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Insolvenz-Monitor · September 2026 · 08.10.2026

Unternehmensinsolvenzen September 2026: 1.666 Fälle, drittes Quartal leicht unter Rekordniveau

Der IWH-Insolvenztrend zählt im September 2026 1.666 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften – 9 % mehr als im August, 13 % mehr als im September 2025 und 85 % über dem September-Durchschnitt der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019. Im dritten Quartal waren es 4.880 Fälle, 2,3 % weniger als im Rekordquartal davor, aber der zweithöchste Stand seit 2005. Amtlich meldet Destatis für Juli 2026 2.373 beantragte Unternehmensinsolvenzen (+8,0 %), von Januar bis Juli 15.185 (+6,9 %).

IWH-Insolvenztrend · Pressemitteilung 30/2026 vom 08.10.2026 · amtliche Zahlen: Destatis PM Nr. 362 vom 09.10.2026 · Stand 10.10.2026
Insolvenzen September 2026
1.666
IWH · Personen- und Kapitalgesellschaften
zum Vormonat
+9 %
August 2026: 1.525
zum Vorjahresmonat
+13 %
September 2025: 1.469
vs. Sept.-Schnitt 2016–19
+85 %
Vor-Corona-Niveau: 902
3. Quartal 2026
4.880
-2,3 % zum Rekordquartal Q2
Betroffene Jobs September
ca. 11.600
größte 10 % der Fälle · -28 % zum August
Betroffene Jobs Q3 2026
ca. 41.000
-10 % zum Vorquartal
Ausblick IWH
Q4 rückläufig
Oktober noch hoch
Amtlich: Juli 2026
2.373
+8,0 % zum Juli 2025
Amtlich: Jan–Jul 2026
15.185
+6,9 % zum Vorjahreszeitraum
Forderungen Jan–Jul
21,9 Mrd. €
Vorjahr: 31,8 Mrd. €
Insolvenzhäufigkeit
42,8
je 10.000 Unternehmen · Jan–Jul
Höchste Häufigkeit
85,5
Verkehr und Lagerei
Verbraucherinsolvenzen Juli
7.111
-5,9 % zum Juli 2025
Verbraucherinsolv. Jan–Jul
46.043
+1,0 % zum Vorjahreszeitraum
Nächste Daten
Anfang November
IWH Oktober · Destatis August

Insolvenzen im Monatsverlauf (IWH-Insolvenztrend)

Personen- und Kapitalgesellschaften, Januar 2024 bis September 2026; gestrichelt: Monatsdurchschnitt 2016–2019

Veränderung zum Vorjahresmonat (%)

Berechnet aus der IWH-Datenreihe (Stand 01.10.2026).

Insolvenzen je Quartal (IWH)

Q2 2026: höchster Quartalswert seit 2005; Q3 2026: zweithöchster.

Betroffene Beschäftigte je Monat

Beschäftigte in den größten 10 % der insolventen Unternehmen (IWH, Verknüpfung mit BvD-Daten).

Insolvenzen je 100.000 Einwohner (Juli–September 2026)

Summe der letzten drei Monate, IWH-Insolvenztrend.

Amtlich: beantragte Unternehmensinsolvenzen je Monat

Destatis; Fälle werden erst nach der ersten Gerichtsentscheidung erfasst, der Antrag liegt oft rund drei Monate davor.

Amtlich: Unternehmensinsolvenzen je Jahr

Destatis, Summe der Monatswerte; 2026: Januar bis Juli.

Insolvenzhäufigkeit je 10.000 Unternehmen (Jan–Jul 2026)

Destatis PM Nr. 362.

Forderungen der Gläubiger, Januar bis Juli (Mrd. €)

Rückgang trotz mehr Fällen: 2025 waren mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen betroffen.

Insolvenzen 2026 nach Monaten

IWH: Personen- und Kapitalgesellschaften (Datenstand 01.10.2026, Werte werden laufend leicht revidiert). Destatis: alle beantragten Unternehmensinsolvenzen inkl. Kleinstunternehmen.

