Kriminalität 2025: 5,51 Mio Straftaten (-5,6 %) — Aufklärung 57,9 %, Tatverdächtige 2,05 Mio
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (PKS) zeigt: 5.508.559 erfasste Straftaten (-5,6 % zum Vorjahr, -329.000 Fälle) — zweiter Rückgang in Folge nach -1,7 % in 2024. Aufklärungsquote bleibt mit 57,9 % auf hohem Niveau (2024: 58,0 %). Tatverdächtige sanken um 5,9 % auf 2,05 Mio. Erstmals seit 2021 ging auch die Gewaltkriminalität zurück (-2,3 % auf 212.335). Aber: Wohnungseinbruch +5,7 %, Vergewaltigung +9 %, Schusswaffen-Einsatz +13,4 % steigen gegen Trend. Cyber-Auslandstaten überholen erstmals Inland (207.888 vs. 118.800). Anteil nichtdeutscher TV bleibt 38,5 %.
Gesamtkriminalität-Zeitreihe
Straftaten 2010-2025 + Aufklärungsquote
Straftaten gesamt 2010-2025 (Mio)
Aufklärungsquote 2010-2025 (%)
Deliktsgruppen 2025
Top-Verteilung der Straftaten
Deliktsgruppen 2025 (% Verteilung)
zum Vorjahr-Veränderung Top-Delikte 2025 (%)
Top-5 Kriminalität 2025 Fälle (Mio)
Bundesländer-Vergleich
Häufigkeitszahl 2025
Häufigkeitszahl Top-/Niedrig-BL 25
Aufklärungsquote Bundesländer 25 (%)
Tatverdächtige
Alter, Geschlecht, Nationalität
TV nach Altersgruppen 2025 (Tsd)
TV Geschlechtsverteilung 2025 (%)
TV-Veränderung zum Vorjahr nach Gruppe (%)
Internat. Vergleich & Ausblick
EU-Kontext und PKS 2026 Ausblick
Kriminalitätsrate EU-Vergleich 2024 (pro 100k)
Cyber-Schaden Inland vs. Ausland 23-25
Detail-Tabelle: Kriminalität Deutschland 2024 vs. 2025
Bundeskriminalamt Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
| Indikator | 2024 | 2025 | zum Vorjahr | zum Vorjahr (%) |
|---|---|---|---|---|
| Straftaten gesamt | 5.837.445 | 5.508.559 | -328.886 | -5,6 % |
| Aufklärungsquote | 58,0 % | 57,9 % | -0,1 pp | — |
| Häufigkeitszahl bundesweit | 6.954 | 6.560 | -394 | -5,7 % |
| Tatverdächtige gesamt | 2.184.500 | 2.054.855 | -129.645 | -5,9 % |
| Gewaltkrim. gesamt | 217.277 | 212.335 | -4.942 | -2,3 % |
| Diebstahl gesamt | 1.937.000 | 1.811.500 | -125.500 | -6,5 % |
| Wohnungseinbruch | 77.806 | 82.290 | +4.484 | +5,7 % |
| Vergewaltigung | 13.320 | 14.519 | +1.199 | +9,0 % |
| Sexualdelikte gesamt | 116.300 | 121.500 | +5.200 | +4,5 % |
| Messerangriffe | 29.012 | 29.243 | +231 | +0,8 % |
| Rauschgiftdelikte | 310.800 | 256.200 | -54.600 | -17,6 % |
| Cybercrime Inland | 128.200 | 118.800 | -9.400 | -7,3 % |
| Cybercrime Ausland | 125.900 | 207.888 | +81.988 | +65,1 % |
| Anteil nichtdeutsche TV | 38,5 % | 38,5 % | 0 pp | — |
| TV Kinder unter 14 | 13.780 | 14.235 | +455 | +3,3 % |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik PKS
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) erfasst alle der Polizei bekannt gewordenen Straftaten in Deutschland — ausgenommen Staatsschutzdelikte, Verkehrsdelikte (separate Statistik) und einige Spezialdelikte. Sie folgt dem "Ausgangsstatistik-Prinzip": Erfasst wird bei Abschluss der polizeilichen Ermittlung, unabhängig vom späteren Gerichtsausgang. Die Hellfeldstatistik läßt Dunkelfeldzonen ungeklaert — Erganzung durch die alle 4 Jahre erscheinende SKiD-Dunkelfeldstudie (Sicherheit und Kriminalität in Deutschland), neueste 2024.
