Überschuldung 2025: Krankheit und Arbeitslosigkeit sind die Hauptauslöser
Bei Menschen, die 2025 eine Schuldnerberatung aufsuchten, waren Erkrankung, Sucht oder Unfall mit 18 % der häufigste Hauptauslöser der Überschuldung, gefolgt von Arbeitslosigkeit mit rund 17 %. Die durchschnittliche Schuldenhöhe lag bei 34.650 Euro – bei Männern mit 39.717 Euro deutlich höher als bei Frauen mit 29.500 Euro. Mehr als die Hälfte der Ratsuchenden lebte allein.
Wem schulden Überschuldete Geld?
Anteil der beratenen Personen mit Zahlungsrückständen bei der jeweiligen Gläubigergruppe, 2025 – Mehrfachnennungen möglich
Hauptauslöser der Überschuldung
Schuldenhöhe nach Geschlecht
Alleinlebende und Alleinerziehende
Durchschnittliche Verbindlichkeiten nach Haushaltstyp und Geschlecht, 2025
Einpersonenhaushalte
Alleinerziehende
Haushaltsstruktur der Ratsuchenden
Datenbasis der Statistik
Alle Kennzahlen zur Überschuldung 2025
| Indikator | Wert | Einordnung |
|---|---|---|
| Hauptauslöser Erkrankung, Sucht oder Unfall | 18 % | häufigste Nennung |
| Hauptauslöser Arbeitslosigkeit | 17 % | zweithäufigste Nennung |
| Durchschnittliche Schuldenhöhe insgesamt | 34.650 € | alle beratenen Personen |
| Männer | 39.717 € | Überschuldungsstatistik 2025 |
| Frauen | 29.500 € | Überschuldungsstatistik 2025 |
| Anteil Einpersonenhaushalte | 52 % | größte Gruppe |
| gesundheitliche Probleme als Hauptauslöser | 24 % | unter den Alleinlebenden |
| durchschnittliche Verbindlichkeiten | 32.155 € | Einpersonenhaushalte |
| alleinlebende Männer | 35.293 € | Überschuldungsstatistik 2025 |
| alleinlebende Frauen | 27.629 € | Überschuldungsstatistik 2025 |
| Trennung, Scheidung oder Tod als Auslöser, alleinerziehende Frauen | 23 % | häufigste Ursache in dieser Gruppe |
| Trennung, Scheidung oder Tod als Auslöser, alleinerziehende Männer | 23 % | gleicher Anteil |
| Durchschnittliche Schuldenhöhe alleinerziehender Mütter | 34.386 € | Überschuldungsstatistik 2025 |
| Durchschnittliche Schuldenhöhe alleinerziehender Väter | 46.219 € | deutlich höher |
| Zahlungsrückstände öffentliche Hand | 57 % | Finanzämter, Sozialversicherung, BA |
| Zahlungsrückstände Telekommunikation | 47 % | Überschuldungsstatistik 2025 |
| Ratenkredite bei Kreditinstituten | 37 % | Überschuldungsstatistik 2025 |
| Offene Rechnungen Online- und Versandhandel | 29 % | Überschuldungsstatistik 2025 |
| Meldende Beratungsstellen | 738 | von rund 1.360 bundesweit |
| Erfasste beratene Personen | 187.000 | hochgerechnet |
Überschuldung ist meist ein Schicksalsschlag
Die beiden häufigsten Auslöser – Erkrankung, Sucht oder Unfall (18 %) und Arbeitslosigkeit (17 %) – sind Ereignisse, die Betroffene in der Regel nicht steuern können. Bei Alleinlebenden sind es sogar 24 %, bei denen gesundheitliche Probleme der wichtigste Auslöser waren.
Der Staat ist der häufigste Gläubiger
57 % der Ratsuchenden hatten offene Forderungen gegenüber der öffentlichen Hand: Finanzämter, gesetzliche Renten- und Krankenversicherung, Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter. Erst danach folgen Telekommunikationsunternehmen (47 %), Ratenkredite (37 %) und der Online- und Versandhandel (29 %).
Männer sind höher verschuldet
Über alle Beratenen hinweg liegen Männer mit 39.717 Euro rund 10.200 Euro über den Frauen (29.500 Euro). Bei Alleinlebenden ist die Lücke ähnlich: 35.293 zu 27.629 Euro.
