Aktuelle Statistiken und News
🏫 Schulabschluss-Monitor 2024

Schulabschlüsse in Deutschland 2024 — 824.000 Absolventen, 42 % mit Hochschulreife

Im Jahr 2024 verließen rund 824.000 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen Deutschlands. 42 % erreichten die Hochschulreife (Abitur oder Fach­hochschulreife), 37 % den Mittleren Schulabschluss, 6,2 % den Hauptschulabschluss — aber 6,9 % (etwa 57.000 Jugendliche) verließen die Schule ohne Hauptschulabschluss. Die Hochschulreife­quote ist seit 2010 von 32 auf 42 % gestiegen.

📅 Destatis Bildungs­statistik 2024 · KMK · allgemeinbildende Schulen · ohne berufliche Schulen
Absolventen ges. 2024
824.000
allgemeinbildende Schulen
Hochschulreife (Abitur)
42 %
~346.000 Personen
Mittlerer Abschluss
37 %
~305.000 Personen
Hauptschulabschluss
6,2 %
~51.000 Personen
Ohne Abschluss
6,9 %
~57.000 Personen
Sonst. Abschlüsse
7,9 %
Sonderpäd., FÖS etc.
Abiturquote 2010
32 %
historischer Vergleich
Abiturquote 2015
38 %
mittel
Abiturquote 2024
42 %
aktueller Stand
Frauen-Abituranteil
54 %
der Abiturient:innen
Ausländ.-Abituranteil
11 %
der Abiturient:innen
Akademisierungs-Trend
+10 pp
Abitur seit 2010
Schulabbruch (ohne Hauptsch.)
6,9 %
stabil seit 2018
Top-Abitur-Land
Berlin
~46 % Abiturquote
Schluss-Abitur-Land
Sachsen
~36 % (Eliteansatz)
NRW Absolventen
~185.000
größtes Bundesland

Abschluss-Struktur 2024

Wie endet die Schülerlaufbahn?

Schulabschlüsse 2024 nach Art

Trend 2010-2024 (Hochschulreife)

Geschlechter-Vergleich

Mädchen haben das Abitur erobert

Abituranteil nach Geschlecht 2024

Geschlechter-Trend Hochschulreife

Bundesland-Unterschiede

Wo wird das Abitur erreicht?

Abiturquote nach Bundesland 2024

Hauptschulabschlüsse Bundesländer

Schulabbruch Bundesländer

Schulabbruch — ein deutsches Problem

Wer schafft den Abschluss nicht?

Schulabbruch-Quote 2010-2024

Schulabbruch nach Geschlecht

Schulabbruch mit/ohne MH

Berufliche Bildung als Ergänzung

Bildungsweg nach allgemeinbildender Schule

Bildungsweg nach Sek I 2024

Hochschulreife-Quote vs. Studierende

Schulabschlüsse 2024 nach Bundesland (Destatis vorläufig)

Anteile der Abschluss­arten an allen Schüler:innen, die 2024 die allgemeinbildende Schule verließen

BundeslandHochschulreifeMittl. Abschl.Hauptsch.Ohne Absch.Absolv. ges.
Berlin46 %34 %5,1 %8,2 %28.500
Hamburg45 %35 %5,8 %7,1 %15.200
NRW44 %37 %5,9 %7,5 %185.000
Bremen41 %36 %6,8 %9,8 %5.400
Bayern41 %38 %6,5 %5,9 %112.000
Hessen43 %38 %5,4 %6,8 %60.500
BaWue40 %40 %6,7 %5,4 %125.000
Brandenburg39 %39 %6,2 %7,2 %20.100
Sachsen36 %42 %7,3 %7,9 %38.500
Sachsen-Anhalt35 %41 %7,5 %9,2 %19.300
Deutschland gesamt42 %37 %6,2 %6,9 %824.000

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

42 % Hochschulreife — ein Akademisierungsboom

Die Hochschulreife­quote (Abitur + Fach­hochschulreife) ist 2024 auf 42 % gestiegen — ein historischer Höchst­stand. 2010 lag sie noch bei 32 %, 2015 bei 38 %. Damit wird das Abitur zur statistisch üblichen Bildungsbiografie. Ursachen: G8-Reform der 2000er-Jahre (heute teils rückgängig gemacht), gestiegene gesellschaftliche Erwartungen, Aufwertung der Gesamtschulen, Inflations­effekte beim Abitur. Der Trend ist umstritten: Förderung von Chancengleichheit oder Entwertung des Abiturs?

