Parteimitglieder in Deutschland 2025/26
Rund 1,29 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind Anfang 2026 Mitglied einer Bundestagspartei – der höchste Stand seit 2012. Die Bundestagswahl 2025 hat Bewegung in das Parteienspektrum gebracht: Die CDU bleibt mit 356.769 Mitgliedern (Ende 2025) erstmals seit Jahren mitgliederstärkste Partei vor der SPD (348.451). Die Grünen verzeichnen mit 183.761 Mitgliedern das stärkste Wachstum ihrer Geschichte, die Linke verdoppelt sich auf 123.126 (+82,7 % zu 2024), die AfD wächst auf 73.108 (Februar 2026). Die FDP verliert weiter Mitglieder.
Mitgliederzahlen Anfang 2026: CDU vor SPD, Grüne klar Dritte
Die CDU hält mit 356.769 Mitgliedern den ersten Platz, den sie 2024 von der SPD übernommen hatte. Die SPD verliert weiter und liegt bei 348.451 (−2,4 %). Die Grünen sind mit 183.761 die unbestrittene Nummer drei vor der CSU (132.000) und der Linken (123.126). Die AfD hat im Bundestagswahljahr 2025 stark zugelegt, die FDP rutscht weiter ab.
Mitgliederzahlen der Bundestagsparteien Ende 2025 / Anfang 2026
Quellen: Niedermayer FU Berlin, Bundesgeschäftsstellen, Wikipedia (Stand Februar 2026).
Wachstum 2024 → 2025: Linke und AfD legen am stärksten zu
Die Linke verdoppelt ihre Mitgliederzahl in einem Jahr (+82,7 %), die AfD wächst um 42 %, die Grünen verzeichnen einen Sprung um 18 %. Auf der Verliererseite: SPD (−2,4 %), CDU (−2,0 %), FDP (rund −5 %). Die CSU wächst leicht (+5,5 %), wobei der Wert mit Vorbehalt zu lesen ist („Schnupper“-Mitgliedschaften).
Veränderung Mitgliederzahl 2024 → 2025 in Prozent
Quelle: Niedermayer 2025, Bundesgeschäftsstellen.
Absolute Veränderung 2024 → 2025
Linke +55.700, Grüne +28.500, AfD +21.800, CSU +6.800.
Marktanteil unter Bundestagsparteien (Ende 2025)
CDU 27,7 %, SPD 27,1 %, Grüne 14,3 %, übrige 30,9 %.
Treiber 2025: Bundestagswahl & Polarisierung
Die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 wirkte als Mitgliedermagnet. Die Linke profitierte massiv vom Heidi-Reichinnek-Mobilisierungs-Effekt und der Mobilisierung gegen die AfD. Die Grünen verzeichneten mit ihrem Fünf-Punkte-Plan-Bekenntnis Ende Januar 2025 binnen sechs Tagen über 6.000 neue Eintritte. Die AfD profitierte umgekehrt von ihrem Wahlerfolg (20,8 %) und der inhaltlichen Polarisierung.
Langzeittrend: Gesamtmitgliedschaft erholt sich erstmals seit Jahrzehnten
Seit den 1990er-Jahren befand sich die Gesamtmitgliederzahl der Bundestagsparteien im stetigen Sinkflug. Erst seit 2022 zeigt sich eine Trendwende, getrieben durch politische Polarisierung und neue Parteien wie BSW und Volt. Die ~1,29 Millionen Anfang 2026 sind der höchste Stand seit 2012 – das ist allerdings noch immer nur halb so viel wie 1990 (knapp 2,4 Mio.).
Gesamtmitglieder Bundestagsparteien 1990–2026 (in Tausend)
Quelle: Niedermayer (FU Berlin), Statista, bpb.
Mitgliederentwicklung der großen Parteien 2010–2025
CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD, FDP. Quelle: Niedermayer-Reihe.
Linke: Aufstieg von 58.500 auf 123.126 in zwei Jahren
Die Linke ist die größte Gewinnerin des aktuellen Parteienzyklus. Innerhalb von 24 Monaten verdoppelt sich die Mitgliederzahl von 58.532 (Ende 2023) auf 123.126 (Ende 2025) – ein Plus von 110 Prozent. Treiber sind die BSW-Abspaltung Anfang 2024 (paradoxerweise stärkte die personelle Bereinigung die alte Linke), das BTW-Ergebnis 2025 (8,8 % – bestes Ergebnis seit 2009) und der Heidi-Reichinnek-Mobilisierungseffekt.
