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Überschuldungsstatistik 2025 · 15.07.2026

Überschuldung 2025: Krankheit und Arbeitslosigkeit sind die Hauptauslöser

Bei Menschen, die 2025 eine Schuldnerberatung aufsuchten, waren Erkrankung, Sucht oder Unfall mit 18 % der häufigste Hauptauslöser der Überschuldung, gefolgt von Arbeitslosigkeit mit rund 17 %. Die durchschnittliche Schuldenhöhe lag bei 34.650 Euro – bei Männern mit 39.717 Euro deutlich höher als bei Frauen mit 29.500 Euro. Mehr als die Hälfte der Ratsuchenden lebte allein.

Destatis Pressemitteilung Nr. 249 vom 15.07.2026 · Überschuldungsstatistik 2025, 20. Berichtsjahr

Häufigster Hauptauslöser
18 %
Erkrankung, Sucht, Unfall
Zweithäufigster
17 %
Arbeitslosigkeit
Ø Schuldenhöhe
34.650 €
alle Beratenen
Männer
39.717 €
Ø Schuldenhöhe
Frauen
29.500 €
Ø Schuldenhöhe
Einpersonenhaushalte
52 %
aller Ratsuchenden
davon gesundheitliche Gründe
24 %
Hauptauslöser
Ø Schulden Alleinlebende
32.155 €
Einpersonenhaushalte
Alleinlebende Männer
35.293 €
Ø Verbindlichkeiten
Alleinlebende Frauen
27.629 €
Ø Verbindlichkeiten
Alleinerziehende Mütter
34.386 €
Ø Schuldenhöhe
Alleinerziehende Väter
46.219 €
Ø Schuldenhöhe
Gläubiger öffentliche Hand
57 %
häufigste Gruppe
Telekommunikation
47 %
zweithäufigste Gruppe
Erfasste Personen
187.000
aus 738 Beratungsstellen
Stand
15.07.
2026

Wem schulden Überschuldete Geld?

Anteil der beratenen Personen mit Zahlungsrückständen bei der jeweiligen Gläubigergruppe, 2025 – Mehrfachnennungen möglich

Hauptauslöser der Überschuldung

Schuldenhöhe nach Geschlecht

Alleinlebende und Alleinerziehende

Durchschnittliche Verbindlichkeiten nach Haushaltstyp und Geschlecht, 2025

Einpersonenhaushalte

Alleinerziehende

Haushaltsstruktur der Ratsuchenden

Datenbasis der Statistik

Alle Kennzahlen zur Überschuldung 2025

Indikator Wert Einordnung
Hauptauslöser Erkrankung, Sucht oder Unfall 18 % häufigste Nennung
Hauptauslöser Arbeitslosigkeit 17 % zweithäufigste Nennung
Durchschnittliche Schuldenhöhe insgesamt 34.650 € alle beratenen Personen
  Männer 39.717 € Überschuldungsstatistik 2025
  Frauen 29.500 € Überschuldungsstatistik 2025
Anteil Einpersonenhaushalte 52 % größte Gruppe
  gesundheitliche Probleme als Hauptauslöser 24 % unter den Alleinlebenden
  durchschnittliche Verbindlichkeiten 32.155 € Einpersonenhaushalte
  alleinlebende Männer 35.293 € Überschuldungsstatistik 2025
  alleinlebende Frauen 27.629 € Überschuldungsstatistik 2025
Trennung, Scheidung oder Tod als Auslöser, alleinerziehende Frauen 23 % häufigste Ursache in dieser Gruppe
Trennung, Scheidung oder Tod als Auslöser, alleinerziehende Männer 23 % gleicher Anteil
Durchschnittliche Schuldenhöhe alleinerziehender Mütter 34.386 € Überschuldungsstatistik 2025
Durchschnittliche Schuldenhöhe alleinerziehender Väter 46.219 € deutlich höher
Zahlungsrückstände öffentliche Hand 57 % Finanzämter, Sozialversicherung, BA
Zahlungsrückstände Telekommunikation 47 % Überschuldungsstatistik 2025
Ratenkredite bei Kreditinstituten 37 % Überschuldungsstatistik 2025
Offene Rechnungen Online- und Versandhandel 29 % Überschuldungsstatistik 2025
Meldende Beratungsstellen 738 von rund 1.360 bundesweit
Erfasste beratene Personen 187.000 hochgerechnet

Überschuldung ist meist ein Schicksalsschlag

Die beiden häufigsten Auslöser – Erkrankung, Sucht oder Unfall (18 %) und Arbeitslosigkeit (17 %) – sind Ereignisse, die Betroffene in der Regel nicht steuern können. Bei Alleinlebenden sind es sogar 24 %, bei denen gesundheitliche Probleme der wichtigste Auslöser waren.

