Schülerzahlen Schuljahr 2025/2026 — 11,5 Mio. Schülerinnen und Schüler, 4. Jahr in Folge mehr
Im Schuljahr 2025/2026 werden in Deutschland rund 11,5 Millionen Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen unterrichtet — 84.300 mehr (+0,7 %) als im Vorjahr. Damit setzt sich der Anstieg im vierten Jahr in Folge fort. Treiber: Bayern legt um 2,9 % zu (G9-Wiedereinführung), ausländische Schüler:innen wachsen um 3,6 % auf 1,9 Mio. Nur Thüringen, Saarland und Berlin verzeichnen leichte Rückgänge.
Mehrjahrestrend: Anstieg seit 2022/23
Schülerzahlen steigen das vierte Jahr in Folge
Schüler:innen 2018/19 bis 2025/26 (Mio)
Jährliche Veränderung (%)
Allgemeinbildende vs. berufliche Schulen
Unterschiedliche Entwicklung der beiden Schulformen
Allgemein- vs. Berufsschulen 2018-2025
Anteile am Gesamt 2025/26
Bundesländer im Vergleich
Wachstum in Bayern, Rückgang in Thüringen
zum Vorjahr-Veränderung nach Bundesland
Schüler:innen-Bestand Top-5 Bundesländer
Ost vs. West Vergleich
Demografie und Migration
Ausländische SuS und Migrationshintergrund
Ausländische SuS Trend 2018-2025
Ausländer-Anteil je Schulart
Geburten 2014-2024 (Mio)
Prognose und Strukturwandel
KMK-Vorausschau bis 2035 + Lehrerbedarf
KMK-Vorausschau Schüler 2026-2035
Lehrerbedarf Prognose
Schülerzahlen 2025/2026 nach Bundesland (Destatis vorläufig)
Allgemeinbildende und berufliche Schulen sowie Schulen des Gesundheitswesens
| Bundesland | 2024/25 (Tsd) | 2025/26 (Tsd) | Δ abs. | Δ % |
|---|---|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | 2.530 | 2.550 | +20.000 | +0,8 % |
| Bayern | 1.340 | 1.378 | +38.600 | +2,9 % |
| Baden-Württemberg | 1.515 | 1.530 | +15.300 | +1,0 % |
| Niedersachsen | 1.015 | 1.020 | +5.000 | +0,5 % |
| Hessen | 820 | 826 | +5.700 | +0,7 % |
| Berlin | 445 | 445 | -500 | -0,1 % |
| Sachsen | 555 | 555 | +0 | +0,0 % |
| Thüringen | 290 | 289 | -1.450 | -0,5 % |
| Saarland | 143 | 142 | -430 | -0,3 % |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Vier Jahre in Folge mehr Schüler:innen
Mit dem Schuljahr 2025/2026 setzt sich der Trend wachsender Schülerzahlen das vierte Jahr in Folge fort. Hauptgrund: Die geburtenstarken Jahrgänge 2016-2020 rücken in höhere Klassenstufen vor, gleichzeitig kommen viele Kinder mit Migrationshintergrund in das deutsche Schulsystem. 2017 lag der Tiefpunkt bei 10,9 Mio Schüler:innen; seither stetiger Anstieg um insgesamt rund 580.000 Personen.
Bayern als Treiber
Bayern verbucht mit +2,9 % (+38.600 SuS) den stärksten Zuwachs aller Bundesländer. Hauptgrund: Die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums (G9) führt 2025 dazu, dass die Abiturjahrgänge unvollständig sind — ein ganzer Jahrgang bleibt länger im Gymnasium. Dieser Effekt wirkt nur einmalig; in den Folgejahren normalisiert sich die Wachstumsrate. Ohne diesen Sondereffekt läge der Anstieg in Bayern bei rund +0,8 %.
Ost-Deutschland im Demografie-Druck
Thüringen (-0,5 %), das Saarland (-0,3 %) und Berlin (-0,1 %) sind die einzigen Bundesländer mit rückläufiger Schülerzahl. Hintergrund: In Thüringen und im Saarland wirken sich demografische Faktoren (Abwanderung junger Familien, niedrige Geburtenraten) deutlich aus. Berlin hat trotz Zuwanderung leichte Rückgänge durch Wegzüge in Randregionen. Sachsen und Sachsen-Anhalt halten sich stabil.
Berufliche Schulen schrumpfen
Während allgemeinbildende Schulen um 0,9 % zulegen, sinkt die Zahl an beruflichen Schulen um 0,4 % auf 2,3 Mio Schüler:innen. Hauptgrund: Demografischer Rückgang der 16-20-Jährigen sowie der Rückgang der dualen Berufsausbildung zugunsten von Hochschulstudium und Sekundar-II-Bildung. Branchen mit besonders schwachen Anfängerzahlen: Gastronomie, Bauhauptgewerbe, Handel.
17 % ausländische Schüler:innen
1,9 Millionen oder rund 17 % aller Schüler:innen besitzen ausschließlich eine ausländische Staatsbürgerschaft — ein Anstieg um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahl umfasst nicht Schüler:innen mit Migrationshintergrund, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Die ausländischen SuS sind stärker in beruflichen Schulen, an Hauptschulen und Realschulen vertreten, weniger in Gymnasien. Die Integrationsleistung des deutschen Bildungssystems ist eine zentrale Herausforderung.
