Pflegeausbildung 2025: 158.000 Auszubildende — Rekord, +8 % bei Neuverträgen
Mit rund 158.000 Personen in der generalistischen Pflegeausbildung erreichte Deutschland 2025 einen Rekordwert seit Einführung der einheitlichen Ausbildung 2020. Etwa 64.300 Auszubildende schlossen 2025 neue Ausbildungsverträge ab — ein Plus von 8 % (+4.900) gegenüber 2024. Frauen dominieren weiterhin mit 71 % Anteil, der Männer-Anteil wächst aber dynamisch: +15 % auf 18.500 Auszubildende.
Zeitreihen-Verlauf
Auszubildende und Neuverträge seit Einführung 2020
Auszubildende gesamt 2020-2025 (Tsd.)
Neuverträge pro Jahr 2020-2025
Demografie & Geschlecht
Wer wird Pflegekraft
Geschlechter-Verteilung Neuverträge 2025
Männer-Anteil 2020-2025 (%)
Altersgruppen Auszubildende 2025
Bundesländer & Studium
Regionale Verteilung und akademische Pflegeausbildung
Top-Bundesländer Neuverträge 2025
Pflegestudium-Anfänger 2020-25
Abschlüsse & Bestand
Erfolgsquoten und Beschäftigtenzahl
Abschlüsse Pflegefachperson 2020-2024
Beschäftigte Pflege 2015-2025 (Mio.)
Abbruchquote 2020-25 (%)
Bedarf & Stellen
Offene Stellen und Pflegekräfte-Lücke
Offene Pflegestellen 2018-2026 (Tsd.)
Pflegekräfte-Bedarf bis 2034 (Prognose)
Detail-Tabelle: Pflegeausbildung Deutschland 2020-2025
Generalistische Pflegeausbildung (Destatis)
| Jahr | Auszub. gesamt | Neuvert. | zum Vorjahr | Frauen % | Männer-Anzahl |
|---|---|---|---|---|---|
| 2025 (Rekord) | 158.000 | 64.300 | +8,2 % | 71 % | 18.500 |
| 2024 | 148.300 | 59.400 | +9,0 % | 72 % | 16.100 |
| 2023 | 142.500 | 54.500 | +0,0 % | 73 % | 14.700 |
| 2022 | 137.800 | 54.500 | -1,1 % | 74 % | 14.200 |
| 2021 | 132.000 | 55.100 | -6,3 % | 74 % | 14.400 |
| 2020 (Einführung) | 128.000 | 58.800 | — | 75 % | 14.700 |
| Abschlüsse 2024 | — | 37.400 | — | — | — |
| Pflegestudium 2025 (Anf.) | — | 800 | +25 % | — | — |
| Veränderung 25 gegenüber 20 | +23,4 % | +9,4 % | — | -4 pp | +3.800 |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik Pflegeausbildungsstatistik
Seit 2020 führt die einheitliche generalistische Pflegeausbildung die bisherigen separaten Berufe Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zusammen. Die Statistik wird seit 2020 jährlich vom Statistischen Bundesamt erhoben, basierend auf Meldungen aller Pflegeschulen. Sie umfasst Auszubildende, Neuverträge, Abschlüsse, Abbrüche und demografische Merkmale.
Rekord trotz Fachkräftemangel
Die Zahl der Auszubildenden wächst 2025 auf 158.000 — ein Rekord seit Einführung der Generalistik. Hintergrund: Erhöhte Werbe-Kampagnen, Tarifaufwertungen seit 2022, bessere Ausbildungsvergütung (rund 1.300 € im 1. Jahr), staatliche Pflegekampagnen. Trotzdem reicht der Zustrom nicht aus — bis 2034 fehlen geschätzt 280.000-450.000 Pflegekräfte.
Männer-Anteil wächst dynamisch
Mit +15 % zum Vorjahr beim Männer-Anteil zeigt sich ein Trend: Pflege wird zunehmend auch von Männern als Berufsoption gewählt. 18.500 maennliche Auszubildende 2025 (29 %) sind ein deutlicher Anstieg gegenüber 2020 (14.700, 25 %). Dennoch bleibt Pflege ein typischer "Frauenberuf" mit klarer Geschlechter-Schieflage.
Akademische Pflege im Aufbau
Mit nur 800 Studierenden im Pflegestudium 2025 (Bachelor mit Pflegefachperson-Abschluss) bleibt der akademische Zweig sehr klein. Vergleich: Niederlande, UK und Skandinavien haben Pflegestudien-Quoten von 30-50 % der Pflegeausbildung. Eine Aufwertung des akademischen Pflegezweigs gilt als langfristiger Lösungsansatz für den Mangel.
Abbruchquote als Stellgröße
Die Abbruchquote liegt seit Einführung der Generalistik bei rund 22 % — das bedeutet, etwa jede 5. Ausbildung wird abgebrochen. Hauptgründe: Belastung der Praxisphasen, Stress in Pflegeheimen mit Personalmangel, Wechsel in andere Berufe oder Studium. Verbesserung der Praxis-Begleitung und mentale Unterstützung gelten als Hebel.
