Wohnungsmarkt Deutschland: 43,8 Mio. Wohnungen, 251.900 Fertigstellungen 2024 — Mieten +1,9 %
Der deutsche Wohnungsmarkt umfasst Ende 2024 rund 43,8 Mio. Wohnungen. Die Bautaetigkeit ging deutlich zurück: 2024 wurden 251.900 Wohnungen fertiggestellt — das sind 14,4 % weniger als im Vorjahr. Mieten steigen weiter: Der Nettokaltmieten-Index lag 2025 bei 109,7 (2020=100, +9,7 %). Wohnungsbau-Krise und steigender Druck auf Mieten prägen den Markt.
Bautaetigkeit & Fertigstellungen
Wohnungsbau-Krise: Fertigstellungen und Genehmigungen
Fertigstellungen 2015-2024 (Tsd. Wohnungen)
Baugenehmigungen 2015-2024 (Tsd.)
Gebäudearten
Welche Wohnungstypen werden gebaut
Fertigstellungen 2024 nach Gebäudeart
zum Vorjahr-Rückgang nach Gebäudeart (in %)
Einfamilienhäuser Verlauf 2015-24
Mietenentwicklung
Mietindex, Nebenkosten und VPI-Wohnen
Mieten-Index Deutschland 2015-2025
VPI Miete, Nebenkosten, Energie zum Vorjahr (%)
Bundesländer-Vergleich
Wohnungsbestand und Mieten regional
Wohnungsbestand Top-Bundesländer 2024 (Mio.)
Neumieten Top-Städte 2025 (€/m²)
Eigentumsquote Bundesländer 2024 (%)
Wohnfläche & Bauüberhang
Wohnstandards und nicht-fertige Wohnungen
Wohnfläche pro Person 2000-2024 (m²)
Bauüberhang 2015-2024 (Tsd. Wohnungen)
Detail-Tabelle: Wohnungsmarkt Deutschland 2020-2024
Bestand, Bautaetigkeit und Mieten im Verlauf
| Indikator | 2020 | 2022 | 2023 | 2024 | zum Vorjahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnungsbestand (Mio.) | 42,8 | 43,4 | 43,6 | 43,8 | +0,5 % |
| Fertigstellungen (Tsd.) | 306,4 | 295,3 | 294,4 | 251,9 | -14,4 % |
| davon Neubau | 270,7 | 261,9 | 257,3 | 215,9 | -16,1 % |
| Einfamilienhäuser | 85,4 | 77,3 | 69,9 | 54,5 | -22,1 % |
| Zweifamilienhäuser | 27,8 | 24,9 | 23,9 | 17,6 | -26,2 % |
| Mehrfamilienhäuser | 157,5 | 159,7 | 156,3 | 135,3 | -13,4 % |
| Baugenehmigungen (Tsd.) | 368,6 | 354,4 | 259,6 | 215,9 | -16,8 % |
| Bauüberhang Jahresende | 846 | 884 | 826 | 760 | -7,9 % |
| Mieten-Index (2020=100) | 100,0 | 104,0 | 106,8 | 108,6 | +1,7 % |
| Wohnfläche pro Person (m²) | 47,4 | 47,6 | 47,6 | 47,7 | +0,1 m² |
| Eigentumsquote (%) | 46,5 | 46,4 | 46,2 | 46,0 | -0,2 pp |
Hintergrund & Einordnung
Wichtige Faktoren und Methodik im Überblick
Methodik Wohnungsstatistik
Destatis erfasst den Wohnungsbestand jährlich auf Basis der Bautaetigkeitsstatistik (Zugänge, Abgänge, Umbauten). Die Mikrozensus-Zusatzerhebung 2022/2025 liefert Detail-Daten zu Mieten und Wohnverhältnissen. Baufertigstellungen werden quartalsweise erhoben (PD-Reihe 31121). Mietenindex (VPI Nettokaltmiete) erscheint monatlich.
Wohnungsbau-Krise verschärft sich
Mit 251.900 Fertigstellungen 2024 verfehlt Deutschland das Bundes-Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr um fast 40 %. Ursachen sind gestiegene Bauzinsen (2020: 1,2 %, 2024: 3,7 %), Baukostensteigerung (+34 % seit 2020) und hohe Auflagen. Besonders stark betroffen: Einfamilienhäuser (-22 %), getrieben durch ausbleibende private Bauherren.
Mehrfamilienhäuser dominieren
Mit 135.300 Wohnungen 2024 (54 % aller Neubauten) bleiben Mehrfamilienhäuser die wichtigste Wohnungsart für Neubau. Einfamilienhäuser (54.500, 22 %) und Zweifamilienhäuser (17.600, 7 %) sind rückläufig. Der Trend zur Verdichtung in Städten und Ballungsräumen setzt sich fort.
