Lohnsteuer und Umsatzsteuer 2025: 573 Milliarden Euro aus zwei Steuerarten
Die Umsatzsteuer brachte 2025 mit 310,2 Milliarden Euro (+2,7 %) das höchste Einzelaufkommen aller Steuern, die Lohnsteuer folgte mit 262,7 Milliarden Euro (+5,5 %). Zusammen stehen beide für 57,9 % der gesamten Steuereinnahmen von 989,8 Milliarden Euro. Die Lohnsteuer wächst dabei seit Jahren deutlich schneller als die Umsatzsteuer.
Umsatzsteuer und Lohnsteuer im Jahresverlauf
Kassenmäßige Einnahmen 2022 bis 2025 in Milliarden Euro
Gesamte Steuereinnahmen im Jahresverlauf
Steuern vor der Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden in Milliarden Euro
Anteil am Steueraufkommen 2025
Die ergiebigsten Steuerarten 2025
Wer bekommt die Steuern 2025?
825 Unternehmen, 38 % des Umsatzes
Wachstum 2025 nach Steuerart
Einkommensmillionäre nach Haupteinkunftsart 2021
Alle Kennzahlen zu Lohnsteuer und Umsatzsteuer
| Indikator | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Kassenmäßige Steuereinnahmen 2025 | vor der Steuerverteilung | |
| Steuern insgesamt | 989,8 Mrd. € | +4,4 % bzw. +42,1 Mrd. € |
| Gemeinschaftsteuern | 746,3 Mrd. € | +3,8 % |
| Umsatzsteuer inkl. Einfuhrumsatzsteuer | 310,2 Mrd. € | +2,7 %, ertragreichste Einzelsteuer |
| Lohnsteuer | 262,7 Mrd. € | +5,5 % |
| Gewerbesteuer | 76,4 Mrd. € | +1,5 %, wichtigste Gemeindesteuer |
| Energiesteuer | 37,6 Mrd. € | +7,1 %, höchste reine Bundessteuer |
| Erbschaftsteuer | 15,4 Mrd. € | +54,3 %, höchste Landessteuer |
| Verteilung nach Ebenen 2025 | nach der Steuerverteilung | |
| Länder | 415,3 Mrd. € | +5,2 % |
| Bund | 388,7 Mrd. € | +3,7 % |
| Gemeinden | 150,9 Mrd. € | +3,7 % |
| Europäische Union | 34,9 Mrd. € | +9,0 % |
| Umsatzsteuerstatistik 2024 | Voranmeldungen | |
| Steuerpflichtige Unternehmen | rund 3,1 Mio. | +0,2 % |
| Lieferungen und Leistungen | rund 8,8 Bio. € | -3,0 %, ohne Umsatzsteuer |
| Umsatzsteuer-Vorauszahlungen | 225,7 Mrd. € | +7,7 % |
| Unternehmen über 1 Mrd. € Umsatz | 825 | 2 weniger als 2023 |
| Umsatz dieser Unternehmen | 3,4 Bio. € | 38,2 % aller Umsätze |
| Handel und Kfz-Reparatur | rund 2,7 Bio. € | umsatzstärkster Wirtschaftsbereich |
| Verarbeitendes Gewerbe | rund 2,5 Bio. € | zusammen rund 59 % des Umsatzes |
| Umsatz je Unternehmen Hamburg | 6,1 Mio. € | höchster Wert der Stadtstaaten |
| Umsatz je Unternehmen Baden-Württemberg | 3,6 Mio. € | höchster Wert der Flächenländer |
| Erfassungsgrenze | 22.000 € | Jahresumsatz, darunter keine Erfassung |
| Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2021 | rund dreieinhalb Jahre Vorlauf | |
| Steuerpflichtige | 43,3 Mio. | +1,3 % gegenüber 2020 |
| Erzielte Einkünfte | 2,0 Bio. € | +109 Mrd. € bzw. +6 % |
| Lohnsteuer und festgesetzte Einkommensteuer | 357 Mrd. € | +22 Mrd. € bzw. +7 % |
| Einkommensmillionäre | 34.500 | +18 % bzw. +5.200 |
| Durchschnittliche Einkünfte | 2,8 Mio. € | 2020: 2,6 Mio. € |
| Steuerpflichtige mit 45 %-Satz | 134.200 | 0,3 % aller Steuerpflichtigen |
| Anteil an den Einkünften | 7,8 % | Anteil an der Steuersumme 15,7 % |
| Schwelle Spitzensteuersatz 2021 | 274.613 € | 549.226 € bei Zusammenveranlagung |
Die Lohnsteuer holt auf
Seit 2022 legte die Lohnsteuer um rund 16 % zu, die Umsatzsteuer nur um rund 9 %. Gestiegene Nominallöhne, ein hoher Beschäftigungsstand und die Progression des Einkommensteuertarifs treiben das Aufkommen. Die Umsatzsteuer folgt dagegen dem realen Konsum, der zuletzt schwächer wuchs.
Zwei Steuern, fast sechs von zehn Euro
310,2 plus 262,7 Milliarden Euro ergeben 572,9 Milliarden Euro. Das sind 57,9 % des gesamten Steueraufkommens von 989,8 Milliarden Euro. Alle übrigen Steuerarten zusammen – von der Gewerbesteuer über die Energiesteuer bis zur Hundesteuer – machen nur die restlichen gut 40 % aus.