Bedarf gegenüber Realität
Aktuell sind rund 84.000 Pflegestellen in Deutschland offen (BA-Statistik April 2026). Bei Aufrechnung der Demografie-Effekte (mehr Pflegebedürftige, weniger Arbeitskräfte) fehlen bis 2034 nach Prognosen 280.000-450.000 Pflegefachkräfte. Aktuelle Ausbildungszahlen decken bei aktueller Abbruchquote nur etwa 60-70 % des Ersatzbedarfs (Eintritt gegenüber Verrentung).
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie viele Auszubildende in der Pflege gibt es 2025?
In Deutschland befanden sich 2025 rund 158.000 Personen in einer generalistischen Pflegeausbildung — das ist die höchste Zahl seit Einführung der einheitlichen Ausbildung 2020. Davon haben 64.300 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen (+8 % zum Vorjahr). Vorläufige Daten von Destatis Destatis-Daten/090, endgültige Werte folgen im Juli 2026.
Was ist die generalistische Pflegeausbildung?
Die generalistische Pflegeausbildung wurde 2020 eingeführt und ersetzt die drei vorher getrennten Berufe Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege. Auszubildende werden 3 Jahre umfassend ausgebildet und können anschliessend in allen Pflegebereichen arbeiten. Mit dem Abschluss erhalten sie den Berufstitel "Pflegefachfrau" bzw. "Pflegefachmann". Im 3. Jahr ist eine Spezialisierung möglich.
Wie hoch ist der Frauen-Anteil?
2025 wurden 71 % der neuen Ausbildungsverträge von Frauen abgeschlossen. Der Männer-Anteil von 29 % (18.500 Auszubildende) wächst aber dynamisch: +15 % zum Vorjahr. Damit ist Pflege weiterhin ein "Frauenberuf", aber mit steigender Männer-Präsenz. Die Generalistik hat den Männer-Anteil leicht gefördert (2020: 25 %).
Wie viel Geld verdient man in der Pflegeausbildung?
Die Ausbildungsvergütung in der Pflege liegt im 1. Jahr bei rund 1.300 €/Monat (tariflich abhängig). Im 2. Jahr ca. 1.380 €, im 3. Jahr ca. 1.480 €. Damit ist die Pflegeausbildung im Mittelfeld der dualen Ausbildungs-Vergütungen — über Einzelhandel und Friseur, unter Bankkaufmann. Nach Abschluss liegt das Einstiegsgehalt bei rund 3.300 € brutto.
Wie viele Pflegekräfte fehlen in Deutschland?
Aktuell sind rund 84.000 Pflegestellen offen (BA April 2026). Mittelfristig wird der Mangel deutlich größer: Bis 2034 fehlen nach unterschiedlichen Prognosen 280.000 (BMWi) bis 450.000 (Pflegebevollmaechtigte) Pflegekräfte. Hauptursachen: Demografie (mehr Pflegebedürftige), gleichzeitig weniger Arbeitskräfte (Baby-Boomer-Renteneintritt), hohe Belastung im Beruf.
Wie steht es um das Pflegestudium?
Das akademische Pflegestudium (Bachelor mit Pflegefachperson-Abschluss) bleibt mit 800 Anfängern 2025 ein kleines Segment. Im EU-Vergleich (NL/UK/SE: 30-50 % der Pflegekräfte mit Studium) ist Deutschland weit zurück. Die Bundesregierung diskutiert eine Akademisierung-Initiative mit dem Ziel: 10-20 % der Pflegekräfte mit Bachelor bis 2035.
Wo gibt es die meisten Pflege-Ausbildungsplätze?
Nordrhein-Westfalen führt mit ca. 14.500 neuen Pflege-Ausbildungsverträgen 2025 (23 %), gefolgt von Bayern (~9.200), Baden-Württemberg (~7.800), Niedersachsen (~6.500). Die regionale Verteilung folgt grob der Bevölkerungsstruktur, mit überdurchschnittlicher Präsenz in Bundesländern mit großen Klinikkonzernen und Pflegeketten.
Wann erscheinen endgültige Daten?
Die endgültigen Pflegeausbildungs-Statistiken 2025 mit weiteren Detailmerkmalen (Bundesländer-Aufschluesselung, Schulformen, Altersstruktur) erscheinen voraussichtlich im Juli 2026 (Destatis). Die nächste Pressemitteilung zu Pflege-Abschlüssen 2025 folgt im Q3 2026. Diese Seite wird mit den jeweils neuesten Daten aktualisiert.
Quellen
Primärquellen und Methodik
- Destatis Destatis-Daten/090 - Pflegeausbildung 2025 +8 % neue Auszubildende
- Destatis Destatis-Daten/276 - 37.400 erfolgreich ausgebildete Pflegefachperson 2024
- Destatis Destatis-Daten/099 - 9 % mehr neue Auszubildende Pflege 2024
- Destatis WISTA - Die Pflegeausbildungsstatistik (Studie 06/2025, PDF)
- Deutscher Pflegerat - Generalistische Pflegeausbildung Bilanz
- Pflegeausbildung.net - Ausbildungssituation in der Pflege 2025 (PDF)
