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Preise · Verbraucherpreisindex Juli 2026 · 30.07.2026

Inflation Juli 2026: 2,8 % – Energiepreise treiben die Rate wieder nach oben

Die Inflationsrate steigt im Juli 2026 voraussichtlich auf 2,8 %, nach 2,3 % im Juni. Gegenüber dem Vormonat legen die Verbraucherpreise um 0,8 % zu. Ursache des Sprungs ist fast ausschließlich die Energie: Sie verteuert sich um 8,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat, nach nur 3,4 % im Juni. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie bleibt mit 2,4 % nahezu unverändert.

Destatis Pressemitteilung Nr. 270 vom 30.07.2026 · Verbraucherpreisindex, vorläufige Ergebnisse · endgültige Werte am 12.08.2026

Inflationsrate Juli 2026
+2,8 %
zum Vorjahresmonat, vorläufig
Vormonat Juni 2026
+2,3 %
Tiefstand der letzten Monate
Zum Vormonat
+0,8 %
Juli gegenüber Juni
Kerninflation
+2,4 %
ohne Nahrungsmittel und Energie
Energie
+8,3 %
Juni: +3,4 %
Nahrungsmittel
+0,4 %
dritter Monat in Folge
Dienstleistungen
+2,9 %
Juni: +3,1 %
Waren
+2,5 %
Juni: +1,7 %
HVPI zum Vorjahr
+2,8 %
europäisch harmonisiert
HVPI zum Vormonat
+0,9 %
vorläufig
Endgültige Werte
12.08.
2026
Stand
30.07.
2026

Inflationsrate im Monatsverlauf

Gesamtindex, Veränderung zum Vorjahresmonat, April bis Juli 2026

Gesamtindex und Kerninflation im Vergleich

Die Kernrate zeigt, was ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise übrig bleibt

Energiepreise: Achterbahn seit April

Waren und Dienstleistungen

Gütergruppen im Juli 2026

Nahrungsmittel bleiben ruhig

Gewichtung im Warenkorb

VPI und HVPI im Vergleich

Was den Sprung von Juni auf Juli erklärt

Alle Kennzahlen zur Inflation im Juli 2026

Indikator Wert Einordnung
Verbraucherpreisindex Juli 2026   vorläufige Ergebnisse
  zum Vorjahresmonat +2,8 % nach +2,3 % im Juni
  zum Vormonat +0,8 %  
  Kerninflation +2,4 % ohne Nahrungsmittel und Energie, Gewicht 821,41 ‰
Harmonisierter Verbraucherpreisindex   Maßstab der EZB
  zum Vorjahresmonat +2,8 %  
  zum Vormonat +0,9 %  
Gütergruppen im Juli 2026   Veränderung zum Vorjahresmonat
  Energie +8,3 % Gewicht 73,90 ‰
  Dienstleistungen +2,9 % Gewicht 503,36 ‰
  Waren +2,5 % Gewicht 496,64 ‰
  Nahrungsmittel +0,4 % Gewicht 104,69 ‰
Verlauf Gesamtindex   Veränderung zum Vorjahresmonat
  April 2026 +2,9 %  
  Mai 2026 +2,6 %  
  Juni 2026 +2,3 %  
  Juli 2026 +2,8 % vorläufig
Verlauf Energie    
  April 2026 +10,1 %  
  Mai 2026 +6,6 %  
  Juni 2026 +3,4 %  
  Juli 2026 +8,3 % deutlicher Wiederanstieg
Verlauf Kerninflation    
  April 2026 +2,3 %  
  Mai 2026 +2,5 %  
  Juni 2026 +2,5 %  
  Juli 2026 +2,4 % vorläufig
Endgültige Ergebnisse 12.08.2026  
Quelle Destatis PD26/270 veröffentlicht am 30.07.2026

Ein Energieeffekt, kein Preisschub

Von Juni auf Juli springt die Rate um 0,5 Prozentpunkte nach oben. Praktisch der gesamte Anstieg stammt aus der Energie, die von +3,4 % auf +8,3 % dreht. Die Kerninflation bewegt sich dagegen kaum, von 2,5 % auf 2,4 %. Die zugrunde liegende Preisdynamik hat sich also nicht beschleunigt.

