Messerangriffe 2025: 29.243 Fälle — +0,8 % zum Vorjahr, Bedrohungen +9,5 %
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 verzeichnet in Deutschland 29.243 Messerangriffe — ein Plus von 0,8 % gegenüber 2024. Während Bedrohungen mit dem Messer um 9,5 % auf 13.748 Fälle stiegen, gingen Körperverletzungen mit Messer (-7 %) und Raub (-7 %) zurück. Erstmals seit 2021 sank die Gewaltkriminalität insgesamt um 2,3 %. Bei Toetungsdelikten waren Messer in 994 Fällen Tatmittel.
Zeitreihen-Verlauf
Messerangriffe und Bedrohungen 2018-2025
Messerangriffe gesamt 2018-2025
Bedrohungen mit Messer (Tsd.)
Tatbestaende-Aufschluesselung
Wie sich die 29.243 Fälle 2025 verteilen
Verteilung nach Straftat 2025
zum Vorjahr-Veränderung pro Straftat
Toetungsdelikte mit Messer 2018-25
Tatverdächtige & Demografie
Wer war beteiligt - Alter und Herkunft
Tatverdächtige Altersgruppen Messer 2025
Nationalitäten Anteile Messer (Gewalt-TV)
Kontext Gewaltkriminalität
Messer im Verhältnis zur Gesamt-Gewalt
Gewaltkrim. gesamt vs. Messer 2018-25
Bundesländer Top-10 Messer 2025
Tatort-Verteilung Messer 2025
Prävention & Massnahmen
Waffenverbotszonen und Aufklaerung
Waffenverbotszonen DE seit 2024
Aufklärungsquote Messer 2018-25 (%)
Detail-Tabelle: Messerangriffe PKS 2025 nach Straftat
Bundeskriminalamt Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
| Straftat | 2024 | 2025 | zum Vorjahr | Anteil 25 |
|---|---|---|---|---|
| Messerangriffe gesamt | 29.012 | 29.243 | +0,8 % | 100 % |
| Bedrohung mit Messer | 12.560 | 13.748 | +9,5 % | 47,0 % |
| Gefährl./schw. Körperverl. | 9.890 | 9.200 | -7,0 % | 31,5 % |
| Raub mit Messer | 4.733 | 4.400 | -7,0 % | 15,0 % |
| Mord/Totschlag (versucht/voll.) | 1.040 | 994 | -4,4 % | 3,4 % |
| Sexuelle Nötigung mit Messer | 92 | 88 | -4,3 % | 0,3 % |
| Sonstige (Erpressung u.a.) | 697 | 813 | +16,6 % | 2,8 % |
| Gewaltkriminalität gesamt | 217.277 | 212.319 | -2,3 % | — |
| Anteil Messer an Gewalt (%) | 13,4 % | 13,8 % | +0,4 pp | — |
| Tatverdächtige Messer | 21.450 | 21.890 | +2,1 % | — |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik PKS-Messerkriminalität
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) erfasst seit 2020 erstmals separat Fälle, in denen ein Messer als Tatmittel zum Einsatz kam — ob konkret eingesetzt, gezeigt oder angedroht. Erfasst werden vor allem Bedrohung, gefährliche/schwere Körperverletzung, Raub und Toetungsdelikte. Stichwaffen wie Schraubendreher oder Eispickel zählen separat.
Erstmals Rückgang in Gewaltkrim.
Die Gewaltkriminalität gesamt sank 2025 um 2,3 % auf 212.319 Fälle — das ist der erste Rückgang seit 2021. Bei Messerangriffen ist das Bild differenzierter: Bedrohungen stiegen, körperliche Angriffe und Raub gingen zurück. Hintergrund: Mehr Anzeige-Bereitschaft bei Bedrohung, gleichzeitig Präventions-Erfolge bei schweren Delikten.
Bedrohungen explodieren
Mit +9,5 % auf 13.748 Fälle sind Bedrohungen mit Messer der stärkste Wachstumsbereich. Das Bedrohungsdelikt (StGB § 241) erfasst auch Fälle ohne körperliche Angriffe — häufig in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Straßen oder bei haeuslichen Auseinandersetzungen. Polizei-Experten sehen hier eine "Verrohung der öffentlichen Auseinandersetzungs-Kultur".
Demografie der Tatverdächtigen
Bei der Messerkriminalität liegt der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger mit ca. 43 % deutlich über dem Bevölkerungsanteil (15 %). Dieser hohe Wert ist zu einem großen Teil durch sozio-ökonomische Faktoren erklärt (Wohnsituation, Bildung, Sprache, Arbeit). Junge Männer unter 30 Jahren machen 78 % aller Messer-Tatverdächtigen aus.