MonatIWH: Insolvenzenzum Vormonatzum Vorjahrvs. 2016–19IWH: betroffene JobsDestatis: beantragt
Jan 20261.391-8 %+4 %+54 %16.8651.919
Feb 20261.466+5 %+2 %+58 %23.2902.048
März 20261.716+17 %+18 %+72 %13.9222.308
Apr 20261.776+4 %+10 %+82 %19.9662.276
Mai 20261.518-14 %+3 %+57 %11.3091.995
Jun 20261.702+12 %+20 %+80 %14.2302.266
Jul 20261.689-1 %+7 %+75 %13.3132.373
Aug 20261.525-10 %+9 %+63 %16.146–
Sep 20261.666+9 %+13 %+85 %11.569–
Q3 2026 Summe4.880-2 %+10 %–41.028–

Wieder mehr Fälle im September

Nach dem Rückgang im August (1.525) stieg die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften im September auf 1.666. Das liegt 13 % über dem Vorjahresmonat und 85 % über dem typischen September der Jahre 2016 bis 2019.

Quartal knapp unter dem Rekord

Im dritten Quartal 2026 zählte das IWH 4.880 Insolvenzen, 2,3 % weniger als im zweiten Quartal mit dem höchsten Wert seit 21 Jahren. Bekannte Fälle im Quartal waren laut IWH die Baumarktketten Hellweg und BayWa sowie Mäc-Geiz.

Weniger betroffene Jobs

Die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze in den größten 10 % der Fälle sank im September auf etwa 11.600 – 28 % weniger als im August und 44 % weniger als im September 2025, aber 131 % über dem Vor-Corona-Durchschnitt. Im Quartal waren es rund 41.000 (-10 %).

Neue Höchstwerte in einzelnen Branchen und Ländern

Seit Beginn der IWH-Erhebung 2020 erreichten im dritten Quartal Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Information und Kommunikation sowie freiberufliche und sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen neue Höchststände – regional Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Thüringen.

Amtlich: Juli mit +8,0 %

Destatis registrierte im Juli 2026 2.373 beantragte Unternehmensinsolvenzen, 8,0 % mehr als im Juli 2025. Von Januar bis Juli waren es 15.185 (+6,9 %). Die Gläubigerforderungen sanken dennoch von 31,8 auf 21,9 Mrd. Euro, weil 2025 mehr große Unternehmen betroffen waren.

Entspannung zum Jahresende erwartet

Die IWH-Frühindikatoren laufen dem Insolvenzgeschehen zwei bis drei Monate voraus. Für Oktober zeigen sie weiterhin hohe Zahlen, für das vierte Quartal insgesamt rechnet das IWH mit rückläufigen Insolvenzen.

FAQ

Wie viele Unternehmensinsolvenzen gab es im September 2026?

Der IWH-Insolvenztrend zählt 1.666 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften: +9 % zum August, +13 % zum September 2025 und +85 % zum September-Durchschnitt 2016 bis 2019. Amtliche Zahlen für September folgen von Destatis mit rund zwei Monaten Verzug.

Was sagt die amtliche Statistik?

Destatis meldet für Juli 2026 2.373 beantragte Unternehmensinsolvenzen (+8,0 % zum Vorjahresmonat) und für Januar bis Juli 15.185 Fälle (+6,9 %). Im Gesamtjahr 2025 waren es 24.064.

Warum unterscheiden sich IWH- und Destatis-Zahlen?

Das IWH erfasst nur Personen- und Kapitalgesellschaften aus den Bekanntmachungen der Registergerichte, Destatis zusätzlich Kleinstunternehmen. Die IWH-Zahl entspricht etwa zwei Dritteln der amtlichen Unternehmensinsolvenzen, liegt aber rund zwei Monate früher vor.

Welche Branchen sind am stärksten betroffen?

Gemessen an der Insolvenzhäufigkeit je 10.000 Unternehmen lag von Januar bis Juli 2026 Verkehr und Lagerei mit 85,5 Fällen vorn, vor dem Gastgewerbe (70,0) und dem Baugewerbe (62,9). Über alle Bereiche waren es 42,8.

Welche Bundesländer haben die meisten Insolvenzen je Einwohner?

Im IWH-Insolvenztrend lagen von Juli bis September 2026 Berlin (12,8 je 100.000 Einwohner) und Hamburg (10,5) vorn; der Bundesschnitt betrug 5,9.

Wie viele Verbraucherinsolvenzen gibt es?

Im Juli 2026 meldeten die Amtsgerichte 7.111 Verbraucherinsolvenzen, 5,9 % weniger als im Juli 2025. Von Januar bis Juli waren es 46.043 (+1,0 %).

Wann kommen die nächsten Zahlen?

Das IWH veröffentlicht den Oktober-Wert Anfang November 2026. Destatis meldet die amtlichen Unternehmensinsolvenzen für August voraussichtlich im November.

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