat. Auch hier war Energie der Treiber (Energieexporte +27,0 %, Kerosin sogar +106,3 %).

Was sind die Terms of Trade?

Die Terms of Trade beschreiben das Verhältnis von Export- zu Importpreisen. Da die Importpreise (+5,3 %) stärker stiegen als die Exportpreise (+2,9 %), verschlechtern sie sich – Deutschland zahlt relativ mehr für Importe.

Welche Bedeutung haben Importpreise für die Inflation?

Importpreise gelten als Frühindikator: Höhere Einfuhrpreise für Energie und Vorleistungen werden mit Verzögerung an Erzeuger- und Verbraucherpreise weitergegeben und können die Inflation anheizen.

Werden Steuern und Zölle berücksichtigt?

Nein. In die Außenhandelspreisindizes fließen ausschließlich die vertraglich vereinbarten Ein- und Verkaufspreise ein. Steuern und Zölle bleiben unberücksichtigt. Basisjahr ist 2021.

Wann erscheinen die nächsten Zahlen?

Die Ein- und Ausfuhrpreise werden monatlich veröffentlicht. Die Mai-2026-Werte erscheinen voraussichtlich Ende Juni 2026. Diese Seite wird dann aktualisiert.

Quellen

Primärquellen und Methodik