Waffenverbotszonen ausgeweitet
Nach Anpassung des Waffenrechts 2024 können Kommunen Waffenverbotszonen (incl. Messerverbot) städteweit einrichten. Aktuell bestehen rund 130 solcher Zonen, vor allem in Bahnhöfen, Stadtteilen mit hoher Kriminalitätsdichte und am Volksfesten. Wirkung: Verbotszonen reduzieren Messervorfälle in der jeweiligen Zone um durchschnittlich 40-60 %, aber teilweise Verlagerung in angrenzende Gebiete.
Vergleich zu anderen Ländern
Deutschland hat mit ca. 35 Messerangriffen pro 100.000 Einwohner ein mittleres Niveau im EU-Vergleich: UK 110, Schweden 75, Frankreich 45 (per 100k Einw., teils unterschiedl. Erfassung). Deutlich niedriger sind die Niederlande (~22), Oesterreich (~18) und Schweiz (~15). Die Erfassung in PKS folgt strengen Regeln — die Dunkelziffer wird auf 30-50 % geschätzt.
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie viele Messerangriffe gab es 2025?
Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts wurden 2025 in Deutschland 29.243 Fälle von Messerangriffen registriert. Das ist ein leichter Anstieg von 0,8 % gegenüber 2024 (29.012 Fälle). Erfasst werden Bedrohungen, Körperverletzungen, Raub und Toetungsdelikte, bei denen ein Messer das Tatmittel war.
Was sind die häufigsten Tatbestaende?
47 % aller Messerangriffe sind Bedrohungen (13.748 Fälle, +9,5 %), 31,5 % Körperverletzungen (9.200 Fälle, -7 %), 15 % Raubdelikte (4.400 Fälle, -7 %) und 3,4 % Toetungsdelikte (994 Fälle, incl. Versuche). Hinzu kommen 88 Fälle sexueller Nötigung mit Messer und 813 sonstige Delikte (Erpressung u. a.).
Warum steigen Bedrohungen mit Messer so stark?
Die +9,5 % bei Bedrohungen (13.748 Fälle) haben mehrere Ursachen: (1) Veränderte Anzeige-Praxis — mehr Bürger melden Bedrohungen, (2) Polizeiliche Sensibilisierung erleichtert Tat-Identifikation, (3) "Verrohung" öffentlicher Auseinandersetzungen, (4) Mehr Bedrohungen im ÖPNV und an Bahnhöfen, (5) Verschiebung von körperlicher Gewalt hin zu Bedrohung.
Wer sind die Tatverdächtigen?
Junge Männer unter 30 Jahren machen 78 % aller Messer-Tatverdächtigen aus. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt bei ca. 43 % — deutlich über dem Bevölkerungsanteil von 15 %. Die Überrepräsentation ist nach Forschung primär durch sozio-ökonomische Faktoren (Wohnsituation, Bildung, Sprache, Arbeit) zu erklären, nicht durch Nationalität selbst.
Wie steht es um Gewaltkriminalität insgesamt?
Die Gewaltkriminalität sank 2025 um -2,3 % auf 212.319 Fälle — das ist der erste Rückgang seit 2021. Trotzdem bleibt das Niveau höher als vor der Corona-Pandemie (2019: ~181.000). Der Messeranteil an der Gewaltkriminalität stieg dabei leicht von 13,4 % auf 13,8 %.
Welche Bundesländer sind besonders betroffen?
Top-Bundesländer bei Messerangriffen pro 100.000 Einwohner: Berlin (~75/100k), Bremen (~58/100k), Hamburg (~52/100k), NRW (~48/100k), Sachsen (~38/100k). Niedrigste Quoten: Bayern (~22/100k), Baden-Württemberg (~25/100k). Die Stadt-Land-Differenz ist erheblich: Grossstädte haben durchschnittlich 3-5x höhere Messerkrim.-Raten als ländliche Regionen.
Was sind Waffenverbotszonen?
Seit der Waffenrecht-Anpassung 2024 können Kommunen Bereiche ausweisen, in denen das Mitführen von Waffen (incl. Messer über bestimmter Klingenlänge) verboten ist. In Deutschland gibt es aktuell rund 130 Waffenverbotszonen, vor allem in Bahnhöfen, Volksfesten und ausgewählten Stadtteilen. Studien zeigen Reduktionen von 40-60 % der Messervorfälle in den Zonen, aber teilweise Verlagerung in angrenzende Gebiete.
Wann erscheint die nächste PKS?
Die PKS 2026 wird das Bundeskriminalamt voraussichtlich im April 2027 veröffentlichen. Halbjahresberichte erscheinen vereinzelt durch Landeskriminalaemter (z. B. NRW publiziert quartalsweise Trend-Updates). Diese Seite wird mit den jeweils neuesten Daten aktualisiert.
Quellen
Primärquellen und Methodik
- BKA - Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 (Bundeslagebild)
- BMI - PKS 2025 Pressemitteilung (20.04.2026)
- BKA - PKS 2025 Tabellen Tatverdächtige Nationalität
- Mediendienst Integration - Messerkriminalität
- Kriminalpolizei - Messerangriffe Fachartikel
- CORRECTIV - PKS Faktencheck (April 2026)
