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🦌 Wildunfall-Monitor 2024

Wildunfälle in Deutschland 2024 — 276.000 Kollisionen mit kaskoversicherten Pkw, über 1,1 Mrd. Euro Schaden

Im Jahr 2024 erfassten deutsche Kfz-Versicherer rund 276.000 Wildunfälle mit kaskoversicherten Personen­kraftwagen — die Schäden überstiegen 1,1 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die durch­schnittliche Schadenhöhe von 3.850 auf etwa 4.100 Euro. Besonders gefährlich: April und Mai mit 50 % bzw. 60 % mehr Unfällen als im Februar. Reh und Wildschwein dominieren die Statistik.

📅 GDV-Statistik Mai 2025 · DJV-Wildunfall­statistik Jagdjahr 2022/23 · Polizei­statistik 2024
Wildunfälle 2024 (GDV)
276.000
kaskoversicherte Pkw
Wildunfälle ø/Jahr Polizei
~250.000
alle Fahrzeuge
Schaden 2024 ges.
1,1 Mrd €
Versicherer-Auszahlung
Ø-Schaden
4.100 €
2024 (2023: 3.850 EUR)
Rehe verunfallt
23.940
Jagdjahr 22/23 (DJV)
Wildschweine
15.220
Jagdjahr 22/23
Damhirsche
4.810
Jagdjahr 22/23
Rothirsche
2.940
Jagdjahr 22/23
Spitzenmonat
Mai
+60 % vs. Februar
Dämmerungs­effekt
+45 %
6-9 Uhr und 17-22 Uhr
Top-Risikoregion
NRW
absolut höchste Zahl
Niedrigste Region
Stadtstaaten
Berlin, Hamburg, Bremen
Verletzte Personen 2024
~2.700
Polizei-Statistik
Tote Personen
14
Wildunfälle 2024
R+V-Schäden
80 Mio €
3.-größter Versicherer
Wildunfälle Δ 2019
+10 %
5-Jahres-Trend

Wildunfälle in Zahlen

Mehrjahres­vergleich der Versicherungs­daten

Wildunfälle 2020-2024 (Tsd)

Schadens­summe 2020-2024 (Mio EUR)

Saisonale Muster

Wann passieren die meisten Wildunfälle?

Wildunfälle nach Monat

Wildunfälle nach Tageszeit

Welche Tiere am häufigsten?

Reh, Wildschwein, Hirsche — Verteilung im Jagdjahr 22/23

Wild-Arten der Unfälle

Rehe vs. Wildschweine Trend

Wildschweinpopulation Trend

Regionale Verteilung

Wo passieren die meisten Wildunfälle?

Wildunfälle nach Bundesland

Wildunfälle pro 1.000 Einwohner

Außerorts vs. innerorts

Schaden, Versicherung, Prävention

Was kostet ein Wildunfall? Was hilft?

Ø-Schaden 2018-2024 (EUR)

Versichungsabdeckung Wildunfall

Wildunfälle nach Wildart (Jagdjahr 2022/2023, DJV)

Streckenstatistik: durch Wildunfälle ums Leben gekommene Wildtiere

Wildart2020/212021/222022/23Δ zum VorjahrAnteil ges.
Reh21.50022.80023.940+5,0 %48 %
Wildschwein14.20014.70015.220+3,5 %30 %
Damhirsch4.3004.5804.810+5,0 %10 %
Rothirsch2.6502.8102.940+4,6 %6 %
Füchse1.8001.8401.890+2,7 %4 %
Hasen1.1501.0801.050-2,8 %2 %
Sonstige (Marder etc.)120110120+9,1 %0,2 %

Hintergrund & Einordnung

Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick

Eine Million Euro pro Tag

Mit Schäden von über 1,1 Milliarden Euro entstehen den deutschen Kfz-Versicherern durch Wildunfälle Kosten von rund 3 Mio Euro pro Tag oder gut 125.000 Euro pro Stunde. Hinzu kommen unversicherte Schäden (z.B. an Bauwerken, Straßen und nicht-kasko­versicherten Fahrzeugen), die nochmal etwa 250-350 Mio Euro ausmachen. Der GDV (Gesamtverband der Versicherer) erfasst nur kasko­versicherte Pkw — die tatsächliche Zahl liegt vermutlich noch 10-20 % höher.