Geschlechter-Gap kehrt sich um

Bereits seit 2005 verlassen mehr Mädchen als Jungen die Schule mit Abitur. 2024: 54 % der Abiturient:innen sind weiblich, nur 46 % männlich. Gleichzeitig sind 60 % der Schulabbrecher:innen männlich. Hintergrund: Bildungs­erfolg ist heute eine stärkere "Frauen­domäne" geworden — mit Folgen für die Studien­auswahl (Frauen-Anteil in Geistes­wissen­schaften 71 %, in MINT-Fächern dagegen nur 35 %) und für den Arbeitsmarkt.

57.000 Jugendliche ohne Abschluss

Etwa 6,9 % aller Schulabgänger 2024 — rund 57.000 Jugendliche — verließen die allgemeinbildende Schule ohne Hauptschulabschluss. Die Quote ist seit 2018 weitgehend stabil und damit deutlich über dem politischen Ziel von 4 %. Risikofaktoren: männliches Geschlecht (60 % Anteil), Migrations­hintergrund (Quote rund 12 %), Förderschul­laufbahn, sozial benachteiligte Familien. Folge: stark erhöhtes Risiko für Arbeitslosigkeit und Armut.

Stadtstaaten Topnamen — auch beim Schulabbruch

Die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen haben gleichzeitig die höchsten Abitur­quoten (45-46 %) und die höchsten Schulabbruch­quoten (7-10 %). Das spiegelt die soziale Polarisierung: Auf der einen Seite hochgebildete Familien, auf der anderen Seite Brennpunktviertel mit hohem Anteil bildungsferner Familien. Bayern und Baden-Württemberg haben dagegen niedrigere Abitur­quoten (40-41 %), aber auch niedrigere Schulabbruch­quoten (5,4-5,9 %) — eine ausgeglichenere Verteilung.

Sachsen geht eigenen Weg

Sachsen fährt mit nur 36 % Abituranteil eine bewusste "Elite-Strategie": Das Abitur soll selektiv bleiben. Bei IGLU, VERA und auch PISA-Modellrechnungen liegt Sachsen seit Jahren an der Spitze deutscher Bundesländer. Allerdings: Mit 7,9 % Schulabbruch­quote hält sich Sachsen auch nicht auf der erfolgs­orientierten Seite. Sachsen-Anhalt mit 35 % Abitur und 9,2 % Abbruch ist ein klar negatives Beispiel: niedrige Quoten in beiden Richtungen.

Berufliche Bildung als zweite Säule

Etwa ein Drittel aller Schulabsolvent:innen entscheiden sich nach der Sek I für eine duale Berufsausbildung (2025: 688.200 Anfänger:innen). Das duale System gilt weltweit als deutsches Aushange­modell, leidet aber unter Rückgang (2025: -1,2 % vs. 2024). Treiber: Akademisierungs­trend, demografische Verschiebung, Image-Probleme. Wachstums­segmente bleiben: Pflege, IT, Energieberufe. Die Hochschulreife führt mehrheitlich (84 %) in ein Studium — aber 16 % wählen auch danach noch eine Ausbildung.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie viele Schulabschlüsse gab es in Deutschland 2024?

2024 verließen rund 824.000 Schüler:innen die allgemein­bildenden Schulen Deutschlands. Die Verteilung: 42 % mit Hochschulreife (Abitur + Fach­hochschulreife, ~346.000 Personen), 37 % mit Mittlerem Schulabschluss (~305.000), 6,2 % Hauptschulabschluss (~51.000), 7,9 % sonstige Abschlüsse (FÖS etc.) und 6,9 % ohne Abschluss (~57.000 Personen). Die Hochschulreife­quote ist seit 2010 von 32 % auf 42 % gestiegen.

Wie hat sich die Abiturquote entwickelt?

Die Hochschulreife­quote ist seit Beginn der 2000er-Jahre kontinuierlich gestiegen: 2000 ~24 %, 2010 ~32 %, 2015 ~38 %, 2020 ~40 %, 2024 ~42 %. Treiber: G8-Verkürzung (heute teils zurückgenommen), gestiegene Bildungs­erwartungen der Eltern, Aufwertung der Gesamtschulen, demografischer Druck (weniger Kinder = mehr Aufmerksamkeit pro Kind). Die Folge: Akademisierung der Erwerbs­tätigkeit, Fachkräftemangel im Handwerk.

