Staatsdefizit 1. Halbjahr 2026: 71,3 Mrd. Euro – Quote 3,1 % des BIP
Das Finanzierungsdefizit des Staates betrug im 1. Halbjahr 2026 nach vorläufigen Berechnungen 71,3 Milliarden Euro, 38,5 Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ergibt sich eine Defizitquote von 3,1 % – knapp über dem Maastricht-Referenzwert von 3 %. Den größten Teil trägt der Bund mit 48,1 Milliarden Euro. Die Ausgaben stiegen um 6,3 %, die Einnahmen nur um 2,8 %.
Finanzierungssaldo nach Ebenen, H1 2026 (Mrd. Euro)
Einnahmen und Ausgaben: Veränderung zum Vorjahr (%)
Ausgewählte Ausgabenposten H1 2026
Veränderung zum Vorjahreszeitraum in %
Eckdaten Staatsfinanzen 1. Halbjahr 2026 (VGR)
Quelle: Destatis PM Nr. 305 (korrigierte Fassung)
| Kennzahl | H1 2026 | Veränderung |
|---|---|---|
| Finanzierungssaldo Staat | -71,3 Mrd. € | Defizit +38,5 Mrd. € |
| Defizitquote | 3,1 % des BIP | — |
| Bund | -48,1 Mrd. € | Defizit +29,0 Mrd. € |
| Länder | -6,5 Mrd. € | Defizit +3,5 Mrd. € |
| Gemeinden | -14,9 Mrd. € | Defizit +0,4 Mrd. € |
| Sozialversicherung | -1,8 Mrd. € | H1 2025: +3,8 Mrd. € |
| Einnahmen | 1.073,2 Mrd. € | +2,8 % |
| Sozialbeiträge | — | +4,6 % |
| laufende Steuern | — | +1,9 % |
| Erbschaftsteuer | 6,1 Mrd. € | -30,4 % |
| Ausgaben | 1.144,5 Mrd. € | +6,3 % |
| monetäre Sozialleistungen | 389,0 Mrd. € | +5,2 % |
| soziale Sachleistungen | 222,5 Mrd. € | +8,2 % |
| Subventionen | 25,8 Mrd. € | +18,5 % |
| Investitionszuschüsse | 27,5 Mrd. € | +21,0 % |
Knapp über 3 Prozent
Mit 3,1 % des BIP liegt das Halbjahresdefizit knapp über dem Maastricht-Referenzwert. Aus den Halbjahreszahlen lassen sich laut Destatis aber nur begrenzt Rückschlüsse auf das Gesamtjahr ziehen.
Bund als Haupttreiber
Das Defizit des Bundes stieg um 29,0 Mrd. auf 48,1 Mrd. Euro. Auch die Länder (6,5 Mrd.) und die Gemeinden (14,9 Mrd.) wiesen höhere Defizite aus.
Sozialversicherung im Minus
Nach einem Überschuss von 3,8 Mrd. Euro im 1. Halbjahr 2025 verzeichnete die Sozialversicherung ein Defizit von 1,8 Mrd. Euro – vor allem wegen höherer Ausgaben der Kranken- und Pflegeversicherung.
Ausgaben wachsen stärker
Die Ausgaben stiegen um 6,3 %, getrieben von Sozialleistungen, Subventionen (+18,5 %) und Investitionszuschüssen (+21,0 %, u. a. aus dem Sondervermögen Infrastruktur).
Einnahmen schwächer
Die Einnahmen legten um 2,8 % zu, vor allem durch Sozialbeiträge (+4,6 %). Die Steuern stiegen nur um 1,9 %; die Erbschaftsteuer fiel nach dem Rekord 2025 um 30,4 %.
VGR vs. Kassenstatistik
Diese Werte folgen dem ESVG 2010 (Maastricht-Abgrenzung). Die Kassenstatistik weist für das 1. Halbjahr 2026 ein Finanzierungsdefizit von 98,8 Mrd. Euro aus – die Abgrenzungen unterscheiden sich methodisch.
FAQ
Wie hoch ist das Staatsdefizit 2026?
Im 1. Halbjahr 2026 betrug es 71,3 Mrd. Euro oder 3,1 % des BIP (vorläufig, ESVG 2010).
Verstößt Deutschland gegen die Maastricht-Grenze?
Das Halbjahresdefizit liegt mit 3,1 % knapp über dem Referenzwert von 3 %. Maßgeblich für die EU-Haushaltsüberwachung ist der Jahreswert.
Warum ist das Defizit gestiegen?
Die Ausgaben wuchsen mit 6,3 % deutlich stärker als die Einnahmen (+2,8 %), vor allem beim Bund.
Was ist korrigiert worden?
Destatis hat die Meldung vom 25.08.2026 korrigiert: Der Defizitanstieg beträgt 38,5 statt 36,6 Mrd. Euro, das Gemeindedefizit stieg leicht auf 14,9 Mrd. Euro.
Quellen
- Destatis PM Nr. 305 (25.08.2026, korrigiert): Staatsdefizit 1. Halbjahr 2026
- Destatis PM Nr. 351: Öffentlicher Gesamthaushalt 1. Halbjahr 2026 (Kassenstatistik)
Stand: 08.10.2026 · Datenquelle Destatis
