Lebenserwartung in Deutschland 2024: Frauen 83,5 — Männer 78,9 Jahre — Vor-Corona-Niveau wieder erreicht
Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt erreichte 2024 mit 83,5 Jahren bei Frauen und 78,9 Jahren bei Männern wieder das Niveau von 2019 — vor der Corona-Pandemie. Gegenüber 2023 stieg sie um 0,2 (Frauen) bzw. 0,4 Jahre (Männer). 65-Jährige haben im Schnitt noch 21,2 bzw. 18,0 Lebensjahre vor sich.
Aktuelle Lebenserwartung 2024
Vergleich Männer und Frauen bei Geburt und ab 65
Lebenserwartung bei Geburt 2024 (J.)
Weitere Lebenserwartung nach Alter
Entwicklung 1990-2024
Langfrist-Trend, Corona-Einbruch und Erholung
Lebenserwartung F seit 1990
Lebenserwartung M seit 1990
Lücke F-M seit 1990 (J.)
Internationaler Vergleich
Deutschland im EU- und OECD-Kontext
Lebenserwartung EU 2024 (Frauen)
Lebenserwartung EU 2024 (Männer)
Sterbefälle & Sterblichkeit
Aktuelle Sterbestatistik und Hauptursachen
Sterbefälle 2015-2024 (Tsd.)
Todesursachen 2023 (%)
Säuglingssterblichkeit 1990-2024
Vorausberechnung 2025-2070
Prognose nach Variante 2 (Basisannahme)
Lebenserwartung Prognose F+M
100-Jährige (Hochaltrige) 2024-2070
Detail-Tabelle: Sterbetafel 2022/2024 — weitere Lebenserwartung
Verbleibende Lebenserwartung in Jahren nach Alter und Geschlecht (Destatis)
| Alter | Frauen (J.) | Männer (J.) | Differenz | Vorjahr F |
|---|---|---|---|---|
| Bei Geburt (0) | 83,2 | 78,5 | 4,7 | 83,0 |
| 10 Jahre | 73,3 | 68,7 | 4,6 | 73,1 |
| 20 Jahre | 63,4 | 58,8 | 4,6 | 63,2 |
| 30 Jahre | 53,6 | 49,1 | 4,5 | 53,4 |
| 40 Jahre | 43,9 | 39,5 | 4,4 | 43,7 |
| 50 Jahre | 34,4 | 30,2 | 4,2 | 34,2 |
| 55 Jahre | 29,8 | 25,8 | 4,0 | 29,6 |
| 60 Jahre | 25,3 | 21,5 | 3,8 | 25,1 |
| 65 Jahre | 21,0 | 17,7 | 3,3 | 20,8 |
| 70 Jahre | 16,8 | 14,1 | 2,7 | 16,6 |
| 75 Jahre | 12,8 | 10,7 | 2,1 | 12,6 |
| 80 Jahre | 9,2 | 7,7 | 1,5 | 9,0 |
| 85 Jahre | 6,3 | 5,4 | 0,9 | 6,2 |
| 90 Jahre | 4,1 | 3,7 | 0,4 | 4,0 |
| 95 Jahre | 2,7 | 2,5 | 0,2 | 2,6 |
| 100 Jahre | 1,9 | 1,8 | 0,1 | 1,8 |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik Sterbetafel
Die Periodensterbetafel bildet die Sterblichkeitsverhältnisse eines konkreten Zeitraums ab (hier 2022/2024 — drei Jahre). Sie sagt: Wenn die heutige Sterblichkeit konstant bliebe, wie alt würde ein heute Geborener? Die Realität wird durch zukünftigen medizinischen Fortschritt meist höher liegen.
Corona-Einbruch und Erholung
Während der Pandemie sank die Lebenserwartung um bis zu 0,8 Jahre (Männer 2020/21). Nach Ende der Übersterblichkeit 2023 holte sie 2024 das Vor-Corona-Niveau von 2019 wieder ein — bei Männern sogar etwas darüber. Der Anstieg um 0,4 Jahre in einem Jahr (Männer) ist ungewöhnlich groß.
Geschlechter-Lücke
Frauen leben im Schnitt 4,6 Jahre länger als Männer — die Differenz schließt sich aber langsam. 1990 lag sie noch bei 6,5 Jahren. Ursachen für die Annäherung: weniger Raucher unter Männern, verbesserte Herzkreislauf-Therapie, sicherere Arbeitsplätze, höhere Frauen-Erwerbsquote mit Stressbelastung.