Der Staat ist der häufigste Gläubiger

57 % der Ratsuchenden hatten offene Forderungen gegenüber der öffentlichen Hand: Finanzämter, gesetzliche Renten- und Krankenversicherung, Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter. Erst danach folgen Telekommunikationsunternehmen (47 %), Ratenkredite (37 %) und der Online- und Versandhandel (29 %).

Männer sind höher verschuldet

Über alle Beratenen hinweg liegen Männer mit 39.717 Euro rund 10.200 Euro über den Frauen (29.500 Euro). Bei Alleinlebenden ist die Lücke ähnlich: 35.293 zu 27.629 Euro.

Alleinerziehende Väter tragen die höchste Last

Mit durchschnittlich 46.219 Euro liegen alleinerziehende Väter deutlich über alleinerziehenden Müttern (34.386 Euro) und über dem Durchschnitt aller Beratenen. Der Hauptauslöser ist bei beiden Gruppen gleich häufig eine Trennung, Scheidung oder der Tod der Partnerin oder des Partners (jeweils rund 23 %).

Alleinleben erhöht das Risiko

52 % der beratenen Personen lebten in einem Einpersonenhaushalt – deutlich mehr als der Anteil dieser Haushaltsform an der Gesamtbevölkerung. Fehlt ein zweites Einkommen im Haushalt, schlagen Einkommensausfälle unmittelbar durch.

Was die Statistik nicht sagt

Die Zahlen beruhen auf freiwilligen Angaben von 738 der rund 1.360 Beratungsstellen zu etwa 187.000 Personen. Rückschlüsse auf die Gesamtzahl aller überschuldeten Menschen in Deutschland sind daraus nicht möglich, weil längst nicht alle Betroffenen eine Beratung aufsuchen.

FAQ

Was löst Überschuldung am häufigsten aus?

Erkrankung, Sucht oder Unfall mit 18 % der Fälle, gefolgt von Arbeitslosigkeit mit rund 17 %. Beides sind Ereignisse, die das Einkommen abrupt reduzieren oder die Ausgaben erhöhen.

Wie hoch sind die Schulden im Durchschnitt?

34.650 Euro über alle beratenen Personen. Männer wiesen mit 39.717 Euro eine höhere Schuldenlast auf als Frauen mit 29.500 Euro.

Wer sind die häufigsten Gläubiger?

Die öffentliche Hand bei rund 57 % der Ratsuchenden, also Finanzämter, gesetzliche Renten- und Krankenversicherungsträger sowie die Bundesagentur für Arbeit und ihre Jobcenter. Danach folgen Telekommunikationsunternehmen (47 %), Ratenkredite (37 %) und der Online- und Versandhandel (29 %).

Wie ist die Lage bei Alleinerziehenden?

Bei rund 23 % der alleinerziehenden Frauen und ebenso vielen alleinerziehenden Männern war eine Trennung, Scheidung oder der Tod der Partnerin oder des Partners der Hauptauslöser. Alleinerziehende Väter hatten mit 46.219 Euro deutlich höhere Schulden als alleinerziehende Mütter mit 34.386 Euro.

Wie viele Ratsuchende leben allein?

Knapp 52 % und damit mehr als die Hälfte. Bei rund einem Viertel dieser Gruppe waren gesundheitliche Probleme der wichtigste Hauptauslöser. Ihre durchschnittlichen Verbindlichkeiten lagen bei 32.155 Euro.

Wie viele Menschen sind in Deutschland überschuldet?

Das lässt sich aus dieser Statistik nicht ableiten. Erfasst werden nur Personen, die eine Schuldner- oder Insolvenzberatungsstelle aufgesucht haben und deren Beratungsstelle freiwillig an der Erhebung teilnimmt.

Woher stammen die Daten?

Von 738 der insgesamt rund 1.360 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Deutschland zu etwa 187.000 beratenen Personen. Die Teilnahme ist für Beratungsstellen und Ratsuchende freiwillig, die Daten werden auf die Grundgesamtheit hochgerechnet.

Seit wann gibt es die Überschuldungsstatistik?

Seit dem Berichtsjahr 2006, zunächst auf Basis einer Ausnahmeregelung des Bundesstatistikgesetzes. Seit 2011 wird sie nach dem Überschuldungsstatistikgesetz als dauerhafte Bundesstatistik geführt. 2025 ist das 20. Berichtsjahr.