Alleinerziehende Väter tragen die höchste Last
Mit durchschnittlich 46.219 Euro liegen alleinerziehende Väter deutlich über alleinerziehenden Müttern (34.386 Euro) und über dem Durchschnitt aller Beratenen. Der Hauptauslöser ist bei beiden Gruppen gleich häufig eine Trennung, Scheidung oder der Tod der Partnerin oder des Partners (jeweils rund 23 %).
Alleinleben erhöht das Risiko
52 % der beratenen Personen lebten in einem Einpersonenhaushalt – deutlich mehr als der Anteil dieser Haushaltsform an der Gesamtbevölkerung. Fehlt ein zweites Einkommen im Haushalt, schlagen Einkommensausfälle unmittelbar durch.
Was die Statistik nicht sagt
Die Zahlen beruhen auf freiwilligen Angaben von 738 der rund 1.360 Beratungsstellen zu etwa 187.000 Personen. Rückschlüsse auf die Gesamtzahl aller überschuldeten Menschen in Deutschland sind daraus nicht möglich, weil längst nicht alle Betroffenen eine Beratung aufsuchen.
FAQ
Was löst Überschuldung am häufigsten aus?
Erkrankung, Sucht oder Unfall mit 18 % der Fälle, gefolgt von Arbeitslosigkeit mit rund 17 %. Beides sind Ereignisse, die das Einkommen abrupt reduzieren oder die Ausgaben erhöhen.
Wie hoch sind die Schulden im Durchschnitt?
34.650 Euro über alle beratenen Personen. Männer wiesen mit 39.717 Euro eine höhere Schuldenlast auf als Frauen mit 29.500 Euro.
Wer sind die häufigsten Gläubiger?
Die öffentliche Hand bei rund 57 % der Ratsuchenden, also Finanzämter, gesetzliche Renten- und Krankenversicherungsträger sowie die Bundesagentur für Arbeit und ihre Jobcenter. Danach folgen Telekommunikationsunternehmen (47 %), Ratenkredite (37 %) und der Online- und Versandhandel (29 %).
Wie ist die Lage bei Alleinerziehenden?
Bei rund 23 % der alleinerziehenden Frauen und ebenso vielen alleinerziehenden Männern war eine Trennung, Scheidung oder der Tod der Partnerin oder des Partners der Hauptauslöser. Alleinerziehende Väter hatten mit 46.219 Euro deutlich höhere Schulden als alleinerziehende Mütter mit 34.386 Euro.
Wie viele Ratsuchende leben allein?
Knapp 52 % und damit mehr als die Hälfte. Bei rund einem Viertel dieser Gruppe waren gesundheitliche Probleme der wichtigste Hauptauslöser. Ihre durchschnittlichen Verbindlichkeiten lagen bei 32.155 Euro.
Wie viele Menschen sind in Deutschland überschuldet?
Das lässt sich aus dieser Statistik nicht ableiten. Erfasst werden nur Personen, die eine Schuldner- oder Insolvenzberatungsstelle aufgesucht haben und deren Beratungsstelle freiwillig an der Erhebung teilnimmt.
Woher stammen die Daten?
Von 738 der insgesamt rund 1.360 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland zu etwa 187.000 beratenen Personen. Die Teilnahme ist für Beratungsstellen und Ratsuchende freiwillig, die Daten werden auf die Grundgesamtheit hochgerechnet.
Seit wann gibt es die Überschuldungsstatistik?
Seit dem Berichtsjahr 2006, zunächst auf Basis einer Ausnahmeregelung des Bundesstatistikgesetzes. Seit 2011 wird sie nach dem Überschuldungsstatistikgesetz als dauerhafte Bundesstatistik geführt. 2025 ist das 20. Berichtsjahr.
Quellen
- Destatis PD26/249 (15.07.2026): Überschuldung am häufigsten durch Erkrankung, Sucht oder Unfall ausgelöst
- Destatis: Vermögen und Schulden
- Schuldnerberatungsatlas des Statistischen Bundesamtes
- GENESIS-Online: Überschuldungsstatistik (63511)
Stand: 25.07.2026 · Datenquelle Destatis, Überschuldungsstatistik 2025
