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🏥 Krankenhaus-Monitor 2024

Krankenhausbehandlungen Deutschland 2024: 17,5 Mio. Fälle — +2,0 %, immer noch unter Vor-Corona

Die Zahl der stationär behandelten Patientinnen und Patienten in Deutschland stieg 2024 um +2,0 % bzw. 344.300 auf rund 17,5 Mio. Behandlungsfälle. Das Niveau liegt aber weiterhin 9,6 % bzw. 1,9 Mio. unter dem Vor-Pandemie-Wert von 2019. In 1.841 Krankenhäusern standen durchschnittlich 472.900 Betten zur Verfügung, die Bettenauslastung stieg auf 72,0 %.

📅 Berichtsjahr 2024 · Quelle: Destatis · Veröffentlichung jährlich · Stand: November 2025

Behandlungen 2024
17,5 Mio.
+2,0 % zum Vorjahr

Behandlungen 2023
17,2 Mio.
Vorjahr

Behandlungen 2019
19,4 Mio.
Vor-Corona-Rekord

Niveau vs. 2019
-9,6 %
-1,9 Mio. Fälle

Krankenhäuser
1.841
Standorte 2024

Betten 2024
472.900
Durchschnittlich

Intensiv-Betten
26.000
ICU-Kapazität

Intermediate Care
7.700
IMC-Betten

Bettenauslastung
72,0 %
+0,8 pp vs. 2023

Auslastung 2019
77,2 %
Vor-Corona-Niveau

Oeff. Kliniken
528
46,8 % aller Betten

Gemeinnuetzige
575
32,3 % aller Betten

Private Kliniken
738
20,9 % aller Betten

Durchschn. Verweildauer
7,3 Tage
2024 (vs. 2019: 7,2)

Psych. Erkr. Jugend (10-19)
18,9 %
Anteil Hauptdiagnose

Alkohol-Fälle 10-Jahres
-28,9 %
Rückgang seit 2014

Zeitreihen-Verlauf

Behandlungsfälle und Bettenkapazität seit 2015

Behandlungsfälle 2015-2024 (Mio.)

Bettenanzahl 2015-2024 (Tsd.)

Kapazitäten & Auslastung

Bettenkapazitäten und Auslastungsquote

Bettenauslastung 2015-2024 (%)

Spezialbetten 2024 (Anzahl)

Durchschn. Verweildauer (Tage)

Trägerstruktur

Öffentliche, gemeinnuetzige und private Kliniken

Bettenanteile nach Träger 2024 (%)

Anzahl Kliniken nach Träger

Patienten-Strukturen

Hauptdiagnose-Gruppen und Altersverteilung

Top-Hauptdiagnose-Gruppen 2024

Behandlungen nach Altersgruppen

Psych. Erkrankungen 10-19 J. Trend

Vergleich & Aktuelle Lage

Vor-Corona-Vergleich und Personal

Behandlungen Index vs. 2019 (=100)

Top-Bundesländer Fälle 2024 (Mio.)

Detail-Tabelle: Krankenhausbehandlungen Deutschland

Stationäre Behandlungsfälle, Betten und Auslastung (Destatis Krankenhausstatistik)

Jahr Fälle (Mio.) Betten (Tsd.) Kliniken Auslastung (%)
2024 17,50 472,9 1.841 72,0
2023 17,16 475,1 1.855 71,2
2022 16,73 480,2 1.887 68,6
2021 16,71 483,5 1.887 67,3
2020 (Corona) 16,79 487,7 1.903 67,3
2019 (Vor-Corona) 19,42 494,3 1.914 77,2
2018 19,39 498,2 1.925 77,1
Veränderung 24 vs. 19 -9,9 % -4,3 % -3,8 % -5,2 pp
Intensiv-Betten 2024 26,0
Intermediate Care 2024 7,7

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Methodik Krankenhausstatistik

Die Destatis-Krankenhausstatistik erfasst alle stationären Krankenhäuser in Deutschland nach DRG-Falldatenbank und Grunddaten. Sie umfasst Akut-Kliniken, Psychiatrische Krankenhäuser, Hochschul-Kliniken und Bundeswehrkrankenhäuser. Reha-Einrichtungen werden separat erfasst. Die Veröffentlichung erfolgt jährlich mit etwa 11 Monaten Verzögerung (Destatis vom Nov 2025 für 2024).

Vor-Corona-Niveau weit entfernt

Mit 17,5 Mio. Behandlungsfällen 2024 liegt das Niveau immer noch 9,6 % bzw. 1,9 Mio. unter dem Vor-Pandemie-Wert (19,4 Mio.). Der Rückgang ist nicht auf einzelne Fachgebiete beschraenkt, sondern erstreckt sich über alle Bereiche. Ursachen: ambulante Verlagerungen, Personal-Engpässe, demografisch längere Wartezeiten, weniger elektive OPs.

Bettenauslastung erholt sich langsam

Die Bettenauslastung stieg 2024 um 0,8 Prozentpunkte auf 72,0 % — bleibt aber weiterhin deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 77,2 %. Trotz reduzierter Gesamt-Bettenkapazität (-21.400 Betten seit 2019) bleibt eine spürbare Unter-Auslastung in vielen Regionen. Die Reform-Diskussion (Krankenhausreform 2024/25) zielt auf Konzentration spezialisierter Leistungen.