Die Linke: Mitgliederzahl 2017–2025
Datenpunkte: Niedermayer-Jahresreihe.
Grüne: Mitgliederzahl 2017–2025
Verdopplung seit 2018, Höchststand 2025.
Junge Mitglieder verschieben Größenverhältnisse
Die Mitgliederwachstums-Welle bei Linke, Grünen und AfD wird stark durch Eintritte unter 35 Jahren getragen. Bei der Linken sind über 60 Prozent der 2025-Neueintritte unter 35. Bei den Grünen liegt der Anteil bei rund 50 Prozent. Bei der AfD wachsen vor allem 25- bis 45-Jährige, mit deutlichem Männerüberhang.
Volkspartei-Erosion: SPD und CDU im Schrumpfungstrend
SPD und CDU verlieren strukturell. Die SPD ist seit 1990 (943.402) auf rund ein Drittel ihrer alten Größe geschrumpft (348.451 Ende 2025 = −63 %). Die CDU ist seit 1990 (789.609) auf 356.769 abgesackt (−55 %). Beide Volksparteien stehen heute zusammen für rund 705.000 Mitglieder – weniger als die SPD allein 1990 hatte.
SPD-Mitglieder seit 1990
Schrumpfungstrend – mit Schulz-Ausreißer 2017.
CDU-Mitglieder seit 1990
Stabiler bei rund 360.000-400.000, leichte Erholung.
Soziodemografie: Mitglieder älter, männlicher, weniger weiblich
Parteimitglieder sind im Schnitt deutlich älter, häufiger männlich und überdurchschnittlich gut gebildet als die Gesamtbevölkerung. Der Frauenanteil unter Mitgliedern liegt bei keiner Bundestagspartei über 40 Prozent. Die jüngsten Mitgliedschaften haben Grüne (Median ~ 47 Jahre) und Linke; die ältesten SPD und CDU (Median ~ 60 Jahre). Bei der AfD dominieren Männer mit fast 80 Prozent.
Frauenanteil in den Parteien (Ende 2024)
Quelle: bpb soziale Zusammensetzung der Parteimitgliedschaften.
Median-Alter der Mitglieder (Schätzung)
Grüne und Linke jünger, SPD und CDU älter.
Hintergrund Datenlage
Soziodemografische Detaildaten (Alter, Geschlecht, Bildung, Beruf) erheben die Bundesgeschäftsstellen unterschiedlich genau. Niedermayer und die bpb glätten und harmonisieren diese Werte für vergleichbare Aussagen. Die Werte für 2025 sind teils noch fortgeschriebene Schätzungen, da die Parteien ihre eigenen Mitgliederbefragungen jährlich erst im Spätjahr abschließen.
Kleinparteien: BSW, Volt und andere wachsen ebenfalls
Außerhalb der Bundestags-7 sammeln sich weitere relevante Mitgliedergruppen: BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) hat im Februar 2026 etwa 12.500 Mitglieder. Volt Deutschland überschritt 2025 die 10.000er-Marke. Auch Tierschutzpartei, Freie Wähler und Piraten halten ihre Bestände. Insgesamt zählen Bundestagsparteien plus relevante Kleinparteien rund 1,32 Millionen Mitglieder.
Mitglieder ausgewählter Kleinparteien 2025/26
Quelle: Niedermayer, eigene Verlautbarungen.
Methodik & FAQ
Diese Auswertung folgt der jährlichen Niedermayer-Reihe (Freie Universität Berlin), ergänzt um offizielle Verlautbarungen der Bundesgeschäftsstellen, Wikipedia-Aggregate sowie Tagesspiegel-, Handelsblatt- und Statista-Recherchen für die jüngsten Stichtage. Stichtag der Hauptzahlen: 31. Dezember 2025; einzelne Werte (CSU, AfD, FDP, BSW) sind frühe 2026er-Verlautbarungen.
Wie viele Parteimitglieder gibt es 2025/26 in Deutschland?
