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🛒 Konsum-Monitor · EVS 2023

Konsumausgaben in Deutschland — 3.030 EUR pro Haushalt monatlich, Wohnen frisst 38 %

Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 (EVS, publ. 09.12.2025) zeigt: Deutsche Haushalte gaben 2023 durchschnittlich 3.030 EUR pro Monat für Konsum aus — 12 % mehr als 2018. Wohnen macht 38 % der Konsumausgaben aus, Lebensmittel 14 %, Verkehr 12 %. Haushalte mit weniger als 1.300 EUR Netto­einkommen geben 60+ % nur für Lebensmittel und Wohnen aus — die Spaltung der Konsumlandschaft ist enorm.

📅 Destatis PD25/438 vom 09.12.2025 · EVS 2023 Erstergebnisse · 54.000 Haushalte · 77 % digital teilgenommen
Konsum Ø Haushalt
3.030 €/M
2018: 2.700 EUR (+12 %)
Wohnen-Anteil
38 %
größter Konsumposten
Lebensmittel-Anteil
14 %
+1 pp seit 2018
Verkehr-Anteil
12 %
Pkw + ÖPNV
Freizeit & Kultur
11 %
inkl. Urlaub, Unterhaltung
Bekleidung & Schuhe
4 %
rücklaeufig
Gesundheit
6 %
private Zuzahlungen
Niedrigeinkommen <1.300
1.210 €/M
monatlicher Konsum
davon Wohnen+Essen
64 %
780 EUR/Monat
Hocheinkommen >5.000
5.400 €/M
monatlicher Konsum
davon Wohnen+Essen
38 %
mehr Spielraum
Haushalte EVS
54.000
Stichprobe 2023
Digital-Teilnahme
77 %
via App (neu)
Sparquote 2023
10,8 %
des Einkommens
Konsumausg. zum BIP
52 %
gesamt­wirtschaftlich
Onlineanteil Konsum
13,4 %
des EH (2024)

Konsumstruktur 2023

Wofür Deutsche ihr Geld ausgeben

Konsumausgaben nach Bereich 2023

Konsumstruktur 2018 vs. 2023

Wohnen frisst alles

Wie sich die Wohnkosten entwickelt haben

Wohnen-Anteil am Konsum 2003-2023

Wohnen-Anteil nach Stadtgröße

Soziale Spaltung der Konsumlandschaft

Was sich Haushalte je nach Einkommen leisten

Konsum nach Einkommensgruppe

Wohnen+Essen-Anteil nach Einkommen

Freizeit-Anteil nach Einkommen

Sondermerkmale

Energie, Online, Auto, Versicherung

Energie-Anteil Wohnen Trend

Online-Konsum 2018-2023

Versicherung & Vorsorge Anteil

Langfristiger Wandel

EVS 1983-2023 — 40 Jahre Konsumwandel

Konsumstruktur 1983 vs. 2023

Sparquote Trend 2000-2024

Konsumausgaben deutscher Haushalte 2023 (EVS)

Durchschnittliche monatliche Ausgaben nach Konsumzwecken (COICOP)

BereichAnteil 2023Anteil 2018Δ ppEUR/Monat 2023
Wohnen, Energie, Instandh.38 %36 %+2 pp1.151
Nahrungsmittel, alkoholfr. Getr.14 %13 %+1 pp424
Verkehr (Pkw, ÖPNV, Fahrr.)12 %14 %-2 pp364
Freizeit, Kultur, Unterh.11 %11 %+0 pp333
Gesundheit (private Ausgaben)6 %5 %+1 pp182
Beherbergung, Gaststätten5 %6 %-1 pp152
Bekleidung & Schuhe4 %5 %-1 pp121
Sonstige Waren & Dienste5 %5 %+0 pp152
Innenausstattung Haushalt3 %5 %-2 pp91
Alkohol & Tabak2 %2 %+0 pp60
Bildung1 %1 %+0 pp30
Konsum gesamt100 %100 %-3.030

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Konsum wächst, Strukturwandel beschleunigt sich

Die durchschnittlichen Konsumausgaben pro Haushalt sind von 2.700 EUR (2018) auf 3.030 EUR (2023) gestiegen — ein Plus von 12 %. Inflations­bereinigt ist das ein Minus: Die Verbraucher­preise sind im gleichen Zeitraum um rund 18 % gestiegen. Real haben die deutschen Haushalte also etwa 5-6 % weniger Kaufkraft als 2018. Strukturwandel: Wohnen wächst, Bekleidung und Innenausstattung sinken.

