Inflation in Deutschland Mai 2026: +2,6 % – Teuerung schwächt sich wieder ab
Die Verbraucherpreise stiegen im Mai 2026 um +2,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat – nach +2,9 % im April schwächt sich die Teuerung damit wieder ab; Destatis bestätigte am 12.06.2026 die Schnellmeldung. Gegenüber April sanken die Preise um 0,2 %. Maßgeblich ist die nachlassende Energie-Teuerung (+6,6 % nach +10,1 % im April), gedämpft durch den seit 1. Mai geltenden Tankrabatt. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel liegt mit +2,5 % weiter über dem EZB-Ziel.
Zeitreihen-Verlauf
Inflationsrate und Verbraucherpreisindex im Monatsverlauf
Inflationsrate Jun 25 - Mai 26 (in %)
VPI-Indexstand 2020 = 100
Struktur der Teuerung
Detaillierte Aufschlüsselung nach Warengruppen – vollständige Mai-Detailwerte (Destatis-Endergebnis PD26/199 vom 12.06.2026).
Hauptgruppen zum Vorjahr Mai 26 (in %)
Energie-Komponenten zum Vorjahr
Nahrung-Komponenten zum Vorjahr
Kern vs. Gesamtinflation
Wie stark wirken volatile Bereiche (Energie, Nahrung) auf den Gesamtindex
Kerninflation vs. Gesamt (12 Monate)
HVPI Deutschland vs. Euroraum
Langfristvergleich & Sondereffekte
Inflationsdaten von 2020 bis 2026 – Energiekrise, Stabilisierung, neue Welle
Inflation jährlich 2020-2026
Energiepreise zum Vorjahr (24 Monate)
EZB-Leitzins vs. Inflation
Reale Kaufkraft & Reallöhne
Was Inflation für Haushalte bedeutet – Lohnentwicklung im Vergleich
Nominal- vs. Reallöhne 2020-2026
Kaufkraftverlust 100 € seit 2020
Detail-Tabelle: Hauptgruppen Verbraucherpreisindex Mai 2026
Endgültige Ergebnisse nach Konsumzwecken (COICOP) · Index 2020=100 · Veränderung zum Vorjahr und Vormonat
| Hauptgruppe | Gewicht ‰ | Index 2020=100 | zum Vorjahr Mai 26 | zum Vormonat |
|---|---|---|---|---|
| Nahrungsmittel & alkoholfreie Getränke | 119,04 | 137,5 | +0,7 % | -0,8 % |
| davon Nahrungsmittel | 104,69 | 136,8 | +0,4 % | -0,9 % |
| davon alkoholfreie Getränke | 14,35 | 142,5 | +3,1 % | +0,4 % |
| Alkoholische Getränke & Tabak | 35,26 | 131,3 | +3,8 % | +0,5 % |
| Bekleidung & Schuhe | 42,25 | 112,3 | +0,4 % | -0,4 % |
| Wohnung, Wasser, Strom, Gas | 259,25 | 119,0 | +1,4 % | -0,1 % |
| davon Nettokaltmiete | 68,30 | 112,2 | +2,2 % | +0,2 % |
| davon Haushaltsenergie | 43,44 | 145,3 | -0,8 % | -0,8 % |
| davon Strom | 24,50 | 118,4 | -5,0 % | -0,4 % |
| Möbel, Haushaltsgeräte | 67,78 | 118,1 | +0,2 % | -0,1 % |
| Gesundheit | 55,49 | 113,2 | +2,3 % | +0,4 % |
| Verkehr | 138,22 | 135,0 | +6,7 % | -1,7 % |
| davon Kraftstoffe | 30,46 | 160,9 | +18,0 % | -7,2 % |
| Post & Telekommunikation | 23,35 | 99,1 | +1,0 % | -0,1 % |
| Freizeit, Unterhaltung, Kultur | 104,23 | 119,5 | +2,1 % | +1,4 % |
| davon Pauschalreisen | 13,22 | 135,9 | +3,5 % | +6,3 % |
| Bildungswesen | 9,06 | 124,4 | +4,5 % | +0,0 % |
| Gaststätten & Beherbergung | 47,20 | 135,8 | +2,7 % | +0,5 % |
| Andere Waren & Dienstleistungen | 98,87 | 132,5 | +4,7 % | +0,2 % |
| Kerninflation (ohne Energie/Nahrung) | 821,41 | 121,0 | +2,5 % | +0,3 % |
| Gesamtindex VPI | 1000,00 | 125,0 | +2,6 % | -0,2 % |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik VPI
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke kaufen. Aktuell gilt Basisjahr 2020=100. Erhoben werden monatlich rund 700.000 Einzelpreise in 188 Erhebungsgemeinden.
Energiepreise als Inflationstreiber
Die Energie-Teuerung hat sich im Mai 2026 auf +6,6 % abgeschwächt (April: +10,1 %). Die Energiepreise blieben infolge des Iran-Kriegs hoch – leichtes Heizöl verteuerte sich um +47,9 % – doch der seit 1. Mai geltende Tankrabatt dämpfte die Kraftstoffe (+18,0 % statt +26,2 % im April). Strom (-5,0 %), Erdgas (-2,9 %) und Fernwärme (-0,9 %) wirkten entlastend.