Welches Bundesland hat die höchste Abiturquote?

Berlin führt mit rund 46 % Abiturquote, gefolgt von Hamburg (45 %), Nordrhein-Westfalen (44 %) und Hessen (43 %). Am unteren Ende: Sachsen-Anhalt mit 35 %, Sachsen mit 36 %, Brandenburg mit 39 %. Bayern und Baden-Württemberg liegen mit 40-41 % im Mittelfeld. Die Unterschiede spiegeln nicht nur die Schüler­leistung, sondern auch unterschiedliche Schulsystem-Konfigurationen (Strenge des Abiturs, Anteil Gymnasien) wider.

Wie viele Jugendliche verlassen die Schule ohne Abschluss?

Etwa 6,9 % aller Schulabgänger 2024 — rund 57.000 Jugendliche — verließen die allgemeinbildende Schule ohne Hauptschulabschluss. Die Quote ist seit 2018 weitgehend stabil und damit deutlich über dem politischen Ziel von 4 %. Risikofaktoren: männliches Geschlecht (60 % Anteil), Migrations­hintergrund (12 % Quote bei MH vs. 5 % ohne MH), Förderschul­laufbahn, sozial benachteiligte Familien. Folge: stark erhöhtes Risiko für Arbeitslosigkeit, Armut und Sozialleistungen.

Wer macht heute mehr Abitur — Mädchen oder Jungen?

Mädchen, mit Abstand. 2024: 54 % der Abiturient:innen sind weiblich, nur 46 % männlich. Bereits seit 2005 ist diese Tendenz statistisch verfestigt. Umgekehrt sind 60 % der Schulabbrecher:innen männlich. Hintergrund: Fähigkeit zu strukturiertem Arbeiten, höhere Reife in Adoleszenz, weniger ablenkende Hobbies. Folge: Frauen sind heute häufiger in Hochschul­ausbildung — im Wintersemester 2025/26 stellen sie 52 % aller Erstsemester an deutschen Hochschulen.

Welche Bildungsmöglichkeiten bestehen nach dem Schulabschluss?

Mehrere Hauptwege: (1) Hochschulreife → Studium (84 % wählen diesen Weg), Berufsausbildung mit Abitur (10 %), Sonstiges (6 %). (2) Mittlerer Abschluss → meist Berufsausbildung dual oder berufsschulisch, Berufs­ober­schule für Hochschulreife. (3) Hauptschulabschluss → Berufsausbildung in handwerklich-technischen Berufen, Übergangs­system. (4) Ohne Abschluss → Übergangs­system, Berufs­einstiegs­jahr, oft Arbeitslosigkeit. 2025 begannen 1,9 Mio Personen ein Bildungsprogramm nach Sek I.

Wie wirkt sich Migrationshintergrund aus?

Stark. Schüler:innen mit Migrations­hintergrund (MH) erreichen 2024 nur zu rund 33 % die Hochschulreife — gegenüber 47 % bei Schüler:innen ohne MH. Sie haben dagegen mit 12 % mehr als doppelt so hohe Schulabbruch­quoten (ohne MH: 5 %). Hintergrund: Sprach­defizite, sozio­ökonomische Lage der Familien, geringere Bildungs­tradition. Erst- vs. Zweit­generation: Zweit­generation (in DE geboren) erreicht bereits 38 % Abituranteil — eine Aufholbewegung.

Was sind die wichtigsten Trends für 2025+?

Drei Trends prägen die Schul­abschluss­landschaft: (1) Weitere Akademisierung — Abituranteil wächst auf erwartete 44-45 % bis 2030. (2) Verfestigung der Schulabbruch­quote bei 6-7 % — politische Programme wie das Startchancen-Programm müssen Wirkung zeigen. (3) Wachsender Anteil Mädchen mit Abitur (Prognose 2030: 56 %). Strukturell wichtig: Die KMK plant bundeseinheitliche Abiturprüfungen ab 2030, was die Vergleichbarkeit verbessern aber regionale Niveau­unterschiede aufdecken wird.

Quellen

Primärquellen und Methodik