Klinik-Struktur: Klein-Privat dominiert numerisch

Die 738 privaten Kliniken machen rund 40 % aller Standorte aus, halten aber nur 20,9 % der Betten — sie sind im Schnitt deutlich kleiner. Öffentliche Kliniken (528 Standorte, 46,8 % Betten) sind im Schnitt die größten Häuser. Gemeinnuetzige (575 Standorte, 32,3 % Betten) liegen dazwischen. Diese Struktur bleibt seit Jahren stabil.

Psychische Erkrankungen Jugend

Bei 10-19-Jährigen waren 2024 18,9 % aller Krankenhausbehandlungen auf psychische und Verhaltensstörungen zurückzuführen (Destatis). Damit sind sie die häufigste Hauptdiagnose-Gruppe in dieser Altersgruppe. Innerhalb der Mädchen (10-19 J.) ist der Anteil sogar noch höher (ca. 24 %).

Alkohol-Fälle stark rückläufig

Krankenhausbehandlungen wegen Alkoholkonsums sind in 10 Jahren um 28,9 % zurückgegangen (Destatis). Vor allem bei Jugendlichen ist der Rückgang stark. Trotzdem bleiben rund 280.000 Fälle pro Jahr direkt alkoholbedingt — ein erheblicher gesundheitlicher und volkswirtschaftlicher Schaden.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie viele Krankenhausbehandlungen gab es 2024 in Deutschland?

Im Jahr 2024 wurden in deutschen Krankenhäusern rund 17,5 Millionen Patientinnen und Patienten stationär behandelt — das sind 2,0 % bzw. 344.300 Fälle mehr als im Vorjahr 2023. Allerdings liegt das Niveau weiterhin 9,6 % unter dem Vor-Pandemie-Wert von 2019 (19,4 Mio.).

Wie viele Krankenhäuser gibt es in Deutschland?

Ende 2024 gab es in Deutschland 1.841 Krankenhausstandorte mit durchschnittlich 472.900 Betten. Davon waren 26.000 Intensivbetten und 7.700 Intermediate-Care-Betten. Die Anzahl der Krankenhäuser ist seit 2019 (1.914) um 73 Standorte zurückgegangen, vor allem durch Schliessungen kleinerer Häuser und Fusionen.

Wie hoch ist die Bettenauslastung?

Die durchschnittliche Bettenauslastung in deutschen Krankenhäusern stieg 2024 um 0,8 Prozentpunkte auf 72,0 %. Damit liegt sie aber immer noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 77,2 % (2019). Trotz reduzierter Bettenkapazität (-21.400 Betten seit 2019) bleibt eine spürbare Unter-Auslastung.

Wer betreibt die Krankenhäuser?

Die Krankenhäuser haben drei Trägerstrukturen: Öffentliche Kliniken (528 Häuser, 46,8 % der Betten), gemeinnuetzige Kliniken (575 Häuser, 32,3 % der Betten) und private Kliniken (738 Häuser, 20,9 % der Betten). Private Kliniken sind im Schnitt deutlich kleiner als die anderen.

Warum sind die Behandlungszahlen unter Vor-Corona-Niveau?

Mehrere Faktoren wirken zusammen: (1) Verlagerung ambulanter Behandlungen weg von stationär, (2) Personal-Engpässe insbesondere im Pflegebereich, (3) demografisch längere Wartezeiten, (4) weniger elektive Operationen, (5) strukturelle Veränderungen durch die Krankenhausreform. Der Rückgang erstreckt sich über alle Fachgebiete.

Was sind die häufigsten Behandlungsgründe?

Die häufigsten Hauptdiagnose-Gruppen 2024 (alle Altersgruppen): Kreislauferkrankungen (ca. 16 %), Krebserkrankungen (ca. 13 %), Verletzungen/Vergiftungen (ca. 11 %), Verdauungssystem (ca. 9 %), Muskel-Skelett-System (ca. 8 %). Bei 10-19-Jährigen sind psychische Erkrankungen die häufigste Diagnose-Gruppe (18,9 %).

Wie lange sind Patienten im Schnitt im Krankenhaus?

Die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus lag 2024 bei rund 7,3 Tagen, etwa auf Vor-Corona-Niveau (2019: 7,2 Tage). Die Spanne reicht von etwa 2,5 Tagen bei Kurzaufenthalten bis über 30 Tagen in der Psychiatrie. Die Verweildauer ist seit 2000 (-25 %) langfristig sinkend.

Wann erscheinen neue Daten?

Vorläufige Werte für das Berichtsjahr 2025 erscheinen voraussichtlich im November 2026. Detail-Ergebnisse (DRG, Altersstruktur, regionale Aufschluesselung) folgen im Frühjahr 2027. Diese Seite wird mit den neuesten Daten aktualisiert. Pressemitteilungen zu spezifischen Themen (Psyche Jugend, Alkohol etc.) erscheinen kontinuierlich über das Jahr.

Quellen

Primärquellen und Methodik