Privatinsolvenzen 2025: 77.219 Verbraucherinsolvenzen (+8,4 %)
Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen in Deutschland ist 2025 auf 77.219 gestiegen – 8,4 % mehr als im Vorjahr. Der Aufwärtstrend setzt sich 2026 fort: Im ersten Quartal meldeten die Amtsgerichte 19.679 Privatinsolvenzen (+6,0 %), im März 7.462 Fälle (+18,9 %) und im April 6.488 (+2,5 %). Von Januar bis April 2026 waren es 26.167 Fälle (+5,1 %).
Verbraucherinsolvenzen im Jahresvergleich
Anzahl der Privatinsolvenzen in Deutschland
1. Quartal: 2025 vs. 2026
Monatswerte zuletzt
Veränderungsraten zum Vorjahr
Privatinsolvenzen 2024 vs. 2025
Kumuliert & aktueller Monat
Verbraucherinsolvenzen Januar–April im Vorjahresvergleich
Januar–April: 2025 vs. 2026
Monatswerte 2026
Detailtabelle: Verbraucherinsolvenzen
Statistisches Bundesamt
| Zeitraum | Fälle | zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Jahr 2024 | 71.235 | · |
| Jahr 2025 | 77.219 | +8,4 % |
| Dezember 2025 | 6.278 | +12,3 % |
| Q1 2026 | 19.679 | +6,0 % |
| März 2026 | 7.462 | +18,9 % |
| April 2026 | 6.488 | +2,5 % |
| Jan-Apr 2026 | 26.167 | +5,1 % |
Einordnung & Hintergrund
Warum Privatinsolvenzen steigen
Dritter Anstieg in Folge
Nach Jahren des Rückgangs steigen die Privatinsolvenzen seit 2023 wieder. 2025 lag das Plus bei 8,4 % – Folge von hoher Inflation der Vorjahre, gestiegenen Lebenshaltungskosten und schwacher Konjunktur.
Verkürztes Verfahren wirkt
Seit der Reform 2020 dauert das Restschuldbefreiungsverfahren nur noch drei statt sechs Jahre. Das senkt die Hürde für einen Neustart und trägt mittelfristig zu mehr Anträgen bei.
Was ist eine Privatinsolvenz?
Die Verbraucherinsolvenz ermöglicht überschuldeten Privatpersonen einen geregelten Schuldenabbau mit anschließender Restschuldbefreiung. Sie unterscheidet sich von der Regel-/Unternehmensinsolvenz.
Kostentreiber Energie & Miete
Gestiegene Energie-, Miet- und Lebensmittelpreise haben die finanziellen Puffer vieler Haushalte aufgezehrt. Zahlungsausfälle und Überschuldung nehmen entsprechend zu.
Monatswerte schwanken
Die Zahlen schwanken monatlich deutlich: Im März 2026 lag das Plus bei 18,9 %, im gesamten Q1 nur bei 6,0 %. Aussagekräftiger als einzelne Monate ist der Jahres- oder Quartalstrend.
Abgrenzung Unternehmen
Parallel steigen auch die Unternehmensinsolvenzen. Beide Statistiken werden getrennt erhoben – die Verbraucherinsolvenzen betreffen ausschließlich Privatpersonen ohne selbstständige Tätigkeit.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viele Privatinsolvenzen gab es 2025?
2025 meldeten die Amtsgerichte 77.219 Verbraucherinsolvenzen – 8,4 % mehr als 2024. Der Aufwärtstrend hält 2026 an: Q1 2026 lag bei 19.679 Fällen (+6,0 %).
Steigen die Zahlen weiter?
Ja. Seit 2023 nehmen die Privatinsolvenzen zu. Im März 2026 lag das Plus zum Vorjahr sogar bei 18,9 %. Gründe sind gestiegene Lebenshaltungskosten und die schwache Konjunktur.
Was ist der Unterschied zur Unternehmensinsolvenz?
Die Verbraucherinsolvenz betrifft überschuldete Privatpersonen. Unternehmensinsolvenzen (Regelinsolvenzen) betreffen Firmen und Selbstständige und werden separat statistisch erfasst.
Wie lange dauert eine Privatinsolvenz?
Seit der Reform 2020 dauert das Verfahren bis zur Restschuldbefreiung nur noch drei Jahre. Danach sind die verbliebenen Schulden in der Regel erlassen.
Woher stammen die Daten?
Die Zahlen stammen aus der monatlichen Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamts, die auf den Meldungen der Amtsgerichte basiert.
Wann kommen neue Zahlen?
Destatis veröffentlicht die Insolvenzzahlen monatlich mit rund zwei Monaten Verzug sowie endgültige Jahres- und Quartalsergebnisse.
Datenquellen
Stand: 17.07.2026 · Verbraucherinsolvenzen 2025 & Q1 2026 (Destatis)
