Krankenhausbehandlungen Deutschland 2024: 17,5 Mio. Fälle — +2,0 %, immer noch unter Vor-Corona
Die Zahl der stationär behandelten Patientinnen und Patienten in Deutschland stieg 2024 um +2,0 % bzw. 344.300 auf rund 17,5 Mio. Behandlungsfälle. Das Niveau liegt aber weiterhin 9,6 % bzw. 1,9 Mio. unter dem Vor-Pandemie-Wert von 2019. In 1.841 Krankenhäusern standen durchschnittlich 472.900 Betten zur Verfügung, die Bettenauslastung stieg auf 72,0 %.
Zeitreihen-Verlauf
Behandlungsfälle und Bettenkapazität seit 2015
Behandlungsfälle 2015-2024 (Mio.)
Bettenanzahl 2015-2024 (Tsd.)
Kapazitäten & Auslastung
Bettenkapazitäten und Auslastungsquote
Bettenauslastung 2015-2024 (%)
Spezialbetten 2024 (Anzahl)
Durchschn. Verweildauer (Tage)
Trägerstruktur
Öffentliche, gemeinnuetzige und private Kliniken
Bettenanteile nach Träger 2024 (%)
Anzahl Kliniken nach Träger
Patienten-Strukturen
Hauptdiagnose-Gruppen und Altersverteilung
Top-Hauptdiagnose-Gruppen 2024
Behandlungen nach Altersgruppen
Psych. Erkrankungen 10-19 J. Trend
Vergleich & Aktuelle Lage
Vor-Corona-Vergleich und Personal
Behandlungen Index vs. 2019 (=100)
Top-Bundesländer Fälle 2024 (Mio.)
Detail-Tabelle: Krankenhausbehandlungen Deutschland
Stationäre Behandlungsfälle, Betten und Auslastung (Destatis Krankenhausstatistik)
| Jahr | Fälle (Mio.) | Betten (Tsd.) | Kliniken | Auslastung (%) |
|---|---|---|---|---|
| 2024 | 17,50 | 472,9 | 1.841 | 72,0 |
| 2023 | 17,16 | 475,1 | 1.855 | 71,2 |
| 2022 | 16,73 | 480,2 | 1.887 | 68,6 |
| 2021 | 16,71 | 483,5 | 1.887 | 67,3 |
| 2020 (Corona) | 16,79 | 487,7 | 1.903 | 67,3 |
| 2019 (Vor-Corona) | 19,42 | 494,3 | 1.914 | 77,2 |
| 2018 | 19,39 | 498,2 | 1.925 | 77,1 |
| Veränderung 24 vs. 19 | -9,9 % | -4,3 % | -3,8 % | -5,2 pp |
| Intensiv-Betten 2024 | — | 26,0 | — | — |
| Intermediate Care 2024 | — | 7,7 | — | — |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik Krankenhausstatistik
Die Destatis-Krankenhausstatistik erfasst alle stationären Krankenhäuser in Deutschland nach DRG-Falldatenbank und Grunddaten. Sie umfasst Akut-Kliniken, Psychiatrische Krankenhäuser, Hochschul-Kliniken und Bundeswehrkrankenhäuser. Reha-Einrichtungen werden separat erfasst. Die Veröffentlichung erfolgt jährlich mit etwa 11 Monaten Verzögerung (Destatis vom Nov 2025 für 2024).
Vor-Corona-Niveau weit entfernt
Mit 17,5 Mio. Behandlungsfällen 2024 liegt das Niveau immer noch 9,6 % bzw. 1,9 Mio. unter dem Vor-Pandemie-Wert (19,4 Mio.). Der Rückgang ist nicht auf einzelne Fachgebiete beschraenkt, sondern erstreckt sich über alle Bereiche. Ursachen: ambulante Verlagerungen, Personal-Engpässe, demografisch längere Wartezeiten, weniger elektive OPs.
Bettenauslastung erholt sich langsam
Die Bettenauslastung stieg 2024 um 0,8 Prozentpunkte auf 72,0 % — bleibt aber weiterhin deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 77,2 %. Trotz reduzierter Gesamt-Bettenkapazität (-21.400 Betten seit 2019) bleibt eine spürbare Unter-Auslastung in vielen Regionen. Die Reform-Diskussion (Krankenhausreform 2024/25) zielt auf Konzentration spezialisierter Leistungen.
Klinik-Struktur: Klein-Privat dominiert numerisch
Die 738 privaten Kliniken machen rund 40 % aller Standorte aus, halten aber nur 20,9 % der Betten — sie sind im Schnitt deutlich kleiner. Öffentliche Kliniken (528 Standorte, 46,8 % Betten) sind im Schnitt die größten Häuser. Gemeinnuetzige (575 Standorte, 32,3 % Betten) liegen dazwischen. Diese Struktur bleibt seit Jahren stabil.