KMK-Vorausschau bis 2035
Die Kultusministerkonferenz (KMK) prognostiziert in ihrer aktuellen Vorausschau (2024) eine weitere Zunahme der Schülerzahlen bis etwa 2032 auf rund 12,0 Mio, danach leichte Stagnation und ab Ende der 2030er-Jahre Rückgang. Konsequenz: Höherer Lehrerbedarf — aktuell fehlen bundesweit geschätzt 25.000 bis 40.000 Lehrkräfte, vor allem in Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften. Die Länder reagieren mit Quereinstiegsprogrammen.
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie viele Schüler:innen gibt es im Schuljahr 2025/2026?
Laut Destatis (Pressemitteilung PD26/081 vom 11.03.2026) werden im Schuljahr 2025/2026 in Deutschland rund 11,5 Millionen Schüler:innen unterrichtet — 84.300 oder 0,7 % mehr als im Schuljahr 2024/2025. Davon: 9,0 Mio an allgemeinbildenden Schulen, 2,3 Mio an beruflichen Schulen, weitere 0,2 Mio an Schulen des Gesundheitswesens. Die Daten sind vorläufig und werden zum Schuljahresende endgültig revidiert.
In welchem Bundesland steigen die Schülerzahlen am stärksten?
Bayern führt mit +2,9 % (+38.600 SuS) den Zuwachs an. Hauptgrund: die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums (G9) ab 2024, die zu einem unvollständigen Abiturjahrgang 2025 führt — ein gesamter Jahrgang bleibt länger im Gymnasium. Es folgen Baden-Württemberg (+1,0 %), Nordrhein-Westfalen (+0,8 %) und Hessen (+0,7 %). Schlusslichter: Thüringen -0,5 %, Saarland -0,3 %, Berlin -0,1 %.
Wie hoch ist der Anteil ausländischer Schüler:innen?
Rund 17 % aller Schüler:innen oder 1,9 Mio Personen besitzen ausschließlich eine ausländische Staatsbürgerschaft — ein Anstieg um 3,6 % gegenüber dem Vorjahr. Schüler:innen mit Migrationshintergrund (Eltern im Ausland geboren) sind in dieser Zahl nicht enthalten; die Gesamtquote des Migrationshintergrunds liegt bei rund 40 % an deutschen Schulen. Die Verteilung der Staatsbürgerschaften wird durch ukrainische, syrische, türkische und polnische SuS dominiert.
Warum sinken die Schülerzahlen an beruflichen Schulen?
Mehrere Faktoren wirken: Erstens demografisch — die 16-20-Jährigen werden zahlenmäßig kleiner. Zweitens strukturell — die Akademisierung steigt: Mehr Jugendliche wählen ein Studium statt einer dualen Ausbildung. Drittens branchenbedingt — Berufe in Gastronomie, Handel und Bauhauptgewerbe sind weniger attraktiv geworden. Insgesamt sinkt die Zahl an beruflichen Schulen 2025/2026 um 0,4 % auf 2,3 Mio Schüler:innen.
Wie lange wachsen die Schülerzahlen noch?
Die Kultusministerkonferenz (KMK) prognostiziert in ihrer Vorausschau einen weiteren Anstieg bis etwa 2032 auf rund 12,0 Mio Schüler:innen, danach leichte Stagnation und ab Ende der 2030er-Jahre einen Rückgang — bedingt durch sinkende Geburtenzahlen seit 2022. Die langfristige Entwicklung hängt stark von Migration ab; je nach Szenario kann der Rückgang früher oder später einsetzen.
Was bedeutet die G9-Wiedereinführung in Bayern?
Bayern hat 2024 das neunjährige Gymnasium (G9) wieder eingeführt — zuvor galt G8 (achtjähriges Gymnasium, eingeführt 2004). Effekt 2025: Der erste vollständige G9-Jahrgang ist noch in der 9. Klasse, während der letzte G8-Jahrgang das Abitur abgelegt hat. Damit bleibt ein gesamter Jahrgang zusätzlich im Gymnasium — das erklärt den Sondereffekt von +2,9 % Schülerzahl in Bayern. In den Folgejahren normalisiert sich das.
Wie viele Lehrkräfte fehlen in Deutschland?
Verschiedene Schätzungen liegen vor: Die KMK geht von einem Mangel von 25.000 bis 40.000 Lehrkräften aus, einzelne Länder melden bis zu 14.000 fehlende Stellen. Besonders betroffen: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Sport, Berufsschulen. Quereinstiegsprogramme, höhere Teilzeitquoten und befristete Stellen verschleiern teilweise den realen Mangel. Bis 2030 wird die Lücke prognostisch wachsen, weil viele ältere Lehrkräfte in den Ruhestand gehen.
Wann erscheinen die endgültigen Schulstatistik-Daten?
Destatis publiziert zwei Stufen: Vorläufige Schnellmeldung im März/April des laufenden Schuljahres (aktuelle Daten für 2025/26 sind die Schnellmeldung), endgültige Detailergebnisse mit Daten nach Schulart, Bildungsgang und Migrationshintergrund im Herbst (etwa September/Oktober). Für das Schuljahr 2024/2025 sind die endgültigen Daten seit Oktober 2025 verfügbar.
Quellen
Primärquellen und Methodik