Basiseffekte machen die Energie so sprunghaft

Energie wiegt nur 73,90 von 1.000 Promille im Warenkorb, schwankt aber am stärksten: 10,1 % im April, 6,6 % im Mai, 3,4 % im Juni, 8,3 % im Juli. Solche Ausschläge entstehen vor allem daraus, mit welchem Vorjahresmonat verglichen wird – nicht zwangsläufig aus aktuellen Preisbewegungen.

Dienstleistungen bleiben der Kern des Problems

Mit 503,36 Promille stellen Dienstleistungen gut die Hälfte des Warenkorbs. Ihre Teuerung liegt seit Monaten zwischen 2,8 und 3,1 % und damit über der Gesamtrate. Weil Dienstleistungspreise stark von Löhnen abhängen, reagieren sie träge und halten die Inflation länger oben.

Nahrungsmittel als Entlastung

Nach den starken Preissteigerungen der Vorjahre liegt die Teuerung bei Nahrungsmitteln nun den dritten Monat in Folge bei nur 0,4 %. Bei einem Gewicht von 104,69 Promille dämpft das die Gesamtrate spürbar – besonders für Haushalte mit kleinem Budget, die einen überdurchschnittlichen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben.

VPI und HVPI liegen gleichauf

Beide Indizes weisen im Juli 2026 eine Jahresrate von 2,8 % aus, beim Vormonatsvergleich unterscheiden sie sich leicht (0,8 % gegenüber 0,9 %). Der HVPI ist das Maß der Europäischen Zentralbank; er unterscheidet sich vom nationalen VPI in Erfassungsbereich, Methodik und Gewichtung.

Neu: HVPI mit geänderter Methodik

Seit Januar 2026 gelten für den HVPI erhebliche Änderungen bei Methodik und Klassifikation, außerdem wird er auf der Indexbasis 2025 = 100 ausgewiesen. Vergleiche mit HVPI-Werten aus der Zeit davor sollten daher mit Vorsicht gezogen werden.

FAQ

Wie hoch ist die Inflation im Juli 2026?

Die Inflationsrate beträgt voraussichtlich 2,8 % gegenüber Juli 2025. Im Juni lag sie bei 2,3 %. Gegenüber dem Vormonat steigen die Verbraucherpreise um 0,8 %.

Warum ist die Inflation gestiegen?

Der Anstieg um 0,5 Prozentpunkte geht fast vollständig auf die Energiepreise zurück, die sich um 8,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat verteuerten, nach nur 3,4 % im Juni. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie sank dagegen leicht von 2,5 % auf 2,4 %.

Was ist die Kerninflation?

Die Preisentwicklung ohne Nahrungsmittel und Energie. Diese beiden Gütergruppen schwanken besonders stark und werden von Faktoren wie Rohölpreisen oder Ernten getrieben. Die Kernrate von 2,4 % zeigt daher besser, wie stark der zugrunde liegende Preisauftrieb tatsächlich ist. Sie deckt 821,41 von 1.000 Promille des Warenkorbs ab.

Wie stark steigen die Lebensmittelpreise?

Nahrungsmittel verteuerten sich im Juli 2026 um 0,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Das ist der dritte Monat in Folge mit diesem Wert, nach 1,2 % im April.

Warum schwanken die Energiepreise so stark?

Innerhalb von vier Monaten reichte die Spanne von +10,1 % im April bis +3,4 % im Juni und wieder +8,3 % im Juli. Ein großer Teil dieser Ausschläge sind Basiseffekte: Entscheidend ist, wie hoch die Preise im jeweiligen Vorjahresmonat lagen, nicht allein, was aktuell passiert.

Was ist der Unterschied zwischen VPI und HVPI?

Der nationale Verbraucherpreisindex misst die Preisentwicklung für Deutschland, der Harmonisierte Verbraucherpreisindex dient dem Vergleich im Euroraum und ist das zentrale Maß der europäischen Geldpolitik. Beide werden aus demselben Datenmaterial abgeleitet, unterscheiden sich aber in Erfassungsbereich, Methodik und Gewichtung. Im Juli 2026 weisen beide 2,8 % aus.

Sind die Zahlen endgültig?

Nein. Es handelt sich um vorläufige Ergebnisse. Die endgültigen Werte für Juli 2026 veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 12. August 2026.

Kann ich meine persönliche Inflationsrate berechnen?

Ja. Das Statistische Bundesamt bietet einen persönlichen Inflationsrechner an, mit dem sich die monatlichen Konsumausgaben für einzelne Güterbereiche an das eigene Verbrauchsverhalten anpassen lassen.

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