Wohnen verdrängt alles andere

Mit 38 % der Konsumausgaben (1.151 EUR/Monat) ist Wohnen mit großem Abstand die größte Position im deutschen Haushaltsbudget — und hat seit 2018 um 2 Prozent­punkte zugelegt. Hauptgrund: Mietsteigerungen (kalt + warm), Energiekosten (Strom +28 % seit 2018, Gas +35 %), gestiegene Nebenkosten. In Metropolen wie München oder Hamburg liegt der Wohn­anteil sogar bei 45-48 %.

Die Spaltung ist dramatisch

Niedrig­einkommens­haushalte mit Netto unter 1.300 EUR geben monatlich rund 1.210 EUR aus — davon 64 % allein für Wohnen und Lebensmittel (780 EUR). Für Freizeit, Bildung oder Bekleidung bleibt kaum Spielraum. Hoch­einkommens­haushalte (Netto über 5.000 EUR) geben dagegen rund 5.400 EUR aus — davon nur 38 % für Wohnen und Essen. Die soziale Schere im Konsumverhalten ist deutlich.

Verkehr und Bekleidung schrumpfen

Zwei Bereiche sind eindeutige Verlierer der Konsum­verschiebung: Verkehr sinkt von 14 auf 12 % (Homeoffice, schrumpfende Pkw-Fahrleistung, Deutschland-Ticket), Bekleidung von 5 auf 4 %. Auch Beherbergung/Gaststätten (-1 pp) und Innen­ausstattung (-2 pp) verlieren. Gewinner sind neben Wohnen vor allem Lebensmittel (Inflation!) und Gesundheit (private Zuzahlungen, Pflege, Wellness).

Die EVS hat sich grundlegend modernisiert

Die EVS 2023 ist die erste "digitale Welle": 77 % der 54.000 teilnehmenden Haushalte nutzten App- oder Web-Erfassung — mit automatischer COICOP-Klassifikation der Konsum­artikel via Suchalgorithmus. Das macht die Daten qualitätsmäßig besser und reduziert die Belastung der Teilnehmer:innen. Allerdings nicht direkt mit der EVS 2018 vergleichbar — methodische Brüche durch die Modernisierung. Die EVS 2028 wird wieder digital durchgeführt.

Konsum als Konjunktur­motor — und Risiko

Der private Konsum macht mit 52 % des deutschen BIP den größten Anteil der gesamt­wirtschaftlichen Nachfrage aus. Die Konsum­zurückhaltung 2023 (Sparquote 10,8 %) bremste die Konjunktur. Für 2024 und 2025 hat die Sparquote weiter zugelegt auf 11,8 %, was die schwache Inlandsnachfrage erklärt. Hauptgrund: Sorge um Arbeits­markt, Inflations­trauma, geopolitische Unsicherheiten.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie viel geben deutsche Haushalte monatlich aus?

Laut Destatis EVS 2023 (Pressemitteilung PD25/438 vom 09.12.2025) gaben deutsche Haushalte 2023 durchschnittlich 3.030 EUR pro Monat für Konsum aus — 12 % mehr als 2018 (2.700 EUR). Inflations­bereinigt ist das ein Real-Rückgang um etwa 5-6 %. Die Spannweite ist enorm: Niedrig­einkommens­haushalte (Netto unter 1.300 EUR) geben rund 1.210 EUR aus, Hoch­einkommens­haushalte (Netto über 5.000 EUR) rund 5.400 EUR.

Was ist die EVS und wer macht sie?

Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) ist die wichtigste Konsum­erhebung Deutschlands. Sie wird alle 5 Jahre vom Statistischen Bundesamt durchgeführt. Teilnehmer:innen führen ein Haushaltsbuch über drei Monate und dokumentieren detailliert ihre Einnahmen und Ausgaben. EVS 2023: 54.000 Haushalte, davon 77 % digital via App. Die Erstergebnisse wurden am 09.12.2025 publiziert, detaillierte Daten erscheinen 2026/27. Die EVS ist Grundlage für Sozialberichterstattung, Mindestsicherung und Inflation­sermittlung.