Mieten steigen weiter
Der VPI-Nettokaltmieten-Index erreichte 2025 mit 109,7 Punkten (2020=100) einen Anstieg von 9,7 % gegenüber 2020. Wohnungsnebenkosten zogen 2024 mit +4,4 % zum Vorjahr (August) deutlich stärker an. In Top-Städten (München, Frankfurt) liegen Neumieten über 20 €/m², der Bundesschnitt 2025 bei ca. 11,40 €/m². Ländlicher Raum: 6-8 €/m².
Bauüberhang als Reserve
Der Bauüberhang — bereits genehmigte aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen — lag Ende 2024 bei 759.700 Wohnungen (davon 330.000 im aktiven Bau). Dies entspricht einem Rückgang um 7,9 % gegenüber 2023. Weil Genehmigungen 2024 stark zurückgingen (-16,8 %), wird der Überhang in den kommenden Jahren weiter schrumpfen.
Deutschland: Mieterland Europas
Mit einer Eigentumsquote von rund 46 % ist Deutschland in Europa Schlusslicht (EU-Durchschnitt ca. 70 %). Hohe Mobilitätsanforderungen, gute Mieterschutzgesetze und die historische Wohnungswirtschaft prägen den Markt. Wohnfläche pro Kopf liegt mit 47,7 m² über EU-Schnitt — allerdings stagniert die Entwicklung seit 2015 (47,3 m²) nahezu.
Häufige Fragen (FAQ)
Antworten zu den wichtigsten Begriffen und Daten
Wie viele Wohnungen wurden 2024 in Deutschland fertiggestellt?
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 251.900 Wohnungen fertiggestellt — das sind 14,4 % bzw. 42.500 Wohnungen weniger als 2023 (294.400). Von den 2024 fertiggestellten Wohnungen entfielen 215.900 auf den Neubau (-16,1 % zum Vorjahr), die restlichen 36.000 auf Umbauten, Erweiterungen und Nutzungsaenderungen.
Wie steht es um das Wohnungsbau-Ziel der Bundesregierung?
Das Bundes-Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr (davon 100.000 öffentlich gefördert) wird seit 2022 deutlich verfehlt. 2024 fehlten mit nur 215.900 Neubauwohnungen rund 184.000 zum Ziel — eine Lücke von 46 %. Hauptursachen: gestiegene Bauzinsen, Baukostensteigerung, hohe Auflagen (GEG, EnEV).
Wie hoch sind die Mieten in Deutschland?
Der Mietenindex (VPI Nettokaltmiete) lag 2025 bei 109,7 (2020=100) — das entspricht einem Anstieg von 9,7 % seit 2020. Im April 2026 lag die Nettokaltmieten-Inflation bei +1,9 % zum Vorjahr. Der Bundesdurchschnitt bei Neuvermietung 2025 beträgt rund 11,40 €/m², in Grossstädten oft >20 €/m², im ländlichen Raum 6-8 €/m².
Welche Gebäudearten werden am häufigsten gebaut?
2024 entfielen 54 % der Neubau-Wohnungen auf Mehrfamilienhäuser (135.300), 22 % auf Einfamilienhäuser (54.500) und 7 % auf Zweifamilienhäuser (17.600). Die restlichen 17 % betreffen Wohnungen in Nicht-Wohngebäuden (z. B. Wohnungen in Gewerbe-Gebäuden) und Sonderbauten (Wohnheime).
Wie viele genehmigte Wohnungen wurden noch nicht gebaut?
Der Bauüberhang — also genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen — lag Ende 2024 bei 759.700 Wohnungen. Davon waren 330.000 bereits im aktiven Bau, die restlichen 429.700 noch nicht begonnen. Der Bauüberhang ist 2024 um 7,9 % gesunken — ein Indiz, dass weniger angefangen als fertiggestellt wird.
Wie hoch ist die Eigentumsquote in Deutschland?
Die Eigentumsquote (Anteil der Haushalte, die im selbstgenutzten Eigenheim wohnen) lag 2024 bei rund 46 % — damit ist Deutschland in der EU Schlusslicht (EU-Schnitt ca. 70 %). Die Quote schwankt regional stark: Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bei 55-60 %, Berlin und Hamburg unter 25 %. Trend leicht rückläufig (-0,5 pp seit 2020).
Wie viel Wohnfläche pro Person?
Im Durchschnitt verfügt jede Person in Deutschland über 47,7 m² Wohnfläche (2024) — deutlich mehr als der EU-Durchschnitt von ca. 42 m². Seit 2000 (40,5 m²) ist die Pro-Kopf-Wohnfläche um rund 7 m² gewachsen. Die Entwicklung stagniert seit 2018 nahezu, da steigende Personenzahlen pro Wohnung (Migration, Wohnungsmangel) gegenwirken.
Wann erscheinen die nächsten Baudaten?
Quartalsweise Daten zu Baufertigstellungen erscheinen etwa 5 Monate nach Quartalsende (Q1 2026: voraussichtlich August 2026). Baugenehmigungen werden monatlich veröffentlicht (April 2026: ca. 22.06.2026 – PD reihe 3111). Diese Seite wird mit den neuesten Daten regelmäßig aktualisiert.
Quellen
Primärquellen und Methodik
Weiterführende Statistiken