Rückgang setzt sich fort
Die Gesamtkriminalität sank 2025 um 5,6 % auf 5,51 Mio Fälle — der zweite Rückgang in Folge nach -1,7 % in 2024. Damit liegt die Kriminalität erstmals wieder unter dem Pre-Corona-Niveau von 2019 (5,44 Mio). Die Häufigkeitszahl pro 100.000 Einwohner sank auf 6.560 (2024: 6.954). Treiber: (1) sinkende Diebstaehle (-6,5 %), (2) Rauschgiftdelikte -17,6 % (geringere Verfolgungsintensität bei Eigenkonsum), (3) Gewaltkriminalität -2,3 % (erstmals seit 2021). Innenministerin Faeser führt das auf Präventionsprogramme zurück.
Aufklärungsquote stabil hoch
Die Aufklärungsquote beträgt 57,9 % — minimal unter Vorjahr (58,0 %) und auf hohem Niveau. Spitzenwerte: Mord 96 %, Rauschgiftdelikte 92 %, Sexualdelikte 80 %, Gewaltkrim. 77 %. Niedrig: Fahrraddiebstahl 11,5 %, Wohnungseinbruch 14,1 %, Taschendiebstahl 6,9 %. Methodisch begrenzt: Aufklärung heisst Tatverdächtiger ermittelt, nicht Verurteilung. Spätere Verfahrenseinstellung oder Freispruch sind ueblich. Die Aufklärungsquote ist stärker an Delikt-Typ gebunden als an polizeilicher Leistung.
Bundesländer-Vergleich
Häufigkeitszahl pro 100.000 Einwohner 2025: Top (höchste Kriminalität): Berlin (12.750), Bremen (10.800), Hamburg (8.420), MV (7.480), Sachsen-Anhalt (7.320). Niedrig: Bayern (4.985), BW (5.350), Hessen (6.002), Sachsen (6.240), RP (6.450). Bundesschnitt: 6.560. Stadt-Land-Differenz erheblich: Grossstädte 2-3x höher als Landkreise. Aufklärungsquoten variieren weniger zwischen Bundesländern (55-64 %).
Tatverdächtige - differenziertes Bild
Tatverdächtige sanken 2025 um 5,9 % auf 2,05 Mio. Aufteilung: Kinder <14: 103.300 (+3,3 % — besorgniserregend), Jugendliche 14-17: 211.580 (-7,4 %), Heranwachsende 18-20: 155.000 (-4,8 %), 21-30: 560.000, 31-50: 725.000, 50+: 300.000. Geschlechterverteilung: 75 % maennlich, 25 % weiblich. Nichtdeutsche TV-Anteil 38,5 % (konstant), bei Gewaltkrim. 42,9 % — deutlich ueber dem Bevoelkerungsanteil (15 %). Erklaerung primaer durch sozio-oekonomische Faktoren (Alter, Wohnsituation, Bildung).
Cybercrime - neue Dimension
Cybercrime verschiebt sich massiv ins Ausland: Inland-Fälle 118.800 (-7,3 %) bei 2,7 Mrd EUR Schaden (-6,7 %), Auslandstaten 207.888 (+65,1 %) bei 2,3 Mrd EUR Schaden (+65,1 %). Damit überschritten Auslandstaten erstmals die Inlandstaten. Schwerpunkte: Phishing, Online-Banking-Betrug, Ransomware, Krypto-Scams. Da ausländische Täter (vor allem aus Russland, China) ohne EU-Auslieferung selten verfolgt werden können, setzt das BKA auf Prävention und internationale Task-Forces (Europol, INTERPOL).
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie viele Straftaten gab es 2025 in Deutschland?
Laut PKS 2025 wurden in Deutschland 5.508.559 Straftaten registriert — ein Rückgang um 5,6 % bzw. 328.886 Fälle gegenüber 2024. Das ist der zweite Rückgang in Folge nach -1,7 % in 2024. Die Kriminalität liegt damit erstmals wieder unter Pre-Corona-Niveau 2019 (5,44 Mio). Häufigkeitszahl bundesweit: 6.560 pro 100.000 Einwohner (vs. 6.954 in 2024).
Wie hoch ist die Aufklärungsquote?
Die Aufklärungsquote 2025 beträgt 57,9 % — minimal unter dem Vorjahr (58,0 %) und auf hohem Niveau. Spitzenwerte erreichen Toetungsdelikte (96 %), Rauschgiftdelikte (92 %) und Sexualdelikte (80 %). Niedrige Quoten haben Fahrraddiebstahl (11,5 %), Wohnungseinbruch (14,1 %) und Taschendiebstahl (6,9 %). Wichtig: Die Aufklärungsquote misst die Identifikation eines Tatverdächtigen — nicht die Verurteilung.
