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🌡️ Klima-Monitor 2025/26

Klimawandel Deutschland: 10,0 °C Jahresmittel 2025, Treibhausgase -3,4 % auf 649 Mio. t

Mit 10,0 °C lag das Jahresmittel 2025 in Deutschland auf Rang 8 der wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 1881 (+1,8 K vs. 1961-90). Drei vorangehende Rekordjahre (2022-2024) wurden knapp verfehlt. Treibhausgasemissionen sanken 2024 um -3,4 % auf 649 Mio. t CO2-Äquiv. — getrieben von Energiewirtschaft (-7,4 %). Die trockensten Februar-Mai-Monate seit Beginn der Erfassung markierten 2025.

📅 Berichtsjahre 2024-2025 · Quellen: DWD Klimastatusbericht 2025, UBA Treibhausgas-Daten 2024

Jahrestemperatur 2025
10,0 °C
Rang 8 seit 1881

Abweichung 1961-90
+1,8 K
Klimaerwärmung

Höchste Tagestemp. 2025
39,3 °C
02.07. Andernach

Sonnenstunden 2025
1.950 h
+22 % vs. Klima-Wert

Niederschlag 2025
655 l/m²
-17 % vs. 1961-90

Februar-Mai 25 Trockenheit
Rekord-tief
trockenste seit 1881

THG-Emissionen 2024
649 Mio. t
CO2-Äquivalente

THG zum Vorjahr 2024
-3,4 %
-23 Mio. t vs. 2023

THG vs. 1990 (Basis)
-48 %
1990: 1.249 Mio. t

Energiewirtschaft 2024
-7,4 %
~190 Mio. t (-15 Mio.)

Verkehr 2024
143,1 Mio. t
-1,4 %, +18 Mio. über Ziel

Gebäude 2024
100 Mio. t
-2,3 % (milde Witterung)

Industrie 2024
149 Mio. t
nahezu unverändert

Welt 2025 (NOAA)
+1,55 °C
3.-wärmstes seit 1850

Ziel 2030 (KSchG)
-65 %
vs. 1990 = 438 Mio. t

CO2-Preis nEHS 2025
55 €/t
Brennstoff-Emissionshandel

Temperatur-Verlauf

Jahresmitteltemperatur Deutschland seit 1881

Jahrestemperatur Deutschland 1881-2025 (°C)

Abweichung vom 1961-90 Mittel (K)

Treibhausgas-Bilanz

CO2-Emissionen Deutschland 1990-2024

THG-Emissionen 1990-2024 (Mio. t)

Emissionen 2024 nach Sektoren

zum Vorjahr-Veränderung 2023-24 (%)

Wetter-Extreme 2025

Niederschlag, Sonnenstunden und Hitzetage

Niederschlag Deutschland 2015-2025 (l/m²)

Sonnenstunden 2015-2025 (h)

Sektoren & Klimaziele

Vergleich mit Sektorzielen Klimaschutzgesetz

Sektor-Emissionen 2024 vs. Ziel 2030

Verkehr-Emissionen 2014-2024 (Mio. t)

Energiewirtschaft Emissionen 2014-24

Global & Bundesländer

Globaler Kontext und regionale Erwärmung

Globale Temperatur-Anomalie 1881-2025 (°C)

Erwärmung 1961-90 nach Region (K)

Detail-Tabelle: Klimadaten und Treibhausgas-Emissionen

DWD-Wetterdaten und UBA-Emissionsbilanz Deutschland

Indikator 2019 2020 2022 2023 2024/25
Jahrestemperatur Deutschland (°C) 10,3 10,4 10,5 10,6 10,0
Niederschlag (l/m²) 735 706 670 853 655
Sonnenstunden (h) 1779 1898 2025 1764 1950
THG-Emissionen gesamt (Mio. t) 810 729 746 672 649
Energiewirtschaft 254 222 254 205 190
Verkehr 163 146 149 145 143
Gebäude 122 120 113 102 100
Industrie 186 178 161 149 149
Landwirtschaft 63 61 60 57 55
Abfall 9 9 8 8 7
CO2-Anteil an Gesamt-THG (%) 88,1 87,8 88,3 87,9 88,2
Pro-Kopf-Emissionen (t) 9,7 8,8 8,9 8,0 7,7

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Methodik DWD-Klimadaten

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erhebt seit 1881 Wetterdaten in Deutschland. Das Jahresmittel der Lufttemperatur wird aus etwa 2.000 Wetterstationen berechnet. Als Referenzperiode dient meist 1961-1990 (früher 1991-2020 zunehmend genutzt). Klimaprojektionen folgen IPCC-Szenarien. Die Statusberichte erscheinen März/April nach Berichtsjahr.

2025: Pause nach drei Rekordjahren

Nach den drei aufeinander folgenden Rekordjahren 2022 (10,5 °C), 2023 (10,6 °C) und 2024 (10,8 °C) brachte 2025 mit 10,0 °C eine kurze Pause — aber immer noch +1,8 K über dem langjährigen Mittel 1961-1990. Damit ist 2025 das achtwärmste Jahr seit 1881. Im 30-jährigen Mittel ist die Erwärmung in Deutschland mit ca. +0,3 K pro Dekade ungebrochen.

Trockenheit als größte Klimaherausforderung

Das Jahr 2025 war geprägt von ausgeprägtem Niederschlagsdefizit: Februar-Mai 2025 war der trockenste solche Zeitraum seit Beginn der Erfassung 1881. Insgesamt -17 % unter dem 1961-90-Mittel. Dies wirkt sich auf Land-, Forst- und Wasserwirtschaft aus: Grundwasser-Stand niedrig, Trinkwasser-Knappheit lokal, höhere Waldbrandgefahr.

