Studierende geben 54 % ihres Einkommens für Wohnkosten aus
Studierende mit eigener Haushaltsführung wenden im Schnitt 54 % ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnkosten auf – mehr als doppelt so viel wie die Gesamtbevölkerung mit 24 %. Alleinlebende zahlen mit 56 % noch mehr, in Wohngemeinschaften sind es 49 %. Knapp zwei von drei Studierendenhaushalten (65 %) gelten damit als durch Wohnkosten überbelastet. Die Hälfte verfügt über weniger als 963 Euro im Monat.
Wohnkostenanteil am verfügbaren Haushaltseinkommen
EU-SILC 2025 – Wohnkosten umfassen Miete oder Grundsteuer, Nebenkosten, Instandhaltung und Versicherungen
Überbelastung durch Wohnkosten
Wohnkostenanteil 2024 und 2025
Woher das Geld kommt
Zusammensetzung der Einkünfte, EU-SILC 2025
Studierende mit eigener Haushaltsführung
Studierende insgesamt
Erwerbseinkommen im Vergleich
Median-Einkommen pro Monat
Alle Kennzahlen zu Wohnkosten und Einkommen Studierender
| Indikator | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Wohnkostenanteil Studierende mit eigener Haushaltsführung | 54 % | 2024: 53 % |
| alleinlebend | 56 % | EU-SILC 2025 |
| zusammen mit Studierenden oder Auszubildenden | 49 % | EU-SILC 2025 |
| Wohnkostenanteil Studierende insgesamt | 32 % | alle Wohnformen |
| Wohnkostenanteil Gesamtbevölkerung | 24 % | EU-SILC 2025 |
| Überbelastungsquote Studierende mit eigener Haushaltsführung | 65 % | über 40 % nach Transfers |
| alleinlebend | 66 % | EU-SILC 2025 |
| Überbelastungsquote Studierende insgesamt | 28 % | alle Wohnformen |
| Überbelastungsquote Gesamtbevölkerung | 11 % | EU-SILC 2025 |
| Median Nettoäquivalenzeinkommen | 963 € | pro Monat, eigene Haushaltsführung |
| Einkommensquelle Erwerbstätigkeit | 45 % | eigene Haushaltsführung |
| Einkommensquelle private Unterstützung | 29 % | eigene Haushaltsführung |
| Einkommensquelle BAföG oder Stipendium | 14 % | eigene Haushaltsführung |
| Sonstige Einkünfte | 12 % | Kindergeld, Hinterbliebenenrente |
| Erwerbseinkommen Studierende insgesamt | 43 % | alle Wohnformen |
| Private Unterstützung Studierende insgesamt | 15 % | alle Wohnformen |
| BAföG und Beihilfen Studierende insgesamt | 12 % | alle Wohnformen |
| Sonstige Einkünfte Studierende insgesamt | 29 % | alle Wohnformen |
Mehr als doppelte Belastung
54 % gegenüber 24 % in der Gesamtbevölkerung: Studierende mit eigenem Haushalt geben anteilig mehr als doppelt so viel fürs Wohnen aus. Der Grund liegt auf beiden Seiten der Rechnung – kleine Wohnungen in Hochschulstädten sind pro Quadratmeter teuer, und das Einkommen ist niedrig.
Die WG rechnet sich
Wer ausschließlich mit anderen Studierenden oder Auszubildenden zusammenlebt, kommt auf 49 % Wohnkostenanteil, alleinlebende Studierende auf 56 %. Sieben Prozentpunkte Unterschied – das ist bei einem Median-Einkommen von 963 Euro spürbar.
Zwei von drei überbelastet
Als überbelastet gilt nach Eurostat-Definition, wer auch nach Abzug von Wohngeld und ähnlichen Zuschüssen mehr als 40 % des Einkommens fürs Wohnen aufwendet. Das trifft auf 65 % der Studierendenhaushalte zu, in der Gesamtbevölkerung auf 11 %.
Der Nebenjob trägt am meisten
45 % der Einkünfte stammen aus eigener Erwerbstätigkeit, 29 % aus Unterhalt und privater Unterstützung. BAföG und Stipendien machen 14 % aus, sonstige Einkünfte wie Kindergeld 12 %.
Wohnform verschiebt das Bild
Bei Studierenden insgesamt – also inklusive derer, die noch bei den Eltern wohnen – liegt der Wohnkostenanteil bei 32 % und die Überbelastungsquote bei 28 %. Der Auszug aus dem Elternhaus ist damit der entscheidende finanzielle Einschnitt.
Wer als Studierender zählt
Als Studierende mit eigener Haushaltsführung gelten volljährige Studierende, die allein oder ausschließlich mit anderen Studierenden oder Auszubildenden zusammenleben. Auszubildende ohne Vergütung und volljährige Schülerinnen und Schüler werden dieser Gruppe zugeordnet.
FAQ
Wie viel geben Studierende fürs Wohnen aus?
Studierende mit eigener Haushaltsführung wenden im Schnitt 54 % ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnkosten auf. In der Gesamtbevölkerung sind es 24 %.
Macht die Wohnform einen Unterschied?
Ja. Alleinlebende Studierende kommen auf 56 %, wer ausschließlich mit anderen Studierenden oder Auszubildenden zusammenlebt, auf 49 %.
Was heißt durch Wohnkosten überbelastet?
Nach Eurostat-Definition gilt ein Haushalt als überbelastet, wenn er auch nach Abzug wohnungsbezogener Transferleistungen wie Wohngeld mehr als 40 % des verfügbaren Einkommens für Wohnkosten aufwenden muss. Das traf 2025 auf 65 % der Studierenden mit eigener Haushaltsführung zu.
Wie viel Geld haben Studierende im Monat?
Die Hälfte der Studierenden mit eigener Haushaltsführung verfügte über ein Nettoäquivalenzeinkommen von weniger als 963 Euro pro Monat.
Woraus setzen sich die Einkünfte zusammen?
Bei eigener Haushaltsführung zu 45 % aus Erwerbstätigkeit, 29 % aus privater Unterstützung wie Unterhalt, 14 % aus BAföG oder Stipendien und 12 % aus sonstigen Quellen wie Kindergeld.
Was zählt alles zu den Wohnkosten?
Miete beziehungsweise bei Eigentum die Grundsteuer, Nebenkosten für Wasser, Strom, Gas und Heizung, Instandhaltung, Hypothekenzinsen und Versicherungsbeiträge sowie Kosten etwa für Müllabfuhr und Straßenreinigung.
Ist die Belastung gestiegen?
Leicht: Im Vorjahr lag der Wohnkostenanteil bei Studierenden mit eigener Haushaltsführung bei 53 %, jetzt bei 54 %.
Woher stammen die Daten?
Aus der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) 2025, die als Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert ist. Es handelt sich um Endergebnisse.
Quellen
- Destatis PD26/N048 (15.07.2026): Studierendenhaushalte geben im Schnitt 54 % des Einkommens für Wohnkosten aus
- Destatis PD25/N045: Vorjahreswert 53 %
- Destatis: Wohnen in Deutschland
- Destatis: Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC)
Stand: 25.07.2026 · Datenquelle Destatis, EU-SILC 2025
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