Wofür geben Deutsche ihr Geld aus?

Die wichtigsten Posten 2023: Wohnen 38 % (1.151 EUR/Monat — inkl. Miete, Energie, Instandhaltung), Lebensmittel 14 % (424 EUR), Verkehr 12 % (364 EUR — inkl. Pkw, ÖPNV, Fahrrad), Freizeit/Kultur 11 % (333 EUR), Gesundheit 6 % (182 EUR), Beherbergung/Gaststätten 5 % (152 EUR), Bekleidung 4 % (121 EUR), Sonstige 10 %. Die größte Verschiebung gegenüber 2018: Wohnen +2 pp, Verkehr -2 pp.

Wie unterscheiden sich die Konsumausgaben nach Einkommen?

Niedrig­einkommens­haushalte (Netto unter 1.300 EUR) geben 1.210 EUR im Monat aus, davon 64 % (780 EUR) allein für Wohnen und Lebensmittel. Für Freizeit, Bildung oder Bekleidung bleibt wenig. Mittel­einkommens­haushalte (3.000-5.000 EUR) geben rund 3.500 EUR mit ausgeglicheneren Anteilen. Hoch­einkommens­haushalte (über 5.000 EUR Netto) geben 5.400 EUR aus, davon nur 38 % für Wohnen und Essen — mehr Spielraum für Freizeit, Kultur, Reisen und Sparen.

Warum wächst der Wohnanteil so stark?

Drei Faktoren wirken zusammen: (1) Steigende Mieten — in Metropolen sind die Bestandsmieten seit 2018 um 15-20 % gestiegen, neu vermietete Wohnungen um 25-35 %. (2) Energiekosten — Strompreise +28 %, Gas +35 % seit 2018, getrieben durch Energiekrise 2022. (3) Strukturwandel der Haushalte — mehr Singlehaushalte, die anteilig mehr Wohnkosten tragen. In Metropolen ist der Wohnanteil mit 45-48 % besonders hoch, im ländlichen Raum bei 32-35 %.

Wie haben sich Lebensmittel-Ausgaben entwickelt?

Der Lebensmittel-Anteil stieg von 13 auf 14 % — ein Anstieg um 1 Prozent­punkt. Hauptursache: Lebensmittel-Inflation (April 2026: +6,8 % zum Vorjahr). Die Haushalte mussten mehr Geld für dieselben Mengen ausgeben. Niedrig­einkommens­haushalte sind besonders betroffen, weil ihr Lebensmittel­anteil mit 17-20 % deutlich höher ist. Discounter, Eigenmarken und Bonus-Programme haben in den letzten Jahren stark profitiert.

Was hat sich bei der EVS 2023 geändert?

Die EVS 2023 ist die erste vollständig digitale Welle: 77 % der teilnehmenden Haushalte erfassten ihre Ausgaben via Mobile-App oder Web. Die Klassifikation in COICOP-Kategorien (UN-Standard) erfolgt automatisch via Suchalgorithmus. Vorteil: Bessere Datenqualität, geringere Belastung der Teilnehmer:innen. Nachteil: Methodische Brüche zur EVS 2018 erschweren direkte Zeit­vergleiche — Destatis publiziert begleitend Überleitungs­tabellen.

Wann erscheinen die nächsten EVS-Daten?

Destatis publiziert die EVS-Ergebnisse in mehreren Wellen: Erst­ergebnisse Dezember 2025 (PD25/438), detaillierte Tabellen zu Einkommen, Vermögen und Konsum Mitte 2026, vollständiger Daten­satz für Forschungs­zugriff Ende 2026 (FDZ). Die nächste EVS (2028) startet sich im Januar 2028, Ergebnisse 2030. Begleitend liefert die Laufende Wirtschafts­rechnung (LWR, jährlich) Hochrechnungen für die Zwischenzeit.

Quellen

Primärquellen und Methodik