April und Mai sind die heißesten Monate

Wildunfälle häufen sich saisonal: April und Mai sind die gefährlichsten Monate. Im Mai gibt es rund 60 % mehr Wildunfälle als im Februar — bedingt durch die Setz-Zeit der Rehe und die Migrationen junger Wildschweine. Auch der Herbst (Oktober/November) markiert ein zweites Plateau, weil Hirsche in der Brunft sind und kreuz und quer im Revier umherziehen. Sommer und Hochwinter sind ruhiger.

Reh als Hauptbetroffene

Mit 48 % Anteil ist das Reh die mit Abstand häufigste Wildart bei Wildunfällen. 23.940 Rehe wurden im Jagdjahr 2022/23 durch Kraftfahrzeuge getötet. Wildschweine folgen mit 15.220 oder 30 % Anteil — Tendenz seit Jahren steigend wegen wachsender Wildschwein­population. Damhirsche (10 %) und Rothirsche (6 %) verursachen die höchsten Schäden pro Unfall, weil sie größer und schwerer sind als Rehe.

Dämmerung als Risiko­periode

Die meisten Wildunfälle ereignen sich während der Dämmerung — morgens zwischen 6 und 9 Uhr und abends zwischen 17 und 22 Uhr. In diesen Zeiten ist die Wildwechsel­aktivität am höchsten, gleichzeitig fahren viele Pendler:innen mit niedrigem Tempo­limit auf Landstraßen. Bei Geschwindigkeiten über 80 km/h ist die Reaktions­zeit zu kurz, um auszuweichen. Präventions­maßnahmen: Wildwechsel­schilder, Geschwindigkeits­reduzierung, Wildschutz­zäune.

Was tun nach einem Wildunfall?

Im Wildunfall sind drei Schritte wichtig: Erstens Unfallstelle absichern (Warnblinklicht, Warnweste, Warndreieck). Zweitens Polizei unter 110 anrufen — das ist nicht nur Pflicht, sondern Voraussetzung für die Versicherungs­entschädigung. Drittens das Tier nicht berühren (Verletzungs­gefahr, Krankheits­risiken) — ein jäger oder Forstamt­mitarbeiter wird verständigt. Die Teilkasko zahlt Wildschaden ohne Selbst­beteiligung (sofern abgeschlossen), die Vollkasko mit der vereinbarten Selbstbeteiligung.

Wachsende Wildschweinpopulation

Die Zahl der Wildschweine in Deutschland ist seit 2000 um etwa 80 % gestiegen — bedingt durch warme Winter, gestiegene Eichelmast und intensivierte Landwirtschaft (Mais!). Damit nehmen auch Wildunfälle mit Wildschweinen zu. 2024 wurden schätzungsweise über 800.000 Wildschweine erlegt — das ist eine 50 %-Steigerung seit 2010. Trotzdem wächst die Population: Wildschweine vermehren sich schnell und sind anpassungs­fähig. Die Afrikanische Schweinepest hält sie auf manchen Strecken in Schach.

Häufige Fragen (FAQ)

Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten

Wie viele Wildunfälle gibt es in Deutschland pro Jahr?

Die Kfz-Versicherer haben 2024 rund 276.000 Wildunfälle mit kaskoversicherten Pkw registriert (GDV). Inklusive nicht-kaskoversicherter Fahrzeuge schätzt die Polizei etwa 250.000-300.000 Unfälle pro Jahr. Damit kommt es in Deutschland im Schnitt zu rund 750 Wildunfällen am Tag. Im Vergleich zu 2019 (250.000) ist das ein Anstieg um etwa 10 %.

Wie hoch sind die Schäden?