EZB-Politik und 2-Prozent-Ziel
Die Europäische Zentralbank verfolgt ein mittelfristiges Preisstabilitätsziel von 2,0 % HVPI im Euroraum. Mit +2,7 % HVPI in Deutschland im Mai 2026 (endgültig) liegt die Teuerung weiter über dem Ziel. Die Kerninflation von +2,5 % deutet auf anhaltenden, aber nachlassenden Preisdruck hin.
Kerninflation als Indikator
Die Kerninflation rechnet schwankungsstarke Bereiche (Energie, unverarbeitete Nahrungsmittel) heraus. Mit +2,5 % im Mai 2026 zeigt sie, dass der zugrundeliegende Preisdruck moderat bleibt, sich aber hartnäckig über dem EZB-Ziel hält.
Reallöhne und Kaufkraft
Seit 2020 haben die Verbraucherpreise um 25,1 % zugelegt. 100 € Kaufkraft von 2020 entsprechen heute nur noch 79,90 €. Nach mehreren Jahren mit negativen Reallöhnen (2021-2023) sind 2024 und 2025 die Tariflöhne wieder real gestiegen.
Vergleich Bundesländer
Die Inflationsraten der Bundesländer (zuletzt April 2026) reichen von +2,5 % (Hessen) bis +3,2 % (Bayern). Stärkste Treiber sind regional unterschiedlich verteilt: Im Süden wirken Kraftstoffe stärker, im Norden Lebensmittel. Mieten driften regional stark auseinander.
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie hoch ist die Inflationsrate in Deutschland im Mai 2026?
Die Inflationsrate in Deutschland lag im Mai 2026 bei +2,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat – vom Statistischen Bundesamt am 12. Juni 2026 endgültig bestätigt. Damit schwächt sich die Teuerung nach +2,9 % im April wieder ab. Gegenüber April sanken die Verbraucherpreise um 0,2 %.
Was treibt die Inflation aktuell?
Maßgeblich bleibt die Energie mit +6,6 % im Jahresvergleich, allerdings mit deutlich nachlassender Dynamik (April: +10,1 %). Hinzu kommt ein moderater, aber hartnäckiger Preisdruck bei Dienstleistungen. Die Kerninflation liegt bei +2,5 %.
Was ist die Kerninflation und wie hoch ist sie?
Die Kerninflation rechnet die schwankungsanfälligen Bereiche Energie und unverarbeitete Nahrungsmittel heraus, um den zugrundeliegenden Preistrend abzubilden. Sie lag im Mai 2026 bei +2,5 % – moderat, aber weiter über dem 2-Prozent-Ziel der EZB.
Wie ist die Inflation 2025 im Jahresdurchschnitt verlaufen?
Im Gesamtjahr 2025 betrug die Inflationsrate +2,2 % – eine deutliche Beruhigung gegenüber 2024 (+2,2 %), 2023 (+5,9 %) und dem Höchststand 2022 (+6,9 %). Im Dezember 2025 fiel sie erstmals unter 2 % (+1,8 %), bevor die neue Welle ab Februar/März 2026 einsetzte.
Was bedeutet die Inflation für meine Kaufkraft?
100 € aus dem Jahr 2020 haben heute eine Kaufkraft von rund 79,90 €. Wer ein konstantes Nettoeinkommen erzielt, verliert real Vermögen. Tariflich abgesicherte Beschäftigte konnten 2024 und 2025 aber Reallohnzuwächse verzeichnen, da Tariflöhne stärker stiegen als die Preise.
Wie wird die Inflationsrate berechnet?
Das Statistische Bundesamt erhebt monatlich rund 700.000 Einzelpreise in 188 Gemeinden für etwa 700 verschiedene Güterarten. Die Gewichtung der Güter erfolgt nach den Konsumausgaben privater Haushalte (Basisjahr 2020). Aus den Preisveränderungen wird der VPI berechnet, die Inflationsrate ist seine Veränderung zum Vorjahresmonat.
Was ist der Unterschied zwischen VPI und HVPI?
Der VPI (Verbraucherpreisindex) ist die deutsche Messgröße. Der HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex) wird nach EU-weit einheitlichen Regeln berechnet und dient EZB und Eurostat zum Ländervergleich. Der HVPI weicht leicht ab (Mai 2026: HVPI +2,7 % vs. VPI +2,6 %), da andere Gewichtungen und Erhebungsmethoden gelten.
Wann erscheint die nächste Inflations-Veröffentlichung?
Das Statistische Bundesamt hat die endgültigen Mai-Zahlen am 12. Juni 2026 veröffentlicht (PD26/199). Die vorläufige Juni-Schätzung folgt am 30. Juni 2026, die endgültigen Juni-Werte Mitte Juli. Diese Seite wird dann mit den neuen Daten aktualisiert. Die Pressemitteilung findet sich auf destatis.de im Bereich "Wirtschaft → Preise".
Quellen
Primärquellen und Methodik
- Destatis PD26/199 – Verbraucherpreise Mai 2026, endgültige Ergebnisse (12.06.2026)
- Destatis PD26/161 – Verbraucherpreise April 2026, finale Monatswerte
- Destatis PD26/149 – Verbraucherpreise April 2026, Schnellmeldung
- Destatis – Verbraucherpreisindex und Inflationsrate (Schnellmeldung Mai 2026: +2,6 %, 29.05.2026)
- Destatis PD26/019 – Inflationsrate 2025 bei +2,2 %
- Deutsche Bundesbank – Harmonisierter Verbraucherpreisindex
- Dashboard Deutschland – Inflationsrate