Anfang 2026 sind rund 1,29 Millionen Bürgerinnen und Bürger Mitglied einer Bundestagspartei (Wikipedia-Aggregat, Niedermayer 2025). Das ist der höchste Stand seit 2012. Inkl. Kleinparteien wie BSW und Volt liegt der Wert bei ca. 1,32 Millionen.
Welche Partei ist Mitgliederstärkste?
Die CDU mit 356.769 Mitgliedern (Ende 2025), gefolgt von der SPD (348.451). Die CDU hat 2024 die SPD als mitgliederstärkste Partei abgelöst – die SPD verlor weiter, die CDU hielt sich.
Welche Partei ist 2025 am stärksten gewachsen?
Die Linke mit +82,7 % (von 67.412 auf 123.126). In zwei Jahren (vs. Ende 2023: 58.532) ein Plus von 110 %. Treiber: BSW-Abspaltung, BTW-Ergebnis 8,8 %, Heidi-Reichinnek-Effekt. Auch AfD (+42,4 %) und Grüne (+18,3 %) wuchsen deutlich.
Welche Partei verliert weiter Mitglieder?
SPD (−2,4 %, jetzt 348.451), CDU (−2,0 %, jetzt 356.769) und FDP (−5 %, jetzt rund 69.000). Volksparteien-Erosion und Ampel-Aus-Effekt bei FDP wirken weiter.
Wie hat die Bundestagswahl 2025 die Mitgliederzahlen beeinflusst?
Stark. Die Grünen nahmen im Januar 2025 nach dem Fünf-Punkte-Plan binnen sechs Tagen über 6.000 neue Mitglieder auf, vor der BTW erreichten sie 160.000. Die Linke verdoppelte sich. Die AfD profitierte vom Wahlerfolg (20,8 % zweitstärkste Kraft). FDP- und BSW-Niederlagen wirkten bremsend.
Wie viele Mitglieder hat die AfD 2025/26?
Februar 2026: 73.108 (AfD-Bundesgeschäftsstelle). Ende 2024 lag der Wert bei 51.335 – also +42,4 %. Vor der BTW 2025 ca. 60.000. Das Wachstum hat sich nach der Wahl noch beschleunigt.
Wie viele Mitglieder hat das BSW?
Februar 2026 ca. 12.500 (BSW-Bundesgeschäftsstelle). Das BSW wurde im Januar 2024 gegründet und blieb bei der BTW 2025 knapp unter der 5-%-Hürde – das hat das Mitgliederwachstum gebremst.
Wer ist Niedermayer und woher kommen die Daten?
Prof. Dr. Oskar Niedermayer (Freie Universität Berlin, Otto-Stammer-Zentrum) erhebt seit Jahrzehnten die Mitgliederzahlen aller Bundestagsparteien direkt bei den Bundesgeschäftsstellen. Die Reihe „Parteimitglieder in Deutschland“ ist die wissenschaftliche Standardquelle. Aktuellste Ausgabe: Version 2025.
Sind die Zahlen vergleichbar?
Im Großen und Ganzen ja. Eine Ausnahme ist die CSU, die ca. 5.000 „Schnupper“- und Onlinemitgliedschaften (kostenfrei, Probemitgliedschaft) in ihre Zahl einrechnet. Niedermayer weist darauf hin und führt die CSU mit Vorbehalt.
Wann erscheint die nächste Mitgliederbilanz?
Die Niedermayer-Version 2026 erscheint voraussichtlich im Spätsommer 2026 mit den endgültigen Werten zum 31.12.2025. Untergangs-Daten von BSW und AfD veröffentlicht die Bundesgeschäftsstellen meist quartalsweise.
Quellen & weiterführende Daten
- Niedermayer (FU Berlin) · Parteimitglieder Version 2025 (PDF): Wissenschaftliche Standardquelle
- Niedermayer · Version 2024 (Vorjahr, PDF)
- Wikipedia: Mitgliederentwicklung der deutschen Parteien (laufend aktualisiert)
- bpb: Mitgliederentwicklung der Parteien
- bpb: Soziale Zusammensetzung der Parteimitgliedschaften
- Statista: Mitgliederzahlen Bundestagsparteien (Reihe)
- Tagesspiegel: FDP-Mitgliederschwund nach Ampel-Aus
- Handelsblatt: Mitgliederbewegung nach Ampel-Aus
- Bundeswahlleiterin: 29 Parteien zur BTW 2025
- Wikipedia: Bundestagswahl 2025