2024 zahlten Kfz-Versicherer in Deutschland über 1,1 Milliarden Euro für Wildschäden — rund 3 Mio Euro pro Tag. Der durchschnittliche Schaden pro Wildunfall stieg von etwa 3.850 Euro (2023) auf rund 4.100 Euro (2024). Die Steigerung der Reparaturkosten ist Folge von Inflation, teureren Ersatzteilen und gestiegenen Stundensätzen der Werkstätten. Hinzu kommen unversicherte Schäden von geschätzten 250-350 Mio Euro.

Welche Tiere sind am häufigsten betroffen?

Mit 48 % Anteil ist das Reh die häufigste Wildart bei Wildunfällen. Im Jagdjahr 2022/2023 wurden 23.940 Rehe durch Kraft­fahrzeuge getötet. Wildschweine folgen mit 30 % (15.220 Tiere), Damhirsche mit 10 % (4.810), Rothirsche mit 6 % (2.940). Die Tendenz aller Wildarten ist steigend wegen wachsender Populationen. Hirsche (Dam, Rot) verursachen die schwersten Personenschäden, weil sie deutlich größer und schwerer sind.

Wann ist das Wildunfall-Risiko am größten?

Die Risikoperioden konzentrieren sich auf zwei Spitzen: April/Mai (Setz-Zeit der Rehe + Wanderung Wildschweine) und Oktober/November (Hirsch-Brunft + Erntezeit). Im Mai gibt es 60 % mehr Wildunfälle als im Februar. Täglich sind Dämmerungs­phasen besonders gefährlich — morgens 6-9 Uhr und abends 17-22 Uhr. Bei Nebel, Regen und Glatteis verdoppelt sich das Risiko.

Welche Bundesländer haben die meisten Wildunfälle?

Absolut: NRW (rund 45.000 Wildunfälle pro Jahr), Bayern (38.000), Baden-Württemberg (32.000), Niedersachsen (29.000). Relativ pro Einwohner: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen liegen vorn — bedingt durch dünne Besiedelung und hohen Waldanteil. Stadtstaaten (Berlin, Hamburg, Bremen) haben die niedrigste Quote. 70 % aller Wildunfälle ereignen sich außerorts auf Landstraßen.

Was muss ich nach einem Wildunfall tun?

Drei Schritte sind wichtig: (1) Unfallstelle absichern: Warnblinklicht, Warnweste anziehen, Warndreieck in ca. 100 m Entfernung aufstellen. (2) Polizei unter 110 anrufen — ohne polizei­liches Wildunfall­protokoll keine Versicherungs­entschädigung. (3) Tier nicht berühren! Verletzungs­gefahr und Krankheits­risiken; Jäger oder Forstamt­mitarbeiter werden verständigt. Bei Personenschaden sofort Rettungsdienst 112.

Welche Versicherung zahlt Wildunfall­schäden?

Die Teilkasko deckt Schäden durch Wildunfälle mit Haarwild ohne Selbstbeteiligung — die meisten Fälle. Die Vollkasko deckt zusätzlich Schäden durch Ausweich­manöver oder Unfälle mit Nicht-Haarwild (z.B. Vögel, Kühe), aber mit Selbstbeteiligung. Ohne Kasko-Versicherung trägt der Fahrer den Schaden selbst — nur Personenschäden anderer werden über die Haftpflicht abgedeckt. Wichtig: Polizeibescheid (Wildunfall­bescheinigung) immer einreichen.

Wie kann ich Wildunfälle vermeiden?

Wichtigste Tipps: (1) Geschwindigkeit reduzieren in Wildwechsel-Gebieten, besonders in der Dämmerung. (2) Fernlicht ab­blenden, wenn Wild gesichtet (Tiere werden geblendet und bleiben stehen). (3) Bei Wild auf der Straße: kontrolliert bremsen, nicht ausweichen (Ausweichen verursacht oft schwerere Folgeschäden). (4) Hupen statt Lichthupe (vertreibt Tiere effektiver). (5) Wildschutz­schilder beachten, vor allem in Bereichen mit Wildwechsel-Markierung.

Quellen

Primärquellen und Methodik