Regionale Unterschiede
Innerhalb Deutschlands gibt es Unterschiede von bis zu 3,5 Jahren je nach Bundesland und Region. Baden-Württemberg und Bayern liegen vorne (F 84,3 / M 79,7), Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bilden das Schlusslicht (F 82,3 / M 76,8). Hauptfaktoren: sozio-ökonomischer Status, Gesundheitsverhalten, Ärztedichte.
Hochaltrigkeit nimmt zu
Die Zahl der 90- bis 99-Jährigen ist seit 1990 von rund 100.000 auf über 800.000 gestiegen. Die Zahl der 100-Jährigen liegt aktuell bei rund 24.000 — gegenüber 3.000 im Jahr 1990. Bis 2070 wird sie laut Vorausberechnung auf 144.000 anwachsen (Mittelvariante).
Internationaler Vergleich
Deutschland liegt im EU-Vergleich nur im Mittelfeld — vor allem Frauen (83,5 J.) liegen unter Spanien (86,3), Italien (85,1), Frankreich (85,8). Bei Männern liegt Deutschland (78,9) ähnlich wie Frankreich (79,8) oder UK (79,1), aber hinter Skandinavien und der Schweiz (81+).
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie hoch ist die Lebenserwartung in Deutschland 2024?
Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt betrug 2024 bei Frauen 83,5 Jahre und bei Männern 78,9 Jahre. Damit erreichte sie nach dem Corona-Einbruch wieder etwa das Vor-Pandemie-Niveau von 2019. Im Vergleich zu 2023 stieg sie um 0,2 (F) bzw. 0,4 Jahre (M).
Was ist die Sterbetafel 2022/2024?
Die Sterbetafel 2022/2024 ist die offizielle dreijährige Periodensterbetafel von Destatis. Sie weist Frauen 83,2 Jahre und Männern 78,5 Jahre als Lebenserwartung bei Geburt aus. Der Drei-Jahres-Mittelwert glättet Schwankungen, das aktuelle Einzeljahr 2024 liegt höher.
Wie viele Jahre haben 65-Jährige noch?
Eine heute 65-jährige Frau hat statistisch noch 21,2 Jahre vor sich (insgesamt also 86,2 Jahre), ein 65-jähriger Mann 18,0 Jahre (insgesamt 83,0 Jahre). Beide Werte stiegen 2024 um mehr als ein halbes Jahr.
Warum leben Frauen länger als Männer?
Die Geschlechterlücke beträgt 4,6 Jahre und hat biologische, verhaltensbezogene und soziale Ursachen: niedrigere Herzkreislauf-Sterblichkeit von Frauen vor der Menopause, weniger riskantes Verhalten, weniger Berufsrisiken historisch. Die Lücke schließt sich aber langsam (1990: 6,5 Jahre).
Wie ist die Lebenserwartung im internationalen Vergleich?
Deutschland liegt EU-weit nur im Mittelfeld. Spanische und französische Frauen leben mit 86,3 bzw. 85,8 Jahren deutlich länger. Bei Männern ist die Schweiz mit 81,9 Jahren führend. Hauptgründe für den deutschen Rückstand: Adipositas, Rauchen, ungleiche Gesundheitsversorgung.
Welche Bundesländer haben die höchste Lebenserwartung?
Baden-Württemberg führt mit 84,3 Jahren (F) / 79,7 Jahren (M), gefolgt von Bayern und Hessen. Schlusslichter sind Sachsen-Anhalt (F 82,3 / M 76,8) und Mecklenburg-Vorpommern. Die Differenz innerhalb Deutschlands beträgt damit bis zu 3,5 Jahre.
Wie wird sich die Lebenserwartung bis 2070 entwickeln?
Nach der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung erwartet Destatis bis 2070 in Variante 2 (Basis) etwa 88 Jahre (F) und 85 Jahre (M). Die Spanne der Annahmen reicht von 86 bis 91 Jahre (F) und 82 bis 88 Jahre (M). Die Geschlechterlücke wird sich weiter schließen.
Wann erscheint die nächste Sterbetafel?
Die nächste reguläre Sterbetafel 2023/2025 wird voraussichtlich im Juli/August 2026 von Destatis veröffentlicht. Vorläufige Daten zur Lebenserwartung 2025 erscheinen typischerweise im ersten Halbjahr. Die Aktualisierungen finden auf dieser Seite zeitnah statt.
Quellen
Primärquellen und Methodik
- Destatis PD25/266 — Lebenserwartung 2024 erreicht Vor-Corona-Niveau
- Destatis Themenseite — Sterbefälle und Lebenserwartung
- Destatis — Sterbetafel und Entwicklung Lebenserwartung
- Destatis Tabellen — Lebenserwartung Sterbetafel
- aba — Restlebenserwartung ab 65
- Destatis — Künftige Bevölkerungsentwicklung (Vorausberechnung)
