Aktuelle Statistiken und News
📦 Import-/Exportpreis-Monitor Mai 2026

Importpreise Mai 2026: +6,8 % – Iran-Krieg treibt Energie-Einfuhrpreise auf +37 %

Die Einfuhrpreise lagen im Mai 2026 um 6,8 % über dem Vorjahresmonat – der stärkste Anstieg seit Dezember 2022. Treiber ist die Energie (+37,2 %, v. a. Erdöl +59,3 % und Mineralölerzeugnisse +57,3 %) infolge des Iran-Kriegs. Ohne Energie betrug der Anstieg 3,8 %. Die Exportpreise stiegen um 3,4 % – die Terms of Trade verschlechtern sich weiter.

📅 Berichtsmonat Mai 2026 · Quelle: Destatis PD26/226 · Veröffentlichung monatlich · Basisjahr 2021 · Stand: 29.05.2026
Importpreise Mai 26
+6,8 %
zum Vorjahr · stärkster seit Dez 2022
Importpreise z. Vormonat
+0,7 %
gegenüber April 2026
Exportpreise Mai 26
+3,4 %
zum Vorjahr · stärkster seit Feb 2023
Exportpreise z. Vormonat
+0,5 %
gegenüber April 2026
Energie-Importe
+37,2 %
zum Vorjahr · stärkster seit Okt 2022
Mineralölerzeugnisse
+57,3 %
Einfuhr zum Vorjahr
Erdöl-Importe
+59,3 %
zum Vorjahr
Vorleistungsgüter
+10,1 %
Einfuhr zum Vorjahr
Importe ohne Energie
+3,8 %
zum Vorjahr
Investitionsgüter
+2,2 %
Einfuhr zum Vorjahr
Konsumgüter-Importe
-1,3 %
zum Vorjahr · günstiger
Agrargüter-Importe
-5,5 %
zum Vorjahr · günstiger
Edelmetalle
+46,6 %
Einfuhr zum Vorjahr
Rohkakao
-48,9 %
Einfuhr zum Vorjahr
Import zum Vorjahr April 26
+5,3 %
Vormonatswert (März: +2,3 %)
Basisjahr Index
2021=100
Außenhandelspreise

Aktuelle Entwicklung

Import- und Exportpreise zum Vorjahr und nach Gütergruppen

Import- vs. Exportpreise z. Vorjahr (%)

Importpreise nach Gütergruppen z. Vorjahr April 26 (%)

Energie treibt die Einfuhrpreise

Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Energie- und Vorleistungspreise

Energie-Einfuhr-Komponenten z. Vorjahr (%)

Import gesamt vs. ohne Energie (%)

Vorleistungsgüter-Detail z. Vorjahr (%)

Agrargüter & Konsumgüter

Importierte Nahrungsmittel und Konsumgüter überwiegend günstiger als 2025

Importierte Agrargüter z. Vorjahr (%)

Importierte Nahrungs-/Konsumgüter z. Vorjahr (%)

Exportpreise

Auch Ausfuhrpreise vom Energiepreisanstieg geprägt

Exportpreise nach Gütergruppen z. Vorjahr (%)

Energie-Ausfuhr-Komponenten z. Vorjahr (%)

Veränderung zum Vormonat Mai 26 (%)

Import vs. Export im Vergleich

Gütergruppen und kurzfristige Dynamik

Investitions-/Konsumgüter: Import vs. Export z. Vorjahr (%)

Importpreise zum Vormonat: Gesamt vs. ohne Energie (%)

Detail-Tabelle: Ein- und Ausfuhrpreise Mai 2026

Veränderung zum Vorjahr und zum Vormonat nach Gütergruppen

GütergruppeImport z. VorjahrImport z. VormonatExport z. VorjahrExport z. Vormonat
Gesamtindex+6,8 %+0,7 %+3,4 %+0,5 %
Energie+37,2 %+0,1 %+33,6 %+0,7 %
Vorleistungsgüter+10,1 %+1,6 %+5,6 %+1,1 %
Investitionsgüter+2,2 %+0,4 %+1,7 %+0,2 %
Konsumgüter-1,3 %+0,1 %-0,3 %+0,1 %
  Gebrauchsgüter+0,0 %+0,1 %+1,6 %+0,1 %
  Verbrauchsgüter-1,7 %+0,1 %-0,7 %+0,1 %
Landwirtschaftliche Güter-5,5 %-3,1 %-6,5 %-1,5 %
Importindex ohne Energie+3,8 %+0,7 %
Importindex ohne Erdöl/Mineralöl+4,2 %+0,8 %

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Iran-Krieg treibt Energiepreise

Die Einfuhrpreise für Energie stiegen im Mai 2026 um 37,2 % zum Vorjahr – der stärkste Anstieg seit Oktober 2022 (+63,0 %). Maßgeblich sind die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten: Erdöl (+59,3 %), Mineralölerzeugnisse (+57,3 %), elektrischer Strom (+44,1 %), Steinkohle (+12,7 %) und Erdgas (+10,4 %) verteuerten sich deutlich.