Treibhausgas-Rückgang verlangsamt sich

Die Treibhausgasemissionen sanken 2024 um -3,4 % auf 649 Mio. t CO2-Äquivalente (UBA). Gegenüber 1990 (1.249 Mio. t) ist das ein Rückgang um -48 %. Die stärksten Reduktionen kamen aus der Energiewirtschaft (-7,4 %), getrieben durch Steinkohle-Ausstieg, EE-Ausbau und milde Witterung. Der Verkehrssektor bleibt mit 143 Mio. t weiterhin über dem Sektor-Ziel des Klimaschutzgesetzes.

Klimaschutzgesetz und 2030-Ziel

Das Klimaschutzgesetz (KSG) schreibt bis 2030 eine Reduktion der THG-Emissionen um -65 % gegenüber 1990 vor — ca. 438 Mio. t. Aktuell (649 Mio. t) liegt Deutschland 211 Mio. t bzw. 32 % über dem 2030-Ziel. Klimaschutz-Beschleunigung in Sektoren Verkehr (E-Auto-Ausbau, ÖPNV) und Gebäude (Wärmepumpen, Sanierung) ist erforderlich.

Globaler Kontext

Weltweit war 2025 das drittwärmste Jahr seit 1850 (laut NOAA/Copernicus). Die globale Temperatur-Anomalie lag bei +1,55 °C über dem vorindustriellen Niveau — die 1,5-Grad-Marke des Pariser Klimaabkommens wurde im 12-Monats-Mittel 2024 erstmals und 2025 erneut überschritten. Erwärmung in Europa schreitet etwa doppelt so schnell voran wie im globalen Mittel.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie warm war 2025 in Deutschland?

Das Jahresmittel der Lufttemperatur 2025 in Deutschland lag bei 10,0 °C — das ist Rang 8 in der Liste der wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. Gegenüber dem langjährigen Klimamittel 1961-1990 (8,2 °C) ist das eine Abweichung von +1,8 K. Die drei vorangegangenen Rekordjahre 2022 (10,5 °C), 2023 (10,6 °C) und 2024 (10,8 °C) wurden 2025 knapp verfehlt.

Wie hoch waren die Treibhausgasemissionen 2024?

Laut Umweltbundesamt (UBA) lagen die Treibhausgasemissionen Deutschlands 2024 bei 649 Mio. t CO2-Äquivalenten — das sind 3,4 % weniger als 2023 und insgesamt -48 % gegenüber dem Basisjahr 1990 (1.249 Mio. t). Hauptantreiber des Rückgangs war die Energiewirtschaft mit -7,4 % bzw. -15 Mio. t.

Welcher Sektor ist am stärksten betroffen?

Die Industrie (149 Mio. t) und der Verkehr (143 Mio. t) tragen aktuell die höchsten Sektor-Emissionen. Während Energiewirtschaft (-7,4 %), Gebäude (-2,3 %) und Verkehr (-1,4 %) 2024 leicht sanken, blieb die Industrie bei nahezu unveränderten 149 Mio. t. Verkehr ist mit +18 Mio. t aktuell deutlich über dem Sektor-Ziel des Klimaschutzgesetzes.

Wie weit ist Deutschland vom 2030-Klimaziel entfernt?

Das Klimaschutzgesetz schreibt bis 2030 eine Reduktion um -65 % vor — ca. 438 Mio. t. Aktuell (649 Mio. t) liegt Deutschland 211 Mio. t über dem 2030-Ziel. In den nächsten 6 Jahren müssten die Emissionen um etwa 7,2 % pro Jahr sinken — mehr als doppelt so schnell wie die durchschnittliche Reduktion 2019-2024 (3,3 % p. a.).

Wie trocken war 2025?

Das Jahr 2025 brachte mit 655 l/m² Niederschlag eine Abweichung von -17 % gegenüber dem Klimamittel 1961-1990 (789 l/m²). Besonders der Zeitraum Februar bis Mai 2025 war der trockenste solche Vier-Monats-Block seit Beginn der Erfassung 1881. Folgen: niedrige Grundwasser-Stände, lokale Trinkwasser-Knappheit, erhöhte Waldbrandgefahr.

Welche Bundesländer erwärmen sich am stärksten?

Die Erwärmung ist regional unterschiedlich: Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Ostdeutschland) erwärmen sich mit +2,1 K (vs. 1961-90) am stärksten. Auch Bayern (+2,0 K) liegt darüber. Norddeutschland (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg) zeigt mit +1,5-1,6 K eine etwas langsamere Erwärmung — v. a. wegen Meeres-Nähe.

Was bedeutet das CO2-Äquivalent?

Das CO2-Äquivalent (CO2eq) ist eine Masseinheit, die die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase (CO2, Methan, Lachgas, F-Gase) auf das vergleichbare Niveau von CO2 umrechnet. Methan z. B. hat über 100 Jahre das 28-fache Treibhauspotenzial von CO2, Lachgas das 265-fache. So können alle Treibhausgase in einer einheitlichen Zahl ausgedrückt werden.

Was kostet eine Tonne CO2 in Deutschland?

Im nationalen Brennstoff-Emissionshandel (nEHS) lag der CO2-Preis 2025 bei 55 €/t (2026: 65 €/t). Im EU-Emissionshandel (EU ETS) lag der durchschnittliche Auktionspreis 2024/25 bei rund 75-90 €/t. Diese Preissignale wirken sich auf Tankstellenpreise (~16 ct/Liter), Gasrechnungen (~6 ct/kWh) und Stromkosten (indirekt) aus.

Quellen

Primärquellen und Methodik