Warum es zwei Umsatzsteuer-Zahlen gibt
310,2 Milliarden Euro sind die kassenmäßigen Einnahmen 2025 einschließlich Einfuhrumsatzsteuer. Die 225,7 Milliarden Euro aus der Umsatzsteuerstatistik sind die aus Voranmeldungen des Jahres 2024 resultierenden Vorauszahlungen der Unternehmen ohne Einfuhrumsatzsteuer. Beide Zahlen sind korrekt, sie messen Unterschiedliches.
825 Unternehmen, mehr als ein Drittel des Umsatzes
825 Unternehmen meldeten 2024 jeweils über eine Milliarde Euro Umsatz an. Zusammen kamen sie auf 3,4 Billionen Euro und damit auf 38,2 % aller Umsätze steuerpflichtiger Unternehmen – bei rund 3,1 Millionen Unternehmen insgesamt.
Die Lohnsteuerstatistik hinkt hinterher
Wegen der langen Veranlagungsfristen liegt die Lohn- und Einkommensteuerstatistik erst rund dreieinhalb Jahre nach dem Veranlagungsjahr vor. Die aktuellsten detaillierten Ergebnisse beziehen sich daher auf 2021. Für das laufende Aufkommen ist die kassenmäßige Steuerstatistik die aktuellere Quelle.
0,3 Prozent zahlen 15,7 Prozent
134.200 Steuerpflichtige unterlagen 2021 dem Höchstsatz von 45 %. Das sind rund 0,3 % aller Steuerpflichtigen. Auf sie entfielen 7,8 % der gesamten Einkünfte, aber 15,7 % der Steuersumme – ein direkter Ausdruck des progressiven Tarifs.
FAQ
Welche Steuer bringt in Deutschland am meisten ein?
Die Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer mit 310,2 Milliarden Euro im Jahr 2025. Auf Platz zwei folgt die Lohnsteuer mit 262,7 Milliarden Euro. Zusammen decken beide 57,9 % des gesamten Steueraufkommens ab.
Wie viel Steuern nimmt der Staat insgesamt ein?
2025 waren es 989,8 Milliarden Euro vor der Verteilung auf Bund, Länder und Gemeinden. Gegenüber 2024 ist das ein Plus von 42,1 Milliarden Euro oder 4,4 %.
Warum wächst die Lohnsteuer schneller als die Umsatzsteuer?
2025 legte die Lohnsteuer um 5,5 % zu, die Umsatzsteuer nur um 2,7 %. Steigende Nominallöhne treffen auf einen progressiven Steuertarif: Jeder zusätzliche Euro Einkommen wird höher besteuert als der vorherige. Die Umsatzsteuer folgt dagegen dem Konsum, der schwächer wuchs.
Wer bekommt die Steuereinnahmen?
Nach der Steuerverteilung entfielen 2025 auf die Länder 415,3 Milliarden Euro, auf den Bund 388,7 Milliarden Euro und auf die Gemeinden 150,9 Milliarden Euro. An die Europäische Union wurden 34,9 Milliarden Euro abgeführt.
Wie viele Unternehmen zahlen Umsatzsteuer?
Rund 3,1 Millionen Unternehmen gaben 2024 Umsatzsteuer-Voranmeldungen ab, mit einem Umsatz von etwa 8,8 Billionen Euro ohne Umsatzsteuer. Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 22.000 Euro und solche mit überwiegend steuerfreien Umsätzen werden nicht erfasst.
Was sind Umsatzmilliardäre?
Unternehmen, die in der Voranmeldung jeweils mehr als eine Milliarde Euro Umsatz melden. 2024 waren das 825 Unternehmen, zwei weniger als im Vorjahr. Sie kamen zusammen auf 3,4 Billionen Euro und damit auf 38,2 % aller Umsätze.
Wie viele Einkommensmillionäre gibt es?
Für 2021 weist die Lohn- und Einkommensteuerstatistik gut 34.500 Steuerpflichtige mit Einkünften von mindestens einer Million Euro aus, 18 % mehr als 2020. Ihre durchschnittlichen Einkünfte lagen bei 2,8 Millionen Euro. Für 60 % war ein Gewerbebetrieb die Haupteinnahmequelle.
Warum ist die Lohnsteuerstatistik erst für 2021 verfügbar?
Wegen der langen gesetzlichen Fristen zur Steuerveranlagung ist die Lohn- und Einkommensteuerstatistik erst etwa dreieinhalb Jahre nach Ende des Veranlagungsjahres auswertbar. Aktuelle Aufkommenszahlen liefert stattdessen die monatliche Statistik über den Steuerhaushalt.
Quellen
- Destatis (17.04.2026): Steuereinnahmen 2025 summieren sich auf rund 990 Milliarden Euro
- Destatis (18.03.2026): Umsatzmilliardäre erwirtschafteten mehr als ein Drittel aller Umsätze
- Destatis PD25/194 (04.06.2025): Rund 34.500 Einkommensmillionärinnen und -millionäre im Jahr 2021
- GENESIS-Online: Steuereinnahmen nach Steuerarten vor der Steuerverteilung (71211-0001)
- GENESIS-Online: Umsatzsteuerpflichtige und steuerbarer Umsatz (73311-0001)
Stand: 30.07.2026 · Datenquelle Destatis · die Werte für 2022 sind aus den amtlichen Veränderungsraten abgeleitet
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