Vorleistungsgüter & Metalle

Vorleistungsgüter waren 7,8 % teurer als im Vorjahr. Besonders Nicht-Eisen-Metalle (+27,6 %) und darunter Edelmetalle (+49,9 %) zogen an. Auch importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+22,9 %) verteuerten sich kriegsbedingt deutlich.

Nahrungsmittel günstiger

Importierte Agrar- und Konsumgüter waren überwiegend billiger als 2025: Rohkakao -48,9 %, Kakaobutter/-fett/-öl -50,8 %, Frucht- und Gemüsesäfte -26,5 %, Schweinefleisch -19,0 %, Milcherzeugnisse -12,3 %. Teurer waren v. a. Tomaten (+20,0 %) und Haselnüsse (+19,3 %).

Terms of Trade verschlechtert

Da die Importpreise (+6,8 %) deutlich stärker stiegen als die Exportpreise (+3,4 %), verschlechtern sich die Terms of Trade: Deutschland muss für importierte Güter relativ mehr bezahlen, als es für Exporte erlöst – das belastet Handelsbilanz und Wohlstand.

Bedeutung für die Inflation

Importpreise sind ein Frühindikator für die Verbraucherpreise: Steigende Energie- und Vorleistungspreise werden mit Verzögerung an Erzeuger- und Verbraucherpreise weitergegeben. Der Energieschub erklärt den parallelen Anstieg der Energie-Komponente im VPI.

Methodik

Berechnungsgrundlage sind ausschließlich vertraglich vereinbarte Preise, zu denen Unternehmen Waren ein- bzw. ausführen – Steuern und Zölle fließen nicht ein. Basisjahr der Außenhandelspreisindizes ist 2021. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis).

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu Ein- und Ausfuhrpreisen

Wie stark sind die Importpreise im Mai 2026 gestiegen?

Die Einfuhrpreise lagen im Mai 2026 um 6,8 % über dem Vorjahresmonat – der stärkste Anstieg seit Dezember 2022. Gegenüber März 2026 stiegen sie um 1,2 %. Im März hatte die Jahresrate +2,3 % betragen, im Februar noch -2,3 %.

Warum steigen die Importpreise so stark?

Hauptursache ist der Energiepreisanstieg infolge des Iran-Kriegs: Energie-Importe verteuerten sich um 37,2 % zum Vorjahr. Ohne Energie betrug der Anstieg 3,8 %. Auch Vorleistungsgüter (+10,1 %) und Metalle trugen bei.

Was kostet im Import weniger als 2025?

Importierte Agrargüter waren im Schnitt 5,5 % günstiger, Konsumgüter 1,3 %. Deutliche Rückgänge gab es bei Rohkakao (-51,1 %), Kakaobutter (-57,2 %), Frucht-/Gemüsesäften (-26,3 %) sowie Milcherzeugnissen und Schweinefleisch (je -13,3 %).

Wie entwickelten sich die Exportpreise?

Die Ausfuhrpreise stiegen im Mai 2026 um 3,4 % zum Vorjahr (stärkster Anstieg seit Februar 2023) und um 0,5 % zum Vormonat. Auch hier war Energie der Treiber (Energieexporte +33,6 %, Kerosin sogar +87,9 %).

Was sind die Terms of Trade?

Die Terms of Trade beschreiben das Verhältnis von Export- zu Importpreisen. Da die Importpreise (+6,8 %) stärker stiegen als die Exportpreise (+3,4 %), verschlechtern sie sich – Deutschland zahlt relativ mehr für Importe.

Welche Bedeutung haben Importpreise für die Inflation?

Importpreise gelten als Frühindikator: Höhere Einfuhrpreise für Energie und Vorleistungen werden mit Verzögerung an Erzeuger- und Verbraucherpreise weitergegeben und können die Inflation anheizen.

Werden Steuern und Zölle berücksichtigt?

Nein. In die Außenhandelspreisindizes fließen ausschließlich die vertraglich vereinbarten Ein- und Verkaufspreise ein. Steuern und Zölle bleiben unberücksichtigt. Basisjahr ist 2021.

Wann erscheinen die nächsten Zahlen?

Die Ein- und Ausfuhrpreise werden monatlich veröffentlicht. Die Juni-2026-Werte erscheinen voraussichtlich Ende Juli 2026. Diese Seite wird dann aktualisiert.

Quellen

Primärquellen und Methodik