Psychische Erkrankungen Jugend
Bei 10-19-Jährigen waren 2024 18,9 % aller Krankenhausbehandlungen auf psychische und Verhaltensstörungen zurückzuführen (Destatis). Damit sind sie die häufigste Hauptdiagnose-Gruppe in dieser Altersgruppe. Innerhalb der Mädchen (10-19 J.) ist der Anteil sogar noch höher (ca. 24 %).
Alkohol-Fälle stark rückläufig
Krankenhausbehandlungen wegen Alkoholkonsums sind in 10 Jahren um 28,9 % zurückgegangen (Destatis). Vor allem bei Jugendlichen ist der Rückgang stark. Trotzdem bleiben rund 280.000 Fälle pro Jahr direkt alkoholbedingt — ein erheblicher gesundheitlicher und volkswirtschaftlicher Schaden.
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie viele Krankenhausbehandlungen gab es 2024 in Deutschland?
Im Jahr 2024 wurden in deutschen Krankenhäusern rund 17,5 Millionen Patientinnen und Patienten stationär behandelt — das sind 2,0 % bzw. 344.300 Fälle mehr als im Vorjahr 2023. Allerdings liegt das Niveau weiterhin 9,6 % unter dem Vor-Pandemie-Wert von 2019 (19,4 Mio.).
Wie viele Krankenhäuser gibt es in Deutschland?
Ende 2024 gab es in Deutschland 1.841 Krankenhausstandorte mit durchschnittlich 472.900 Betten. Davon waren 26.000 Intensivbetten und 7.700 Intermediate-Care-Betten. Die Anzahl der Krankenhäuser ist seit 2019 (1.914) um 73 Standorte zurückgegangen, vor allem durch Schliessungen kleinerer Häuser und Fusionen.
Wie hoch ist die Bettenauslastung?
Die durchschnittliche Bettenauslastung in deutschen Krankenhäusern stieg 2024 um 0,8 Prozentpunkte auf 72,0 %. Damit liegt sie aber immer noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 77,2 % (2019). Trotz reduzierter Bettenkapazität (-21.400 Betten seit 2019) bleibt eine spürbare Unter-Auslastung.
Wer betreibt die Krankenhäuser?
Die Krankenhäuser haben drei Trägerstrukturen: Öffentliche Kliniken (528 Häuser, 46,8 % der Betten), gemeinnuetzige Kliniken (575 Häuser, 32,3 % der Betten) und private Kliniken (738 Häuser, 20,9 % der Betten). Private Kliniken sind im Schnitt deutlich kleiner als die anderen.
Warum sind die Behandlungszahlen unter Vor-Corona-Niveau?
Mehrere Faktoren wirken zusammen: (1) Verlagerung ambulanter Behandlungen weg von stationär, (2) Personal-Engpässe insbesondere im Pflegebereich, (3) demografisch längere Wartezeiten, (4) weniger elektive Operationen, (5) strukturelle Veränderungen durch die Krankenhausreform. Der Rückgang erstreckt sich über alle Fachgebiete.
Was sind die häufigsten Behandlungsgründe?
Die häufigsten Hauptdiagnose-Gruppen 2024 (alle Altersgruppen): Kreislauferkrankungen (ca. 16 %), Krebserkrankungen (ca. 13 %), Verletzungen/Vergiftungen (ca. 11 %), Verdauungssystem (ca. 9 %), Muskel-Skelett-System (ca. 8 %). Bei 10-19-Jährigen sind psychische Erkrankungen die häufigste Diagnose-Gruppe (18,9 %).
Wie lange sind Patienten im Schnitt im Krankenhaus?
Die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus lag 2024 bei rund 7,3 Tagen, etwa auf Vor-Corona-Niveau (2019: 7,2 Tage). Die Spanne reicht von etwa 2,5 Tagen bei Kurzaufenthalten bis über 30 Tagen in der Psychiatrie. Die Verweildauer ist seit 2000 (-25 %) langfristig sinkend.
Wann erscheinen neue Daten?
Vorläufige Werte für das Berichtsjahr 2025 erscheinen voraussichtlich im November 2026. Detail-Ergebnisse (DRG, Altersstruktur, regionale Aufschluesselung) folgen im Frühjahr 2027. Diese Seite wird mit den neuesten Daten aktualisiert. Pressemitteilungen zu spezifischen Themen (Psyche Jugend, Alkohol etc.) erscheinen kontinuierlich über das Jahr.
Quellen
Primärquellen und Methodik
- Destatis – Krankenhausbehandlungen 2024 +2,0 % (November 2025)
- Destatis – Psychische Erkrankungen 2024 bei 10-19-J. 18,9 % (April 2026)
- Destatis – Alkohol-bedingte Behandlungen -28,9 % in 10 Jahren
- Destatis Themenseite – Krankenhäuser in Deutschland
- Destatis Qualitätsbericht – Grunddaten der Krankenhäuser 2024 (PDF)
- BDPK – Krankenhausstatistik 2024