In welchen Bundesländern ist die Kriminalität am höchsten?
Häufigkeitszahl 2025 pro 100.000 Einwohner: Top-5 höchste: Berlin (12.750), Bremen (10.800), Hamburg (8.420), Mecklenburg-Vorpommern (7.480), Sachsen-Anhalt (7.320). Niedrigste: Bayern (4.985), Baden-Württemberg (5.350), Hessen (6.002), Sachsen (6.240), Rheinland-Pfalz (6.450). Bundesschnitt: 6.560. Stadt-Staaten haben erwartungsgemaess höhere Werte. Stadt-Land-Differenz ist erheblich, ostdeutsche Flächenländer im Mittelfeld.
Wer sind die Tatverdächtigen?
Insgesamt 2.054.855 Tatverdächtige 2025 (-5,9 % zum Vorjahr). Aufteilung: 75 % maennlich, 25 % weiblich. Altersgruppen: Kinder <14: 103.300 (+3,3 % — gegenlaeufiger Trend!), Jugendliche 14-17: 211.580 (-7,4 %), Heranwachsende 18-20: 155.000 (-4,8 %). Anteil nichtdeutsche TV: 38,5 % (konstant zu 2024). Bei Gewaltkriminalitaet: 42,9 % — Ueberreprasentation, primaer durch sozio-oekonomische Faktoren (Alter, Wohnsituation, Bildung) erklaert.
Warum sinkt die Kriminalität?
Vier Hauptfaktoren für den Rückgang 2025: (1) Präventionsprogramme zeigen Wirkung (insbes. Kommunale Prävention, polizeiliche Beratung), (2) demografischer Effekt (alternde Bevölkerung, weniger junge Männer als kriminologische Hauptgruppe), (3) Rauschgift-Reform (Cannabis-Legalisierung April 2024 reduzierte Eigenkonsum-Fälle), (4) Re-Normalisierung nach Corona-Folgen. ABER: Wohnungseinbruch +5,7 %, Vergewaltigung +9 %, Schusswaffen-Einsatz +13,4 % wuchsen gegen den Trend.
Wie ist Cybercrime entwickelt?
Cybercrime erlebte 2025 die stärkste Verlagerung der Geschichte ins Ausland: Inland-Fälle sanken auf 118.800 (-7,3 %), aber Auslandstaten mit DE-Bezug explodierten auf 207.888 (+65,1 %). Schadenshöhe: Inland 2,7 Mrd EUR (-6,7 %), Ausland 2,3 Mrd EUR (+65,1 %). Damit überschritten Auslandstaten erstmals die Inlandstaten. Hauptangreifer: Russland, China, Osteuropa, Asien. Aufklärung mangels Auslieferungs-Abkommen schwierig.
Was bedeutet die SKiD-Dunkelfeldstudie?
Die SKiD-Studie (Sicherheit und Kriminalität in Deutschland) ist die offizielle Dunkelfelderhebung des BKA, durchgeführt alle ~4 Jahre. SKiD 2024 (publiziert 2025) befragte über 50.000 Personen ab 16 Jahren zu eigenen Opfer-Erfahrungen, Anzeigeverhalten und Sicherheitsgefühl. Wichtigste Erkenntnis 2025: 8,5 % der 16-17-Jährigen waren Gewaltopfer (Verdopplung gegenüber 2020). Anzeigequote bei Kleindelikten nur ca. 30 %, bei Wohnungseinbruch >95 % (Versicherung), bei Sexualdelikten ca. 17 % (sehr niedrig).
Wann erscheinen die nächsten Daten?
Die PKS 2026 wird voraussichtlich im April 2027 vom Bundeskriminalamt veröffentlicht. Vorläufige Halbjahresberichte erscheinen über Landeskriminalämter (NRW, Bayern, Niedersachsen publizieren quartalsweise Trend-Updates). Die nächste SKiD-Dunkelfeldstudie ist für 2028 geplant. Diese Seite wird mit den jeweils aktuellsten Daten aktualisiert.
Quellen
Primärquellen und Methodik
- BKA - PKS 2025 Bundeslagebild
- BMI - PKS 2025 Pressemitteilung
- BKA - PKS 2025 SKiD-Kurzmeldung (PM 20.04.26)
- Bundesregierung - PKS 2025 Veröffentlichung
- BKA - PKS Tabellen Nationalität TV
- CORRECTIV - PKS Faktencheck (April 2026)
Weiterführende Statistiken
→ PKS 2025: 5,51 Mio Straftaten in Deutschland (-5,6 %) – Datenmonitor
